Ernst hat geschrieben:Sie bezeichnen das gleiche singuläre Ereignis in ihren eigenen Raum- und Zeitkoordinaten.
Der Raumpunkt liegt z.B. in IS1 bei x=20m und in IS2 bei x'=10m.
Da fragst du wohl nicht, worauf sich die 10 und 20 bezieht und ob 10m vor 20m liegt und ob da eine räumliche Distanz besteht. Beide unterschiedliche Angaben sind in ihren IS ganz real und verweisen auf den gleichen Raumpunkt.
Wenn diese Werte in IS1 und IS2 das Ergebnis einer Transformation sind, dann beziehen sie sich zueinander bzw. hängen voneinander ab! Sie wurden nicht mit dem Würfelspiel ermittelt, sondern ergeben sich jeweils durch die Transformation, sowohl von IS1 zu IS2 und umgekehrt!
Ernst hat geschrieben:Aber bei der Zeit kannst du das nicht erkennen:
Die Zeiten im IS' sind ebenfalls das Ergebnis einer Transformation. Die LT ist eine lineare, affine Transformation und die Zeiten beziehen sich zueinander genau so wie die Ortskoordinaten und hängen voneinander ab. Wenn also die LT einen Zeitpunkt von 0 zu -0,57735 transformiert, dann ergibt sich eben die Frage, ist das nun derselbe Zeitpunkt, bloß mit einer anderen Zeitanzeige auf einer Uhr oder ist das tatsächlich ein früherer Zeitpunkt? Die Frage ist legitim, weil der Bezug über die Transformation auf die Uhr im anderen IS mit der Anzeige 0 s ebenso gegeben ist, wie bei den Ortskoordinaten! Es ist also nicht so, dass das IS' die eigene Uhr samt Zeit vom Mars mal mitgebracht hat und da seine eigene Zeit verplempert, sondern die LT transformiert
ausgehend von den 0 s im IS ! Ist es ein tatsächlich
früherer Zeitpunkt als 0 s, die Ausgangszeit für die Transformation, so gibt es keinen Zweifel an der Kausalitätsverletzung, denn das IS' befindet sich ja nicht in einem anderen Universum. Ist
derselbe Zeitpunkt aber nur mit unterschiedlichen Zeitanzeigen bezeichnet, dann funktioniert die RdG nicht. Ich habe das erklärt und wollte von Dir wissen, wie das Deiner Ansicht nach funktioniert und wieso es justament -0,57735 s sind, die sich mit der LT ergeben. Wenn man den Grund kennt, weiß man, dass es ein früherer Zeitpunkt sein
muss. Deswegen war es bei Lorentz nur eine
Hilfsvariable. Den Grund für gerade diesen Wert habe ich genannt und hätte gerne Deine Meinung dazu erfahren. Aber da kamen leider nur pauschale Behauptungen zurück.
Ernst hat geschrieben:Im IS1 beträgt die Zeit z.B. bei x=10m t=3s und im IS2 bei x'=20m t'=6s. Da fragst du nun plötzlich, ob da eine zeitliche Distanz ist und ob eines früher oder später als das andere ist.Beide unterschiedliche Angaben sind in ihren IS real und verweisen auf das gleiche Ereignis.
Wenn die 6 s das Ergebnis einer Transformation ausgehend von den 3 s sind, dann beziehen sie sich zueinander. Liegt die transformierte Zeit aber
vor der Ausgangszeit, dann gibt's ein Problem - eben deshalb, weil die Zeiten aus einer Transformation hervorgehen, sich gegenseitig bedingen und daher sebstverständlich ein Vergleich zulässig ist!
Ernst hat geschrieben:Und wenn auf diese Weise in einem IS zwei räumlich getrennte Ereignisse zu gleicher Zeit stattfinden und gemäß LT im anderen IS nicht, dann ist das eben im jeweiligen IS gültig und ganz real. Im zweiten IS finden tatsächlich die beiden Ereignisse zeitlich nacheinander statt.
Alle Werte in einer Transformation stehen in einem logischen Zusammenhang bzw. muss das so sein. Und da kann man nicht einfach sagen, wenn es die LT so ergibt, dann ist es eben so. Denn wird die Ungleichzeitigkeit der Ereignisse über eine Kausalitätsverletzung erreicht, ist die Transformation falsch und wertlos.
Ernst hat geschrieben:Was für den Ort gilt, gilt auch für die Zeit. Wenn man das überdenkt, kommt die Erkenntnis.
Was für Ort und Orte gilt, kann nicht für die Zeit gelten. Orte können beliebig überall sein, aber die Zeit hat eine Richtung!
Wenn Du den Unterschied nicht sieht, musst Du eine seltsame Art von Erkenntnis haben!
Grüße
Harald Maurer