Ernst hat geschrieben:Ohne eine gemeinsame Zeitachse ist a priori kein "früher" oder "später" definierbar.
Ich kann nur immer wieder darauf hinweisen, daß bei der Transformation unterschiedlicher Parameter keine Unterschiede in der Bewertung gemacht werden dürfen.
Hier ein Satz aus
http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitdilata ... e_Bewegung "In S’ schlägt die Synchronisierung von A und B fehl – weil die Uhren sich hier in negativer x-Richtung bewegen und B dem Zeitsignal entgegenkommt, während A diesem davon läuft. B wird also zuerst vom Signal erfasst und beginnt gemäß einem durch die Lorentz-Transformation zu ermittelnden Wert
früher als A zu laufen. Berücksichtigt man dieses Vorgehen von Uhr B aufgrund des
verfrühten Starts (d. h. zieht man diesen
Zeitbetrag von der von B angezeigten Gesamtzeit ab), ergibt sich auch hier, dass die „bewegte“ Uhr B (für welche die Zeitspanne T_0\ vergangen ist) während des Weges zur „ruhenden“ Uhr C (für welche T^{'}\ vergangen ist) langsamer läuft..."
Was ist wohl mit den Ausdrücken "früher", "verfrüht" und "Zeitbetrag" gemeint?
In S starten Uhr A und Uhr B gleichzeitig. In S' startet die Uhr B früher als Uhr A! Um einen Betrag früher, der sich aus der LT ergibt! Da die Uhr B in S gleichzeitig mit der Uhr A startet, startet diese Uhr B in S' früher als sie es in S tut! Sie wird nämlich in S' früher vom Lichtsignal erreicht als in S ! Daraus ergibt sich aufgrund der Konstanz der LG in beiden Systemen ein tatsächlicher Zeitunterschied. Das Licht ist eben nun mal in S' früher bei der Uhr B als in S ! Das ist aufgrund der seltsamen Eigenschaft des Lichts ein ganz konkreter Zeitunterschied, der auch eingesetzt wird, wenn es darum geht zu erklären, dass und weshalb die ZD der SRT reziprok ist!
Es ist ganz klar zu sehen: In einem Ruhesystem wird ein Lichtstrahl zur Uhr B geschickt. In einem dazu relativ bewegten IS läuft die Uhr dem Licht entgegen und wird hier daher
früher vom Licht getroffen! Das IST früher, und die LT ergibt die Zeitdifferenz. Diese Zeitdifferenz muss es geben, weil andernfalls von einer RdG und ZD keine Rede sein kann! Und diese Effekte ergeben sich immer im Vergleich der beiden IS zueinander! Der Lauf des Lichts hat in den beiden IS eine unterschiedliche Dauer. Daraus resultiert eine ganz reale Zeitdifferenz, die nicht weg debattiert werden kann mit der Behauptung, die Zeiten dürften nicht verglichen werden! Denn gerade diese Zeitdifferenz verursacht die Rdg! Die Zeitanzeigen der Uhren in der SRT entsprechen den unterschiedlichen Lichtlaufzeiten. Daher sind die Differenzen tatsächlich vorhanden und die LT transformiert nicht Zeitanzeigen auf Uhren hin und her, sondern Zeiten!
Läuft die Uhr in S los und schlägt im selben Moment ein Blitz in die Uhr ein, dann schlägt der Blitz in S' um die Differenz der Lichtlaufdauer früher ein als in S! Nur aus ganz konkreten Zeitdifferenzen kann sich in dem hier abgeackerten Wärter-Schaffner Beispiel ergeben, dass der Schaffner vom Licht der Blitze ungleichzeitig erreicht wird. Nur mit unterschiedlich gestellten Uhren funktioniert das nämlich nicht! Denn die Lichtlaufstrecken bis zur Zugmitte sind gleich lang. Der Blitz muss demnach im Zugsystem tatsächlich früher einschlagen als im Bahndamm-System. Daher kommt es - wie von mir aufgezeigt - zur Kausalitätsverletzung. Denn der Blitz schlägt nur einmal ein.
"Man dürfe die Zeiten nicht vergleichen" ist nur eine Ausrede, noch dazu eine fadenscheinige, um diese Kausalitätsverletzung zu leugnen.
Grüße
Harald Maurer