
Diese Darstellung ist falsch. Da die Rotation vom Außensystem betrachtet wird, gibt es die durch die roten Pfeile gezeichnete Fliehkraft nicht.

Die Darstellungs links ist richtig, weil keine Rotation sichtbar ist. Es handelt sich daher um eine Sicht des mitrotierenden Beobachters, für den die Objekte stationär bleiben und sich die Abstände nicht verändern. Die Darstellung stellt korrekt der Zentripetalkraft eine ebensolche gegenüber (actio-reactio), eine Zentrifugalkraft muss eingeführt werden, obwohl es Kraftkomponenten radial nach außen nicht gibt. Für die Zentrifugalkraft gibt es keine Reaktionskraft, daher ist die Verknüpfung der beiden eingezeichneten Zentrifugalkräfte mit actio-reactio falsch. Beide Kräfte sind Scheinkräfte und können daher keine Reaktionskraft auslösen. Sie verschwinden bei der Transformation ins Außensystem; nur das Zentripetalkräftepaar bleibt bei der Transformation erhalten! Diese Darstellung gilt nicht für alle Bezugssysteme, sondern nur für das rotierende BS, da im Außensystem die Zentrifugalkräfte nicht einzuführen sind.

Diese Darstellung ist falsch, denn die sichtbare Rotation zeigt, dass man sich im Außensystem befindet. Hier existieren aber nur die Zentripetalkraft (blau), die Gravitation (schwarz) und die Trägheit, die tangential gerichtet ist. Die roten Pfeile sind demnach falsch. Da die Kreisbewegung vollends mit Zentripetalkraft und Trägheit beschrieben ist, darf eine Zentrifugalkraft nicht eingeführt werden.
In keinem der Bezugsysteme existiert de facto eine radial nach außen gerichtete Kraftkomponente. Die Zentrifugalkraft, die der Beobachter im rotierenden System spürt, entsteht durch die tangential gerichtete Trägheit und die radial gerichtete Zentripetalkraft; die Resultierende daraus ergibt den Kreis.
Die Missverständnisse in dieser Debatte enstehen hauptsächlich dadurch, dass die Bezugssysteme und ihre unterschiedlichen Darstellungen nicht sauber voneinander unterschieden sondern Mischmasch-Beschreibungen angewendet werden.
Grüße
Harald Maurer