Trigemina hat geschrieben:Das ist aber übel. Die Distanz misst du im Erdsystem (10km), die Zeit misst du im Myonensystem (1.1560μs).
Ernst tut genau das gleiche, nur sehr viel diskreter. Raus kommt aber derselbe superluminale Quatsch.
Diese Vermischung der Bezugssysteme ist schon den Forschern zuzuschreiben, die im Erdsystem einen relativistischen Effekt, nämlich die 28,871-fache Verlängerung der Lebenszeit eines Myons sehen wollen. D.h. sie erwarten dies, weil sich das Bezugssystem des Myons mit 0,9994 c relativ bewegt. Aufgrund einer durch den Lorentzfaktor berechneten ZD kommt also quasi eine Uhr, die in 10 km Höhe losfliegt, nach 1.1560μs am Erdboden an und würde diese Zeit auch anzeigen müssen, denn das Myon lebt ja noch und zeigt dies auf diese Weise an. Die Zeit ist also im Myonensystem langsamer vergangen.
Mich wundert es nun wirklich, dass Relativisten offenbar nicht wissen, was das stets gemeinsame Auftreten von ZD
und LK eigentlich für einen Zweck hat. Es soll verhindern, dass ein ruhender Beobachter in einem bewegten System Werte ermittelt, aus welchen sich eine Verletzung des Postulats ergeben würden. Diese Werte müssen zur LG in seinem System passen, d.h. aus der Sicht des ruhenden Beobachters muss dieses Licht auch durch das bewegte System invariant mit c hindurch ziehen. Sieht der Beobachter in dem bewegten Koordinatensystem eine kleinere Zeit, muss daher auch das Koordinatensystem im selben Verhältnis kontrahieren - und aus ZD und LK ergibt sich die LG c, die ja im System des Beobachters vorliegt und in keinem System unabhängig vom Bewegungszustand anders sein kann.
Die Transformation der Werte im Erdsystem ergibt letztlich auch für die Sicht aus dem Myonensystem die richtigen Werte. Das Myon sieht das Erdsystem verkürzt und die Uhr darin langsamer laufen als seine eigene. Es sieht also aus dem vorhin genannten Grund beides: ZD und LK! Zeit und Länge passen zusammen, um die LG c zu ergeben. Wegen der langsameren Uhr im Erdsystem ist dieses auch kontrahiert. Das ist korrekt, denn in allen Längen, die sich aus der LT ergeben, muss die LG c betragen, d.h. es ist das Postulat, welches ganz bestimmte Längen - die allesamt ja Lichtlaufstrecken sind - erzwingt.
Nun kann ein Forscher im Erdsystem nicht einfach mit dem Lorentzfaktor eine ZD bei einer mit 0,9994 c bewegten Uhr berechnen und diese über beliebige Längen fliegen lassen. Ebenso, wie vorhin erwähnt, das Myon ein bewegtes Erdsystem sieht, sieht der Erdbeobachter ein bewegtes Myonensystem. Er kann - wenn er relativistische Effekte zu sehen vermeint - nichts anderes am Myonensystem sehen als das Myonensystem am Erdsystem sieht! Andernfalls wäre das RP verletzt! Die dilatierte Uhr, die vom Myonensystem aus gesehen wird, durchfliegt in 1.1560μs nur 346 m, weil das Postulat nichts anderes erlaubt. Nun nehmen die Forscher im Erdsystem an, im bewegten Myonensystem eine um den Faktor 28,871 langsamer laufende Uhr zu sehen weil das Myon eine um diesen Faktor verlängerte Lebensdauer hat. Sehen sie das Koordinatensystem des Myons
nicht verkürzt, dann sehen sie ein System von 10 km Länge, das von der dilatierten Uhr in 1.1560μs durchmessen wird, also ein System, in welchem offenbar superluminale Geschwindigkeiten vorliegen. Und das kann und darf der Erdbeobachter eben nicht sehen! Wenn er schon glaubt, diese langsamere Uhr zu sehen, muss er mit der LT ermitteln, unter welchen Voraussetzungen er diese Uhr überhaupt sehen kann. Das gibt die LT von seinem Bezugssystem in das des Myons aber gar nicht her, da erfährt er nur, wie er vom Myon gesehen wird. Um überhaupt die langsamere Myonenuhr zu rechtfertigen, kann sich diese nur mit einer direkten LT vom Myonensystem in die Sicht aus dem Erdsystem ergeben. Und da kommt natürlich erwartungsgemäß heraus, dass die langsamere Myonenuhr auch mit einer Kontraktion des Koordinatensystems, in dem sie wahrgenommen wird, verbunden ist. Ebenso wie die dilatierte Uhr gesehen vom Myonensystem aus nur 346 m durchmessen kann, kann aus Sicht des Erdsystems die dilatierte Myonenuhr nur 346 m durchmessen. Der Erdbbeobachter kann ein relativ bewegtes IS niemals unkontrahiert sehen, wenn er die bewegte Uhr dilatiert laufen sieht. Und er kann ein bewegtes IS ohnehin nie anders sehen als zeitdilatiert
und längenkontrahiert! Die 10 km können aber keine kontrahierte Länge sein, weil sie nicht zur dilatierten Uhr passen. Daher ist die Annahme, das Myon könnte in der langsameren Zeit diese 10 km in 1.1560μs durchfliegen, eben leider falsch - denn es verletzt das Postulat!
Wenn Relativisten Sinn und Zweck des untrennbaren Paars ZD und LK gar nicht wissen, ist leider zu erwarten, dass sie den Fehler in ihrer Grundannahme - 28,871-fach verlängerte Lebensdauer eines Myons über eine Strecke von 10 km - auch nicht bemerken. Es ist aber nach SRT eben unzweifelhaft so, dass die Myonenuhr in diesem Fall nur 346 m in 1.1560μs durchfliegen kann und darf, wenn c=const bewahrt werden soll. Man kann nicht einfach irgendwo eine zurückgebliebene Uhr aufklauben und anhand der Differenz eine beliebige Länge annehmen, die sie durchmessen hat, denn diese Differenz impliziert eine ganz bestimmte Flugstrecke, die sich aus der LT ergibt! Weil eben die Dauer der relativistischen Bewegung diese Differenz bestimmt und damit eben auch die Strecke! Ist die Uhr 28,871 mal langsamer, ist auch die Strecke um den gleichen Faktor kürzer. Nur mit der ZD alleine ohne LK herum zu rechnen, geht eben an der SRT vorbei. Und daher ist der sogenannte Beweis der ZD mit den Myonen leider ein Irrtum, weil nicht konsistent mit der SRT. Bewegte Koordinatensysteme werden
immer längenkontrahiert gesehen und die Uhr in diesen läuft langsamer. Eine ZD alleine anzunehmen ist ein Fehler, der meist den Kritikern vorgeworfen wird. In diesem Fall begehen diesen Fehler die Relativisten selbst in ihrem Bestreben, die ZD der SRT zu beweisen. Aber das ist bei Relativeffekten von vornherein gar nicht möglich.
Grüße
Harald Maurer