Ernst hat geschrieben:„Die Oberfläche der äußeren Kugel drückt als Zentripetalkraft auf die innen rollende Kugel. Und die innen rollende Kugel reagiert mit einer Reaktionskraft auf die Wand der äußeren Kugel. actio=reactio.“
Jetzt hat er es kapiert

und versucht sich aus der Situation zu retten.
Ich zitiere Gerthsen:
„Dynamisch betrachtet: Damit oder wenn ein Körper mit der Masse m eine gleichförmige Kreisbewegung ausführt, muss auf ihn eine Kraft vom Betrag
(1.31) F = m*W²*r (W = Omega)
wirken, die immer zu einem festen Punkt, dem Zentrum, hinzeigt (Zentripetalkraft).
In physikalisch realen Fall wird es einen Körper Q geben, der die Zentripetalkraft ausübt, die nötig ist, um den Körper P auf die Kreisbahn zu zwingen. Dann übt umgekehrt P auf Q nach dem Reaktionsprinzip eine Gegenkraft aus, deren Beitrag ebenfalls nach (1.31) gegeben wird, die aber entgegengesetzte Richtung hat, eine Zentrifugalkraft .“ Karussell:
Körper Q = System aus Kette, Scheibe, Achse, Erde
Körper P = Gondel
Ich habe es bereits geschrieben, einige begreifen es immer noch nicht:
Eine Name für zwei völlig unterschiedliche Kräfte:
1. Scheinbare Trägheitskraft: Körper P ist frei,
ist nicht mit Q verbunden: Eine Kugel auf die Ladefläche eines LKW; Eine Kugel auf eine sich drehende Scheibe. Auf diese Kugel wird zu keiner Zeit eine Zentripetalkraft noch eine andere Beschleunigungskraft angelegt, ausgeübt.
Betrachtung aus dem beschleunigten System: Eine Kraft treibt die Kugel nach vorn/hinten, bzw. nach außen – diese Kraft wird Trägheitskraft (fälschlicherweise) genannt.
Betrachtung aus einem IS: Die Kugel ist kräftefrei und bewegt sich inertial weiter. Somit ist die „Trägheitskraft“ im IS verschwunden, d.h. sie ist scheinbar, nicht existierend.
2. Reale Trägheitskraft: Körper P
ist mit Körper Q verbunden. Eine Kugel ist mit Schraube oder Kette an der Ladefläche des LKW, bzw. auf der sich drehende Scheibe befestigt. (Karussell genauso, die Gondel (Körper P) ist an dem System (Körper Q) - Kette, Scheibe, Achse, Erde befestigt). Auf diese Kugel wird zu jeder Zeit eine Zentripetal-, bzw. Beschleunigungskraft angelegt. Erst jetzt erscheint die reale Trägheitskraft (Zentrifugalkraft), die vom gleichen Betrag und entgegengerichtet der beschleunigenden Kraft (Zentripetal) gerichtet ist.
Betrachtung aus dem beschleunigten System: Der Körper ist in Ruhe, genauso wie der Beobachter. D.h. auf dem Körper wirken keine Kräfte, oder die wirkenden Kräfte sind gleich und entgegengesetzt. Eine Messung oder Lösung der Verbindung schafft Klarheit – eine Kraft treibt den Körper radial nach außen, der Körper war also nicht kräftefrei. Um unbewegt auf seinem Platz zu sein, bedeutet, dass eine gleichgroße und entgegengerichtete Kraft vorhanden sein muss. Der Beobachter konstatiert eine der Kräfte (Zentrifugal), die andere muss er sich denken, voraussetzen.
Betrachtung aus einem IS: Der Körper ist eindeutig nicht kräftefrei, er wird mitbeschleunigt. Eine Kraft zwingt den Körper in Kreisbewegung, sie muss radial zum Zentrum gerichtet sein. Der Körper bewegt sich aber nicht in Richtung Zentrum, da der Körper eine Trägheit hat, die durch eine Trägheitskraft sich der Änderung seiner Inertialbewegung währt. Eine Messung oder Lösung der Verbindung schafft Klarheit – um relativ unbewegt auf die Drehscheibe (Kreisbahn), bzw. auf die beschleunigte Ladefläche zu verbleiben, muss der realen Beschleunigungskraft eine reale und gleichgroße Trägheitskraft entgegenwirken.
Der Beobachter konstatiert eine der Kräfte (Zentripetal), die andere muss er sich denken, voraussetzen.
Bei Wechsel des BS verschwindet keine der Kräfte. Diese reale Trägheitskraft hat mit der scheinbare von oben nicht das Geringste zu tun.
Und das alles werdet Ihr auch in den Lehrbüchern finden, solange Ihr diverse sich widersprechende Aussage zu ordnen könnt und dabei auch etwas Grips einsetzt.
Einige Physikanalphabeten meinen aber, beide Kräfte seien das Gleiche und da oben die Kraft als scheinbar entlarvt wurde, so müsste die untenbeschriebene auch scheinbar sein, tragen ja die gleichen Namen.
Zwei Körper, die versetzt aufeinander bewegt sind und beim Zusammentreffen durch irgendeine Verbindung (Stange, Seil, Gravitation) gekoppelt wurden, gelangen in Kreisbewegung um den gemeinsamen Schwerpunkt. Welche Körper übt jetzt Zentripetal- und welche Zentrifugalkraft aus ist unklar, bzw. relativ. Haben beide Körper gleiche Masse (Doppelstern z.B.), sodann üben beide Körper sowohl Zentripetal- wie auch Zentrifugalkraft aus. Die dabei entstehenden „Trägheitskräfte“ sind genauso als Zentripetal- wie auch Zentrifugal aufzufassen.
Eine Unterscheidung zwischen aktiven, wirkenden, eingeprägten und passiven, trägheits Kräften ist nicht möglich. Wie ist dann möglich, dass einige großmäulig verkünden, die einen gibt es, die anderen aber nicht.
Hat der eine Körper viel größere Masse, sodann wird er als unbewegt betrachtet, der Körper mit der geringen Masse wird dann um den größeren rotieren. Man sagt, ohne aber eine der Kräfte zu entwerten, der größere übt Zentripetal-, der kleinere Zentrifugalkraft.
Das Mondmännchen meint, die Erde dreht sich um ihn, der Mond muss also Zentripetalkraft ausüben.