Ernst hat geschrieben:Und aus der zurückgelegten Strecke bezogen auf die Lebensdauer des Myons ergibt sich eben eine superluminare Geschwindigkeit.
Vollkommen richtig! Die superluminale Geschwindigkeit der Myonenuhr ergibt sich in S auch schon durch die Grundannahme, eine Uhr könnte in 0,0000011560 s die Strecke von 10 km durchmessen!
Nehmen wir - weil es nach RP und Gleichberechtigung der Systeme erlaubt sein muss - mal das Myonensystem als Ausgangssystem für die LT, um zu erfahren, unter welchen Voraussetzungen im Erdsystem überhaupt angenommen werden könnte, dass sich ein Koordinatensystem mit langsamer laufenden Uhr der Erde nähert.
Das Myon entsteht auf x=0 und misst zur Zeit t=0 die Entfernung zur Erde, die sich mit v=0,9994 c nähert, mit 10 km.
Also
x=-10 km, t=0
Die LT ergibt:
x'= -288,71844561 km
t'=0,0009624832341 s
Daraus ergibt sich für die Sicht im Erd-Ruhesystem:
Die Erde ruht auf x'= -288,71844561 km. Das Myon entsteht zur Zeit t'=0,0009624832341 s und zwar auf der Koordinate x'=288,372 km (v*t'), also 0,3463581 km vom Erdboden entfernt und wird zur Zeit t'=0,0009636392543225 s den Erboden erreichen, also nach 0,0000011560 s.
Das ergibt auch die LT für die Ankunft der Erde beim Myon aus Sicht des Myonensystems:
x=0 --> x'= -288,71844561 km
t=0,000033376435381 s --> t'=0,0009636392543225 s.
Dies ergäbe demnach die richtige Sicht des Vorgangs aus dem Ruhesystem Erde unter der Voraussetzung, dass relativistische Effekte stets symmetrisch und für jedes IS auftreten. Doch diese Grundannahme, die Erde würde im Ruhesystem des Myons das Myon nach 0,000033376435381 s erreichen, ist von vornherein nicht möglich, weil das Myon nur 0,0000021969803 s lang lebt! Und das zeigt, dass schon an der Grundannahme jener Forscher, die vermeinten, das Myon könnte aufgrund seiner langsamer laufenden Uhr die Strecke von 10 km durchmessen, etwas nicht stimmen kann! Und so ist es auch. Startet eine Uhr in 10 km Höhe und zeigt sie bei Ankunft auf dem Erdboden 0,0000011560 s an, dann hat sie diese 10 km in nur 0,0000011560 s durchmessen, woraus sich eine Relativgeschwindigkeit von v= 8650370,3111 km/s und eine LG in diesem System von c'=86555612,4793612 km/s ergäbe. Um derartiges zu vermeiden, treten die Effekte ZD und LK stets gemeinsam auf. Denn Relativgeschwindigkeit und Lichtgeschwindigkeit müssen in beiden Systemen konstant bleiben, d.h. der Erdbeobachter kann auch im bewegten Koordinatensystem des Myons keine andere LG als c sehen, weil es das Licht seines Ruhesystems ist, welches durch dieses Koordinatensystem zieht - und das Licht kann nicht zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten gleichzeitig haben - und eine superluminale schon gar nicht. Daher muss der Erdbeobachter ein bewegtes Koordinatensystem sowohl verkürzt als auch die Uhr darin verlangsamt laufen sehen, damit sich aus verkürzter Strecke durch dilatierte Zeit die LG mit c ergibt. Sieht man von der Erde aus also eine Uhr heransausen, die um den Faktor 28,871844561 langsamer läuft, dann kann diese Uhr in 0,0000011560 s nur 0,3463581 km zurücklegen, um auf dieser Strecke c=const zu bewahren - und eben nicht 10 km! Es gibt in der SRT und in allen Resultaten der LT keine Strecke, in welcher die LG nicht c betragen würde. Es gibt daher keine bewegte, daher langsamer laufende Uhr in einem nicht kontrahierten Koordinatensystem. Ein Myon kann mit seiner langsameren Uhr daher nicht 10 km in 0,0000011560 s durchmessen. Diese Grundannahme geht von vornherein nicht konform mit der SRT, und der sogenannte ZD-Beweis mit Myonen beruht auf einer falschen Voraussetzung, die nicht der SRT entspricht!
Ein bewegtes Koordinatensystem muss nach SRT zeitdilatiert und längenkontrahiert wahrgenommen werden. Es hätte den Relativisten also längst auffallen müssen, dass die nicht kontrahierte Länge von 10 km nicht zur langsamer laufenden Uhr passt und die "Myonenuhr" nach 0,0000011560 s auf den Erdboden knallt, wonach sie diese 10 km superluminal durchmessen hat. Myonen am Erdboden können daher nach SRT von vornherein nicht jene sein, die in 10 km Höhe entstanden sind, und die ZD lässt sich deshalb gerade nicht mit der SRT bestätigen, wenn sie für beide Systeme gilt und die LT beiderseits angewendet wird. Aber es wird von vornherein eine 28,871844561-fache ZD im Myonensystem angenommen, ohne zu bedenken, dass es eine ZD ohne LK nicht gibt.
Aufgrund der falschen Grundannahme (28,871844561-fach langsamere Uhr über 10 km) ergibt auch die LT in das Ruhesystem des Myons ein interessantes Resultat: Im Ruhesystem des Myons ist die Erde bei der Entstehung des Myons gerade mal 0,3463581 km entfernt und bewegt sich mit v=0,9994 c zum Myon, das nach 0,0000011560 s erreicht wird. Das ist also eine kontrahierte Strecke und eine dementsprechend dilatierte Zeit! Wodurch sich in dem für das Myon bewegte, daher kontrahierte und zeitdilatierte Erdsystem die Relativgeschwindigkeit mit v=0,9994 c und die LG mit c ergibt. Doch diese langsamer laufende Uhr, die das Myon im bewegten und verkürzten Erdsystem sieht, hat das Myon selbst aber nicht! Es misst alles in seinem Ruhesystem mit einer um den Faktor 28,871844561 schneller laufenden Uhr als jene, die im bewegten Erdsystem wahrgenommen wird. Vergehen auf der dilatierten Erduhr 0,0000011560 s, so vergehen auf der Myonenuhr 0,000033376435381 s! Wäre die Strecke tatsächlich nur 346 m lang, erhielte das Myon eine extrem verlangsamte Relativgeschwindigkeit und Unterlichtgeschwindigkeit und das Myon muss daher annehmen, dass diese 346 m keine objektive Längenverkürzung bedeuten, sondern ein Messeffekt aufgrund asynchroner Uhren ist und es wird die tatsächliche Länge ermitteln mit

und das ergibt dann 10 km ! Und misst das Myon mit seiner Uhr die Dauer bis zum Eintreffen der Erde mit 0,000033376435381 s, so hat es nicht viel davon, denn es stirbt ja nach 0,0000021969803 s !
Das ergibt für beide Systeme dieselbe Ausgangssituation für die LT, mit dem Unterschied, dass im Erdsystem die Entstehung des Myons 346 m über Seehöhe zu messen wäre, dies aber mit dem Wissen, dass das Myonensystem verkürzt wahrgenommen wird, auf 10 km zu berechnen wäre! Dies stimmt aber mit der Beobachtung, nach der diese Entstehung 10 km über Seehöhe gemessen wird, nicht überein!
Die ZD der SRT kann demnach gerade mit der SRT nicht bewiesen werden. Das wäre auch deshalb erstaunlich, weil die ZD keine objektive Gangänderung einer Uhr bedeutet und die Längenkontraktion keine objektive Änderung einer Länge ist. Das sind Relativeffekte, die nicht in einem absoluten Resultat münden können. Es gibt keine ruhende Uhr gegenüber einer bewegten Uhr, denn gegenüber dieser ist sie selbst die bewegte. Der Zustand der "Ruhe" ist nur eine Definition, aber Definitionen können keinen realen physikalischen Effekt verursachen dahingehend, dass eine Uhr tatsächlich gegenüber der anderen langsamer oder schneller läuft und sich das konkret beim Uhrenvergleich auch herausstellt. Denn das würde ja bedeuten, dass eine der Uhren tatsächlich ruhend war! Und selbstverständlich kann auch eine Koordinatentransformation nichts dergleichen verursachen.
Was der Relativist fürchten muss, ist das Verlangen, tatsächlich der behaupteten Symmetrie der Effekte, ihrer Reziprozität und dem RP zu entsprechen, demnach jedes IS als Ausgangssystem für eine LT gewählt werden kann. Das ergibt dann für jedes Resultat aus der LT auch das Gegenteil - und damit wird die SRT zur physikalisch bedeutungslosen mathematischen Spielerei!
Grüße
Harald Maurer



