Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon M.S » Mo 29. Jul 2013, 19:58

Jondalar hat geschrieben:
Ralf Maeder hat geschrieben:[Dazu habe ich ein paar Fragen:
1. Kann man die Geschwindigkeit des Lichtes aus einem relativ ruhenden IS heraus in einem anderen dazu bewegten IS MESSEN ? Gibt es experimentelle Hinweise fuer diese Annahme? Andererseits gibt es doch in jedem IS angeblich die Hoechstgeschwindigkeit c. Kann man wirklich die Geschwindigkeit c, die im IS S gilt mit der Geschwindigkeit c, die im IS' gilt gleichsetzen? Sind das nicht zwei verschiedene Geschwindigkeiten?




Ein IS ist lediglich ein Koordinatensystem, das zur Beschreibung dient. Du kannst die Geschwindigkeit des Lichts (egal wo es herkommt) in jedem IS messen.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ralf Maeder » Mo 29. Jul 2013, 20:02

M.S hat geschrieben:
Ralf Maeder hat geschrieben:
2. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von elektromagnetischen Wellen wird offenbar damit gleichgesetzt wie schnell Zeit vergeht. Wird diese Schlussfolgerung auf die bewegte Lichtuhr angewendet, dann vergeht die Zeit dort langsamer. Gibt es experimentelle Hinweise fuer die Annahme, dass die Zeit in einem zu mir bewegten IS langsamer vergeht? Wenn das so waere, dann sollte schon eine gleichfoermige Bewegung zwischen zwei IS eine Zeitdifferenz zu Tage treten lassen, die je laenger oder schneller die relative Bewegung dauert, eine immer groessere Zeitdifferenz zur Folge haben muesste.


http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitdilata ... r_Teilchen

Danke fuer den Link. Dort wird ueber ZD bei bewegten Teilchen gesprochen. Gibt es nichts "einfacheres"? So sollte ja auch schon ein fahrender Zug eine messbare ZD aufweisen! Gibt es wirklich nur Experimente von Elementarteilchen?

Gruss Ralf.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Jondalar » Mo 29. Jul 2013, 20:03

Ralf Maeder hat geschrieben:Danke Jondalar. Was mich besonders an der ZD beschaeftigt, ist folgende Anmerkung meinerseits: Andererseits gibt es doch in jedem IS angeblich die Hoechstgeschwindigkeit c. Kann man wirklich die Geschwindigkeit c, die im IS S gilt mit der Geschwindigkeit c, die im IS' gilt gleichsetzen? Sind das nicht zwei verschiedene Geschwindigkeiten?
Was meinst du dazu? Da spielt auch mit hinein, dass man Lichtgeschwindigkeit nicht indirekt messen kann, aus einem IS ins andere.



Nichts zu Danken, ich wusste nur nicht, ob Du eine Erhebung der Meinungen oder eine Erklärung wolltest ;)

Das kommt darauf an. IN der RT muss es so sein, sonst gingen die Gleichungen nicht auf. Da kann man nichts manipulieren oder ver-rechnen, die Formeln sind schlüssig und gehen immer auf. Die Frage ist primär, ob das Licht invariant ist oder eben nicht. Ich meine nicht, aber das kann ich ohne einschlägige reale Versuche auch nur postulieren. Für mich sind das also verschiedene v, für die RT ist es einfach c. Was mich der Logik folgend am meisten stört, ist das Beispiel mit der Blitzlampe in der Mitte des Bahnhofes. Das ergibt ein handfestes Problem, weil in beiden Fällen das Licht nach der Spiegelung an den Enden gleichzeitig ankommen muss, folgt man der Konstanz von c. Da hätte c tatsächlich mehrfach die v zu wechseln um das möglich zu machen.

Herzliche Grüße
Jondalar
 
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon M.S » Mo 29. Jul 2013, 20:08

Ralf Maeder hat geschrieben:Danke fuer den Link. Dort wird ueber ZD bei bewegten Teilchen gesprochen. Gibt es nichts "einfacheres"? So sollte ja auch schon ein fahrender Zug eine messbare ZD aufweisen! Gibt es wirklich nur Experimente von Elementarteilchen?

Gruss Ralf.


Beim fahrenden Zug (also wir reden jetzt von realen Zügen mit derzeit realen Geschwindigkeiten) ist die Geschwindigkeit leider zu klein um relativistische Effekte messen zu können.

Das hier gibt es z.B noch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hafele-Keating-Experiment
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ralf Maeder » Mo 29. Jul 2013, 20:12

Jondalar hat geschrieben:
Ralf Maeder hat geschrieben:Danke Jondalar. Was mich besonders an der ZD beschaeftigt, ist folgende Anmerkung meinerseits: Andererseits gibt es doch in jedem IS angeblich die Hoechstgeschwindigkeit c. Kann man wirklich die Geschwindigkeit c, die im IS S gilt mit der Geschwindigkeit c, die im IS' gilt gleichsetzen? Sind das nicht zwei verschiedene Geschwindigkeiten?
Was meinst du dazu? Da spielt auch mit hinein, dass man Lichtgeschwindigkeit nicht indirekt messen kann, aus einem IS ins andere.



Nichts zu Danken, ich wusste nur nicht, ob Du eine Erhebung der Meinungen oder eine Erklärung wolltest ;)

Das kommt darauf an. IN der RT muss es so sein, sonst gingen die Gleichungen nicht auf. Da kann man nichts manipulieren oder ver-rechnen, die Formeln sind schlüssig und gehen immer auf. Die Frage ist primär, ob das Licht invariant ist oder eben nicht. Ich meine nicht, aber das kann ich ohne einschlägige reale Versuche auch nur postulieren. Für mich sind das also verschiedene v, für die RT ist es einfach c. Was mich der Logik folgend am meisten stört, ist das Beispiel mit der Blitzlampe in der Mitte des Bahnhofes. Das ergibt ein handfestes Problem, weil in beiden Fällen das Licht nach der Spiegelung an den Enden gleichzeitig ankommen muss, folgt man der Konstanz von c. Da hätte c tatsächlich mehrfach die v zu wechseln um das möglich zu machen.

Herzliche Grüße

Nun ja, die LG hat in der SRT eine Sonderstellung, denn sie schert sich eigentlich nicht um das Relativitaetsprinzip, sondern ist in jedem IS gleich. Ganz egal, wie schnell sich ein IS im Vergleich zu meinem bewegt, das c in jenem IS soll absolut identisch mit dem sein, dass ich in meinem messe. Ist schon ein wenig schwer verdaulich.

Gruss Ralf.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Ralf Maeder » Mo 29. Jul 2013, 20:14

M.S hat geschrieben:
Ralf Maeder hat geschrieben:Danke fuer den Link. Dort wird ueber ZD bei bewegten Teilchen gesprochen. Gibt es nichts "einfacheres"? So sollte ja auch schon ein fahrender Zug eine messbare ZD aufweisen! Gibt es wirklich nur Experimente von Elementarteilchen?

Gruss Ralf.


Beim fahrenden Zug (also wir reden jetzt von realen Zügen mit derzeit realen Geschwindigkeiten) ist die Geschwindigkeit leider zu klein um relativistische Effekte messen zu können.

Das hier gibt es z.B noch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hafele-Keating-Experiment

Ich habe den link noch nicht angeschaut, habe aber vom Experiment schon gelesen und deren Aussagen sind ein wenig polemisch. Wenn man aber einen Zug (oder etwas anderes, wo ich eine Uhr reinpacken kann) beliebig lange fahren laesst, dann sollte die ZD doch irgendwann messbar sein, oder?

Gruss Ralf.
Zuletzt geändert von Ralf Maeder am Mo 29. Jul 2013, 20:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Jondalar » Mo 29. Jul 2013, 20:16

Ralf Maeder hat geschrieben:Nun ja, die LG hat in der SRT eine Sonderstellung, denn sie schert sich eigentlich nicht um das Relativitaetsprinzip, sondern ist in jedem IS gleich. Ganz egal, wie schnell sich ein IS im Vergleich zu meinem bewegt, das c in jenem IS soll absolut identisch mit dem sein, dass ich in meinem messe. Ist schon ein wenig schwer verdaulich.


Ja, das ist einer der Hauptgründe, warum ich die RT ablehne. Wie auch in meinem ZD, oder dem SL Beispiel geschrieben, kommen da Paradoxe heraus, die nicht nur schwer verdaulich sind. Manche Dinge widersprechen nicht nur der Realität, sie widersprechen auch sich selbst.

Herzliche Grüße
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon M.S » Mo 29. Jul 2013, 21:13

Ralf Maeder hat geschrieben:Ich habe den link noch nicht angeschaut, habe aber vom Experiment schon gelesen und deren Aussagen sind ein wenig polemisch.
...

Wenn du dir den Link ansiehst, wirst du feststellen, dass das Experiment auch wiederholt wurde.
Die Aussagen des Experiments sind übrigens in keinster Weise polemisch; vermutlich meinst du die hier üblichen Verschwörungstheorien (Manipulation der Uhren usw).

Wie gesagt: das Experiment wurde wiederholt (steht alles im LInk).
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon Harald Maurer » Mo 29. Jul 2013, 23:08

M.S hat geschrieben:Wie gesagt: das Experiment wurde wiederholt (steht alles im LInk).

Die Wiederholungen sind genauso wertlos für die SRT. In all diesen Experimenten gibt es keine einzige inertiale Bewegung, sondern nur Beschleunigungen in Form von Richtungs- und Geschwindigkeitswechseln. Was man da gemessen hat, sind durch Gravitation bedingte Veränderungen des Uhrengangs - und dass die Gravitation den Gang von Uhren beeinflusst, ist ja unumstritten. Alle Flüge (mit Ausnahme Maryland) waren unterbrochen von Zwischenlandungen, und die Resultate wurden mathematisch zurecht getrimmt. Das heißt dann:
Die Effekte wurden über den gesamten Flug integriert, da sich die Parameter mit der Zeit verändern.
Und die Parameter kann man sich zurecht legen, wie man's braucht.
Und das macht man alles, damit man sein Paper ins Science oder Nature bringt. Denn mit Ergebnissen, die der SRT nicht entsprechen, hat man von vornherein keine Chance, sich damit zu profilieren. Hat nichts mit Verschwörung zu tun, sondern mit Ehrgeiz und Eitelkeit und natürlich geht es auch um die Moneten.
Wenn man sich ansieht, was die Menschen alles aufführen und erfinden, um ihre Religionen zu untermauern, weiß man, welche Motivationen da vorliegen. Hätte ich mit meinem Jupiter-Experiment Einstein bestätigt, stünde ich als glänzender Wissenschaftler da. Und nachdem das nicht der Fall war, bin ich eben der xxx, der sein Kapperl nicht findet, nicht mal eine Wasserwaage bedienen kann und überhaupt nachts aufpassen muss, dass ihm nichts zustößt. Aber ich werde nicht vom Dach springen wie Marinov, der Einstein experimentell nicht bestätigte und prompt wüsten Angriffen ausgesetzt war. Und was ist mit den vielen Experimenten, die Einstein widersprachen? Die gibt es natürlich auch - aber die sind ja von vornherein falsch und keine Fachzeitschrift druckt es ab. Und da wird mit tausenden Experimenten Einstein glänzend bestätigt, der selbst den Gültigkeitsbereich der SRT mit seinen eigenen Worten auf unendlich kleine Räume eingeschränkt hat, weil nur da nach seiner ART das Postulat aufrecht erhalten werden kann.
Da lachen ja die Hühner!

Grüße
Harald Maurer
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Re: Zeitdilatation - Wahrheit oder Mythos?

Beitragvon DerDicke » Mo 29. Jul 2013, 23:56

All hat geschrieben:Koordinatensystem ist nicht gleich Natur. Mechanik ja, Natur nicht.

Ja, ein Koordinatensystem ist keine Natur, aber nee, ein Koordinatensystem ist auch keine Mechanik, sondern ein mathematisches Werkzeug.
Wie gesagt, wenn einer schon nicht weiß, was ein Koordinatensystem ist, dann erübrigt sich eigentlich eine Begriffsdefinition "Beobachter".


Chief hat geschrieben:"Eigenlänge",

Aha, noch ne Wortschöfpung! Was ist die "Eigenlänge" eines Besenstils?


All hat geschrieben:Mann kann auch sagen, jedes System ist unvollständig und von daher schon falsch. Wäre auch ziemlich einfach. Aber da müsstest du erst mal Wissen was ein System real bedeutet. Real ist aber auch wieder so eine Sache. Wenn ein System nur eine Teilanschaung ist, dann ist es nicht wieder vollkommen real sondern nur ein wenig.

deutsche Sprache schwere Sprache.
Was versteht man wohl in deutsch unter einem "System"
z.B. sowas:
http://de.wikipedia.org/wiki/Waffensystem
Das ist seeehr real, was Sie spätestens dann merken, wenn Sie davon überrollt werden.
Was in Ihrem Gestammel falsch als "System" bezeichtet wird, das nennt man normalerweise "physikalisches Modell". Wir erfahren nun, daß das nicht identisch mit dem realen Objekt ist. Weiß jeder! Und weiter?


All hat geschrieben:Ich nehme mir jetzt ein dehnfähiges Seil und hänge mich auf.

Versuchen Sie anhand der Spannungs-Dehnungs Kennlinie zu zeigen, daß Sie Ihr eigenes Geschwurbel über "System" verstehen.


Highway hat geschrieben:Wenn man beschleunigt, befindet man sich dann noch in einem IS? Theoretisch in unendliche vielen sogar, aber das sind nicht die interessanten. Welchen Informationswert hat das denn?

In einem IS "befindet" man sich immer nur theoretisch, denn ein IS ist nun mal ein mathematisches Werkzeug.


Highway hat geschrieben:Welches ist denn das interessante IS, doch das in dem man ruht und so war es auch von mir gemeint.

Weia, jetzt wirds gaaaaanz interessant.
Da müssen wir gaaaaanz weit ausholen. Wann ist ein Werkzeug "interessant".

Beispiel: Zertrümmern eines gußeisernen Kellergullys. alternative Werkzeuge:
- 50g Hammer
- 1kg Hammer
- 5kg Hammer
Na welches dieser Werkzeuge ist nun "interessant". DerDicke meint: ganz besonders "interessant" wäre es doch, das mal mit dem 50g Hammer zu versuchen.


Chief hat geschrieben:Ein IS ist ein unbeschleunigtes Koordinatensystem.

jo


Chief hat geschrieben:Relativ zu was ist es unbeschleunigt?

relativ zu jedem anderen IS


Chief hat geschrieben:Es muss also etwas reales da sein relativ zu was beschleunigt wird.

Muß nicht aber kann. Und zwar ein Objekt, auf dem ein Beschleunigungssensor montiert ist, der immer NULL anzeigt. Sowas gibts. Echt!


Chief hat geschrieben:Das ist der Newtonsche absolute Raum.

Der ist nur in Chiefs Ontologie real.


Chief hat geschrieben:In welchem IS sind die Blitze gleichzeitig? In einem einzigen oder in allen?

Nach SRT weder noch. Nächster Versuch.
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