von fallili » Fr 7. Jun 2013, 11:40
Da ich zu meinem nächtlichen Beispiel in der Nacht einen interessanten Zusatz gefunden hab, möchte ich es nochmals darstellen (irgendwann sollte ich das mit Bild machen)
Das ruhende Inertialsystem besteht aus 2 Blitzlampen sowie 2 (ZWEI) Beobachtern von denen einer links von der Mitte platziert ist, der andere in der Mitte.
Das bewegte IS besteht aus einem Beobachter im Raumschiff, der zum Zeitpunkt des zündens der Blitze exakt in der Mitte vorbeifliegt.
IS1: L1 -------- -- 2 lichtjahre minus 26 mio km--B1 --- B(mitte)---------2 Lichtjahre --------L2 alles wird als ruhendes IS angenommen
IS2: hier der mit 10 km/sec bewegte Beobachter <<< B2 <<<<<<<< bewegt sich nach links
Das ist nur insofern von Zugbeispiel abgewandelt, dass wir eben nicht der "Zug" als bewegt betrachten sondern den Beobachter neben dem Zug. (völlig erlaubt nach SRT)
Für beide ruhenden Beobachter ist die Situation mal ganz einfach.
Der Beobachter B(mitte) sieht sie Blitze nach exakt 2 Jahren gleichzeitig.
Der Beobachter B1 sieht die Blitze in einem Abstand von 173 Sekunden (der Längenunterschied für die "Blitzlaufstrecken ist 52 mio km - also einfach durch c dividieren)
Nun kommt MEINE gestrige Betrachtungsweise für den bewegten Beobachter B2:
Seine Geschwindigkeit beträgt 10km/sek. Das ist ein Wert, mit dem auch die ISS um die Erde fliegt - also nichts besonderes. (dabei sind auch die relativistischen Effekte wie ZD und LK klein genug, dass diese für eine grobe Beurteilung der Situation mal gar nicht so wichtig sind)
Laut SRT muss er auch NACH 2 Jahren die beiden Blitze gleichzeitig sehen.
Ob das dann vom anderen Inertialsystem beurteilt, nicht genau 2 Jahre sind (ZD) vernachlässige ich (rel. Effekte nicht so gewaltig bzw. es ändert nichts an allen weiteren Folgerungen ob es nun 24 Monate oder wegen der ZD 25 Monate wären )
Der bewegte Beobachter B2 muss IRGENDWANN zu einem definierbarem Zeitpunkt und an einem definierbarem am Beobachter B1 vorbeikommen - dies sogar beliebig nahe (bis hin zur Möglichkeit eines Zusammenstoßes).
Auch das kann niemand bezweifeln. Das Gewehr ist bereits erfunden und es ist erwiesen, dass eine bewegte Kugel (IS2) ein ruhendes Objekt (IS1) trifft - und dies auch zu einem definierbaren Zeitpunkt und einem definierbaren Ort.
Hier nur kurz das was ich in der Nacht dazu geschrieben habe
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1) Irgendwo muss es einen Punkt geben an dem dieser ruhende Beobachter die Blitze sieht.
2) Dieser Punkt muss definitiv irgendwo ZWISCHEN der Mitte der Gesamtanordnung und dem Blitz, auf den der bewegte Beobachter zufliegt, liegen.
Das MUSS ein definierbarer Ort sein weil: Wenn der bewegte Beobachter genau in der Mitte ist, sieht er die Blitze noch nicht, da c ja nicht unendlich ist -
und wenn der bewegte Beobachter später mal bei dem Blitzlicht angekommen ist, auf das er zufliegt, hat er das Licht definitiv schon gesehen. Also irgendwo dazwischen "passiert" es.
3) Da dieser Punkt existiert, kann man dort einen (in Bezug zur Lichtquelle) ruhenden Beobachter positionieren.
4) Der Abstand zwischen bewegten und ruhenden Beobachter kann beliebig nahe sein ( im Extremfall könnten die zwei ja selbstverständlich auch kollidieren).
5) Daher wäre dort eine direkte (und fast verzögerungsfrei) Kontaktaufnahme möglich.
6) Schlussfolgerung: Obwohl zwei Beobachter einander so nahe sind, dass sie "sogar miteinander reden könnten" (bissi schwer im Weltraum, ich weiß) - sieht der eine etwas, was der andere laut SRT definitiv NICHT SEHEN DARF.
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Und nun kommt der interessante Teil.
Ich mache noch mal auf die Situation aufmerksam, dass irgendwo ca. 26 mio km links von der Mitte sich ein Raumschiff (B2) mit 10 km/sek DEM Punkt nähert, wo sich auch ein ruhendes Raumschiff (B1) befindet. Das Zusammentreffen wird zu einem Zeitpunk Tx (nicht sehr phantasievoll) an einem ORT X stattfinden, der sich, wie gesagt, ca. 26 mio km links von der Mitte befindet
Beim Zusammentreffen von bewegtem Raumschiff und ruhenden Beobachter gibt es nun 3 Situationen die beschreiben was beim dem an diesem Punkt ruhenden Beobachter los ist. Auch wenn 2 davon durch Berechnung als "nicht zutreffend" erkennbar sind, gebe ich diese 3nun an.
1) Der ruhende Beobachter B1 hat noch keinen Blitz gesehen - das liegt für ihn alles noch in der Zukunft.
2) Der ruhende Beobachter B1 hat einen Blitz gesehen und befindet sich irgendwo (sollte man besser irgendwann sagen) in der 173 Sekunden langen Wartephase bis er den nächsten Blitz sieht.
3) Der ruhende Beobachter B1 hat beide Lichtblitze bereits gesehen - das ist für ihn also Vergangenheit
Und nun wirds endlich wirklich interessant - ich erinnere nochmals daran, dass das bewegte Raumschiff "nur" mit 10 km/sek fliegt.
Zu Situation 1:
Das Raumschiff B2 kann, nachdem es die Blitze soeben gesehen hat, mit einer zwar hohen, aber technisch machbaren Verzögerung von 100 g innerhalb von 10 Sekunden auf Null abbremsen. (Astronaut sollte halt keiner drinnen sein, aber ein Meßgerät kann das aushalten).
Damit hat es das Inertialsystem innerhalb von 10 sec gewechselt (von IS2 ist es nun in IS1 gekommen). Damit kann es nun auch noch in kurzer Zeit direkt zum Beobachter B1 hinfliegen und sich dort andocken. Ich sag mal, bei entsprechend starken Triebwerken ist das auch in unter 30 sec machbar.
Wir haben jetzt also ein Raumschiff, dass gerade zuvor die gleichzeitig eintreffenden Blitzereignisse registiert hat und nun mit und neben dem ruhenden Beobachter B1 gemeinsam darauf wartet die Blitze nochmals zu sehen.
Es kann also ein gesehenes Ereignis nochmal sehen - so was nennt man gemachte Zeitreise (bevor jemand dem Witz macht, mach ich ihn selber - so was nennt man Videoaufzeichnung hahaha)
Ich möchte als nächstes die Situation 3 zuerst behandeln:
Der ruhende Beobachter B1 hat die beiden Blitze bereits gesehen. Nun muss ER sich nach dieser Beobachtung auf den Weg Richtung Mitte (nach rechts) machen - stoppen - und dann ebenfalls mit 100g wieder nach links beschleunigen. Das Ganze kann so ausgerechnet und durchgeführt werden, dass er damit ein Rendezvous mit dem bewegten Beobachter B2 schafft, BEVOR dieser Beobachter B2 die beiden Lichtblitze sieht. Auch hier sollte der Wechsel von IS2 zu IS1 innerhalb von 30 Sekunden möglich sein (ist aber auch egal wenn es dann 60 sek dauert).
Nun hat der zuvor ruhende Beobachter also das Ereignis schon gesehen und wartet gemeinsam mit B2 darauf es wieder zu sehen.
Sieht doch auch wieder nach Zeitreise aus.
NUN zuletzt noch zur Situation 2:
Der Beobachter B1 hat EINEN Blitz bereits gesehen und wartet auf den zweiten.
Nun hängt es davon ab, an welchem Zeitpunkt er sich in diesem Zeitintervall von 173 sec befindet. Wenn er den ersten Blitz z.B. vor mehr als 86 sek (ca. die Mitte des Zeitintervalls, welches für Rektionen zur Verfügung steht) gesehen hat, geht man vor wie unter Situation 1 beschrieben.
Der bewegte Beobachter B2 kann, nachdem er "seine" gleichzeitig eintreffenden Blitze gesehen hat, noch ausreichend schnell (er hat 86 sek Zeit) in das ruhende IS1 wechseln und zumindest den zweiten Blitz NOCH mal sehen.
Hat B1 den Blitz vor weniger als 86 sek gesehen dann kann ER nach Methode der Situation3 das IS schnell genug wechseln,
Welche der 3 Situationen nun zutrifft kann man mit Hilfe der SRT ausrechnen und daher schon vor dem Experiment festlegen wie und wann das Wechseln des IS vor sich gehen muss.
Ich weiß, dass nun einige sagen werden - da wird beschleunigt/verzögert und daher muss auch die ART berücksichtigt werden.
Jawoll, das stimmt, aber wir verzögern von 10km/sek auf 0 bzw. beschleunigen von 0 auf 10km/sek - da kommen keine gewaltigen Zeitunterschiede zusammen !!!!
Ich weiß, dass diese "Versuchsanordnung" sehr unrealistisch ist (Lichtquellen 4 Lichtjahre voneinander entfernt, Beschleunigungen von 100g ) aber ALLE angenommenen Werte sind physikalisch möglich und erlaubt.
Ich bin nun eine Woche am Meer, hab leider keine Crew mit der ich das diskutieren kann - aber sicher Zeit das Ganze selber weiter zu überlegen.
Ich bin daher gespannt welche Reaktionen ich in einer Woche hier vorfinde.
Kann sein, dass mir klar nachgewiesen wird, dass meine Überlegungen völlig hirnrissig sind.
Kann sein, das irgendjemand das auch durchrechnet und damit zeigt ob es überhaupt theoretisch möglich oder unmöglich ist.
Und wenn es mir nicht als unmöglich hingestellt wird, freue ich mich schon aufs Zurückkommen, um dann das Ganze dann selber mit SRT durchzurechnen - und da die Beschleunigungsphasen kurz und mit "normalen" Beschleunigungswerten angegeben werden können, sollte ich auch den ART Teil hinkriegen. (Ich glaub aber dass er vernachlässigbare Effekte zeigen wird).
@Jocelyne: Ich weiß, dass das alles kein Problem wäre, wenn ich mir endlich eingestehe, dass c NICHT konstant ist, sondern von Relativbewegungen abhängig und die ganze SRT falsch ist. Aber bis das passiert vergeht noch sehr viel Zeit.
Ich geh aber sowieso davon aus, dass ich irgendwo einen Fehler gemacht habe - ich hab schon viele (immer möglichst einfache und nachvollziehbare) Beispiele gesucht, mit denn ich der SRT eine nicht wegzudiskutierende Inkonsistenz nachweisen könnte - bisher hat das noch nie funktioniert.