realitätsphysik hat geschrieben:Mein lieber M.S,
es gibt einen Unterschied zwischen der Aussage "x hat die Eigenschaft y" und der Tatsache, dass ein x sich ähnlich wie Eigenschaft y verhält. Das gilt am deutlichsten für Werturteile.
Drei Beispiele dafür:
a) "Die SRT ist richtig."
b) "SRT-Kritiker sind ewiggestrig."
c) "Die Wiese ist grün."
Die Frage, die man sich stellen muss, lautet: Warum glaube ich diese Aussagen?
Für c ist das vordergründig sehr einfach: es ist eben so, jeder weiß das doch. Nun ja, manche Farbenblinde "wissen" das auch, ohne es durch eigenes Urteil bestätigen zu können. Aber wie beweist man so etwas, dass es jeder akzeptieren muss? Die Farbwahrnehmung ist wohl eher eine sehr weiche und intime Erfahrung, die offenbar die meisten Menschen teilen können und wollen. Was aber, wenn einer das partout nicht will?
Man muss es einem "Farbenblinden" nicht beweisen. Warum auch? Soll er doch glauben, die Wiese ist rot. Das ist sein gutes Recht.
Wenn er allerdings einen Gesetzesentwurf durchsetzen will, der alle anderen zwingt, ebenso eine Wiese als rot zu betrachten, dann ist das nicht mehr in Ordnung.
realitätsphysik hat geschrieben:Man kann keinen Menschen zu einer Farbwahrnehmung zwingen. Man kann lediglich dafür sorgen, dass so ein Anormaler und Grün-Unwilliger seinen Schnabel hält. Das kann man auch "guten Gewissens" tun, weil dieser Querulant seine Position ja nicht schlüssig beweisen kann. "Alle" sehen doch grün, nur dieser eine "xxx" nicht.
Er muss auch seinen Schnabel nicht halten. Jeder kann selbstverständlich glauben und auch sagen was er will. Wenn er allerdings andauernd die "nicht farbenblinden" Leute aufsucht um ihnen zu erklären, daß nur er richtig sieht, wird er halt irgendwann für einen Spinner gehalten.
realitätsphysik hat geschrieben:Was wäre, wenn der Farbenblinde in der Überzahl wäre? Und allen "Normal"-Sichtigen erklärt, dass deren "Grün" eine naive Flause ist?
Es ist m.E. sehr schwer, hier eine absolute Grenze zu ziehen, zwischen "richtiger" und "falscher" Perspektive.
Ich gehe davon aus, daß Farben über z.B die Wellenlänge und dem Frequenzbereich messbar sind. Die dazugehörigen Namen (rot, grün, blau usw.) wurden halt vor langer Zeit festgelegt. Man hätte auch "xqer34" für grün nehmen können. Der Effekt wäre der gleiche.
realitätsphysik hat geschrieben:Die Sache wird vertrackt, weil das für jegliche Begriffsbildung gilt, auch z.B. für die Lorentz-Invarianz.
Nein. Lorentz-Invarianz ist definiert und das war's auch schon. Wenn jetzt die Leute hergehen, und unter Lorentz Invarianz etwas anderes verstehen wollen, dann erschliesst sich mir der Sinn dahinter nicht.
Ich sage ja auch nicht zu einem Apfel Birne oder xyz, nur um die Dinge zu verkomplizieren.
realitätsphysik hat geschrieben:Nun frage ich Dich, M.S, wie sorgst Du dafür, dass jemand ein Experiment als Beweis akzeptiert, z.B. um a und b verbindlich in den Wahrheitsstand zu erheben?
Zu b) ist zu sagen, daß es sich da um eine Teilmenge der Kritiker handelt (das habe ich auch unmissverständlich so ausgedrückt).
Diese Teilmenge zeichnet sich meines Erachtens dadurch aus, dass Aussagen (z.B. Briefe) von historisch anerkannten Personen zitiert werden, die vor 50 Jahren gemacht wurden. Das wurde aber auch schon gefühlte 1000 Mal erklärt: Wenn ein verstorbener Nobelpreisträger/Physiker,Mathematiker,Philosoph usw. irgendwann seine Meinung über ein bestimmtes Thema in Prosa kundgetan hat, so ist das kein Beleg für irgendwas.
Bei a) fehlt mir der Hinweis auf den Gültigkeitsbereich. Dieser wird ja von euch in der Regel unterschlagen. Wurde auch schon unzählige Male erklärt. Jede Theorie trifft innerhalb eines eingeschränkten Gültigkeitsbereich zu. (siehe z.B Newton im Kontrast zur SRT)
Ich sagte nicht, "die RT Kritiker sind ewigge