Lübecker hat geschrieben:Ralf Maeder hat geschrieben:Ich sehe, dass ich meine Frage wohl nicht genau genug praezisiert hatte: Ich, der Schaffner befinde mich in der Mitte des Zuges und bewege mich nicht. Nun kommen die beiden Lichtfronten der Blitze auf mich zu und die kommen bei mir: a) gleichzeitig oder b) zeitversetzt an.
Kann meine Wahrnehmung die Blitze zeitversetzt wahrnehmen aber die Lichtfronten kommen gleichzeitig an?
Doch der Schaffner bewegt sich nun im Zug, wenn es unbewegt sein soll, ist die Rolle des Fahrgastes einzunehmen. Das soll einfacher werden, nun gibt es nur noch einen Zug und zwei Beobachter darin. Ein Bahnsteig wird nicht mehr benötigt und es ist egal ob der Zug fährt. Alles ganz einfach, im Zug sitzt in der Mitte ein Fahrgast, der Schaffner läuft vorbei und beide sehen gleichzeitig von vorne und hinten einen Blitz einschlagen. Der Fahrgast ist der ruhende Beobachter, er ruht eben in Bezug zum Zug und der Schaffner ist der bewegte Beobachter, er ist gegenüber dem Zug bewegt. Für den Fahrgast ruhen Anfang und Ende des Zuges, für den Schaffner sind Anfang und Ende bewegt, da er ja vom Ende weg läuft und auf die Lok zu.
So kann ein Ereignis zum Zeitpunkt t₁ im System des Fahrgastes und auch des Schaffners bestimmt werden, beide sehen beide Blitze gleichzeitig von vorne und hinten bei sich ankommen. Damit ist diese Frage einfach per Definition schon geklärt. Da gibt es dann nichts mehr zu rütteln.
Nun bleibt nur noch die Frage offen, wann schlugen beide Blitze in den Zug ein. Nach Newton müssen beide Blitze für den Schaffner und auch für den Fahrgast gleichzeitig am Anfang und Ende des Zuges eingeschlagen sein, da sich beide zum Zeitpunkt der gleichzeitigen Wahrnehmung beider Blitze in der Mitte des Zuges befinden.
Nach der SRT und infolge der RdG ist das aber falsch. Nach der SRT schlagen die Blitze nur für den zum Zug ruhenden Fahrgast gleichzeitig am Anfang und Ende des Zuges ein. Der Fahrgast kann am Anfang und Ende des Zuges zwei Uhren mithilfe zweier Lichtsignale synchronisieren. Die laufen mit c von der Zugmitte und der Position des Fahrgastes zum Anfang und Ende des Zuges und starten dort zwei Uhren. Nun schlagen für den Fahrgast zum Zeitpunkt t₀ zwei Blitze in den Zug ein, einer vorne und einer hinten.
Im IS des Fahrgastes schlagen also die Blitze gleichzeitig in den Zug ein. Auch das kann per Definition einfach so in den Raum gestellt werden. Nun gilt es nur noch zu klären, ob die Blitze auch für den Schaffner gleichzeitig am Anfang und Ende des Zuges eingeschlagen sind. Die Frage ist nun recht einfach zu beantworten, denn in dem IS des Schaffners haben die beiden Lichtsignale die beiden Uhren am Anfang und Ende des Zuges eben nicht gleichzeitig erreicht. Somit laufen die Uhren für den Schaffner in seinem System eben nicht synchron.
Und somit schlagen die beiden Blitze für den Schaffner eben nicht gleichzeitig in den Zug ein, sondern nacheinander.
Um das Beispiel einfacher und verständlicher zu machen, sollten so viele Dinge wie möglich per Definition vorgegeben werden. Wenn alles durcheinander geht, muss es verwirren.
OK, das war gar nicht so schwer zu verstehen, vielen Dank an Luebbecker und an Harald. Es faellt mir ein Stein vom Herzen, dass endlich raus ist (nach einem 37 Seiten-Thread), dass der Fahrgast (in frueheren Versionen der unbewegte Schaffner im IS des fahrenden Zuges) seine beiden Blitze gleichzeitig wahrnimmt
Andererseits verstehe ich jetzt Buehrkes Astronauten-Beispiel anders: der Astronaut befindet sich genau in der Mitte der beiden Sterne, als er die beiden Lichtfronten empfaengt, und es ist eben nicht in diesem Moment wo die Sterne ihre Blitze losschicken, sondern das haben sie zu einem frueheren Zeitpunkt getan als der Astronaut noch nicht bis zur Mitte gelangt war. Habe ich das die ganze Zeit ueber falsch verstanden oder braut sich da noch etwas zusammen, das mich wieder von vorne anfangen laesst?
Gruss Ralf.

; 
