Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Sebastian Hauk » Mi 22. Apr 2009, 23:09

Sebastian Hauk hat geschrieben:Hallo,

Einstein geht bei seinem Gedankenexperiment vom Galileischen, also nicht rotierenden, System aus. Und hier ändert sich dann der Umfang der Scheibe nicht. :)

Gruß

Sebastian


der Umfang der Scheibe ändert sich vom Galileischen System, weil sich hier der Einheitsmaßstab verkürzt. Dadurch wird dann ein größerer Umfang gemessen.
Sebastian Hauk
 
Beiträge: 1134
Registriert: Do 1. Jan 2009, 13:35

Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Trigemina » Do 23. Apr 2009, 00:09

Faber hat geschrieben:Sie sollten noch einmal lesen, was "der gute Albert" sagt. Er spricht von einem mit der Scheibe bewegten Beobachter, der einen Umfang bestimmt, der größer als 2*π*R ist.


Also gut. Tun wir das sequentiell:
Albert Einstein hat geschrieben: Legt nämlich der mit der Scheibe bewegte Beobachter seinen Einheitsmaßstab (ein relativ zum Scheibenradius kleines Stäbchen) an der Scheibenperipherie tangential zu dieser an, so ist derselbe, vom Galileischen System aus beurteilt, kürzer als 1...


Einstein schreibt von zwei Beobachtern. Der eine ruht auf der bewegten Scheibe, der andere befindet sich im Gallileischen System (Laborsystem). Der im Laborsystem befindliche Beobachter misst somit eine verkürzte Umfangslinie. Du liest das pure Gegenteil dessen, was Einstein gesagt hat.

Legt er dagegen seinen Maßstab in die Richtung des Scheinradius, so erfährt dieser, von K aus beurteilt, keine Verkürzung.


Mit K ist das Laborsystem gemeint.

Misst der Beobachter also zuerst den Scheibenumfang, dann den Scheibendurchmesser mit seinem Maßstab und dividiert er hierauf diese beiden Messergebnisse, so findet er als Quotienten nicht die bekannte Zahl
π = 3,14 ..., sondern eine größere Zahl, während sich auf einer relativ zu K ruhenden Scheibe natürlich exakt π ergeben müsste."


Der Beobachter im Gallileischen System K misst somit eine Kreisscheibe, deren Verhältnis zwischen Umfang und Durchmesser nicht mehr Pi ist.

Faber hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:Was ist daran so schwer zu verstehen, dass sich eine vom Ort und Geschwindigkeit unterscheidende Metrik nicht in eine starre Einheitsmetrik pressen lässt, ohne die Projektion zu verfälschen?

Das ist sehr gut zu verstehen und niemand hier hat Gegenteiliges behauptet. Ganz im Gegenteil. Genau das ist der Grund, dass Sie mit Ihrer Metrik keine Lösung liefern, die SRT-gemäß in einem kartesischen (x,y,z,ct)-System und zu beliebigen festen Zeitpunkten im (x,y,z)-Raum mit euklidischer Metrik darstellbar ist.


Ja. Das ist genau der Grund.

Faber hat geschrieben:
Wikipedia hat geschrieben:Der Minkowski-Raum [...] Drei seiner Koordinaten sind die des Euklidschen Raums; dazu kommt eine vierte Koordinate für die Zeit.
[...]
In der speziellen Relativitätstheorie ist der euklidische Abstand ein Distanzmaß für den vierdimensionalen, raumzeitlichen Abstand zwischen zwei Ereignissen.
[...]


Daraus ergibt sich eindeutig, dass zu jedem Zeitpunkt das Verhältnis des Umfangs eines räumlichen Kreises zu seinem Durchmesser pi ist.


Nein. Das hast du völlig missverstanden. Der raumzeitliche Abstand zwischen zwei Ereignissen, auch Linienelement genannt, hat nichts, aber auch gar nichts mit einer Länge im herkömmlichen Sinn zu tun und es ergibt sich daraus schon gar nicht zwangsläufig ein Pi-zahliges Kreisverhältnis. Das ist reines Wunschdenken. Weiter oben schienen wir uns ja darin einig zu sein, dass unterschiedliche nicht-euklidische Metriken nur verfälschend in ein konstant-metrisches Koordinatensystem transformiert werden können.

Gruss
Trigemina
 
Beiträge: 954
Registriert: So 11. Jan 2009, 14:30

Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Heinrich Katscher » Do 23. Apr 2009, 00:33

Faber hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:
Albert Einstein hat geschrieben:Aber auch die Definition der räumlichen Koordinaten macht hier zunächst unüberwindliche Schwierigkeiten. Legt nämlich der mit der Scheibe bewegte Beobachter seinen Einheitsmaßstab (ein relativ zum Scheibenradius kleines Stäbchen) an der Scheibenperipherie tangential zu dieser an, so ist derselbe, vom Galileischen System aus beurteilt, kürzer als 1, weil bewegte Körper nach § 12 in Richtung der Bewegung eine Verkürzung erfahren. Legt er dagegen seinen Maßstab in die Richtung des Scheinradius, so erfährt dieser, von K aus beurteilt, keine Verkürzung. Misst der Beobachter also zuerst den Scheibenumfang, dann den Scheibendurchmesser mit seinem Maßstab und dividiert er hierauf diese beiden Messergebnisse, so findet er als Quotienten nicht die bekannte Zahl
π = 3,14 ..., sondern eine größere Zahl, während sich auf einer relativ zu K ruhenden Scheibe natürlich exakt π ergeben müsste."

Der gute Albert sagt doch das gleiche wie ich. Im Laborsystem werden kontrahierte Umfangslinien und invariante Radialabstände gemessen. Somit kann das Verhältnis zwischen Kreisumfang und Durchmesser nicht mehr mit Pi beschrieben werden, was eine wie er es selber auch sagt unüberwindliche Schwierigkeit mit sich bringt, die nicht-euklidischen Koordinaten ins kartesische Koordinatensystem zu überführen.

Sie sollten noch einmal lesen, was "der gute Albert" sagt. Er spricht von einem mit der Scheibe bewegten Beobachter, der einen Umfang bestimmt, der größer als 2*π*R ist.

Trigemina hat geschrieben:Was ist daran so schwer zu verstehen, dass sich eine vom Ort und Geschwindigkeit unterscheidende Metrik nicht in eine starre Einheitsmetrik pressen lässt, ohne die Projektion zu verfälschen?

Das ist sehr gut zu verstehen und niemand hier hat Gegenteiliges behauptet. Ganz im Gegenteil. Genau das ist der Grund, dass Sie mit Ihrer Metrik keine Lösung liefern, die SRT-gemäß in einem kartesischen (x,y,z,ct)-System und zu beliebigen festen Zeitpunkten im (x,y,z)-Raum mit euklidischer Metrik darstellbar ist.."


Ich bezweifle, dass die oben zitierte Passage direkt von Albert Einstein stammt, hege jedoch den Verdacht, dass einer seiner Epigonen diesen Witz nach der Methode "falsch verstanden und mit eigenen Fehlern versehen" erdacht hat.

Es ist einerlei, ob ein "mit der Scheibe bewegter Beobachter" seinen Maßstab parallel oder orthogonal zur Bewegunsrichtung hält, weil dieser sich dabei nicht ändert. Tangentiell liegend kann er so verschoben werden, dass er die Stellung einer Kreissehne einnimmt. Für die dieser Sehne entsprechende Bogenlänge, die in der Wissenschaft hochtrabend Geodete genannt wird, wird der benützte Masstab zu kurz, jedoch nicht kürzer sein, weil bei einem Kreisausschnitt mit Radius R und Öffnungswinkel Alpha

die Kreissehne D = 2 R sin (Alfa/2)
kleiner als
die Bogenlänge B = R pi (Alfa /180)

ist. Das war schon dem Analphabeten "Adam Riese" bekannt, der vom Relativitätstherorie bestimmt keine Ahnung hatte.

mfG
Heinrich Katscher, Prag
Heinrich Katscher
 
Beiträge: 193
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 22:36

Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Faber » Do 23. Apr 2009, 02:05

Trigemina hat geschrieben:
Albert Einstein hat geschrieben: Legt nämlich der mit der Scheibe bewegte Beobachter seinen Einheitsmaßstab (ein relativ zum Scheibenradius kleines Stäbchen) an der Scheibenperipherie tangential zu dieser an, so ist derselbe, vom Galileischen System aus beurteilt, kürzer als 1...

Einstein schreibt von zwei Beobachtern. Der eine ruht auf der bewegten Scheibe, der andere befindet sich im Gallileischen System (Laborsystem). Der im Laborsystem befindliche Beobachter misst somit eine verkürzte Umfangslinie. Du liest das pure Gegenteil dessen, was Einstein gesagt hat.

Ich lese durchaus richtig, was da steht. Es heißt, der Einheitsmaßstab sei verkürzt. Logischerweise erscheint der Umfang gegenüber dem Einheitsmaßstab dann größer als gegenüber einem unverkürzten Einheitsmaßstab. Dem entsprechend heißt es weiter unten dann, das Verhältnis von Umfang zu Durchmesser sei schließlich größer als π = 3,14 ... (und nicht etwa kleiner).

Merkwürdig ist im übrigen bereits, dass offenbar ein Beobachter bemerken kann, dass sein eigener Maßstab aus seiner eigenen Sicht verkürzt ist.

Merkwürdig ist gleichfalls, dass zwar der bewegte Maßstab verkürzt ist, die bewegte Kontur der Scheibe hingegen offenbar nicht.


Trigemina hat geschrieben:
Faber hat geschrieben:
Wikipedia hat geschrieben:Der Minkowski-Raum [...] Drei seiner Koordinaten sind die des Euklidschen Raums; dazu kommt eine vierte Koordinate für die Zeit.
[...]
In der speziellen Relativitätstheorie ist der euklidische Abstand ein Distanzmaß für den vierdimensionalen, raumzeitlichen Abstand zwischen zwei Ereignissen.
[...]

Daraus ergibt sich eindeutig, dass zu jedem Zeitpunkt das Verhältnis des Umfangs eines räumlichen Kreises zu seinem Durchmesser pi ist.

Nein. Das hast du völlig missverstanden. Der raumzeitliche Abstand zwischen zwei Ereignissen, auch Linienelement genannt, hat nichts, aber auch gar nichts mit einer Länge im herkömmlichen Sinn zu tun ...

Im allgemeinen ist der raumzeitliche Abstand zwischen zwei Ereignissen -wie Sie richtig sagen- keine Länge im herkömmlichen Sinn. Sie haben aber offenbar übersehen, dass ich schrieb "zu jedem Zeitpunkt" sowie "räumlicher Kreis". Es geht um eine Punktmenge, die einen Kreis im (x,y,z)-Raum zu einem einzigen Zeitpunkt beschreibt, also um gleichzeitige Ereignisse im Minkowski-Raum (ct,x,y,z). Der raumzeitliche Abstand zweier gleichzeitiger Ereignisse ist aber eine Länge im herkömmlichen Sinn.


Trigemina hat geschrieben:und es ergibt sich daraus schon gar nicht zwangsläufig ein Pi-zahliges Kreisverhältnis. Das ist reines Wunschdenken.

Doch. Das Verhältnis des Umfangs eines Kreises zu seinem Durchmesser ist im euklidischen (x,y,z)-Raum immer exakt π. Das gilt auch, wenn wir mit Minkowski eine Zeitkomponente ct hinzufügen, und im Minkowski-Raum (ct,x,y,z) dann den Kreis zu einem festen Zeitpunkt betrachten.

Und das steht uns nun frei, den Kreis zu einem festen Zeitpunkt zu betrachten. Jedenfalls dann, wenn eine SRT-gemäße Lösung vorliegt, die alle raumzeitlichen Punkte (ct,x,y,z) liefert, die zu der Punktmenge unserer Kontur gehören. Dann können wir ein Bild davon zu einem festen Zeitpunkt erstellen oder auch eine Animation aus mehreren solchen Bildern zu verschiedenen festen Zeitpunkten.


Trigemina hat geschrieben:Weiter oben schienen wir uns ja darin einig zu sein, dass unterschiedliche nicht-euklidische Metriken nur verfälschend in ein konstant-metrisches Koordinatensystem transformiert werden können.

Ja, nur Sie sehen nicht ein, dass dies bedeutet, dass damit Ihre Rechnung untauglich ist, eine Antwort auf die Frage zu liefern, was mit einem rotierenden Rad passiert. Eine korrekte Antwort auf diese Frage liefert für jeden Punkt der Radscheibe eine Kurve in der Minkowski-Raumzeit (ct,x,y,z).

Sie aber liefern keine Antwort und reden trotzdem die ganze Zeit so, als ob Sie eine geliefert hätten. Sie selbst sagen über Ihre Rechnung, sie könne nur "verfälschente" Lösungen liefern. Sie täuschen sich selbst mit Rhetorik. Ihre Rechnung liefert schlicht keine Lösung.

Gruß
Faber
Faber
 
Beiträge: 761
Registriert: Mo 5. Jan 2009, 15:45

Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Sebastian Hauk » Do 23. Apr 2009, 05:24

Merkwürdig ist im übrigen bereits, dass offenbar ein Beobachter bemerken kann, dass sein eigener Maßstab aus seiner eigenen Sicht verkürzt ist.


:?:

Bewegte Gegenstände werden nach der SRT kürzer gemessen. Was heißt hier eigentlich eigener Maßstab aus seiner eigenen Sicht?
Sebastian Hauk
 
Beiträge: 1134
Registriert: Do 1. Jan 2009, 13:35

Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Harald Maurer » Do 23. Apr 2009, 07:39

Sebastian Hauk hat geschrieben:Bewegte Gegenstände werden nach der SRT kürzer gemessen. Was heißt hier eigentlich eigener Maßstab aus seiner eigenen Sicht?


Nach der SRT wird nicht der eigene Maßstab kürzer gemessen, sondern jener des relativ bewegten IS. Aus eigener Sicht im eigenen IS bei eigenem Maßstab gibt es die Lorentzkontraktion nicht.

Was Einstein hier angeblich selbst schreibt (wo kommt der Absatz her?) enspricht seiner eigenen SRT daher nicht. Richtig ist, was Faber scrhreibt: diese Sätze bei Einstein sind "merlwürdig" und aus Sicht des nicht mitbewegten Bezugssystems müsste die Scheibe selbst unterschiedlichst kontrahieren (und nicht nur der Maßstab), weil die Kontraktion von v abhängt, und v ist radienabhängig. Und die Kontraktion hängt nicht nur von rein geradliniger Bewegung ab, sondern eben anteilsmäßig auch bei Abweichungen von dieser Richtung. In der Scheibe müssten sich daher seltsame Vorgänge abspielen. Das schon bei geringem v (man kann Scheiben oder Räder nicht a priori von der SRT ausnehmen, nur weil es sich um Rotationen handelt!)

Einstein selbst ist also nicht in der Lage, die Rotation einer Scheibe SRT-gerecht zu beschreiben. Vorausgesetzt, diese seltsamen Sätze stammen tatsächlich von ihm. Eigentlich erkennt man in diesem Absatz schon die ART, in welcher der Raum bzw. die "Raumzeit" um Massen tatsächlich dilatiert erscheint, weil eben materielle Maßstäbe kontrahieren. Auf eine materielle Scheibe trifft diese Dilatation (größer gemessener Umfang) aber auch in der ART nicht zu.

Grüße
Harald Maurer
Harald Maurer
Administrator
 
Beiträge: 3218
Registriert: Di 30. Dez 2008, 13:05
Wohnort: Graz

Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Trigemina » Do 23. Apr 2009, 13:41

Faber hat geschrieben:Merkwürdig ist im übrigen bereits, dass offenbar ein Beobachter bemerken kann, dass sein eigener Maßstab aus seiner eigenen Sicht verkürzt ist.


Diese Merkwürdigkeit resultiert aus dem fehlinterpretierten Text. Die Umfangslinien werden im Laborsystem kontrahiert gemessen. Ich zitiere nochmals den einleitenden Abschnitt von Einstein (oder von wem auch immer) und hebe die entscheidenden Worte hervor:

A.Einstein hat geschrieben:Legt nämlich der mit der Scheibe bewegte Beobachter seinen Einheitsmaßstab (ein relativ zum Scheibenradius kleines Stäbchen) an der Scheibenperipherie tangential zu dieser an, so ist derselbe, vom Galileischen System aus beurteilt, kürzer als 1...


Derselbe Einheitsmassstab ist also im Galileischen System (Laborsystem) kürzer. Im Ruhesystem der rotierenden Scheibe ist er natürlich unverändert.

Faber hat geschrieben:Der raumzeitliche Abstand zweier gleichzeitiger Ereignisse ist aber eine Länge im herkömmlichen Sinn.


Da muss ich fragen von welchen (gleichzeitigen) Ereignissen du sprichst. Ausnahmsweise liegen mal keine sich öffnende Türen oder explodierende Bomben vor. Die Eigenzeiten auf der rotierenden Scheibe unterscheiden sich von den im Laborsystem gemessenen Zeiten. Ebenso unterscheiden sich tangentiale Strecken bei der Transformation vom Ruhesystem der rotierenden Scheibe ins Laborsystem, in dem sich die Scheibe dreht, während radiale Strecken unverändert bleiben. Dies alles aus dem Umstand einer veränderlichen Minkowski-Metrik heraus, die es unmöglich macht, eine unverfälschte Projektion in unseren gewohnten euklidischen Erfahrungsraum vorzunehmen.

Sie aber liefern keine Antwort und reden trotzdem die ganze Zeit so, als ob Sie eine geliefert hätten.


Die einzige Antwort die ich nicht liefern kann – und wer glaubt es tun zu können soll sie angeben – ist die der unverfälschten Projektion einer veränderlichen Minkowski-Metrik in die unveränderliche euklidische Metrik des Laborsystems. Alles andere habe ich berechnet mit den selben qualitativen Konsequenzen wie sie auch in der Fachwelt beschrieben werden. Im weiteren kann ich nicht verstehen, weshalb du erwähntes Paper nicht wenigstens zur Kenntnis nimmst statt es zu ignorieren.

Gruss
Trigemina
 
Beiträge: 954
Registriert: So 11. Jan 2009, 14:30

Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 23. Apr 2009, 13:50

Kondensat74 hat geschrieben:
Chief hat geschrieben:....könnten moderne schnelle Festplatten wegen Verkleinerung der "Bit-Abstände" wahrscheinlich gar nicht funktionieren.


quatsch mit sauce.....moderne festplatten erreichen grade mal eine umfangs-v von 250 km/h-300 km/h :lol:


Ach so, deshalb funktioniert die Computer-Technologie dank der SRT! Das ist ja ganz toll. Ich hatte die ganze Zeit zu meiner Schande nicht verstanden, was die SRT dazu beigetragen hatte... :oops: Jetzt weiß ich das: weil die Scheiben nur mit 250 - 300 km/h rotieren. Genial! :lol:

Eine Frage: Bei dem Experiment Hafele/Keating, wie schnell hat sich das Flugzeug im Kreise gedreht?
Da funktioniert auch die SRT, das ist auch ganz toll. Weil es sich vielleicht nur mit 600-800 km/h im Kreise gedreht hat? Auch genial! Was die Relativitätstheorie alles in der Technologie beiträgt, sagenhaft. :lol:

Jocelyne Lopez
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Faber » Do 23. Apr 2009, 16:14

Trigemina hat geschrieben:Derselbe Einheitsmassstab ist also im Galileischen System (Laborsystem) kürzer. Im Ruhesystem der rotierenden Scheibe ist er natürlich unverändert.

Man würde erwarten, dass Einstein solches sagt. In dem Zitat sagt er aber folgendes:

Albert Einstein hat geschrieben:Aber auch die Definition der räumlichen Koordinaten macht hier zunächst unüberwindliche Schwierigkeiten. Legt nämlich der mit der Scheibe bewegte Beobachter seinen Einheitsmaßstab (ein relativ zum Scheibenradius kleines Stäbchen) an der Scheibenperipherie tangential zu dieser an, so ist derselbe, vom Galileischen System aus beurteilt, kürzer als 1, weil bewegte Körper nach § 12 in Richtung der Bewegung eine Verkürzung erfahren. Legt er dagegen seinen Maßstab in die Richtung des Scheinradius, so erfährt dieser, von K aus beurteilt, keine Verkürzung. Misst der Beobachter also zuerst den Scheibenumfang, dann den Scheibendurchmesser mit seinem Maßstab und dividiert er hierauf diese beiden Messergebnisse, so findet er als Quotienten nicht die bekannte Zahl
π = 3,14 ..., sondern eine größere Zahl
, während sich auf einer relativ zu K ruhenden Scheibe natürlich exakt π ergeben müsste."
(Meine Hervorhebungen)

Laut diesem Zitat misst der bewegte Beobachter für den Umfang einen größeren Wert als im Fall einer nicht-rotierenden Scheibe. Das ist höchst eigenartig und merkwürdig und deswegen wurde ja bereits in Frage gestellt, ob Einstein das tatsächlich so gesagt hat.


Trigemina hat geschrieben:
Faber hat geschrieben:Der raumzeitliche Abstand zweier gleichzeitiger Ereignisse ist aber eine Länge im herkömmlichen Sinn.

Da muss ich fragen von welchen (gleichzeitigen) Ereignissen du sprichst.

Dazu aus dem Artikel "Minkowski-Diagramm" der Wikipedia :

Wikipedia hat geschrieben:Jeder Punkt in diesem Diagramm markiert eine bestimmte Stelle in Raum und Zeit. Eine solche Stelle wird als Ereignis bezeichnet unabhängig davon, ob zu dieser Zeit und an diesem Ort überhaupt etwas geschieht.

Als Ereignis wird also ein jeder 4-dimensionale Punkt in der 4-dimensionalen Minkowski-Raumzeit bezeichnet. Ob da nun eine Bombe explodiert, eine Tür sich öffnet, oder aber einfach nur ein Punkt eines Rades die raumzeitliche Position okkupiert (oder auch nicht einmal solches).

Trigemina hat geschrieben:Ebenso unterscheiden sich tangentiale Strecken bei der Transformation vom Ruhesystem der rotierenden Scheibe ins Laborsystem, in dem sich die Scheibe dreht, während radiale Strecken unverändert bleiben. Dies alles aus dem Umstand einer veränderlichen Minkowski-Metrik heraus, die es unmöglich macht, eine unverfälschte Projektion in unseren gewohnten euklidischen Erfahrungsraum vorzunehmen.

Ich wiederhole: In der speziellen Relativitätstheorie ist ein euklidischer Abstand das Distanzmaß für den vierdimensionalen, raumzeitlichen Abstand zwischen zwei Ereignissen. Wir haben es in der SRT mit der Minkowski-Raumzeit (ct,x,y,z) und einer euklidischen Metrik zu tun. Im Falle gleichzeitiger Ereignisse ergibt das Distanzmaß den ganz normalen Abstand, wie wir ihn aus dem herkömmlichen, euklidischen (x,y,z)-Raum kennen.

Eine "veränderliche Minkowski-Metrik" mag in Ihrer Rechnung Anwendung finden, nicht aber in der SRT. Daher liefert Ihre Rechnung nicht die Antwort auf die Frage, was SRT-gemäß mit dem Rad passiert. Eine gültige Antwort auf diese Frage liefert für jeden Punkt der Radscheibe eine Kurve in der Minkowski-Raumzeit (ct,x,y,z).


Trigemina hat geschrieben:
Faber hat geschrieben:Sie aber liefern keine Antwort und reden trotzdem die ganze Zeit so, als ob Sie eine geliefert hätten.

Die einzige Antwort die ich nicht liefern kann – und wer glaubt es tun zu können soll sie angeben – ist die der unverfälschten Projektion einer veränderlichen Minkowski-Metrik in die unveränderliche euklidische Metrik des Laborsystems.

Die Frage lautet aber: "Was passiert SRT-gemäß mit dem Rad?" Die Frage lautet hingegen nicht: "Was lässt sich in irgendwelchen Räumen mit veränderlicher Minkowski-Metrik denken".

Sie liefern keine Antwort auf die Frage: "Was passiert SRT-gemäß mit dem Rad?".

Trigemina hat geschrieben:Im weiteren kann ich nicht verstehen, weshalb du erwähntes Paper nicht wenigstens zur Kenntnis nimmst statt es zu ignorieren.

Ich habe das Paper quergelesen und zur Kenntnis genommen, dass es keine Antwort auf die o.g. Frage liefert. Es liefert nicht für jeden Punkt der Radscheibe eine Kurve in der Minkowski-Raumzeit (ct,x,y,z).


Trigemina hat geschrieben:Alles andere habe ich berechnet mit den selben qualitativen Konsequenzen wie sie auch in der Fachwelt beschrieben werden.

Dazu ist zu sagen: Auch der von Ihnen bemühte Teil der Fachwelt liefert keine Antwort auf die Frage, was SRT-gemäß mit dem Rad passiert.

Gruß
Faber
Faber
 
Beiträge: 761
Registriert: Mo 5. Jan 2009, 15:45

Re: Scheinbares? Garagenparadoxon --- reloaded and exploded

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 23. Apr 2009, 16:19

Kondensat74 hat geschrieben:
ach lopinchen.....dein immer wieder verzweifelter versuch, den hintergrund einer aussage zu begreifen, manifestiert sich bei dir stets in lächerlichmachung deines "diskussionspartners".... :lol: das ist wirklich bedauerlich....

aber ich gebe dir mal einen tip.
rechne dir doch mal spassenshalber aus, wie gross denn die bitabstandsverkleinerung wäre, über die hier gesprochen wird. gegeben ist eine 2,5"-Festplatte. 10.000 u/min. Bitdichte in der äußeren spur von 900.000.

evtl verstehst du dann, warum ich gelacht habe :P

und das du meinen satz in verbindung mit Hafele/Keating bringst setzt dich auch nicht grade in ein kompetentes licht. was man messen kann, und was praktisch einen einfluss hat (was ja die aussage von chief war! die schnelle rotation würde die praktische funktion einer modernen festplatte unterbinden, wenn die SRT zuträfe) , sind zwei völlig verschiedene dinge.... :lol:


Und damit Du eventuell verstehst, warum ich gelacht habe, gebe ich Dir einen Tipp:

Ich lachte über die ewige Aussrede der Relativisten, man könne ja die Effekte aus Gedankenexperimenten der SRT nicht in der Realität feststellen - weder Experimente noch Anwendungen - weil die Geschwindigkeiten der untersuchten Objekte in der Realität sowieso zu niedrig seien... :(

Dabei besteht die SRT ja nur aus Gedankenexperimenten, wo die Geschwindigkeiten der untersuchten Objekten in der Realität sowieso zu niedrig sind, um irgendwelche Effekte zu untersuchen und nachzuweisen. :(

Dabei posaunen die Relativisten auf allen Kanälen am laufende Band heraus, dass die Effekte der SRT "tausendfach experimentell bestens bestätigt wurden" sowie in der Technologie "tagtäglich millionenfach" nachgewiesen werden.

Lachhaft, oder? :lol:

Deshalb habe ich die Frage gestellt, wie schnell denn das Flugzeug von Hafele/Keating 1972 im Kreise geflogen sei, um die mysteriösen Effekte der SRT offiziell mit Zig Kommastellen nachzuweisen... Etwa mit fast Lichtgeschwindigkeit? :shock:

Meine Frage ist sehr wohl berechtigt, auch wenn sie Dir unangenehm ist. Sogar ein führender Relativist hat mir versichert, dass man sich nicht zu bemühen braucht, die Effekte der SRT in der Empirie nachzuweisen, sie existieren in der Alltagsphysik nicht: Antwort von Prof. Dr. Ernst Peter Fischer zu meinem Gedankenexperiment ‘Was würde am Strand passieren?’

Zitat Prof. Dr. Ernst Peter Fischer:

Sehr geehrte Frau Lopez,

ich danke für Ihre Mail und denke, daß Ihre vorgeschlagene Situation tatsächlich unvorstellbar ist. Ich meine dies so: Wasserwellen tun nur, was Sie sagen, wenn Sie sich der Lichtgeschwindigkeit nähern; dann wären es aber keine Wasserwellen mehr. Im Normalfall am Strand gilt eine Physik ohne relativistische Effekte (wie überhaupt im Alltag, selbst wenn wir bis zum Mond reisen).

Mit den besten Grüßen
Ihr
EPFischer


Es kann aber auch natürlich sein, dass Prof. Ernst Peter Fischer die SRT auch nicht verstanden hat (er soll es sogar in einem Gespräch mit dem Kritiker Norbert Derksen, glaube ich, zugegeben haben).

Jocelyne Lopez
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

VorherigeNächste

Zurück zu Relativitätstheorie

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 26 Gäste

cron