Spacerat hat geschrieben:Wie dem auch sei. Ich bleibe dabei, das Bewegung die einzig existierende Realität verzerrt und das ist der Grund, warum man zum Berechnen mehr oder weniger komplizierter Vorgänge stets ein ruhendes Bezugssystem bevorzugen muss, sonst führt das nämlich zu gar nichts, ausser eben zu euren Verwirrungen.
Inertiale Bewegung ist gleichbedeutend mit Ruhe. Ob ruhend oder inertial bewegt kann daher keinen Unterschied in der Wahrnehmung von "Realität" verursachen. Jedes Inertialsystem ist gleichermaßen ruhend oder bewegt zu anderen Inertialsystemen. Ereignisse werden dadurch zwar mit unterschiedlichen Koordinaten bezeichnet, aber in keinem der Inertialsysteme verschwinden diese Ereignisse in der Transformation von einem System in das andere. Die Ereignisse sind unabänderlich existent - was transformiert wird, sind Koordinaten und nicht die Ereignisse. Das gilt gleichermaßen für die GT als auch für die LT.
contravariant hat geschrieben:Genau was ich schon seit gefühlten 50 Seiten schreibe.Wenn man die Bombe also mit in S ruhenden Uhren zündet, dann explodiert diese. Unabhängig davon, ob ich die Uhren nun aus S oder S' ablese. Damit ändert sich an der Explosion der Bombe nichts, unabhängig vom IS. Keine Verletzung der Kausalität.
Das System S
absolut zu setzen, ist leider kein Ausweg! Die Messungen in S' sind gleichberechtigt! Sie sind lt. SRT ebenso real wie die Messungen in S! Würden nur die Messungen in S gültig sein, dann hat man in S' offenbar nur Halluzinationen! Das ist nicht das, was die SRT behauptet. Was in S erlebt wird, soll Realität sein. Was in S' erlebt wird, sei Realität! Diese Realitäten dürfen sich nicht soweit unterscheiden, dass ein Ereignis in S von S' aus gemessen nicht stattfinden kann. Was die Realität von S ermöglicht, muss auch in S' möglich sein - das ist ein grundsätzliches Prinzip bei Transformationen. Relativitätsprinzip!
Highway hat geschrieben:Am Bahnhof misst der Bahnwärter 100J und Peng. Im Zug misst der Schaffner 0J und nichts passiert. Wo ist da der Unterschied zu deiner Argumentation? Wieso ist diese Argumentation falsch und deine nicht?
Das liegt doch auf der Hand. Wogegen richtet sich die kinetische Energie 100J der Bombe am Bahnhof? Und wogegen ruht die Bombe im Zug? Ein und derselbe Zünder kann es leider nicht sein. Und daher ist das mit der unterschiedlichen kinetischen Energie nur Firlefanz.
Man kann am Bahnhof eine Bombe gegen einen Zünder sausen lassen. Ein Beobachter, der sich parallel zur Bombe mit gleicher Geschwindigkeit bewegt, kann der Bombe die kinE=0J zuschreiben,
aber dann bewegt sich für ihn der Zünder gegen die Bombe. Und es ist gleichgültig, ob sich die Bombe zum Zünder bewegt oder der Zünder zur Bombe. Es wird transformiert mit der GT. Die gesamte kinetische Energie bleibt dabei in beiden Bezugssystemen die gleiche. Ubd die geleistete Arbeit als Differenz der Summe der kinetischen Energien beider Objekte ist nicht vom Bezugssystem abhängig.
Wikipedia: Die Naturgesetze ändern sich nicht unter Galilei-Transformation. Der Ausgang eines Experiments bleibt gleich, wenn man seinen Ort einer Galilei-Transformation unterzieht. Eine Verschiebung des Orts, oder in der Zeit, oder auch der Ausrichtung ändern nichts. Eine solche Invarianz wird auch Symmetrie genannt. Nach dem Noether-Theorem ist jede solche Symmetrie mit einem Erhaltungssatz verknüpft. Aus der Invarianz der Naturgesetze unter Galilei-Transformation folgen damit die Erhaltungssätze der klassischen Mechanik. Im Einzelnen:
Aus der Invarianz unter Verschiebung des Orts folgt die Impulserhaltung.
Aus der Invarianz unter Verschiebung in der Zeit folgt die Energieerhaltung.
Aus der Invarianz unter Drehung folgt die Drehimpulserhaltung.
Grüße
Harald Maurer