Trigemina hat geschrieben:Ereignisse 5 und 6 sind nicht nachvollziehbar. Der Zug kann beliebig lang sein, der Schaffner sieht das Ereignis 3 im Zugsystem bei x'=-450m, t'=2.5µs
Richtig! Gerechnet mit 0,6 c. Das Ereignis (zwei Photonen treffen beim Bahnhofswärter zusammen) verändert sich nicht. Der Schaffner sieht es an einem anderen Ort - logisch, denn aus seiner Sicht hat sich der Bahnhofswärter weg bewegt. Dadurch treffen die Photonen aber nicht ungleichzeitig beim Bahnhofswärter ein.
Nimmt man nun den Standort des Schaffners ein (Ruhesystem) dann treffen die Photonen beim Schaffner gleichzeitig ein, und der Bahnhofswärter sieht dieses unveränderliche Ereignis bei x'=+450 m, t'=2,5 µs. Jeder Beobachter sieht das Ereignis beim anderen unverändert - und es wäre auch ein Wunder, würde das Ereignis bezugsabhängig sein und irgend einer der Beobachter bezugsabhängig einmal die Photonen gleichzeitig und bloß durch Wechsel des Bezugssystems ungleichzeitig empfangen. Was ein einziges Ereignis darstellt, bleibt in jedem Bezugssystem 1 Ereignis. Wenn sich das Ereignis selbst nicht verändern kann, versteht es sich von selbst, dass jeder Beobachter im Ruhesystem die Photonen gleichzeitig empfängt - und der andere Beobachter das aus gewisser Entfernung sieht. Eines tritt aber niemals auf: dass irgendeiner der Beobachter die Photonen ungleichzeitig empfängt! Für die Transformation ist entscheidend, welches IS man als Ruhesystem wählt. Damit sind die Effekte festgelegt. Dass immer in jenem IS, das als Ruhesystem als Ausgangspunkt für die Transformation gewählt wird, das Postulat gilt, versteht sich von selbst.
In meiner Rechnung habe ich einen logischen Fehler, ich habe den Ort des Schaffners in die verkehrte Richtung transformiert und dafür gesorgt, dass er vom anderen Beobachter praktisch gar nicht wegkommt, er sich also nach wie vor am Ort des Ereignisses befindet. Das ist natürlich Nonsens. Ansonsten ist meine Behauptung, dass an keinem Beobachter ein ungleichzeitiges Eintreffen der Lichtsignale wahrgenommen werden kann, weder vom Betreffenden noch vom anderen, völlig richtig! Dass der Bahnhofswärter sehen würde, am Schaffner würden die Signale ungleichzeitig eintreffen, ist daher nicht konsistent mit der SRT und ist die klassische Darstellung mit Galileitransformation und führt deshalb zur Verletzung des Postulats !
Grüße
Harald Maurer