fallili hat geschrieben:Ich muss aber zugeben, dass ich mit der RdG dennoch meine Probleme habe. In dem Beispiel ergibt sich die RdG NUR deswegen weil der Schaffner die Blitze ungleichzeitig sieht.
Ja, da ist eine Zeitspanne! Und wo kommt sie her? Man kann diese Zeitspanne selbst ja nicht durch Verleihung irgendwelcher Koordinaten konstruieren! Entweder ist sie da, oder nicht. Und sie kann nur durch entsprechende Zeitspannen beim Start des Lichts entstehen! Kann hier eigentlich keiner logisch denken? Und was habt ihr ständig mit den 2 Blitzen am Hut? Ich behaupte ja nicht, es müssten 2 Blitze auf jeder Seite sein, ich behaupte, dass die LT absurd ist, weil eben der Ablauf der Ereignisse, wie sie ihn mit den transformierten Werten beschreibt, physikalisch unmöglich ist! Denn auch die nötigen Zeitspannen beim Start des Lichts sind nicht durch Setzung irgendwelcher Koordinaten konstruierbar, wenn es ein und dasselbe Ereignis ist. Wenn zwei Flugzeuge gemeinsam landen, dann landen sie geichzeitig, ganz egal, welche Zeiten ihre Borduhren diesem Ereignis zuschreiben. Sie machen die gemeinsame geichzeitige Landung doch nicht ungleichzeitig! Denn dann müsste zwischen den Landungen eben eine Zeitspanne liegen! Das ist doch wohl klar! Also denk doch mal darüber nach, wo die Zeitspanne beim Schaffner herkommt! Klassisch betrachtet ist das kein Problem, denn da ist die LG vor dem Schaffner höher und hinter ihm geringer. In der SRT ist sie aber vor und hinter ihm gleich, und die Laufstrecken sind dieselben! Also muss die Zeitspanne durch ungleichzeitigen Start des Lichts entstehen! Wenn je ein Beobachter in S und S' am gleichen Ort einen Blitz einschlagen sehen, dann fallen die Zeitpunkte des Einschlags und der Wahrnehmung zu einem Ereignis zusammen. Das wird für die Beobachter nicht deshalb ungleichzeitig, weil jeder eine andere Uhrzeit hat. Diese gemeinsame Wahrnehmung wird ebenso wenig ungleichzeitig wie die gemeinsame Landung zweier Flugzeuge! Es muss Zeitspannen zwischen den Landungen und den Wahrnehmungen geben - dann kann man von Ungleichzeitigkeit reden! Deswegen können die Zeitangaben aus der LT für den Blitzeinschlag "0" und "-0,57735" keine gemeinsame Wahrnehmung bezeichnen, sondern müssen damit eine Zeitspanne ausdrücken! Eine echte, reale Zeitspanne, weil sich aus diesen die reale Zeitspanne beim Schaffner ergibt! Aber dann haben wir mit der Minuszeit eben eine absurde Situation, die aus Gründen der Kausalität nicht eintreten kann! Ist der Glaube an eine Theorie so übermächtig, dass man nicht mehr in der Lage ist Absurdes als absurd zu erkennen?
Ernst hat geschrieben:Du machst dann unmögliches möglich. Nämlich, aus eins mach zwei.
Wenn der Blitz vorn mit einer realen Zeitdifferenz einschlägt, dann müssen es notgedrungen zwei Blitze sein.
Ich mache nicht unmögliches möglich, sondern zeige auf, dass die SRT unmögliches behauptet! Die reale Zeitdifferenz beim Schaffner kann bei konstanter LG in seinem System nicht mit Pseudo-Zeitdifferenzen beim Lichtstart entstehen, sondern sie müssen ebenso real sein wie die beim Schaffner! Die LT ist nicht die GT, bloß mit anderen Koordinaten und Zeitpunkten beschrieben, sondern setzt Zeitspannen dort wo in der GT keine sind! Geht nicht anders, wenn c+/-v verboten ist! Entweder drücken zwei unterschiedliche Zeiten eine Zeitspanne aus, oder ein und derselbe Moment eines Ereignisses wird bloß durch unterschiedliche Zeiten bezeichnet! In letzerem Fall kann die reale Zeitspanne beim Schaffner nicht entstehen! Denk doch mal drüber nach!
Ernst hat geschrieben:Wie kann zwischen einem einzigen Ereignis ein realer zeitlicher Abstand existieren
Kann eben nicht!!! Dann gibt es aber auch die tatsächlich vorhandene Zeitspanne beim Schaffner nicht! Stammt sie aus dem Zauberhut?
Ernst hat geschrieben:Das alles ist so einfach, daß mir deine Zweifel unerklärlich sind.
Das ist alles so einfach, dass mir Deine Starrheit unerklärlich ist!
Ernst hat geschrieben:Dein Irrtum folgt aus einer unzulässigen Vermanschung beider Zeitskalen.
Nein, da ist nichts vermanscht! Die Zeitskala im bewegten System S' ist wohldefiniert! SIe läuft von -0,57735 s bis +0,57735 s. Und jetzt frage ich Dich: wovon sind 0,57735 s abzuziehen und wo sind sie zu addieren? Von welcher Zeit? Denn das Minus vor den 0,57735 s hat doch etwas zu bedeuten, und es bedeutet, dass das eine Zeit ist, die vor der Zeit "0" liegt! Ein früherer Zeitpunkt! Diese Minuszeit bezieht sich ja nicht auf den Wetterbericht, sondern hat mit diesem Minus einen Bezugspunkt! Sie ist von der Zeit 0 im System S abzuziehen, um den Zeitpunkt für dieses einzige Ereignis für S' zu ergeben und definiert dadurch eine Zeitspanne! Muss so sein, denn nur aus ungleich gestellten Uhren gibt es die reale Zeitspanne beim Schaffner nicht! Minus 0,57735 s ist eine Zeit vor der Zeit "0" ! Und nicht der gleiche Moment bei diesem einen Ereignis. Die beiden Zeitskalen stammen nicht aus der Fantasie, sondern stehen zueinander über den gemeinsamen Nullpunkt in strikter Beziehung!
Ernst hat geschrieben:Und da ist es ganz einfach so, daß der Blitzeinschlag hinten zum Zeitpunkt t'_h erfolgt und vorne zu einem anderen Zeitpunkt t'_v. Da beide Laufstrecken gleich sind, erreichen die Blitze den Schaffner im zeitlichen Abstand t'_h-t'v.
Ja, da ist ein zeitlicher Abstand beim Schaffner! Und bei den Starts des Lichts sind diese zeitlichen Abstände nicht vorhanden? Dann gibt es den zeitlichen Abstand beim Schaffner nur mit der klassischen Erklärung mit c+v vor ihm und c-v hinter ihm! Zu den Zeiten, die im System S Gleichzeitigkeit ergeben, müssen sich die Zeiten im System S' durch Zeitspannen unterscheiden, nicht nur durch eine Beschreibung des gleichen Ereignisses mit anders gestellten Uhren. Da funktioniert die RdG dann leider nicht.
Du versuchst beharrlich, etwas Absurdes als logisch einwandfrei darzustellen. Das geht nicht! Die reale Zeitspanne beim Schaffner erfordert reale Zeitspannen beim Einschlag der Blitze. Ohne diese sind diese Einschläge ebenso gleichzeitig wie sie im Bahndamm sind - weil es diese Zeitspannen hier nicht gibt! Das ist ganz leicht zu verstehen: Keine Zeitspannen im Bahndammsystem = Gleichzeitigkeit. Zeitspannen im Zugsystem = Ungleichzeitigkeit! Das Ausmaß dieser Zeitspannen gibt die LT an mit 0,57735 s vor Null und 0,57735 s nach Null Uhr!
Und wir können uns von der Kausalität verabschieden!
Grüße
Harald Maurer

