Trigemina hat geschrieben:
Derselbe Einheitsmassstab ist also im Galileischen System (Laborsystem) kürzer. Im Ruhesystem der rotierenden Scheibe ist er natürlich unverändert.
Man würde erwarten, dass Einstein solches sagt. In dem Zitat sagt er aber folgendes:
Albert Einstein hat geschrieben:
Aber auch die Definition der räumlichen Koordinaten macht hier zunächst unüberwindliche Schwierigkeiten. Legt nämlich der mit der Scheibe bewegte Beobachter seinen Einheitsmaßstab (ein relativ zum Scheibenradius kleines Stäbchen) an der Scheibenperipherie tangential zu dieser an, so ist derselbe, vom Galileischen System aus beurteilt, kürzer als 1, weil bewegte Körper nach § 12 in Richtung der Bewegung eine Verkürzung erfahren. Legt er dagegen seinen Maßstab in die Richtung des Scheinradius, so erfährt dieser, von K aus beurteilt, keine Verkürzung. Misst der Beobachter also zuerst den Scheibenumfang, dann den Scheibendurchmesser mit seinem Maßstab und dividiert er hierauf diese beiden Messergebnisse, so findet er als Quotienten nicht die bekannte Zahl
π = 3,14 ..., sondern eine größere Zahl, während sich auf einer relativ zu K ruhenden Scheibe natürlich exakt π ergeben müsste."
(Meine Hervorhebungen)
Laut diesem Zitat misst der bewegte Beobachter für den Umfang einen größeren Wert als im Fall einer nicht-rotierenden Scheibe. Das ist höchst eigenartig und merkwürdig und deswegen wurde ja bereits in Frage gestellt, ob Einstein das tatsächlich so gesagt hat.
Trigemina hat geschrieben:
Faber hat geschrieben:
Der raumzeitliche Abstand zweier gleichzeitiger Ereignisse ist aber eine Länge im herkömmlichen Sinn.
Da muss ich fragen von welchen (gleichzeitigen) Ereignissen du sprichst.
Dazu aus dem Artikel "Minkowski-Diagramm" der Wikipedia :
Wikipedia hat geschrieben:
Jeder Punkt in diesem Diagramm markiert eine bestimmte Stelle in Raum und Zeit. Eine solche Stelle wird als Ereignis bezeichnet unabhängig davon, ob zu dieser Zeit und an diesem Ort überhaupt etwas geschieht.
Als Ereignis wird also ein jeder 4-dimensionale Punkt in der 4-dimensionalen Minkowski-Raumzeit bezeichnet. Ob da nun eine Bombe explodiert, eine Tür sich öffnet, oder aber einfach nur ein Punkt eines Rades die raumzeitliche Position okkupiert (oder auch nicht einmal solches).
Trigemina hat geschrieben:
Ebenso unterscheiden sich tangentiale Strecken bei der Transformation vom Ruhesystem der rotierenden Scheibe ins Laborsystem, in dem sich die Scheibe dreht, während radiale Strecken unverändert bleiben. Dies alles aus dem Umstand einer veränderlichen Minkowski-Metrik heraus, die es unmöglich macht, eine unverfälschte Projektion in unseren gewohnten euklidischen Erfahrungsraum vorzunehmen.
Ich wiederhole: In der speziellen Relativitätstheorie ist ein euklidischer Abstand das Distanzmaß für den vierdimensionalen, raumzeitlichen Abstand zwischen zwei Ereignissen. Wir haben es in der SRT mit der Minkowski-Raumzeit (ct,x,y,z) und einer euklidischen Metrik zu tun. Im Falle gleichzeitiger Ereignisse ergibt das Distanzmaß den ganz normalen Abstand, wie wir ihn aus dem herkömmlichen, euklidischen (x,y,z)-Raum kennen.
Eine "veränderliche Minkowski-Metrik" mag in Ihrer Rechnung Anwendung finden, nicht aber in der SRT. Daher liefert Ihre Rechnung nicht die Antwort auf die Frage, was SRT-gemäß mit dem Rad passiert. Eine gültige Antwort auf diese Frage liefert für jeden Punkt der Radscheibe eine Kurve in der Minkowski-Raumzeit (ct,x,y,z).
Trigemina hat geschrieben:
Faber hat geschrieben:
Sie aber liefern keine Antwort und reden trotzdem die ganze Zeit so, als ob Sie eine geliefert hätten.
Die einzige Antwort die ich nicht liefern kann – und wer glaubt es tun zu können soll sie angeben – ist die der unverfälschten Projektion einer veränderlichen Minkowski-Metrik in die unveränderliche euklidische Metrik des Laborsystems.
Die Frage lautet aber: "Was passiert SRT-gemäß mit dem Rad?" Die Frage lautet hingegen nicht: "Was lässt sich in irgendwelchen Räumen mit veränderlicher Minkowski-Metrik denken".
Sie liefern keine Antwort auf die Frage: "Was passiert SRT-gemäß mit dem Rad?".
Trigemina hat geschrieben:
Im weiteren kann ich nicht verstehen, weshalb du
erwähntes Paper nicht wenigstens zur Kenntnis nimmst statt es zu ignorieren.
Ich habe das Paper quergelesen und zur Kenntnis genommen, dass es keine Antwort auf die o.g. Frage liefert. Es liefert nicht für jeden Punkt der Radscheibe eine Kurve in der Minkowski-Raumzeit (ct,x,y,z).
Trigemina hat geschrieben:
Alles andere habe ich berechnet mit den selben qualitativen Konsequenzen wie sie auch in der Fachwelt beschrieben werden.
Dazu ist zu sagen: Auch der von Ihnen bemühte Teil der Fachwelt liefert keine Antwort auf die Frage, was SRT-gemäß mit dem Rad passiert.
Gruß
Faber