Harald Maurer hat geschrieben:
Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn man solche Vorgänge in der Alltagssprache beschreibt. In der Physik muss man sich präziser ausdrücken, ohne die Bezugssysteme zu vermischen. In der Regel wird dies aus dem Bezugssystem des Messenden beschrieben. Der Polizist ruht demnach und das Messobjekt als auch die Straße sind relativ zu ihm bewegt. Die Straße könnte er auch mit der Laserpistole messen (einfach ein auf der Straße ruhendes Objekt anvisieren). In der Alltagssprache gibt es zwar eine "Eigengeschwindigkeit", in der Physik wäre das ein schlampiger Ausdruck. Die Eigengeschwindigkeit gibt es aber in der Astronomie, wenn man die Geschwindigkeit einer Galaxie absolut definiert (was in der Astronomie kein Problem ist).
Grüße aus meinem Ruhesystem
Harald Maurer
Die "Eigengeschwindigkeit" eines Objekts ist in der Physik kein schlampiger Begriff (siehe
Wikipedia) und findet sehr wohl in der Alltagssprache bzw. in der Realphysik seine nachvollziehbare Entsprechung zum Beispiel bei der Eigengeschwindigkeit eines Autos auf der Autobahn (sprich relativ zum ruhenden Bezugssystem Autobahn). Jeder weiß sofort, was beschrieben und gemeint ist, wenn ich sage, ein Auto bewegt sich mit Eigengeschwindigkeit 70 km/h.
Um die Relativgeschwindigkeit zwischen Objekten zu bestimmen, die sich mit jeweils einer Eigengeschwindigkeit v>0 zueinander bewegen, ist ein Bezugsystem nicht notwendig, das hast Du vor ein paar Jahren hier im Forum sehr einleuchtend erklärt:
viewtopic.php?f=6&t=296&start=2580#p27254 Zitat Harald Maurer:
Für 2 Objekte, die eine Relativgeschwindigkeit zueinander haben, braucht man aber kein drittes Bezugssystem - und die Geschwindigkeiten selbst kann (und muss) man auch nicht kennen, denn es ist ja die Relativgeschwindigkeit, die gemessen werden soll. Diese Relativgeschwindigkeit kann auf einer Straße ebenso auftreten wie im Weltraum oder sonstwo. Sie bezieht sich ja nur auf die Objekte selbst.
[…]
Die Relativgeschwindigkeit zweier Objekte zueinander hat mit einer Straße gar nichts zu tun. Die ist mit oder ohne Straße vorhanden. Es wird ja die Geschwindigkeit der Objekte selbst gar nicht gemessen, sondern lediglich die Relativgeschwindigkeit - und die kann aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten in gleicher Größe resultieren. Dass der Polizist diese Relativgeschwindigkeit - und nur diese erhält er mit seiner Laserpistole - letztlich auf die Straße bezieht, hat mit dem Messprinzip der Laserpistole nichts zu schaffen. Die weiß nichts von einer Straße...
[…]
Und dass die Bezugssystem-Zaubereien der SRT nur mathematischer Schnickschnack sind, kann man (zumindest als Gedankenexperiment) mit einer Laserpistolen-Messung demonstrieren, die eine relativistische Geschwindigkeitsaddition niemals bestätigen wird, sondern stets nur das klassische Ergebnis zeigen kann!
Viele Grüße aus meinem leider manchmal bewegten System.
Jocelyne Lopez