Chief hat geschrieben:Kritiker (z.B. Harald und Ernst) argumentieren SRT-konform. Das Zug-Beispiel ist bekannt als das sog. Zwillingsparadoxon - jeder Beobachter sieht die Uhren des anderen langsamer gehen. Die RdG-Erklärungen von Einstein und Bührke (und von anderen Relativisten) sind rein klassisch wobei ein "ausgezeichnetes" Bezugssystem (Bahnhof) herangezogen wird, das laut SRT gar nicht existieren darf.
Die Meinungsverschiedenheit bezieht sich aber nicht auf den in beiden Systemen verlangsamt wahrgenommenen Uhrenlauf, sondern um die Frage, ob die SRT vorraussagt, dass Waerter und Schaffner die beiden Blitze gleichzeitig erreichen oder nur den Waerter gleichzeitig erreichen.
Das "ausgezeichnete" Bezugssystem ist jenes, in dem die Blitze gleichzeitig einschlagen und das sollte bei jedem Gedankenexperiment eindeutig angegeben werden. Leider wird das im Buehrke-Zug nicht getan. Dort erklaert Buehrke es so: "In das vordere und hintere Ende eines fahrenden Zuges schlagen zwei Blitze ein." Unklar ist hier, ob sie gleichzeitig einschlagen oder wenn ja ob diese Gleichzeitigkeit relativ zum Zug oder Bahndamm geschieht. Insofern ist dieses Beispiel eher unvollstaendig angegeben. Es muss also sehr genau darauf geachtet werden, die Ausgangskonditionen genauestens zu erklaeren, sonst kann man keine eindeutigen Folgerungen machen.
Gruss Ralf.

