Spacerat hat geschrieben:Ernst hat geschrieben:Es gibt überhaupt keien Grund, das durch ein eingebildetes "EM Universum" oder "Plasmaversum" zu ersetzen. Außer in utopischen Romanen.
Dann bleib doch halt bei der alt hergebrachten Relativitätstheorie und/oder Quantenphysik. Nichts ist ja wohl utopischer als das. Es geht ja nicht darum, die Gravitation zu leugnen, sondern nur darum, ihre Herkunft zu erklären und da ist nichts einfacher als zu sagen, Gravitation ist Rest-EM-WW, anstatt sie aus einer gekrümmten Raumzeit oder sonstigem irrationalem herleiten zu wollen.
Das Problem ist seit langem bekannt: Die Gravitation übt auf grossen Skalen einen viel stärkeren Einfluss auf das Geschehen im Universum aus, als es die Masse der sichtbaren Materie erwarten lässt. Das zeigt sich zum Beispiel in Spiralgalaxien wie der Milchstrasse. Die Sterne am Rande unserer Galaxie rotieren viel schneller um das Zentrum, als es das Newtonsche Gravitationsgesetz, angewendet auf die sichtbare Materie, erlaubt. Ähnliches beobachtet man auf der nächsthöheren Organisationsstufe des Universums: den aus einer Ansammlung von Galaxien bestehenden Galaxienhaufen. Die Galaxien bewegen sich so schnell, dass die Gravitation eigentlich nicht in der Lage sein sollte, den Haufen zusammenzuhalten. Und dennoch sind Galaxienhaufen stabil.
Und bei diesem Phänomen scheiden sich die Geister. Die relativistische Physik postuliert 'Dunkle Materie' und 'Schwarze Löcher', um den Galaxien eine Zusatzmasse zu geben damit die Bewegungsgleichungen mit den Beobachtungsdaten übereinstimmen. Andere schwören auf modifizierte Gravitationstheorien und wiederum andere, die Plasmafraktion, auf die elektromagnetische Wechselwirkung.
Als eingefleischte Relativistin bin ich von den Zusatzannahmen der Dunklen Materie und Dunklen Energie (für kosmologische Modelle der beschleunigten Expansion) auch nicht gerade begeistert. Ihre Vorteile liegen in der Berechenbarkeit der Phänomene, wenn auch durch die Nicht-Beobachtbarkeit dieser Ad-hoc-Hypothesen ein grosser Makel daran haften bleibt.
Ich kritisiere keineswegs den Versuch, die Galaxienbewegung über elektrische und magnetische (Wechsel-)Wirkungen zu beschreiben. Was ich daran kritisiere ist der fehlende mathematische Unterbau und somit die Möglichkeit, quantifizier- und falsifizierbare Aussagen zu tätigen.