Lübecker hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:
Mit der Koordinatentransformation erfährt der Fahrgast, was sich aus seiner Sicht im Ruhesystem des Schaffners abspielt. Die Sicht des Fahrgastes in seinem Ruhesystem bleibt davon ganz unbeeindruckt.
Da es ja so schwer zu begreifen ist, mal einfacher. Gegeben ist der Wärter an den Gleisen und der Schaffner im Zug. Der Zug bewegt sich mit 100 km/h gegenüber den Gleisen. Schaffner ruht gegenüber dem Zug, Wärter gegenüber den Gleisen.
Nun gibt der Wärter die Geschwindigkeit des Zuges im IS_gleis an, diese beträgt 100 km/h. Die Geschwindigkeit der Gleise im IS_gleis beträgt 0 km/h, sie ruhen ja in Bezug zum IS_gleis.
Nun gibt der Schaffner die Geschwindigkeit der Gleise im IS_zug an, die beträgt -100 km/h. Die Geschwindigkeit des Zuges im IS_zug beträgt wie zu erwarten 0 km/h, der Zug ruht ja im IS_zug.
So bis hier sollte jeder mitkommen können.
Nun transformiert der Wärter das was er sieht, also seine Geschwindigkeit von v_wärter = 0 km/h auch die Geschwindigkeit v_zug = 100 km/h aus dem IS_gleis in das IS_zug. Da kommt nun für v_wärter = - 100 km/h und für v_zug = 0 km/h im IS_zug raus. Braucht es dazu die Rechnung?
So und diese Werte sind genau das was der Schaffner real misst, sieht und wahrnimmt!
Wer nun sagt, das wären nun die Geschwindigkeiten, welche der Wärter im Ruhesystem des Schaffners folgert, konstatiert, vermeint, erwartet oder glaubt messen zu müssen, aber vom Schaffner dort nicht real gemessen werden, irrt und verwirrt hier jene, welche die Dinge wirklich begreifen wollen.
Es verwirrt die Leute, wenn der zum IS_wärter ruhende Beobachter (eben der Wärter) als Beobachter ins andere Ruhesystem versetzt und benannt wird. Kann noch gemacht werden trägt aber nicht zur Klarheit bei. Wird dann aber behauptet, dieser nun versetzte Beobachter würde im nun anderen Ruhesystem nicht das beobachten, messen und sehen, was der dort zu diesem IS ruhende Beobachter sieht und misst, ist dann einfach falsch. Da hat sich der Erklärende nämlich selber verwirrt und somit ins Knie geschossen.
Konkret, werden die Koordinaten oder Geschwindigkeiten aus dem IS_gleis ins IS_zug transformiert, dann sind das die Koordinaten und Geschwindigkeiten, welche ein im Nullpunkt des IS_zug und zu diesem ruhender Beobachter messen, sehen und wahrnehmen wird.
Ernst hat geschrieben:
Mit der Koordinatentransformation erfährt der Fahrgast, was sich aus seiner Sicht im Ruhesystem des Schaffners abspielt.
Ganz deutlich zum mitschreiben, die Sicht des Fahrgastes im Ruhesystem des Schaffners ist auch die Sicht des Schaffners im Ruhesystem des Schaffners. Was sich für den Fahrgast nach der Transformation im Ruhesystem des Schaffners abspielt, ist genau das, was der Schaffner in seinem Ruhesystem auch beobachtet. Im Prinzip wird der Fahrgast durch die Transformation zu genau so einem Beobachter im Ruhesystem des Schaffners, wie der Schaffner schon ist.
Ernst hat geschrieben:
Oder meinst du ernsthaft, die vom Fahrgast ausgeführte Transformation der ausgestreckten Armlänge des Schaffners ergibt im Ruhesytem des Schaffners einen halbierten Arm?
Der Schaffner steht da und sieht seine verkürzten Arme?
Das wurde auch nie behauptet, das liegt alleine in der unglücklichen Ausdrucksweise des Protagonisten begründet. Im IS_gast ist die Armlänge des Schaffners verkürzt. Transformiert er diese Länge ins IS_schaffner, bekommt er die Länge, mit der der Schaffner dort seinen Arm messen wird, als nicht verkürzt.
Jetzt verstanden?
Selten in meinem Forum so ein hilfloses Gestammel gelesen! Tolle Transformation, muss man schon sagen!
Aber ich will mal nicht so sein und zeige gern, wie es richtig geht:
v_zug=100 km/h ? Das ist viel zu langsam, da gibt es so gut wie keine Effekte. Auch mit 100 km/s gäbe es erst Veränderungen ab der dritten Kommastelle. Da muss man schon etwas mehr Gas geben. Also sagen wir v_zug=0,6 c! Sonst tut sich ja rein gar nichts! 0,6 c=179875,4748 km/s
x_zugmitte= 0 km
t_lichtstart = 0 s
x_signal rechts ? Du hast nicht mal die Länge des Zugs bzw. der Koordinatensysteme angegeben.
Also sagen wir er ist 100000 km lang. Dann ist
x1=100000 km und für x_signal links
x2=-100000 km.
Das Licht startet gleichzeitig, läuft von links und rechts zur Mitte und landet dort beim Wärter nach
0,333564 Sekunden.
Jetzt wissen wir, was im IS-Bahndamm beim Schrankenwärter geschieht.
Wie geht's dem Schaffner? Wird er auch gleichzeitig vom Licht von links und rechts geblendet?
Wir wenden an I und II von der Lorentztransformation:

x1=100000 transformiert zu x1'= 125000 km, t1'= -0,250173
x2=-100000 transformiert zu x2'=-125000 km, t2'= 0,250173 s
x=0, t= 0,333564 transformieren zu x'= -75000 km, t'= 0,41695511899769 s.
Die LT verrät uns sofort, dass der bewegte Schaffner an der Koordinate x'=-75000 km zur Zeit t'= 0,41695511899769 s
vom Licht getroffen wird. Natürlich von beiden Lichtimpulsen gleichzeitig, wie sich überprüfen lässt:
Das Licht durchläuft mit c 125000 km im IS_zug in 0,41695511899769... s.
Der Schaffner bewegt sich diese Zeit in negativer Richtung und landet daher auf der Koordinate x'=-75000 km, genau an jenem Punkt, an welchem die Lichtstrahlen zusammentreffen.
Also nehmen sowohl der Wärter als auch der Schaffner die Blitzeinschläge - oder was auch immer die Lichtsignale erzeugt -
gleichzeitig wahr! Muss auch so sein, wenn das Postulat in beiden IS Gültigkeit hat.
Grüße
Harald Maurer