contravariant hat geschrieben:Dann *könnten* (Konjunktiv) Magnetfelder die Bahndaten erklären. Ob es welche in dem System gibt, ist allerdings - wie du ja selber sagst - Spekulation. Also ist deine Erklärung Spekulation.
Pulsare mit Pulsperioden um 0,5 s weisen Magnetfelder mit 10^12 G, Millisekundenpulsare (1,5 ms - 30 ms) solche mit etwa 10^8 G auf.
Die Stärke des Magnetfelds von PSR 1913+16 wird mit etwa 10^8 G angenommen (Periode 59,030 ms).
Zum Vergleich Magnetfeld Erde etwa 0,4 G bis 0,6 G, jährlicher Energieverlust durch Gravitationswellen lt. ART ca. 200 Watt. Die Erde nähert sich aber nicht der Sonne, sondern entfernt sich in 1 Jahrhundert um bis zu 15 m von dieser. Ursache unbekannt.
Die Annahme von Gravitationswellen ist nicht unlogisch. Geht man von einer Ausbreitung der Veränderung eines Gravitationsfeldes mit endlicher Geschwindigkeit aus, verursacht durch nicht-sphärische Rotationen von Massen (wie in Binärpulsaren gegeben), ist die Annahme von solchen Wellen durchaus legitim. Es handelt sich dann um Solitärwellen (Solitonen, nicht-linear, kein Superpositionsprinzip).
Die Angelegenheit ist aber nicht so einfach, wie dies in der populärwissenschaftlichen Literatur meist dargestellt wird. Um die Messungen überhaupt mit der ART in Zusammenhang zu bringen, waren eine Reihe von Approximationen und zusätzlichen Algorithmen notwendig. Es ist also nicht von der Hand zu weisen, dass hier der Wunsch der Vater des Gedankens war und diese indirekten Beweise für Gravitationswellen dennoch spekulativ sind. In der ART ist die Energie des Gravitationsfeldes undefiniert, auch ist der Verlust kin. Energie an das Gravitationsfeld fragwürdig, weil Gravitation ein konservatives Kraftfeld ist, dem Energie weder entnommen noch zugeführt werden kann. Bewegt sich ein gravitierender Körper, so bewegt sich auch sein Gravitationsfeld. Weshalb sich dadurch die Energie und Masse des Körpers selbst verändern soll, ist nicht schlüssig und gegen das Energie-Masse-Erhaltungsgesetz. Doch solche Probleme sind in der ART ohnehin die Regel (vermutet von Hilbert, bewiesen von Emmy Noether).
Dr. Wolfgang Steinicke schreibt in
"Einstein und die Gravitationswellen": "Probleme mit der Quadrupolformel
Trotz, oder vielleicht gerade wegen der Euphorie anlässlich der Entdeckung des Binär-Pulsars wurde die
Quadrupolformel kritisch hinterfragt. Sie ist das zentrale Element bei der Berechnung des Energieverlustes und
damit das wichtigste Bindeglied zwischen Theorie und Experiment. Die Interpretation der Daten – im Sinne der
Gravitationsstrahlung – hängt also von der gesicherten Ableitung dieser Formel innerhalb des Formalismus der
ART ab. Doch darüber gab es Mitte der 1970er Jahre keinen Konsens. Die Einsteinsche Methode konnte, da es
sich um eine erste Näherung handelt, nur als grobe Orientierung dienen. Es musste geklärt werden, wie eine
Formel für den Energieinhalt bzw. die Energieübertragung des Gravitationsfeldes überhaupt sinnvoll definierbar
ist. Diese kritische Position wurde 1976 von Ehlers, Rosenblum, Goldberg und Havas in ihrer Arbeit
„Comments on Gravitational Radiation and Energy Loss in Binary Systems“ eingenommen [18]. Sie kamen zu
dem Ergebnis, dass die Quadrupolformel noch nicht konsistent abgeleitet worden sei. Ehlers et al. diskutierten,
wie ein Lorenz-invariantes Näherungsverfahren auszusehen hat.
Diese Publikation erzeugte einigen Wirbel: Offenbar war es nicht so einfach, die experimentellen Befunde im
Zusammenhang mit dem Binär-Pulsar zu deuten. Plötzlich schwächelte die Theorie. Walker und Will gingen
das Problem 1980 von einer anderen Seite an [19]. Im Gegensatz zu der allgemeinen Darstellung von Ehlers et
al., entwickelten sie in ihrer Arbeit „The Approximation of Radiative Effects in Relativistic Gravity:
Gravitational Radiation Reaction and Energy Loss in Nearly Newtonian Systems“ einen konkreten Algorithmus.
Sie konnten zeigten, dass Strahlungsdämpfung erst in der dritten Näherung herauskommt. Die korrekte
Quadrupolformel ergibt sich, wenn erst danach zu kleinen Geschwindigkeiten übergegangen wird. Geht man zu
früh zur „slow-motion“ über, ohne die notwendige „Nicht-Linearität“ wirken zu lassen, ergeben sich falsche
Formeln, wie an Beispielen (Hu oder Havas & Goldberg) gezeigt wurde. Die von Einstein verwendete, lineare
Näherung ist gänzlich hoffnungslos, sie vernichtet die Essenz der ART!
Auf dieser konstruktiven Grundlage wurden in den folgenden Jahren eine konsistente „fast-motion
approximation“ durchgeführt, z.B. von Thibault Damour [20]. Konradin Westphal [21] gelang die konkrete
Berechnung der dritten Näherung („post-post-linear“) für ungeladene oder geladene Teilchen mit der
anschließenden Bestätigung der Quadrupolformel, nach dem Übergang zu kleinen Geschwindigkeiten. Dies
brachte endlich das notwendige Vertrauen in den Formalismus. Aus diesen Arbeiten wird deutlich, welch
enormer Aufwand für das Problem der „radiation reaction“ getrieben werden muss – sowohl was die
theoretischen Grundlagen angeht, als auch bei der konkreten Rechnung." Ende des Zitats.
Platz für Willkür bzw. zielgerichtete Konstruktion von angepassten Algorithmen für die Auslegung der Messergebnisse im Sinne der ART gibt es jedenfalls beim Energieinhalt bzw. der Energieübertragung des Gravitationsfeldes. Die Auslegung der Periodenverkürzung des Binär-Pulsar-Systems als indirekten "Beweis" für die Existenz solcher Wellen zu werten, hat daher nicht jene Aussagekraft, wie sich das die Relativisten wünschen.
Astronomische Beobachtungen von Pulsaren bestätigen nicht in allen Fällen die ART. Siehe
http://www.shortnews.de/id/960685/Forsc ... rie-wankenhttp://derstandard.at/1336697091578/Sch ... edraengnissiehe auch mein Beitrag dazu:
viewtopic.php?f=6&t=70&start=530#p42777Mit der ART konstruiert man allerlei exotische Phänomene im Weltraum, die meist nicht direkt beobachtbar sind. Einige beobachtbare Phänomene scheinen die ART zu bestätigen - dabei übersieht man gerne, dass die ART nicht einmal das Zwei-Körper-Problem lösen kann, das in der Newtonschen Physik ein trivialer Fall ist. Und man negiert auch, dass die ART auch einen Kosmos erlaubt, der geschlossene Zeitlinien zulässt (Gödelscher Kosmos).
http://theory.gsi.de/~vanhees/faq/gravi ... ode40.htmlEinstein konnte übrigens den Ausführungen Gödels nichts entgegen setzen.
Grüße
Harald Maurer