Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Ernst » Do 13. Jun 2013, 18:51

Lübecker hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Wenn es keinen Unterschied macht, ob der Blitz in den Zug oder den Bahndamm einschlägt, dann werden selbstverständlich ohne jede Diskussion die Blitze den Wärter und den Gast gleichzeitig erreichen.

Der Unterschied besteht nicht im Zug oder Bahndamm örtlich, sonder zeitlich. Wenn am Zugende ein Fahrgast steht, ist es für diesen egal, ob der Blitz in den Zug oder die Gleise schlägt, im Sinne, ob der Ort des Blitzeinschlages als ruhend oder bewegt zum Fahrgast definiert wird.

Das hat überhaupt keinen Bezug zur obigen Aussage.

Die Aussage deiner Freunde hier lautet ja:
Schlagen die Blitze in den Bahndamm, erreichen sie den Bahnwärter gleichzeitig und den Schaffner ungleichzeitig.
Schlagen die Blitze in den Zug, erreichen sie den Bahnwärter ungleichzeitig und den Schaffner gleichzeitig.

Da bist du mit deiner Unkenntnis schon mal abgeblitzt.
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Ernst » Do 13. Jun 2013, 19:23

Artie hat geschrieben:Tatsächlich spielt das keine Rolle ob der Blitz in den Zug oder den Bahndamm einschlägt. Es spielt eine Rolle für welches IS die Blitze gleichzeitig einschlagen. Allerdings denke ich auch, das keine 60+ Seiten für die Diskussion notwendig waren.

Na sowas. Natürlich geht es ums gleichzeitige Einschlagen in das gesetzte Ruhe IS (hier Bahndamm). Das muß man ja nicht dauernd wiederholen. Und da ergeben sich die von Euch reklamierten Unterscheidungen:

Schlagen die Blitze gleichzeitig in den Bahndamm, erreichen sie den Bahnwärter gleichzeitig und den Schaffner ungleichzeitig.
Schlagen die Blitze gleichzeitig in den Zug, erreichen sie den Bahnwärter ungleichzeitig und den Schaffner gleichzeitig.

Ernst hat geschrieben:Ich habe keine Lust mehr, dir zu verklickern, was alle anderen hier als selbstverständlich akzeptieren.

Wer alle anderen? Alle Kritiker?

Ich meinte, du vertrittst die obenstehende Aussage. Dein Hanseat ist der Auffassung, es ist egal, in welchem IS die Blitze gleichzeitig einschlagen. Und dann kommt er zu solcher Erkenntnis:

Lübecker hat geschrieben: es muss nur geschaut werden, ob die Einschlagsorte zum Schaffner bewegt oder ruhend sind, und schon weiß der, ob sein Zug fährt oder nicht. Aus den unterschiedlichen Einschlagszeiten an den Zugenden kann er seine absolute Geschwindigkeit ermitteln.

Super, nicht wahr?
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Ernst » Do 13. Jun 2013, 19:35

Artie hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Die Aussage deiner Freunde hier lautet ja:
Schlagen die Blitze in den Bahndamm, erreichen sie den Bahnwärter gleichzeitig und den Schaffner ungleichzeitig.
Schlagen die Blitze in den Zug, erreichen sie den Bahnwärter ungleichzeitig und den Schaffner gleichzeitig.


Aber Hallo!

Artie hat geschrieben:Tatsächlich spielt das keine Rolle ob der Blitz in den Zug oder den Bahndamm einschlägt. Es spielt eine Rolle für welches IS die Blitze gleichzeitig einschlagen.


Also ist das eindeutig nicht das was ich angeblich sage.
:evil:

Das ist Haarspalterei, natürlich ist gleichzeitiges einschlagen im Ruhe IS gemeint; das ergibt sich ja aus 60 Seiten. Aber was solls, präzise:

Ernst hat geschrieben:Die Aussage deiner Freunde hier lautet ja:
Schlagen die Blitze gleichzeitig in den Bahndamm, erreichen sie den Bahnwärter gleichzeitig und den Schaffner ungleichzeitig.
Schlagen die Blitze gleichzeitig in den Zug, erreichen sie den Bahnwärter ungleichzeitig und den Schaffner gleichzeitig.

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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Ernst » Do 13. Jun 2013, 19:51

Artie hat geschrieben:Besser noch, seit wann ist das der Standpunkt der Kritiker?

Ist es natürlich nicht. Ich habe euren Standpunkt beschrieben, den der Hanseat verachtet.

Ernst hat geschrieben:Schlagen die Blitze gleichzeitig in den Zug, erreichen sie den Bahnwärter ungleichzeitig und den Schaffner gleichzeitig.

Ja, aber:
Die müssen aber nicht in den Zug einschlagen, die können auch links und rechts weit außerhalb des Zugs einschlagen, solange die Gleichzeitigkeit für das IS gilt, in dem sich auch der Zug befindet.

Sensationelle Erkenntnis.

In Bürkes Beispiel gehts nur um den Bahndamm, alle seine Bilder gehen von dem Bahndamm aus. Ellenlang gings doch hier nur darum, das für Schaffner *und* Schranken/Bahnhofswärter die Blitze gleichzeitig einschlagen.

Mußt du mal dem Hanseaten sagen. Alle anderen gehen davon aus.
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Ernst » Do 13. Jun 2013, 20:06

Artie hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:Erstaunlich wie schwer sich einige Relativisten mit diesem eigentlich einfachen Beispiel tun! Ich kenne das sonst eher von den Kritikern.

Es gibt nur drei Ereignisse im Bahnhofsystem:

1) Blitz wird in A ausgestrahlt
2) Blitz wird gleichzeitig in B ausgestrahlt
3) Die Blitze erreichen den Bahnhofswärter entsprechend der Lichtlaufzeit gleichzeitig in der Mitte

Im IS Zug werden die Ereignisse 1 und 2 ungleichzeitig vom Schaffner wahrgenommen, das Ereignis 3 jedoch gleichzeitig.

Wer's nicht glaubt oder nachvollziehen kann, soll sich ein Rechenbeispiel geben und mit der vollständigen LT ins dazu bewegte Zugsystem transformieren.


Ich verstehe Trigemina so:
Das Licht beider Blitze erreicht den Schrankenwärter gleichzeitig.
Das Licht beider Blitze erreicht den Schaffner NICHT gleichzeitig.
Der Schaffner sieht, das das beide Blitze beim Wärter gleichzeitig ankommen.

Zum Deinem zweiten Punkt sagt sie gar nichts.


Artie hat geschrieben:Entschuldigung... Wie bitte? Vielleicht eine andere Farbe gefällig? blitz bei augen ankommen = sehen = warnehmen? Oder sind das jetzt irgendwelche Spielchen die ich nicht verstehe? Trigemina schreibt sehr wohl was dazu.

Nein.
Da mußt du dich schon etwas mehr konzentrieren: Tria schreibt nichts dazu, wie die Blitze beim Schaffner ankommen, also zu deinem Punkt 2. Sie beschreibt nur, was der Schaffner sieht, wie die Blitze beim Wärter ankommen.

Also weder schreibt tria was dazu noch hat fb nachvollziehbar gerechnet.
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Ernst » Do 13. Jun 2013, 20:10

Artie hat geschrieben: Sieh an, du willst Spielchen spielen.

Gut, stell dich auf eine Stufe mit dem Hanseaten.
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Trigemina » Do 13. Jun 2013, 20:29

fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Der Schaffner bewege sich mit 0,6 c nach rechts. Zuerst die Betrachtung in O (IS Bahnhof):

Ereignis 1 (Blitz links): t = 0 µs, x = -600 m
Ereignis 2 (Blitz rechts): t = 0 µs, x = +600 m
Ereignis 3 (Licht von Blitz links bei Mitte Bahnhof): t = 2,0 µs, x = 0 m
Ereignis 4 (Licht von Blitz rechts bei Mitte Bahnhof): t = 2,0 µs, x = 0 m
Ereignis 5 (Licht von Blitz links bei Schaffner): t = 5,0 µs, x = +900 m
Ereignis 6 (Licht von Blitz rechts bei Schaffner): t = 1,25 µs, x = +225 m


Ereignisse 3 und 4 sind identisch mit denselben Raumzeitkoordinaten, also ein einziges Ereignis und nicht zwei. Das führt dann zu :

Ereignis 1 (Blitz links): t' = 1,5 µs, x' = -750 m
Ereignis 2 (Blitz rechts): t' = -1,5 µs, x' = +750 m
Ereignis 3 (Licht von Blitz links bei Mitte Bahnhof): t' = 2,5 µs, x' = -450 m


Ereignisse 5 und 6 sind nicht nachvollziehbar. Der Zug kann beliebig lang sein, der Schaffner sieht das Ereignis 3 im Zugsystem bei x'=-450m, t'=2.5µs
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Harald Maurer » Do 13. Jun 2013, 22:18

Trigemina hat geschrieben:Ereignisse 5 und 6 sind nicht nachvollziehbar. Der Zug kann beliebig lang sein, der Schaffner sieht das Ereignis 3 im Zugsystem bei x'=-450m, t'=2.5µs

Richtig! Gerechnet mit 0,6 c. Das Ereignis (zwei Photonen treffen beim Bahnhofswärter zusammen) verändert sich nicht. Der Schaffner sieht es an einem anderen Ort - logisch, denn aus seiner Sicht hat sich der Bahnhofswärter weg bewegt. Dadurch treffen die Photonen aber nicht ungleichzeitig beim Bahnhofswärter ein.
Nimmt man nun den Standort des Schaffners ein (Ruhesystem) dann treffen die Photonen beim Schaffner gleichzeitig ein, und der Bahnhofswärter sieht dieses unveränderliche Ereignis bei x'=+450 m, t'=2,5 µs. Jeder Beobachter sieht das Ereignis beim anderen unverändert - und es wäre auch ein Wunder, würde das Ereignis bezugsabhängig sein und irgend einer der Beobachter bezugsabhängig einmal die Photonen gleichzeitig und bloß durch Wechsel des Bezugssystems ungleichzeitig empfangen. Was ein einziges Ereignis darstellt, bleibt in jedem Bezugssystem 1 Ereignis. Wenn sich das Ereignis selbst nicht verändern kann, versteht es sich von selbst, dass jeder Beobachter im Ruhesystem die Photonen gleichzeitig empfängt - und der andere Beobachter das aus gewisser Entfernung sieht. Eines tritt aber niemals auf: dass irgendeiner der Beobachter die Photonen ungleichzeitig empfängt! Für die Transformation ist entscheidend, welches IS man als Ruhesystem wählt. Damit sind die Effekte festgelegt. Dass immer in jenem IS, das als Ruhesystem als Ausgangspunkt für die Transformation gewählt wird, das Postulat gilt, versteht sich von selbst.
In meiner Rechnung habe ich einen logischen Fehler, ich habe den Ort des Schaffners in die verkehrte Richtung transformiert und dafür gesorgt, dass er vom anderen Beobachter praktisch gar nicht wegkommt, er sich also nach wie vor am Ort des Ereignisses befindet. Das ist natürlich Nonsens. Ansonsten ist meine Behauptung, dass an keinem Beobachter ein ungleichzeitiges Eintreffen der Lichtsignale wahrgenommen werden kann, weder vom Betreffenden noch vom anderen, völlig richtig! Dass der Bahnhofswärter sehen würde, am Schaffner würden die Signale ungleichzeitig eintreffen, ist daher nicht konsistent mit der SRT und ist die klassische Darstellung mit Galileitransformation und führt deshalb zur Verletzung des Postulats !

Grüße
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Harald Maurer » Fr 14. Jun 2013, 01:10

Lübecker hat geschrieben:Nach der RdG richtig ist, der Schaffner wird in seinem System nicht gleichzeitig vom Licht der Blitze erreicht und auch im System des Wärters nicht, und der Wärter wird in seinem und im System des Schaffners gleichzeitig vom Licht der Blitze erreicht.

Leider geht das nicht, weil sich der Schaffner ruhend definiert und es der Wärter ist, der sich von ihm weg bewegt. Daher schlagen die Blitze beim Schaffner gleichzeitig ein und der Wärter sieht das auch. Nur schlagen jetzt die Blitze beim Wärter ungleichzeitig ein - aber nein, der kann sich ja auch ruhend definieren und den Schaffner bewegt sehen, also schlagen doch beim Wärter die Blitze gleichzeitig ein und beim Schaffner nicht - aber der kann sich ja als ruhend definieren, und daher gleichzeitige Signale bei ihm ...etc...etc.
Also was geschieht in den Ruhesystemen von Wärter und Schaffner? Was werden Detektoren in den beiden IS aufzeichnen, gleichzeitig oder ungleichzeitig? Woher weiß ein Detektor, dass er ruhend ist und der andere bewegt? Wo doch der andere ruhend und ersterer bewegt sein kann - und keiner von seinem Bewegungszustand eine Ahnung hat!
Also was werden mitgeführte Detektoren aufzeichnen? Kannst Du mir das verraten?

Grüße
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Re: Gibt es eine relativistisch-konstante Lichtgeschwindigkeit?

Beitragvon Ralf Maeder » Fr 14. Jun 2013, 02:56

Vielleicht ist es bei mir nur der Effekt eines von Harald diagnostizierten Unwohlbefindens, der sogenannten "Relativistischen Gehirnlaehmung", aber ich denke (zumindest denke ich, dass ich das denke), dass die Kritiker auf einem Standpunkt verharren, der nicht SRT-konform ist und damit im Sinne der aktuellen Diskussion falsch ist ... leider.

Gruss Ralf.
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