fallili hat geschrieben:So ganz genau versteh ich nicht was Du nun von der SRT hältst.
Das ist ganz einfach: Ich halte nicht all zu viel davon. Ich erkenne an, dass sie nicht durch und durch falsch ist, aber doch in weiten Teilen Paradoxe liefert, die nicht auflösbar sind. Die Gravitation z.B. würde ich bei meinem bisherigen Stand auch nicht anders erklären können, das ist irgendwo logisch und nachvollziehbar, aber - siehe gleich mehr.
fallili hat geschrieben:Wenn Du ebenfalls der Meinung bist, dass c immer c ist, dann müsstest Du doch auch zugeben, das das ganze System im Rahmen der SRT beschreibbar ist.
Was ich mit meinem kleinen Bild zeigen wollte, ist, dass der Blitz für den Schaffner eine bewegte Lichtquelle ist.
Nein, ich bin mitnichten der Meinung dass c(const) gilt, schon gar nicht in verschiedenen Systemen. Wenn man das so postuliert, kommen eben diese Geschichten heraus über die wir gerade sprechen. Das im Zusammenhang mit ZD und LK - dazu wieder gleich mehr.

fallili hat geschrieben:Damit fällt eine "Gleichzeitigkeit" für das Einschlagen des Blitzes in Zugende und Bahndamm sofort weg und zwingend auch eine "Gleichzeitigkeit" für das Detektieren der Blitze (wenn man c als konstant ansieht und damit der SRT folgt).
Wer der Aussage c = konstant zustimmt, muss wohl oder übel auch der Lorenz-Transformation zustimmen.
In unserem Szenario kann es nur dadurch eine Verwirrung geben, weil ja eben auch ZD und LK postuliert werden. Aber die wirken sich bei 0,5c noch nicht so gravierend aus, dass man damit eine Ungleichzeitigkeit behaupten könnte. Diese Effekte treten ja erst spürbar bei hohen relativistischen v auf, da sind wir aber noch lange nicht. V<= 0,5c sind noch ohne ZD und LK ganz gut beschreibbar, wenn man nicht Reisen von mehreren Jahren unternimmt, da würde sich die ZD dann durch die Dauer bemerkbar machen. Nicht bemerkbar macht sich das bei einem Bahnhof und zwei Zügen die wir in Momenten oder Sekunden untersuchen.
fallili hat geschrieben:Als ich die "klassische Betrachtung" auch angegeben hatte, .......
Nur wissen eigentlich die meisten von uns, das diese klassische Betrachtung nicht gültig ist. c=c wie Du richtig sagst.
Nein, sorry, das wissen wir eben gar nicht. Augenscheinlich gelten beide Postulate nicht. Es kann nicht nur klassisch gerechnet werden, aber es kann auch unmöglich invariant gerechnet werden, beides führt zu inkonsistenten Ergebnissen.
fallili hat geschrieben:Nochmals - ich wollte mit dem Bild nur klarmachen, das die Aussage "der Blitz schlägt ja in Zugende und Bahndamm gleichzeitig ein" eben NICHT haltbar ist.
Für O sind die Blitz eine ruhende Lichtquelle - für O' eine bewegte Lichtquelle.
Ich mag das ganze Blitzbeispiel eigentlich nicht, weil dies eben NICHT so deutlich zu sehen ist und dieses Verständnisproblem eigentlich fast zwingend auftritt.
Doch, das ist auch laut RT so, es ist völlig schnurz ob sich eine Lichtquelle, ein Beobachter, ein Dritter oder alles gegen- oder miteinander bewegt, c soll invariant sein und das natürlich für ALLE Systeme, sonst wäre es nicht invariant. Wenn Du einen Lichtstrahl aus dem fahrenden Zug losschickst, wird der den ruhenden Bahnhof genauso mit c erreichen, wie der fahrende Zug einen Lichtstrahl vom ruhenden Bahnhof mit c messen wird - das IST ja eben die Invarianz. Um diesen Blödsinn zu durchschauen muss man eben genau das völlig und in letzter Konsequenz verstanden haben. Ich DARF NICHT einmal invariant und einmal nicht invariant rechnen - entweder oder. Selbst bei einem von einem ganz anders zu den Beiden bewegten Beobachter ausgehenden Lichtstrahl werden sowohl der Bahnhof, als auch der Zug messen, dass das Signal mit exakt c ankommt - und zwar bei beiden.
fallili hat geschrieben:Daher bevorzuge ich lieber 4 Blitzlampen - Zug vorne und hinten, Bahndamm vorne und hinten.
Das ist vergleichbar zu Blitzen, von denen behauptet wird, das Sie vorne und hinten "sowohl in den Zug als auch in den Bahndamm einschlagen", aber man sieht sofort, dass in so einem Fall die Blitzlampen am Zug völlig anders behandelt werden müssen als die Blitzlampen am Bahndamm.
Nein, eben auch nicht - wieder Invarianz! Der Effekt ist ein und der Selbe. Ob ich einen Blitz habe der beides durchschlägt, ob ich vier Lampen habe oder ob ich mechanisch auslöse, es kommt immer auf genau und exakt das gleiche Ergebnis heraus.
fallili hat geschrieben:Die oft dargestellten Animationen mit den sich ausbreitenden Lichtkreisen mag ich auch nicht, weil da weder ZD noch LK sichtbar ist - das ist eigentlich nur die Darstellung der "klassischen Betrachtung" (also genau das was ich auch in meinem ersten Beitrag erwähnt hatte).
Ich wird mal das Minkowski Diagramm auch als Animation machen - dann sollte alles besser sichtbar sein. Am Papier hab ich das schon, muss es nur noch umsetzen.
Ja, ich halte ebenso wenig von Graphiken und Filmchen, sie können noch schlechter beschreiben, was da vor sich geht und verwirren meist nur. Am Besten ist es, man denkt das bis zur letzten Konsequenz durch und "spielt" dann mit solchen Szenarien und "Experimenten". Dann wird schnell klar, dass diese Postulate nicht das Papier wert sind auf dem sie geschrieben wurden.
Ich habe auch lange an die RT geglaubt und hätte mir nie gedacht, dass sich das mal ändern würde, aber die Faktenlage spricht eindeutig gegen die RT - zumindest in weiten Teilen.
Herzliche Grüße