Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Ralf Maeder » Fr 14. Jun 2013, 06:40

Chief hat geschrieben:Kritiker (z.B. Harald und Ernst) argumentieren SRT-konform. Das Zug-Beispiel ist bekannt als das sog. Zwillingsparadoxon - jeder Beobachter sieht die Uhren des anderen langsamer gehen. Die RdG-Erklärungen von Einstein und Bührke (und von anderen Relativisten) sind rein klassisch wobei ein "ausgezeichnetes" Bezugssystem (Bahnhof) herangezogen wird, das laut SRT gar nicht existieren darf.

Die Meinungsverschiedenheit bezieht sich aber nicht auf den in beiden Systemen verlangsamt wahrgenommenen Uhrenlauf, sondern um die Frage, ob die SRT vorraussagt, dass Waerter und Schaffner die beiden Blitze gleichzeitig erreichen oder nur den Waerter gleichzeitig erreichen.

Das "ausgezeichnete" Bezugssystem ist jenes, in dem die Blitze gleichzeitig einschlagen und das sollte bei jedem Gedankenexperiment eindeutig angegeben werden. Leider wird das im Buehrke-Zug nicht getan. Dort erklaert Buehrke es so: "In das vordere und hintere Ende eines fahrenden Zuges schlagen zwei Blitze ein." Unklar ist hier, ob sie gleichzeitig einschlagen oder wenn ja ob diese Gleichzeitigkeit relativ zum Zug oder Bahndamm geschieht. Insofern ist dieses Beispiel eher unvollstaendig angegeben. Es muss also sehr genau darauf geachtet werden, die Ausgangskonditionen genauestens zu erklaeren, sonst kann man keine eindeutigen Folgerungen machen.

Gruss Ralf.
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Harald Maurer » Fr 14. Jun 2013, 08:24

Chief hat geschrieben:Kritiker (z.B. Harald und Ernst) argumentieren SRT-konform. Das Zug-Beispiel ist bekannt als das sog. Zwillingsparadoxon - jeder Beobachter sieht die Uhren des anderen langsamer gehen. Die RdG-Erklärungen von Einstein und Bührke (und von anderen Relativisten) sind rein klassisch wobei ein "ausgezeichnetes" Bezugssystem (Bahnhof) herangezogen wird, das laut SRT gar nicht existieren darf.

Richtig! Das Bezugssystem Bahnhof ist ausgezeichnet, obwohl die Blitze die Endpunkte der beiden IS durchschlagen, das Licht daher in beiden IS von den Endpunkten ausgestrahlt wird! Von einem dritten IS aus beurteilt, wird auch an der Gleichzeitigkeit der Blitzeinschläge in beiden IS kein Zweifel bestehen. Tatsächlich unterscheidet sich das Ergebnis der LT lediglich durch LK und ZD vom klassischen Ergebnis, d.h. die Koordinate, an welcher der Schaffner das Licht am Wärter gleichzeitig sehen soll, ergibt sich sofort mit der Kontraktionsformel aus dem klassischen Ergebnis! Oder sofort mit der ZD-Formel! Bezogen auf das Beispiel mit den Laufzeiten in Mikrosekunden bewegt sich das Ereignis klassisch zur Koordinate -360 m und relativistisch zu -450 m. Also rund -180000 km/s * 2 µs = -360 m, relativistisch -180000 km/s * 2,5 µs = -450 m. Die LT braucht man gar nicht. Der Fallstrick für die SRT ist aber der, dass sich eben auch der bewegte Beobachter ruhend sieht und mit Fug und Recht behaupten kann, er werde vom Licht der Blitze gleichzeitig erreicht! Weil die Zuordnung des Lichts zu irgendeinem Standort eines Blitzschlags oder sonst einer Lichtquelle lt. SRT unzulässig ist - denn da ist die LG unabhängig von der Lichtquelle! Zwei Detektoren an Stelle der Beobachter müssten lt. SRT daher beide die Lichtsignale gleichzeitig registrieren! Klassisch müsste der bewegte Detektor Ungleichzeitigkeit registrieren, denn da bleibt die LG nur auf das ruhende IS bezogen, das damit ausgezeichnet ist. Die SRT leugnet diese Auszeichnung, bringt aber das gleiche Resultat heraus, lediglich durch LK und ZD verändert - an der Auszeichnung des ruhenden IS ändert sich aber nichts! Denn der bewegte Detektor sollte nun - ebenso wie klassisch die Signale ungleichzeitig empfangen, was lt. SRT hingegen nicht stimmen kann, wenn sich das bewegte IS ruhend definiert. Man muss die SRT daher nicht widerlegen, denn sie stolpert bereits über die eigenen Beine! Daher die interessante Frage nochmals: Man gebe dem Wärter und dem Schaffner jeweils einen Detektor mit. Was werden sie registrieren? Ich erwarte mir da schon eine klare Antwort. Was sie registrieren, kann nicht abhängig davon sein, welcher der Beobachter sich als ruhend definiert - gerade nach SRT nicht!
Haben die Relativisten eine Antwort darauf?

Grüße
Harald Maurer
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon julian apostata » Fr 14. Jun 2013, 09:30

Harald Maurer hat geschrieben:Das Bezugssystem Bahnhof ist ausgezeichnet


Dann zeig mir mal anhand der Gleichungen, welches der beiden Systeme ausgezeichnet ist. K oder K’ (Bahnhof oder Zug)

Bild

Harald Maurer hat geschrieben:Die LT braucht man gar nicht.


Man kann alles einfach über die LT klären. Wenn du diese ausklammern willst, dann kritisierst du nicht mehr die SRT, sondern irgend was Anderes.
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Ernst » Fr 14. Jun 2013, 11:48

Artie hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:1) Blitz wird in A ausgestrahlt
2) Blitz wird gleichzeitig in B ausgestrahlt
3) Die Blitze erreichen den Bahnhofswärter entsprechend der Lichtlaufzeit gleichzeitig in der Mitte

Im IS Zug werden die Ereignisse 1 und 2 ungleichzeitig vom Schaffner wahrgenommen, das Ereignis 3 jedoch gleichzeitig.


Fett unterstrichen schräggestelltes ist das was den "Kritikern" aufstößt.(*)


Hol dir ne stärkere Brille. Es geht um die Ereignisse 1 und 2 ( Blitzabstrahlung in A un B), welche im IS des Schaffners ungleichzeitig sind. Das ist unter Kritikern Konsens.

Du mußt dich schon bemühen, konzentriert zu lesen, bevor du heulst.
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Fr 14. Jun 2013, 12:12

Gleichzeitiger Blitzeinschlag an den Zugenden im Inertialsystem „Bahnhof“
Zug_1.gif
Blitze an den Zugenden - Inertialsystem „Bahnhof“
Zug_1.gif (457.45 KiB) 4384-mal betrachtet


Selber Vorgang im Inertialsystem „Zug“ (Lorentztransformation mit v=0.6c):
Zug_2.gif
Blitze an den Zugenden - Inertialsystem „Zug“
Zug_2.gif (452.95 KiB) 4306-mal betrachtet
fb557ec2107eb1d6
 
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Ernst » Fr 14. Jun 2013, 12:28

Chief hat geschrieben:
Artie hat geschrieben:...

Der AbArtie-Troll versteht nicht dass beide IS nach SRT gleichberechtigt sind! Die Relativisten erklären die RdG immer noch nur klassisch! :lol: :lol: :lol:


So ist es. Deine schönen Animationen gelten klassisch sowohl für Äther als auch für Emission. Nur solche Hilfsrelativisten wie der Hanseat meinen, das wäre schon SRT und die klassischen Laufzeitunterschiede wären schon RdG.
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Ernst » Fr 14. Jun 2013, 13:00

Lübecker hat geschrieben:und wo oh Wunder wie durch Zauberhand die Blitze nun nacheinander stattfinden, und den Schaffner auf einmal dann gleichzeitig erreichen hier das System des Wärter wo die Blitze gleichzeitig sind

Deine Beschränktheit ist Spitze.

Du argumentierst im Sinne der SRT mit Animationen, welche klassische Physik darstellen, und meinst, damit Widersprüche der Kritik gegenüber der SRT aufzudecken.
Du hast von der SRT und speziell RdG Null Ahnung, wie du uns wiedermal überzeugend vorführst.

Der Zauber liegt übrigens tief im Herzen der SRT:
Im Ruhe IS einer Lampe sehen zwei Beobachter, welche eine unterschiedlicher Relativgeschwindigkeit gegenüber der Lampe haben, beide die gleiche konstante LG c.

Zauber beruht ja bekanntlich immer auf Tricks. Wo ist hier der Trick?
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Ernst » Fr 14. Jun 2013, 13:42

Artie hat geschrieben: Die Symmetrie führt nicht dazu das es bei beiden gleichzeitig blitzt. Die führt dazu, das es bei einem gleichzeitig blitzt, beim anderen nicht,

Das wäre ja schon eine eigenartige Symmetrie; eine asymmetrische Symmetrie sozusagen.
Bei dir jedenfalls hat es noch nicht geblitzt.

Die Sache ist voll symmetrisch. Um das besser zu erkennen, muß man nur das betrachtende Ruhe IS anders wählen. Und zwar so, daß sich darin der Zug nach rechts bewegt und der Bahnhof nach links; beide mit gleichem Geschwindigkeitsbetrag in entgegengesetzter Richtung. Der Bahnhof sei dazu noch gleichlang wie der Zug. Gerade als sich Bahnhofsenden und Zugenden decken, schlägt der Blitz gleichzeitig (im Ruhe IS) in diese deckungsgleichen Endpunkte ein. Ob in den Zug oder den Bahnsteig; darüber muß man nicht philosophieren. Das Licht breitet sich in diesem gewählten Ruhe IS um beide Punkte ohnehin kreisförmig mit c aus. Währenddessen bewegt sich der Zug nach rechts und der Bahnhof nach links.
Also alles voll symmetrisch.

Da bleibt nur die Aussage; entweder treffen die Blitze bei beiden, Schaffner und Wärter, gleichzeitig oder ungleichzeitig ein.

Aus der Wahl des Bahnhofs als Ruhe IS wissen wir, daß die Blitze beim Wärter gleichzeitig eintreffen. Folglich bleibt:

Die Blitze treffen bei beiden, Schaffner und Wärter, gleichzeitig ein.
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Ernst » Fr 14. Jun 2013, 13:53

Lübecker hat geschrieben:Die Realität von S ist in S doch gegeben, warum von S nach S' transformieren, damit sich die Realität von S ergibt?

Du hast wirklich keinen blassen Schimmer vom Sinn der LT.

Zwei gleichlange Besenstiele liegen in S herum. Einen nimmt sich die Hexe und reitet geschwind davon. Ihr Besenstiel sieht nun der in S ruhende Hexenmeister verkürzt. Um diese in S erscheinende Verkürzung zu ermitteln, transformiert er die Ruhe-Besenlänge von S nach S' und erhält die in S zu sehenden lorentzkontraktierte Besenstiellänge.

Hexerei, aber eben SRT. Eventuell gibts ja einen Schimmer in deinem Grips.
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Fr 14. Jun 2013, 14:03

Ernst hat geschrieben:Der Zauber liegt übrigens tief im Herzen der SRT:
Im Ruhe IS einer Lampe sehen zwei Beobachter, welche eine unterschiedlicher Relativgeschwindigkeit gegenüber der Lampe haben, beide die gleiche konstante LG c.

Wenn sich ein Beobachter relativ zur Lampe bewegt, sieht er alles in seinem „Ruhe“ IS. Im „Ruhe“ IS der Lampe sehen nur jene Beobachter etwas, die im Ruhe IS der Lampe ruhen.
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