Zug und einschlagender Blitz

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Zug und einschlagender Blitz

Beitragvon fallili » Fr 28. Jun 2013, 06:23

In den letzten Wochen wird in diversen Threads immer wieder das Zugbeispiel diskutiert wird und dort sehr oft darüber geredet, das der Blitz ja "gleichzeitig" in Zug und Bahndamm einschlägt.
Ich hab schon einmal geschrieben, das der Blitz für den Schaffner und für den Wärter NICHT das selbe ist, über "Gleichzeitigkeit" kann man mit der SRT streiten, aber dass die Situation für Wärter und Schaffner nicht "gleichwertig" ist, sollte unbestreitbar sein - das ist aber irgendwie nicht richtig angekommen, da weiterhin die Meinung des "gleichzeitigen und gleichwertigen Einschlagens" vertreten wird.

Ich hab daher mal eine Animation erstellt, um darzustellen was ich meine und worauf auch die "SRT - Leute" immer wieder aufmerksam machen:
( Der Zug ist im Verhältnis zum Blitz zwar etwas "schnell", aber ich könnte natürlich auch ein Bild zeichnen das 100.000 Pixel hoch ist, was aus verständlichen Gründen nicht so gut ankommen würde)

Blitz.gif
Blitz.gif (10.95 KiB) 7586-mal betrachtet


Was man sieht ist, das der Blitz für den Wärter etwas ist, das zwar von oben nach unten einschlägt - aber in der x-Position unverändert ist.
Für den Schaffner ist der Blitz allerdings zuerst vor ihm, dann dazwischen mal über ihm und am Ende hinter ihm.
Oder anders gesagt: Der Blitz ist keine in x-Richtung "unbewegte Lichtquelle" !

Das selbe kann man dann auch für zwei Blitze zeichnen.
Daher ist mal klar, das die SRT für Blitze hinten UND vorne feststellt, das der Schaffner diese nicht gleichzeitig sehen wird.
Und da die Lichtgeschwindigkeit ja endlich ist, sollte selbst bei "klassischer Betrachtung" klar sein, das der Schaffner, der ja weiterhin von hinteren Blitz wegfährt und auf den vorderen zufährt, die beiden Ereignisse niemals gleichzeitig sehen KANN!
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Re: Zug und einschlagender Blitz

Beitragvon Jondalar » Fr 28. Jun 2013, 06:35

fallili hat geschrieben:Und da die Lichtgeschwindigkeit ja endlich ist, sollte selbst bei "klassischer Betrachtung" klar sein, das der Schaffner, der ja weiterhin von hinteren Blitz wegfährt und auf den vorderen zufährt, die beiden Ereignisse niemals gleichzeitig sehen KANN!


Hallo Fallili,

Du unterliegst leider dem gleichen Fehler wie der Kurt. In JEDEM IS ist c immer c. Im Moment des Einschlages steht Dein Zugende genau beim Blitz und von da ab läuft das Signal des Blitzes mit c==c im Zug zur Mitte, genauso wie am Bahnsteig. Ich nehme mal an, die beiden O sind Bahnhofsangestellter und Zugschaffner. Die sind ja beide exakt gleich weit weg vom Ereignis Blitz und weil für beide gilt c ist immer und in jedem Fall und in jedem IS und überhaupt ausschliesslich exakt und ganz genau ====== c, dann werden ja auch beide das Signal gleichzeitig sehen MÜSSEN. Sonst ist bei einem der beiden c /= c.

Herzliche Grüße
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Re: Zug und einschlagender Blitz

Beitragvon Kurt » Fr 28. Jun 2013, 08:51

Jondalar hat geschrieben:
fallili hat geschrieben:Und da die Lichtgeschwindigkeit ja endlich ist, sollte selbst bei "klassischer Betrachtung" klar sein, das der Schaffner, der ja weiterhin von hinteren Blitz wegfährt und auf den vorderen zufährt, die beiden Ereignisse niemals gleichzeitig sehen KANN!


Hallo Fallili,

Im Moment des Einschlages steht Dein Zugende genau beim Blitz und von da ab läuft das Signal des Blitzes mit c==c im Zug zur Mitte, genauso wie am Bahnsteig.


Das Signal läuft also im Zug genau so wie am Bahnsteig.

Jondalar hat geschrieben:Ich nehme mal an, die beiden O sind Bahnhofsangestellter und Zugschaffner. Die sind ja beide exakt gleich weit weg vom Ereignis Blitz


Sie befinden sich also im gleichem Abstand zum Blitzschlagspunk wenn der Blitz einschlägt.

Jondalar hat geschrieben:...dann werden ja auch beide das Signal gleichzeitig sehen MÜSSEN.


Ist es nicht so dass sich der Schaffner mit seinem Zug inzwischen weiterbewegt hat, der Schaffner somit nicht mehr beim Vorsteher ist, wenn das Signal jeweils bei ihnen ankommt?

Meinst du nicht auch dass das Signal für unterschiedliche Lauflängen unterschiedliche Zeit braucht?


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Re: Zug und einschlagender Blitz

Beitragvon Jondalar » Fr 28. Jun 2013, 09:33

Lübecker hat geschrieben:
fallili hat geschrieben:Und da die Lichtgeschwindigkeit ja endlich ist, sollte selbst bei "klassischer Betrachtung" klar sein, das der Schaffner, der ja weiterhin von hinteren Blitz wegfährt und auf den vorderen zufährt, die beiden Ereignisse niemals gleichzeitig sehen KANN!

Korrekt, haben inzwischen auch die meisten hier verstanden.


Kurt hat geschrieben:Ist es nicht so dass sich der Schaffner mit seinem Zug inzwischen weiterbewegt hat, der Schaffner somit nicht mehr beim Vorsteher ist, wenn das Signal jeweils bei ihnen ankommt?

Meinst du nicht auch dass das Signal für unterschiedliche Lauflängen unterschiedliche Zeit braucht?

Korrekt, für den Wärter (blau) stellt es sich so dar:

Bild

Das in grün ist der Zug. Stimmt in beiden Welten, transformiert wird dabei ja nicht. Gibt aber eben welche, die glauben die Animation wäre falsch und zeigt nicht, dass was sich für den Wärter real am Bahndamm abspielt. Wer nicht rechnen kann, muss eben nur behaupten...


Und wer nichts ausser rechnen kann, verpasst die Realität. Natürlich stimmt das nicht so, wie ich es beschrieben habe, ich habe es ja nach Vorgaben der RT geschrieben.

Ich habe im Parallelbeitrag schon gefragt - wenn der Zug ein Signal aussendet und sich selber mit 0,5c auf den bahnhof zu bewegt, mit wieviel genau kommt das Signal dann beim Bahnhof an? Oder wahlweise, wenn der Bahnhof ein Signal zu dem Zug sendet, mit wieviel genau kommt das dann beim Zug an?

Obwohl der inzwischen 280er nur rechnen kann, kann er noch nicht einmal das richtig, also gleich 20 Punkte weg, Herr 270er. In einer richtigen Graphik muss man für dieses eine Ereignis natürlich 4 Blitze einzeichnen, aber nicht, weil es vier geben würde, sondern weil das etwas dümmlich geratene Postulat das zwingend erfordert. Sonst ist, wie jetzt schon dreimal bemerkt, die c im Zug = c+-v und DAS geht ja mal gar nicht. Das Licht kommt rotverschoben mit exakt c an und damit gleichzeitig - punktum.

Herzliche Grüße


Nachtrag für Fallili:

Ich habe gerade noch ein wenig Zeit, da will ich Dir das nochmal erklären.

Ich zitiere dazu aus Tante Wiki:

In der Mitte des Bahnsteiges steht eine Lampe. Für einen Beobachter, der auf dem Bahnsteig steht, ist unmittelbar klar: Wenn die Lampe eingeschaltet wird, dann erreicht das Licht beide Enden des Bahnsteigs gleichzeitig: Es hat ja in beide Richtungen denselben Weg zurückzulegen. Betrachten wir nun die Situation aus der Sicht eines Fahrgastes des Zuges: Der Bahnsteig bewegt sich nun mit konstanter Geschwindigkeit v nach hinten. Das Licht besitzt aber auch gegenüber dem Zug in beiden Richtungen die Geschwindigkeit c. Zum Zeitpunkt des Aussendens sind beide Bahnsteigenden gleich weit von der Lampe entfernt. Somit kommt das vordere Bahnsteigende dem Lichtstrahl entgegen, sodass das nach vorne laufende Licht eine kürzere Strecke zurücklegt, bis es dieses Bahnsteigende erreicht. Umgekehrt bewegt sich das hintere Bahnsteigende in Richtung des ihm nacheilenden Lichtes, sodass das Licht hier einen etwas längeren Weg zurücklegen muss, bis es dieses Ende erreicht hat. Daher wird das Licht das vordere Bahnsteigende früher erreichen als das hintere, und somit werden die beiden Enden des Bahnsteigs nicht gleichzeitig erreicht.

Der Beobachter am Bahnsteig und der Beobachter im Zug sind sich also nicht einig über die Frage, ob die beiden Ereignisse „das Licht erreicht das vordere Ende des Bahnsteigs“ und „das Licht erreicht das hintere Ende des Bahnsteigs“ gleichzeitig sind. Da beide Beobachter sich jedoch gleichförmig bewegen, ist keines der beiden Systeme ausgezeichnet: Die Sichtweisen der beiden Beobachter sind also gleichwertig. Gleichzeitigkeit ist tatsächlich für beide Beobachter verschieden.


(Hervorhebungen durch mich)

Wenn man das auch nur einen winzigen Schritt weiter denkt, kommt exakt das Szenario das ich beschrieben habe. In der supertollen Graphik KANN und DARF nämlich auch der Zugschaffner den "blauen" Standpunkt einnehmen. Beide Standpunkte sind absolut gleichberechtigt und von jedem der Beiden beliebig einnehmbar. Damit ist eindeutig erwiesen, dass beide das gleichzeitig wahrnehmen, egal, was der jeweils Andere so wahrnimmt.

Was der 270er in seiner offensichtlichen Unkenntniss der RT verwechselt ist folgender Zusammenhang. Der Wärter am Bahndamm wird das Licht im Zug natürlich nicht gleichzeitig ankommen sehen, weil im System des BAHNHOFES, natürlich c==c gilt und damit der Zug tatsächlich - vom Bahnhof aus gesehen - die Signale nicht gleichzeitig sehen kann. IM Zug aber dreht sich das Bild komplett um und der Schaffner wird bei einer späteren Befragung steif und fest - und zurecht - behaupten, bei IHM wäre das Signal gleichzeitig eingetroffen, aber am Bahnhof nicht, weil in SEINEM IS (Zug) das Licht eben auch c==c hat und damit der Bahnhof keine Gleichzeitigkeit sehen kann.

Jeder der Beiden behauptet also, die Signale waren gleichzeitig da und jeder der Beiden hat recht, genauso wie jeder der Beiden behauptet, der jeweils andere hätte keine Gleichzeitigkeit und auch damit haben Beide recht. Das ist eben der Schwachsinn der Postulate der RT.

Ich hoffe, das war nicht zu abstrakt formuliert?
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Re: Zug und einschlagender Blitz

Beitragvon fallili » Fr 28. Jun 2013, 11:08

Jondalar hat geschrieben:
fallili hat geschrieben:Und da die Lichtgeschwindigkeit ja endlich ist, sollte selbst bei "klassischer Betrachtung" klar sein, das der Schaffner, der ja weiterhin von hinteren Blitz wegfährt und auf den vorderen zufährt, die beiden Ereignisse niemals gleichzeitig sehen KANN!


Hallo Fallili,

Du unterliegst leider dem gleichen Fehler wie der Kurt. In JEDEM IS ist c immer c. Im Moment des Einschlages steht Dein Zugende genau beim Blitz und von da ab läuft das Signal des Blitzes mit c==c im Zug zur Mitte, genauso wie am Bahnsteig. Ich nehme mal an, die beiden O sind Bahnhofsangestellter und Zugschaffner. Die sind ja beide exakt gleich weit weg vom Ereignis Blitz und weil für beide gilt c ist immer und in jedem Fall und in jedem IS und überhaupt ausschliesslich exakt und ganz genau ====== c, dann werden ja auch beide das Signal gleichzeitig sehen MÜSSEN. Sonst ist bei einem der beiden c /= c.

Herzliche Grüße


So ganz genau versteh ich nicht was Du nun von der SRT hältst.
Wenn Du ebenfalls der Meinung bist, dass c immer c ist, dann müsstest Du doch auch zugeben, das das ganze System im Rahmen der SRT beschreibbar ist.
Was ich mit meinem kleinen Bild zeigen wollte, ist, dass der Blitz für den Schaffner eine bewegte Lichtquelle ist.
Damit fällt eine "Gleichzeitigkeit" für das Einschlagen des Blitzes in Zugende und Bahndamm sofort weg und zwingend auch eine "Gleichzeitigkeit" für das Detektieren der Blitze (wenn man c als konstant ansieht und damit der SRT folgt).

Wer der Aussage c = konstant zustimmt, muss wohl oder übel auch der Lorenz-Transformation zustimmen.

Als ich die "klassische Betrachtung" auch angegeben hatte, meinte ich nur, das dort auch eine Gleichzeitigkeit für Schaffner und Wärter NICHT eintreffen würde.
Aber der Schaffner wäre auch bewegt und würde sich vom hinteren Einschlag wegbewegen - was nach "klassischer Betrachtung" implizieren würde, das er die Lichtgeschwindigkeit mit c-v beurteilen würde. Auf den vorderen bewegt er sich zu - sieht also "klassisch" das Licht relativ zu ihm mit c+v bewegt.
Nur wissen eigentlich die meisten von uns, das diese klassische Betrachtung nicht gültig ist. c=c wie Du richtig sagst.

Nochmals - ich wollte mit dem Bild nur klarmachen, das die Aussage "der Blitz schlägt ja in Zugende und Bahndamm gleichzeitig ein" eben NICHT haltbar ist.
Für O sind die Blitz eine ruhende Lichtquelle - für O' eine bewegte Lichtquelle.
Ich mag das ganze Blitzbeispiel eigentlich nicht, weil dies eben NICHT so deutlich zu sehen ist und dieses Verständnisproblem eigentlich fast zwingend auftritt.

Daher bevorzuge ich lieber 4 Blitzlampen - Zug vorne und hinten, Bahndamm vorne und hinten.
Das ist vergleichbar zu Blitzen, von denen behauptet wird, das Sie vorne und hinten "sowohl in den Zug als auch in den Bahndamm einschlagen", aber man sieht sofort, dass in so einem Fall die Blitzlampen am Zug völlig anders behandelt werden müssen als die Blitzlampen am Bahndamm.
Und dementsprechend muss man es auch dann richtig berechnen (was in diversen Threads schon x-mal gemacht wurde.

Die oft dargestellten Animationen mit den sich ausbreitenden Lichtkreisen mag ich auch nicht, weil da weder ZD noch LK sichtbar ist - das ist eigentlich nur die Darstellung der "klassischen Betrachtung" (also genau das was ich auch in meinem ersten Beitrag erwähnt hatte).

Ich wird mal das Minkowski Diagramm auch als Animation machen - dann sollte alles besser sichtbar sein. Am Papier hab ich das schon, muss es nur noch umsetzen.
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Re: Zug und einschlagender Blitz

Beitragvon Jondalar » Fr 28. Jun 2013, 12:25

fallili hat geschrieben:So ganz genau versteh ich nicht was Du nun von der SRT hältst.


Das ist ganz einfach: Ich halte nicht all zu viel davon. Ich erkenne an, dass sie nicht durch und durch falsch ist, aber doch in weiten Teilen Paradoxe liefert, die nicht auflösbar sind. Die Gravitation z.B. würde ich bei meinem bisherigen Stand auch nicht anders erklären können, das ist irgendwo logisch und nachvollziehbar, aber - siehe gleich mehr.

fallili hat geschrieben:Wenn Du ebenfalls der Meinung bist, dass c immer c ist, dann müsstest Du doch auch zugeben, das das ganze System im Rahmen der SRT beschreibbar ist.
Was ich mit meinem kleinen Bild zeigen wollte, ist, dass der Blitz für den Schaffner eine bewegte Lichtquelle ist.


Nein, ich bin mitnichten der Meinung dass c(const) gilt, schon gar nicht in verschiedenen Systemen. Wenn man das so postuliert, kommen eben diese Geschichten heraus über die wir gerade sprechen. Das im Zusammenhang mit ZD und LK - dazu wieder gleich mehr. ;)

fallili hat geschrieben:Damit fällt eine "Gleichzeitigkeit" für das Einschlagen des Blitzes in Zugende und Bahndamm sofort weg und zwingend auch eine "Gleichzeitigkeit" für das Detektieren der Blitze (wenn man c als konstant ansieht und damit der SRT folgt).
Wer der Aussage c = konstant zustimmt, muss wohl oder übel auch der Lorenz-Transformation zustimmen.


In unserem Szenario kann es nur dadurch eine Verwirrung geben, weil ja eben auch ZD und LK postuliert werden. Aber die wirken sich bei 0,5c noch nicht so gravierend aus, dass man damit eine Ungleichzeitigkeit behaupten könnte. Diese Effekte treten ja erst spürbar bei hohen relativistischen v auf, da sind wir aber noch lange nicht. V<= 0,5c sind noch ohne ZD und LK ganz gut beschreibbar, wenn man nicht Reisen von mehreren Jahren unternimmt, da würde sich die ZD dann durch die Dauer bemerkbar machen. Nicht bemerkbar macht sich das bei einem Bahnhof und zwei Zügen die wir in Momenten oder Sekunden untersuchen.

fallili hat geschrieben:Als ich die "klassische Betrachtung" auch angegeben hatte, .......
Nur wissen eigentlich die meisten von uns, das diese klassische Betrachtung nicht gültig ist. c=c wie Du richtig sagst.


Nein, sorry, das wissen wir eben gar nicht. Augenscheinlich gelten beide Postulate nicht. Es kann nicht nur klassisch gerechnet werden, aber es kann auch unmöglich invariant gerechnet werden, beides führt zu inkonsistenten Ergebnissen.

fallili hat geschrieben:Nochmals - ich wollte mit dem Bild nur klarmachen, das die Aussage "der Blitz schlägt ja in Zugende und Bahndamm gleichzeitig ein" eben NICHT haltbar ist.
Für O sind die Blitz eine ruhende Lichtquelle - für O' eine bewegte Lichtquelle.
Ich mag das ganze Blitzbeispiel eigentlich nicht, weil dies eben NICHT so deutlich zu sehen ist und dieses Verständnisproblem eigentlich fast zwingend auftritt.


Doch, das ist auch laut RT so, es ist völlig schnurz ob sich eine Lichtquelle, ein Beobachter, ein Dritter oder alles gegen- oder miteinander bewegt, c soll invariant sein und das natürlich für ALLE Systeme, sonst wäre es nicht invariant. Wenn Du einen Lichtstrahl aus dem fahrenden Zug losschickst, wird der den ruhenden Bahnhof genauso mit c erreichen, wie der fahrende Zug einen Lichtstrahl vom ruhenden Bahnhof mit c messen wird - das IST ja eben die Invarianz. Um diesen Blödsinn zu durchschauen muss man eben genau das völlig und in letzter Konsequenz verstanden haben. Ich DARF NICHT einmal invariant und einmal nicht invariant rechnen - entweder oder. Selbst bei einem von einem ganz anders zu den Beiden bewegten Beobachter ausgehenden Lichtstrahl werden sowohl der Bahnhof, als auch der Zug messen, dass das Signal mit exakt c ankommt - und zwar bei beiden.

fallili hat geschrieben:Daher bevorzuge ich lieber 4 Blitzlampen - Zug vorne und hinten, Bahndamm vorne und hinten.
Das ist vergleichbar zu Blitzen, von denen behauptet wird, das Sie vorne und hinten "sowohl in den Zug als auch in den Bahndamm einschlagen", aber man sieht sofort, dass in so einem Fall die Blitzlampen am Zug völlig anders behandelt werden müssen als die Blitzlampen am Bahndamm.


Nein, eben auch nicht - wieder Invarianz! Der Effekt ist ein und der Selbe. Ob ich einen Blitz habe der beides durchschlägt, ob ich vier Lampen habe oder ob ich mechanisch auslöse, es kommt immer auf genau und exakt das gleiche Ergebnis heraus.

fallili hat geschrieben:Die oft dargestellten Animationen mit den sich ausbreitenden Lichtkreisen mag ich auch nicht, weil da weder ZD noch LK sichtbar ist - das ist eigentlich nur die Darstellung der "klassischen Betrachtung" (also genau das was ich auch in meinem ersten Beitrag erwähnt hatte).
Ich wird mal das Minkowski Diagramm auch als Animation machen - dann sollte alles besser sichtbar sein. Am Papier hab ich das schon, muss es nur noch umsetzen.


Ja, ich halte ebenso wenig von Graphiken und Filmchen, sie können noch schlechter beschreiben, was da vor sich geht und verwirren meist nur. Am Besten ist es, man denkt das bis zur letzten Konsequenz durch und "spielt" dann mit solchen Szenarien und "Experimenten". Dann wird schnell klar, dass diese Postulate nicht das Papier wert sind auf dem sie geschrieben wurden.

Ich habe auch lange an die RT geglaubt und hätte mir nie gedacht, dass sich das mal ändern würde, aber die Faktenlage spricht eindeutig gegen die RT - zumindest in weiten Teilen.

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Re: Zug und einschlagender Blitz

Beitragvon julian apostata » Fr 28. Jun 2013, 12:57

Okay, bevor wir zur Mathematik kommen, hier erst mal ein Grundkurs in allgemein verständlichem Deutsch.

fallili hat geschrieben:Der Blitz ist keine in x-Richtung "unbewegte Lichtquelle" !


Das Zitat enthält eine doppelte Verneinung. Derartige Kinkerlitzchen erfreuen sich bei der “Kritikergemeinde” ungemeiner Beliebtheit, weil man dadurch unsinnige Texte derart aufblähen kann, dass kein Mensch mehr Lust hat, sie zu lesen.

Der unkritische “Kritiker” interpretiert allerdings aufgeblähten Müll als kompetente Kritik, obwohl er noch weniger versteht, worum es geht.

Jetzt lassen wir die doppelte Verneinung weg und so lautet der Satz:

Der Blitz hat auch eine Komponente in x-Richtung


Bild

Jetzt klicken wir da drauf:

http://de.wikipedia.org/wiki/Aberration_%28Astronomie%29#Herleitung

Bild

Der Blitz verlässt den Bahnsteig im Winkel von 270°. Der Zug fahre mit 0,6*c

Dann ist klar, es muss ein Winkel gefunden werden, für den gilt:

cos(a’)=(-0,6)

Die Gleichung ist erfüllt, wenn der Blitzstrahl den Zug im Winkel von

233,13°

verlässt. C=konstant gilt auch dann in beiden Systemen.

(Kann man ganz einfach zeigen. Hab ich übrigens schon mal getan!)
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Re: Zug und einschlagender Blitz

Beitragvon Jondalar » Fr 28. Jun 2013, 13:08

julian apostata hat geschrieben:
.....
Aberration
.....



Du willst jetzt allen Ernstes den Blitz auch noch durch ein Teleskop betrachten bevor er einschlägt? Ich glaube nicht, dass das die Sache vereinfacht oder das Problem anschaulicher darstellt. Der Blitz schlägt ein und das Signal des Einschlages breitet sich radial - wie immer - nach allen möglichen Richtungen aus.

Niemand will hier den Blitz herankommen sehen .....

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Re: Zug und einschlagender Blitz

Beitragvon fallili » Fr 28. Jun 2013, 13:22

Ich hab die doppelte Verneinung nicht verwendet um da jemanden zu verwirren, sondern weil da eben einige der Meinung sind, das der Blitz (die Blitze) eben auch für den Schaffner eine "unbewegte Lichtquelle" ist.
Also genauso wie der Blitz für den Wärter definitiv eine (in X-Richtung) unbewegte Lichtquelle darstellt.

Und das ist der Blitz für den Schaffner EBEN NICHT!
Das er eine bewegte Lichtquelle ist, hab ich in diversen Threads schon gesagt, sehe aber aus den Antworten immer wieder, das der Blitz sowohl für das Wärter-IS ALS AUCH für das Schaffner-IS als "unbewegte Lichtquelle" betrachtet wird.

Und was Du da gerechnet hast, mag ich nun mal nicht nachrechnen - aber die Aussage "Der Blitz verlässt den Bahnsteig im Winkel von 270° " kann ich durchaus als richtig anerkennen (muss mich da in Dein "Koordinatensystem erst reindenken - du nimmst also den Bahnsteig für die 0°-180° Linie).
Aber ohne nachzurechnen, wird Deine Angabe von 213,13° schon stimmen, für den Schaffner MUSS der von ihm erkannte Winkel ja kleiner werden.

Weiß aber nun nicht was Du an meinen Aussagen da auszusetzen hast?
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Re: Zug und einschlagender Blitz

Beitragvon Jondalar » Fr 28. Jun 2013, 13:29

fallili hat geschrieben:Also genauso wie der Blitz für den Wärter definitiv eine (in X-Richtung) unbewegte Lichtquelle darstellt.

Und das ist der Blitz für den Schaffner EBEN NICHT!
Das er eine bewegte Lichtquelle ist, hab ich in diversen Threads schon gesagt, sehe aber aus den Antworten immer wieder, das der Blitz sowohl für das Wärter-IS ALS AUCH für das Schaffner-IS als "unbewegte Lichtquelle" betrachtet wird.

Und was Du da gerechnet hast, mag ich nun mal nicht nachrechnen - aber die Aussage "Der Blitz verlässt den Bahnsteig im Winkel von 270° " kann ich durchaus als richtig anerkennen (muss mich da in Dein "Koordinatensystem erst reindenken - du nimmst also den Bahnsteig für die 0°-180° Linie).
Aber ohne nachzurechnen, wird Deine Angabe von 213,13° schon stimmen, für den Schaffner MUSS der von ihm erkannte Winkel ja kleiner werden.



Der Blitz muss auch keine unbewegte Lichtquelle sein - nochmal : Es ist egal wer sich zu wem warum wie schnell bewegt, die Invarianz gibt vor, dass c IMMER c ist, in JEDEM der beteiligten Systeme. Warum reitet Ihr immer darauf herum ob die Quelle bewegt ist oder nicht? Das ändert an der Invarianz genau NULL.

Und nein, ich kann "Der Blitz verlässt den Bahnsteig im Winkel von 270° " durchaus nicht als richtig anerkennen. Anfang Sekundarstufe: Grundlagen Physik ( Ich weiss, mit den Grundlagen haben es die Relativisten nicht so ;) )

Ein Blitz ist kein Lichtstrahl der vom Himmel fällt wie das Licht eines Sternes. Ein Blitz ist ein elektromagnetisches Ereignis in der Athmosphäre. Dabei wird durch Ladungsausgleich die Luft ionisiert und dies ERZEUGT das Licht, der Blitz ist KEIN Lichtstrahl der vom Himmel zum Boden fährt !!!

Also ohne nach zu rechnen ist der Vergleich schon mehr als hinkend. Der Blitz ERZEUGT das Lichtsignal, das sich radial ausbreitet.

Herzliche Grüße
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