Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon julian apostata » Do 5. Dez 2013, 13:52

http://www.mahag.com/neufor/viewtopic.php?f=6&t=600&start=1560#p65434

Ernst hat geschrieben:l'=[x2-x1-(x2-x1)v²/c²]γ
l'=x2'-x1'= (x2-x1)/γ
l'=l/γ
l=l'*γ


Ernst hat richtig gerechnet, soweit ich das auf die Schnelle beurteilen kann.

Verarschen will er uns aber trotzdem, weil er aus dem Gesamtzusammenhang ein kleines Einzelbild herausgreift.

Bild

Bild

Schaun’mer uns aus der 2. Animation das 2. Einzelbild an (t’=1)

S’ misst also bei der gegenüberliegenden Strecke eine Länge von 3 Einheiten zum Zeitpunkt t’=1 (gleichzeitig).

S misst also bei der gegenüberliegenden Strecke eine Länge von 5 Einheiten zwischen den Zeitpunkten t_1=-1s und t_2=3s (ungleichzeitig).
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon julian apostata » Fr 6. Dez 2013, 10:02

Ernst hat geschrieben:l'=l/γ
l=l'*γ

Also mit anderen Worten (v=0,8*c): l'=l/γ |||||||||||||| l’=l*0,6

Das 6 Einheiten lange Lineal S wird in S’ mit einer Länge von 3,6 Einheiten gemessen (2. Animation)

Genau dasselbe Längenverhältnis wird auch in S gemessen, allerdings wird Anfang und Ende mit einem Zeitunterschied von 4,8 Sekunden registriert (siehe linke und rechte Uhr).

Letzterse Messmethode ist sowohl in der SRT als auch in der klassischen Physik völlig irrelevant, wird aber von “Kritikern” gern eingebracht, weil sie damit oftmals heillose Verwirrung stiften können

Ernst verschweigt nun: l=l‘/γ ||||||||| l=l’*0,6

(Jetzt wieder auf Animation 1 wechseln)
Die 10 Einheiten in S’ werden in S mit einer Länge von 6 Einheiten gemessen (jetzt wieder gleichzeitig).
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon All » Fr 6. Dez 2013, 10:04

All hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:
Wir wissen jetzt beide, was du und ich gerechnet haben. Ich denke wir können das nun doch abschließen.



Lässt sich das nicht vorher eindeutig formulieren, was und wie man etwas berechnen soll? Die vorab klar definierten und interpretierten Grundlagen sind doch eine zwingende Voraussetzung, um ein gemeinsames Ergebnis zu erzielen.


Könnte ich denn da eine Antwort bekommen oder ist meine Aussage dermaßen unsinnig, dass sich eine Antwort erübrigt?
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon HD116657 » Fr 6. Dez 2013, 10:57

Trigemina hat geschrieben:Genau deswegen werden in Ruhesystemen immer minimale Längen und Zeiten zu dazu bewegten Bezugssystemen gemessen

Du meinst maximale Längen, und begründest ja auch warum:
Trigemina hat geschrieben:, weil ihre Eigenlängen maximal und ihre Eigenzeiten minimal sind. Die Massstäbe sind dort am grössten und messen deshalb kleinere Längen; die Uhren laufen am langsamsten und messen deshalb geringere Zeiten.
Deswegen heisst es Längenkontraktion (Stauchung) und Zeitdilatation (Dehnung). Da kann man schon mal drüberstolpern.

8-)
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon HD116657 » Fr 6. Dez 2013, 10:58

Ernst hat geschrieben:Die Ruhelänge ist stets am größten.

genau :)
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Fr 6. Dez 2013, 11:28

All hat geschrieben:
All hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Wir wissen jetzt beide, was du und ich gerechnet haben. Ich denke wir können das nun doch abschließen.

Lässt sich das nicht vorher eindeutig formulieren, was und wie man etwas berechnen soll? Die vorab klar definierten und interpretierten Grundlagen sind doch eine zwingende Voraussetzung, um ein gemeinsames Ergebnis zu erzielen.

Könnte ich denn da eine Antwort bekommen oder ist meine Aussage dermaßen unsinnig, dass sich eine Antwort erübrigt?

Die Aufgabe war ja eindeutig: Mit welcher Geschwindigkeit fliegt das Myon zur Erde bzw. die Erde zum Myon.
Tria erhält für beide Fälle v, weil sie sich exakt an die Rechenregeln der SRT hält.
Ich erhalte für den zweiten Fall v*gamma², weil ich die klassische Rechnung in die SRT integriere. Was in der SRT formal unzulässig ist, aber der Situation besser gerecht wird.

Den Unerscheid kann man veranschaulichen.
Läuft ein 100m Läufer mit seiner Armbandstoppuhr und verwendet die gelaufene Strecke und seine Armbanduhrstoppzeit zu Ermittlung seiner gelaufenen Geschwindigkeit, so ist das meine Variante.
Verwendet er die gleiche Strecke, aber die an der Startlinie von einem Assistenten gestoppte Zeit, so ist das Trias Variante.
Kllassisch ergeben beide Varianten dasselbe.
In der SRT ergeben beide Variante unterschiedliche Geschwindigkeiten. Deshalb ist die erste Variant in der SRT verboten.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon All » Fr 6. Dez 2013, 12:03

Ernst hat geschrieben:Die Aufgabe war ja eindeutig: Mit welcher Geschwindigkeit fliegt das Myon zur Erde bzw. die Erde zum Myon.
Tria erhält für beide Fälle v, weil sie sich exakt an die Rechenregeln der SRT hält.
Ich erhalte für den zweiten Fall v*gamma², weil ich die klassische Rechnung in die SRT integriere. Was in der SRT formal unzulässig ist, aber der Situation besser gerecht wird.

Den Unerscheid kann man veranschaulichen.
Läuft ein 100m Läufer mit seiner Armbandstoppuhr und verwendet die gelaufene Strecke und seine Armbanduhrstoppzeit zu Ermittlung seiner gelaufenen Geschwindigkeit, so ist das meine Variante.
Verwendet er die gleiche Strecke, aber die an der Startlinie von einem Assistenten gestoppte Zeit, so ist das Trias Variante.
Kllassisch ergeben beide Varianten dasselbe.
In der SRT ergeben beide Variante unterschiedliche Geschwindigkeiten. Deshalb ist die erste Variant in der SRT verboten.
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Danke für die einfache Darstellung. Es kommt mir als mathematischer und physikaischer Laie sehr entgegen.

Grundsätzlich habe ich aber dann nicht so falsch gelegen, wenn ich an anderer Stelle sagte, dass die SRT als geschlossenes System aus sich selbst heraus nicht widerlegbar ist. Das ergibt zumindest meine sprachliche Analyse, die sich auf formale Begrifflichkeiten bezieht.

Damit ist die SRT aber auch nur ein System, was maximal in Spezialfällen anwendbar ist. Eine Vermischung mit anderen Systemen verbietet sich von daher. Man kann das zwar machen, um eine andere Sichtweise zu bekommen, zeigt aber damit gleichzeitig auch die Grenzen der SRT auf.

Lässt sich das so formulieren???

Gruß

All
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Ernst » Fr 6. Dez 2013, 12:18

All hat geschrieben:Grundsätzlich habe ich aber dann nicht so falsch gelegen, wenn ich an anderer Stelle sagte, dass die SRT als geschlossenes System aus sich selbst heraus nicht widerlegbar ist. Das ergibt zumindest meine sprachliche Analyse, die sich auf formale Begrifflichkeiten bezieht.

Lässt sich das so formulieren???

Absolut.
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon Mikesch » Fr 6. Dez 2013, 14:01

Ernst hat geschrieben:Den Unerscheid kann man veranschaulichen.
Läuft ein 100m Läufer mit seiner Armbandstoppuhr und verwendet die gelaufene Strecke und seine Armbanduhrstoppzeit zu Ermittlung seiner gelaufenen Geschwindigkeit, so ist das meine Variante.
Verwendet er die gleiche Strecke, aber die an der Startlinie von einem Assistenten gestoppte Zeit, so ist das Trias Variante.
Kllassisch ergeben beide Varianten dasselbe.
In der SRT ergeben beide Variante unterschiedliche Geschwindigkeiten. Deshalb ist die erste Variant in der SRT verboten.

Nö, es gilt v = dx/dt = dx'/dt'.
Die vom Läufer ermittelte Streckenlänge dx' und Laufdauer dt' ergibt v, genauso wie vom Assistenten gemessene Streckenlänge dx und Laufdauer dt.

Was nicht geht ist die Verwurstung der vom Assistenten gemessene Laufstrecke dx mit der vom Läufer gestoppten Laufdauer dt' zu v = dx/dt' oder - analog - v = dx'/dt.
Das funktioniert nur bei v<<c, da v²/c² ~ 0 ist.

Mike
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Re: Es gibt keine Kausalitätsverletzungen in der SRT

Beitragvon julian apostata » Fr 6. Dez 2013, 14:09

Mikesch hat geschrieben:Was nicht geht ist die Verwurstung der vom Assistenten gemessene Laufstrecke dx mit der vom Läufer gestoppten Laufdauer dt' zu v = dx/dt'


Man misst ja nicht nur Geschwindigkeiten mit Hilfe von Strecken und Zeiten des eigenen Systems.

Auch bei der Längenmessung misst man mit eigenen Maßstäben bei eigener Gleichzeitigkeit und nicht bei fremder Gleichzeitigkeit.

Also in S’ hat das Objekt S die Länge 3,6 bei eigener gleichzeitigen Messung.

Würde man die Gleichzeitigkeit von S verwenden…

x=3 macht eine Markierung in S' zum Zeitpunkt t=3
x=-3 macht eine Markierung in S' zum Zeitpunkt t=3

so hätten wir die Länge 10

Bild

Für das Myonenproblem ist das allerdings nicht von Belang, denn wir haben eine durchlaufene Länge im Erdsystem und verfolgen lediglich ein nahezu punktförmiges Objekt.
Zuletzt geändert von julian apostata am Sa 7. Dez 2013, 14:41, insgesamt 1-mal geändert.
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