Lübecker - Respekt und Anerkennung für Deine Arbeit.
Und dadurch, das Du auch die "grünen Linien" für den bewegten Zug eingezeichnet hast, kann ich einfacher nachvollziehen, was Du genau meist.
Die Flut der Koordinatenangaben ist enorm - aber erstens mal in jedem Punkt richtig und zweitens durch Deine Grafik dann dennoch einfach nachvollziehbar.
Also nochmals - Respekt für die von Dir geleistete Arbeit.
Wie schon an diversen Reaktionen zu sehen ist, wirst Du damit zwar auch keinen "SRT Gegner" überzeugen, aber wer sich wirklich um ein Verständnis der SRT bemüht, der hat mit Deinem Beitrag ein wirklich exzellentes Mittel, sich mit den Aussagen der SRT und den Folgerungen daraus intensiver auseinanderzusetzen.
Zum Bild von Harald:
Harald Maurer hat geschrieben:Hallo Lübecker, da hast Du dir ja eine riesige Arbeit angetan! Besten Dank für die Mühe! Leider überzeugst Du mich damit nicht. Gehen wir's doch mal ganz systematisch an. Erstmal ganz grundsätzlich.
Wir haben ein ruhendes IS A, dem gegenüber ein IS B bewegt ist (nach dem RP ist das auch ein IS_B, dem gegenüber das IS_A bewegt ist!). Wenn sich die Mittelpunkte ("Beobachter") der Systeme begegnen, wird ein Blitz ausgelöst und eine Kugelwelle breitet sich aus. Für den Beobachter in A stellt sich das so dar (rechts davon das entsprechende Raumzeit-Diagramm):

Für den Beobachter B ergibt sich aber diese Situation.

Jeder Beobachter sieht, dass der andere Beobachter sich aus der Lichtsphäre hinaus bewegt, während die Sphäre sich unverändert vom Mittelpunkt ausbreitet. Jeder Beobachter kann sagen, er ruhe im Mittelpunkt der Sphäre, aber der andere bewegt sich hinaus.
Welchen Beobachter würdest Du bevorzugen und ihm erlauben, dies zu sagen und es damit dem anderen zu verbieten?
Und mit welcher Begründung würdest Du A oder B mit dieser Erlaubnis auszeichnen?
Grüße
Harald Maurer
Harald, nach meiner Meinung ist es definitiv der Fehler, dass Du für A und B ein rechtwinkliges Koordinatensystem verwendest.
Ich war jahrelang auch der Meinung, dass "irgendwie" zwei Lichtsphären vorhanden sein müssten, so dass der bewegte und der ruhende Beobachter dann immer nur "SEINE" Lichtsphäre mit "SEINEM" Mittelpunkt der Lichtsphäre sehen muss.
Das führt aber zum Problem, dass dieses Beispiel ja für unendlich viele unterschiedlich bewegte Beobachter gelten muss und damit unendlich viele "getrennte" Lichtsphären existieren müssten.
Nach nun wochenlanger Diskussion, haben mich "die Relativisten" aber restlos davon überzeugt, dass diese meine Vorstellung grundsätzlich falsch ist.
Bzw. das sie "irgendwie" falsch ist, hab ich schon geahnt - konnte aber nicht wirklich verstehen WAS daran falsch ist.
Für einen bewegten Beobachter
gelten andere "schiefwinklige" Koordinaten. Zusatz: WENN man eingesteht, das c in allen Systemen konstant ist.
Und um diese "schiefwinkligen" Koordinaten kommt man einfach nicht herum.
In der Darstellung deines oberen Bildes ist c für den bewegten Beobachter kleiner - anders ist Dein Bild nicht interpretierbar.
Da c aber eben NICHT kleiner sein KANN - muss etwas falsch sein.
Man kann das Ganze nicht in ein Bild "zwängen" wo heraussehbar ist, dass sich das Licht für B relativ langsamer als für A bewegt und dann aber dazusagen - "in Wirklichkeit ist" c für A und B gleich.
Das wäre vergleichbar, wenn ich in einem ganz normalen rechtwinkligem Koordinatensystem eine Strecke einzeichne die von x 1, y 1 nach x 3 y 1 reicht und dann im Text darunter schreibe, das die Strecke "in Wirklichkeit" 1,5 cm lang ist.
Und aus einem x t Diagramm MUSS ich anhand der eingezeichneten Punkte Position UND Geschwindigkeit dieser immer richtig erkennen, bzw. berechnen können. Wenn das nicht geht ist am Diagramm etwas falsch und das Diagramm nicht brauchbar.
Das bedeutet: in Deinem oberen Bild müssten die Ereignisse aus einem schiefwinkligem Koordinatensystem für B betrachtet werden (für A erfolgt die Betrachtung natürlich weiterhin aus "seinem" rechteinkligem Koordinatensystem), im unteren Bild sind die x' und t' Werte nur aus einem schiefwinkligem Koordinatensystem für A beurteilbar.
Und DANN REICHT EINE Lichtsphäre völlig aus, und alle Werte (x t x' t') - vergleichbar denen, die Lübecker in seinem Beitrag für das Zugbeispiel sehr umfassend dargestellt hat - ergeben auch für die von Dir dargestellte Situation sowohl für A als auch für B widerspruchsfreie Ergebnisse.
Was dann vor allem erklärt, warum es eben kein Problem und keinen Widerspruch damit gibt WER sich als ruhend oder bewegt betrachtet.
Und der Mittelpunkt der Lichtsphäre bleibt auch für alle Beobachter immer "am Mittelpunkt".
Falls Lübecker da Zeit hat, könnte er ja Deine Bilder nach den Vorgaben der SRT auch animiert darstellen.
Ansonsten hätte ich nächste Woche mehr Zeit und durchaus auch Interesse das animiert darzustellen