Harald Maurer hat geschrieben:
Auf diesem Bild ist bereits eine Reflexion im Gange, die beim Phasenwinkel 0° begonnen hat! Das unterstützt Dein Argument leider nicht!
Aber doch, natürlich. Die Reflexion hat nirgendwo "begonnen" und endet nirgendwo. Das ist ein stetiger Prozess, wie gezeigt. Jeder einzelne Wellenpunkt wird nacheinander reflektiert
Und die blaue Welle trifft auch nicht am blauen Punkt auf die Welle, weil diese Amplitude nur eine grafische Umsetzung einer ansteigenden Spannung bedeutet. Oszis zeigen diesen Spannungsverlauf an, indem sie ihn in eine Elongation umsetzen, was im Zeitverlauf die Sinuskurve ergibt. Die scheinbar wandernden Felder gibt es aber nicht.
Doch die Wellen wandern; das siehst du an jeder Wasserwelle.Eine Welle ist kein Schwinger sondern ein Wanderer mit fester Gestalt..
Oszis zeigen Veränderungen über der Zeit, nicht den Verlauf über dem Weg. Und da ergibt sich der Grund für deien Mißdeutung: Wie bereits fb... mal sagte, du verwechselst eine Welle mit einer Schwingung: Eine Welle wird zwar aus phasenverschoben schwingenden Teichen gebildet. Aber die so gebildete Welle ist ein räumlich unverändertes Ding; da schwingt gar nichts mehr. Die Welle hat eine unverändert feste Gestalt und wandert auf einem Weg. Die Welle kannst du getrost durch einen sinusförmig gebogenen Draht ersetzen, der sich bewegt.
Die Welle besitzt entsprechend ihrer Gestalt eine mit dem Zollstock meßbare Wellenlänge λ. Und die Frequenz einer Welle bezüglich einem ruhenden Bezugspunkt bedeutet, wieviele Wellenlängen n an dem gewähleten Bezugspunkt in einer bestimmetn Zeitdauer hindurchlaufen. Und die Geschwindigkeit der Welle an diesem Bezugspunkt bedeutet, welcher Wellenzug n*λ in einem bestimmten Zeitraum diesen Bezugspunkt passiert. Daher lautet die allgemeine Wellenbeziehung auch
v=n*λ/t in Worten: Die Fortschrittsgeschwindigkeit einer Welle gegenüber einem beliebigen Bezugspunkt ergibt sich aus der Anzahl n der Wellenlängen pro Zeit, welche diesen Bezugspunkt passieren.
Und wie ich schon mehrmals schrieb (und was offenbar keiner liest), funktioniert ein Interferometer unter diesen Bedingungen bestens. Denn ein Interferometer misst Laufstreckenveränderungen! Alles, was die optische Wegstrecke verändert, wird zu einer zwecks Messung ausnützbaren Phasenverschiebung führen! Aber im MMI bleiben die Messarme unverändert! Hält man hingegen ein brechendes Material in einen Strahl, so entspricht das einer Weglängenänderung, weil das Licht darin langsamer läuft, was den selben Effekt wie eine Änderung der Weglänge hat. Außerdem gibt es da noch den Mitnahmekoeffizienten.
Also das ist ja alles ertstaunlich unzutreffend
Ein Interferometer kann keine Strecken oder Streckenänderungen direkt messen. Und wieso ein dazwischengehaltenes Material die Wegstrecke verändern soll, bleibt auch ein geheimes Wunder. Nein, ein Interferometer mißt einzig Laufzeitdifferenzen
Die können entstehen durch:
-Weglängenänderungen
-Dazwischengehaltenes Material, welches die Licht-Geschwindigkeit verändert
-Strömendes Medium
Und da das MMI ein Laufzeitdifferenzdetektor ist, kann es alle diese laufzeitverändernden Effekte messen. Auch im letzten Fall, der dem MMExperiment zugrunde liegt.
Deine ganze unzutreffende Reflexionsgeschichte geht ins Leere. Bewiesenermaßen. Denn gälte sie, würde auch im Sagnacinterferometer nichts meßbar sein
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