rmw hat geschrieben:Da man das Anheben der Masse in jeden System beobachten kann, wirken daher auch in jedem System die gleichen Kräfte.
Natürlich. In jedem Bezugssystem wirken nur dieTrägheit und die Zentripetalkraft!
rmw hat geschrieben:An der Gondel ist es das völlig Gleiche. Wenn sich die Gondel im stationären Zustand nach außen bewegen soll dann muß man an der Gondel nach außen ziehen. Dreht sich die Gondel dann zieht eben die Zentrifugalkraft nach außen.
Nachem man das nach außen Bewegen und Ansteigen der Gondeln in jedem System beobachten kann sind auch die Kräfte in jedem System gleich.
Ob etwas nach außen wirkt oder nach innen, hängt eben vom Standpunkt des Beobachters ab. Der mitrotierende Beobachter konstatiert eine Wirkung nach außen - weil er sich innen befindet. Der Außenbeobachter konstatiert eine Wirkung nach innen, weil er sich außen befindet. Das ist des Pudels Kern! Der Außenbeobachter erkennt für die Wirkung nach innen eine Zentripetalkraft. Der Innenbeobachter schreibt die Wirkung nach außen einer Zentrifugalkraft zu. Beide beschreiben ein und dasselbe, nämlich den Umstand, dass eine Zentripetalkraft die Gondel aus der inertialen Bewegung zu einer Kreisbahn zwingt. Ob man nun sagt, die Zentripetalkraft zieht nach innen, oder eine Zentrifugalkraft zieht nach außen, hängt eben vom Bezugssystem ab. Da liegen nicht 2 Kräfte vor, sondern eine Kraft wird je nach Beobachter-Standpunkt unterschiedlich interpretiert. Trägheit bzw. Zentrifugalkraft (=Trägheitskraft!) und Zentripetalkraft beziehen sich auf einen Körper: die Gondel. Und daher hat das mit Newton III eben nichts zu tun.
Die vom Beobachter im rotierenden BS wahrgenommene Wirkung ist ja nichts anderes als die Trägheitskraft, die er Zentrifugalkraft nennt. Kräfte werden aber von Körpern auf Körper ausgeübt. Die Trägheit als Eigenschaft der Masse ist daher keine Kraft, weil die Gondel auf sich selbst keine Kraft ausüben kann. Die Zentrifugalkraft entsteht aber durch die Trägheit der Gondel und wirkt auf die Gondel - und da ist kein Körper, welcher diese Kraft auf die Gondel ausüben würde, und deshalb ist sie als Scheinkraft definiert, wie alle Trägheitskräfte. Die Zentripetalkraft ist hingegen als wahre, angelegte Kraft erkennbar, denn hier gibt es den Körper, welcher diese Kraft (Zwangskraft) ausübt: das Seil, die Kette etc. Das ist eben der Unterschied, der hier nicht verstanden wird.
Die wahre, ausgeübte oder angelegte Kraft ist die Zentripetalkraft, weil diese es ist, die den Körper nach innen beschleunigt. Sie kann sich aus unterschiedlichen Kräften (z.B. Gewichtskraft plus Schnurkraft) zusammensetzen.
rmw hat geschrieben:An der Masse greift außer G noch die Massenträgheitskraft an. Die Resultierende aus G und Massenträgheitskraft ist die Gegenkraft zu Z.
Damit ist dann sogar Newton (Kraft und Gegenkraft) erfüllt.
Unsinn. Die Masse kann an sich selbst nicht mit einer "Massenträgheitskraft" angreifen! Sie hat einfach eine Trägheit, weiter nichts. Und da hier keine Kraft auf die eigene Masse angreift, hat das mit Newton III nichts zu tun! Wohl aber wird der Widerstand der Trägheit im rotierenden BS als Trägheitskraft interpretiert. Die Reaktionskräfte nach Newton III, die hier wirken, sind zwei Zentripetalkräfte, die jeweils zum gemeinsamen Schwerpunkt gerichtet sind. Die Reaktionskraft auf die Gewichtskraft ist eine Anziehungskraft der Masse auf die Erde.
Die Trägheitskraft "Zentrifugalkraft" ist nur eine Interpretation oder eine Rechengröße, wenn man im rotierenden BS den Trägheitssatz Newtons bewahren will. Interpretationen können logischerweise keine Reaktionskraft nach Newton III sein.
rmw hat geschrieben:Da das Verhalten aus jedem System betrachtet das Gleiche ist,
Die wahren Kräfte sind die gleichen, das Verhalten wird aber abhängig vom Bezugssystem unterschiedlich beurteilt. Der Außenbeobachter schaut in das rotierende BS hinein, der mitrotierende Beobachter schaut hinaus! Sie sehen daher nicht dasselbe: für den Außenbeobachter rotiert das Karussell, für den mitrotierenden Beobachter rotiert der Jahrmarkt!
Grüße
Harald Maurer