Gerhard Kemme hat geschrieben:Heinrich Katscher hat geschrieben:In der Chemie ist es geläufig, den Begriff "Masse" durch den Begriff "Stoffmenge" zu ersetzen. ..........
Es stellt einen Unterschied dar, ob gesagt wird, dass auf etwas verzichtet werden soll oder ob gesagt wird, dass etwas durch etwas anderes ersetzt werden soll. Noch einmal ein Zitat von dir:Heinrich Katscher, am 17. Mai 2009, 00:01 hat geschrieben:Um mich verständlich zu machen, behaupte ich, dass schon der Massebegriff in der Physik unklar sei, weil selten erklärt werde, ob in physikalischen Beziehungen die "Masse" die Rolle einer Realität oder einer ihrer Eigenschaften spielt. Für mich ist Unklarheit umso schwerwiegender, weil ich im Link
http://18040.rapidforum.com/topic=100269308244
die Ansicht vertrete, die Physik benötige die "Eigenschaft Masse" nicht.
Für den deutschsprachigen Raum wird es viele Forderungen nach "Paradigmenwechsel" geben, ......... Der Begriff der Masse ist eng mit den Begriffen Beschleunigung und Massenträgheit verbunden. Der Übergang auf den Stoffmengenbegriff der Chemie würde dieser Vorstellung, wonach Masse mit Bewegung verknüpft ist, nicht gerecht werden. ......... Die Vorgehensweise wäre hier, dass das Vorhaben zur Diskussion gestellt und nicht einfach per Wiederholung eine weitreichende Verschlechterung der physikalischen Denk- und Formulierungsmöglichkeiten durchgesetzt wird.
Was in der Chemie geläufig ist, ist auch in der Physik geläufig. Stoffmengen werden in Mol gemessen, wobei Mol oder kMol zulässige Untereinheiten des SI-Einheitensystems sind, deren Grösse immer dem in kg angegebenern relativen Molekülgewicht M-m entspricht. Abgeleitet davon ist daher die Stoff-Einheitsmenge 1 kg = Mol /M-m .
Der Paradigmenwechsel, den ich vorschlage und propagiere, ersetzt den undefinierbaren bzw. mehrdeutigen Masse-Begriff durch den eindeutigen Begriff "Stoffmenge". Dies ermöglicht, allen mit den Massebegriffen verbundenen Spekulationen auszuweichen, "schwere Masse", "träge Masse", "Ruhemasse". "realtivistische Masse" u.a.).
Dies war u.a. auch der Sinn meiner Aussage, die Physik benötige die Eigenschaft Masse nicht , einer Aussage, die kein Diktat war, sondern Diskussionsgrundlage über Möglcihkeiten der Vereinfachung und Klärung physikalischer Beziehungen sein sollte.
Stoffmengen können genau so wie "Massen" Trägheit haben und Kräfte auslösen. Wenn wir der Stoffmenge das Symbol M = S zuweisen, ist der mit der Impulsgrösse I verbundene
Trägheitsbegriff I = S v = S ds/dt
während der
Kraftbegriff P =S a = S d^2s/dt^2 = S d(ds/dt)^2/dr
entweder als zeitbedingte vektorielle Geschwindigkeitsänderung oder als örtliche Energieänderung definiert werden kann, weil für die Energie die Beziehung
E = S v^2 = S (ds/dt)^2
gilt. Dies betrachte ich als einfach und einleuchtend, weil es an oder in der Physik nichts ändert. Ich gebe jedoch zu, dass es auch Fachleuten Schwierigkeiten bereiten kann, an Stelle des Begriffes "Masse M" den Begriff !"Menge M" zu setzen oder sogar das Symbol M durch das Symbol S zu ersetzen.
nfG
Heinrich Katscher, Prag
