Verbannung der Relativitätstheorie aus Forschung und Lehre

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Verbannung der Relativitätstheorie aus Forschung und Lehre

Beitragvon Harald Maurer » Mi 25. Apr 2012, 00:02

contravariant hat geschrieben:Die Gültigkeit dieses Argumentes läuft auf eine Frage hinaus: Was ist unendlicher der Raum oder die Zeit? - Generell sollte man die Frage stellen, ob es sinnvoll ist mit unendlichen Größen zu hantieren. Das reicht ziemlich weit an die Grundlagen heran was Physik bzw. Messen ist. Messen ist der Vergleich mit einer Referenzgröße. Wenn ich nun aber eine "unendliche" Größe einführe, dann kann ich diese qua Definition niemals mit einer endlichen Referenzgröße vergleichen; ich kann sie also nicht messen. Oder mathematisch formuliert, "unendlich" ist keine Zahl, kann also auch nicht das Ergebnis eines Messprozesses sein.

Da hast Du völlig recht! Es ist nicht sinnvoll, mit unendlichen Größen zu hantieren. Und genau aus diesem Grund tut man es auch nicht. Physiker brauchen ihre Werkzeuge und sie erschaffen sie daher auch, um messen zu können. Aber mit diesen Referenzgrößen kann man nicht das Universum hinterfragen, denn sie stammen aus unseren Köpfen. Physiker und Kosmologen betreten zu Unrecht einen Acker, den zu pflügen nur den Philosophen erlaubt ist. Denn wenn der Physiker auf Unendlichkeiten stößt, packt in das jähe Entsetzen. Dem Philosophen macht das gar nichts aus. Er misst ja nichts. Er legt sich daher nicht in das Prokrustesbett der Physiker, die sich mit ihren Gesetzen und Bezugspunkten dort Grenzen setzen, wo sie nicht existieren. Alle Erhaltungssätze, Postulate und Axiome sind Zwangsjacken, in welchen der Physiker argumentieren muss. Und natürlich nicht weiter kommt, wenn er sie nicht ablegt. Wir wissen nicht, ob diese Zwangsjacken tatsächlich existieren, denn wir schließen ja nur aus unserem unmittelbaren Erfahrungsbereich auf sie. Möglicherweise ist das dem Universum selbst ganz egal und es funktioniert ganz anders, als es sich die Kosmologen denken. Wir konstruieren Naturgesetze, die es nicht gibt, und erschaffen damit ein Modelluniversum, das es nicht gibt. Das ist pragmatisch vertretbar, aber etwas Wahres werden wir damit nie erfahren. Aber je mehr wir erfahren, umso deutlicher erkennen wir, das unsere Modelle nicht richtig sind. Das gilt ganz besonders für das Urknallmodell, an dem seit seinem Bestehen emsig herum gebastelt wird und ständig neue Ergänzungen benötigt, ala Dunkle Energie und Dunkle Materie, die sich aber nicht finden lassen. Das funktioniert an allen Ecken und Enden nicht. Da kann ich mir gewisse Unendlichkeiten besser verinnerlichen, denn mich packt ob der unendlichen Vielfalt der Natur eher das Entsetzen, wenn ich auf Konstanten und Absolutgrößen stoße, wie es z.B. die LG sein soll. Da müsste man sich doch wirklich fragen, wer um Himmelswillen hat das denn so bestimmt? Und den Urknall gezündet? Und warum hat er es nicht bleiben lassen? Mit solchen Fragen landet man dann im Vatikan - und da möchte ich schon gar nicht hin! Da ist mir ein Universum, das keiner Ursache bedarf, einfach lieber!

Grüße
Harald Maurer
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Re: Verbannung der Relativitätstheorie aus Forschung und Lehre

Beitragvon Harald Maurer » Mi 25. Apr 2012, 00:18

Yukterez hat geschrieben:Im Urgrund steht dann einfach weder das eine, noch das andere...

Oder beides zugleich! Umso genauer wir die Materie betrachten, desto mehr löst sich scheinbar materielles in Wirkungen und Kräfte auf, und schauen wir noch genauer hin, sind es nur noch Informationen. Die Erkenntnisse unserer Physiker streben immer mehr den Weisheiten buddhistischer Religionen zu... Yin und Yang, Schwingung, Strings. Sind die Entitäten des Universums Schwingungen zwischen Sein und Nichtsein? So sieht es aus - und wenn es so wäre, ist die Geburt des Universums aus dem Nichts erst recht ausgeschlossen. Denn es ist ja dann noch immer da!

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Re: Verbannung der Relativitätstheorie aus Forschung und Lehre

Beitragvon Hannes » Mi 25. Apr 2012, 07:20

Hallo Yukterez !
Yukterez hat geschrieben:
Eben, dazu bräuchte man dann wieder die Theorie von der Lichtermüdung damit man das auf 2.75°K bzw 400 Photonen pro cm³ runterbricht, das geht mit der Urknall sauber aber für den Steady State habe ich dazu noch keine Formel gesehen...

Wozu brauchst du für alles eine Formel ? Kannst du dir ohne Formel nichts
vorstellen ? Jedes Märchen ist nicht mit Formeln berechenbar. Auch die SRT ist so ein Märchen.Auch die " Rückrechnung" auf den Urknall ist nur mathematische Spekulation. Wobei diese mathematische Spekulation noch verfälscht ist durch die Annahme der Inflation.(der überlichtschnellen Ausdehnung des frühen Universums)
Mathematik ist eben nicht alles !

Mit Gruß
Hannes
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Re: andersrum wird ein Schuh draus

Beitragvon Ernst » Mi 25. Apr 2012, 12:33

Yukterez hat geschrieben: Eben nicht, da es der Anfang der Zeit ist. Da gibt´s kein vorher, nur ein nacher, selbst wenn das hinter der 0 liegt ! Das Beispiel, dass es kein nördlicher als den Nordpol gibt, ist bekannt, du kommst wieder in den Süden, aber wenn du dich dem Norden ostwärts angehähert hast, geht´s dann südwärts wieder hinab. Die Oberfläche nimm in 4D und fertig.

Der Vergleich hinkt gewaltig. Die lineare Zeitskala reicht ja von jetzt zurück auf 14Mill. Jahren. Also von diesem Zeitpunkt an gibt es ein Nachher. Daher ist es legitim nach dem Vorher zu fragen. Oder meinst Du, weil da einer die Zeit mit der Stoppuhr gestartet hat, gäbe es keine davor.
Nochmal die Frage. Wieso gerade vor 14Mill. Jahren und nicht vor 2000Mill. Jahren oder vor 2Mill. Jahren oder aber überhaupt nicht :?: :?: :?:
Was war die Ursache für den Knall aus dem Nichts und gerade zu diesem Zeitpunkt?

Die unendliche Allversion benötigt diese unvorstellbaren Annahmen nicht. Wenn etwas immer da war, erübrigt sich die Frage nach dem Wann und nach der Ursache des Seins??
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Re: Re:

Beitragvon Ernst » Mi 25. Apr 2012, 12:49

contravariant hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Der unendliche Raum war einfach schon immer da und wird immer da sein. Und sein Inhalt hat sich in der unendlichen Vergangenheit stets verändert und wird sich weiterhin ewig ändern.

Die Frage Warum ist in diesem Zusammenhang müßig. Es ist eben so: Das unendliche All existiert in unendlicher Zeit.

Dieses Argument hat einen Haken. Angenommen, Raum und Zeit sind unendlich und das Universum ist isotrop, dann gäbe es keinen dunkelen Nachthimmel. In jeder beliebigen Richtung würde sich (sehr weit weg) ein Stern befinden. Und da das Licht von diesem Stern beliebig lange Zeit hatte zur Erde zu gelangen, wäre der Nachthimmel komplett erleuchtet. Das ist offensichtlich nicht der Fall. Das Universum ist also zumindest nicht isotrop. Das bedeutet aber auch, dass nach deiner Argumentation das Universum unendlich lange einfach nur leer gewesen ist. Und dann ganz plötzlich haben sich die Sterne gebildet, die wir sehen können. Das klingt auch nicht besonders logisch.

Diese Argument ist so schwach, daß ich mich wundere, daß es jemals in die Welt gesetzt wurde.

1. Nimmt die Lichtintensität mit dem Quadrat des Abstandes der Quelle ab. Daraus ergibt sich schon mal ein endlicher Grenzwert für die empfangene Helligkeit.
(1/2+1/4+1/8+1/16+1/32+.. unedlich so weiter, ergibt nun mal 1 und nicht unendlich)

2. Das All ist nicht leer, es wimmelt von Sternen, Gaswolken, Staubwolken etc. In irgendeiner Entfernung ist die Erde durch diese Objekte so abgeschirmt, daß für weiter außen liegende Sterne kein Durchkommen des Lichtes zur Erde möglich ist.

3. Ist allgemein bekannt, daß das Licht mit steigender Entfernung immer weiter nach rot verschoben ist. Das CMB ist solches extrem weit rotverschobenes Licht von Sternen hinter dem Sichthorizont. Für Sterne noch weiter wird die Wellenlänge noch immer größer, bis sie schleißlich so lang wird, daß sie gar nicht mehr detektierbar ist.
Davon, daß sehr weit entfernte Sterne zur sichtbaren Beleuchtung der Erde beitragen, kann also keine Rede sein.

4. Ist gar nicht gesagt, daß die Sternendichte in solchen unermeßlichen Entfernungen homogen ist bezuglich des sichtbaren Sektors.
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Re: der strahlende Himmel

Beitragvon Gerhard Kemme » Mi 25. Apr 2012, 18:18

Yukterez hat geschrieben:Ja aber man kann ja eine gewisse Sternendichte pro Kubikmegaparsec annehmen, auch die Lebensdauer des Sterns wird dann im Verhältnis zur Sternenentstehungsrate stehen müssen, wollen wir ein unendliches Universum wo nicht früher oder später nichts rauskommt. Ausserdem, wenn von der Strahlung nach einer gewissen Distanz nichts mehr überbleibt, dann haben wir das Nichts doch eh schon salonfähig gemacht (: Im Urgrund steht dann einfach weder das eine, noch das andere...


Es stellt sich dann die Frage, was dem Menschen das Nichts in der Physik nützt. Wenn Physiker oder Astronomen oder Foristen kosmologische Themen erörtern, dann sind es meistens Konstrukte, über die sinnlos hin und her debattiert werden kann, aber überzeugende Nachweise fehlen. Man benötigt theoretische Konstrukte, die zu einem Thema die beobachtbaren und meßbaren Phänomene in einen Zusammenhang bringen, der eine Mehrzahl von Menschen zufrieden stellt - und eine solche Theorie soll auch neue Entdeckungen ermöglichen und erklären. Solch eine Vorstellung wird ihre Grenzen haben. Nimmt man die Urknallhypothese, dann ist sie eingeführt und teilweise anerkannt, denn sie liefert für manches eine Erklärung - allerdings hat sie ziemlich enge Erklärungsgrenzen - d.h. es stellt selbstverständlich eine pure unbegründete Behauptung dar, dass es vor einem "Urknall" nichts an Materie gegeben hätte - hier ist dieses theoretische Konstrukt einfach etwas nachlässig entfaltet worden.
Es sollte auch noch darauf hingewiesen werden, dass mit physikalischen Begriffen operiert wird, die dann wiederum kaum näher beschrieben oder definiert worden sind - wer viel über Licht spricht, das aus unendlichen Weiten zu uns kommt, der sollte auch einmal sagen, was ein Photon ist, ob es ein Übertragungsmedium gibt, wie Licht erzeugt wird, was denn überhaupt ein Elektron ist und wie es funktioniert.
Last not least auch einmal die Erinnerung daran, dass es im Kontinuum der Reellen Zahlen keine Null in der Realität gibt,
http://de.theoriefinder.wikia.com/wiki/Null
das ist nur eine Annahme, d.h. man sagt es so, sollte aber eigentlich wissen, dass es nicht ganz korrekt ist. Entsprechend sind Aussagen über Unendlichkeit oder nur Endlichkeit des Weltraums ziemlich müßig - da sollte man wohl eher sagen, dass es ziemlich groß ist.
Gerhard Kemme
 
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Re: der strahlende Himmel

Beitragvon Kurt » Do 26. Apr 2012, 21:30

Gerhard Kemme hat geschrieben:das ist nur eine Annahme, d.h. man sagt es so, sollte aber eigentlich wissen, dass es nicht ganz korrekt ist. Entsprechend sind Aussagen über Unendlichkeit oder nur Endlichkeit des Weltraums ziemlich müßig - da sollte man wohl eher sagen, dass es ziemlich groß ist.


Und noch dazu dass es warscheinlich das selbe macht wie alles andere auch, es schwingt.
Und das ergibt dann eine ganz logische Erklärung dessen was beobachtbar ist.

Gruss Kurt
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Re: Verbannung der Relativitätstheorie aus Forschung und Lehre

Beitragvon HD116657 » Do 10. Mai 2012, 08:40

Chief hat geschrieben:Inzwischen haben die AC-ler die Diskussion dort komplett lahmgelegt (Galileo2609 alias Herr Senf, ralfkannenberg, Poet usw.).

was hast Du getan, dass zu verhindern? 8-)
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Re: Verbannung der Relativitätstheorie aus Forschung und Lehre

Beitragvon HD116657 » Fr 11. Mai 2012, 09:11

Chief hat geschrieben:
HD116657 hat geschrieben:
Chief hat geschrieben:Inzwischen haben die AC-ler die Diskussion dort komplett lahmgelegt (Galileo2609 alias Herr Senf, ralfkannenberg, Poet usw.).

was hast Du getan, dass zu verhindern? 8-)

Das weißt Du sehr genau. :D

wie ich Dich kennengelernt habe hast Du nichts getan.......
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Re: Verbannung der Relativitätstheorie aus Forschung und Lehre

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 30. Mai 2012, 08:22

Hallo zusammen,

Seit gestern abend kann ich die Diskussion im Blog von Angela Merkel nicht mehr aufrufen: Ich bekomme eine Meldung, dass die Seite nicht zu finden ist:

https://www.dialog-ueber-deutschland.de ... Idea=14740

Ist das bei Euch auch so?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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