Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Harald Maurer » Do 10. Nov 2011, 22:37

Ernst hat geschrieben:Im rotierenden Bezugssystem selbst findet aber keine Rotation statt. Man kann nur konstatieren, daß das System in einem IS rotiert.

Ist es nicht so, dass Rotationen absolut sind? Und man in einem rotierenden System befindlich jederzeit feststellen kann, dass es rotiert, nämlich an den Kräften, die auftreten? Diese Kräfte treten doch gerade den Newtonschen Gesetzen folgend auf (z.B. die Fliehkraft als Folge des 1. Axioms). Es ist schon klar, dass die Existenz der Fliehkraft vom Bezugssystem abhängt und das Trägheitsprinzip nicht im rotierenden System, sondern im Inertialsystem wirkt, in welchem die Rotation stattfindet. Es ist sicher richtig, dass Newtons Axiome a priori in Inertialsystemen gelten, das hindert den rotierenden Beobachter aber nicht daran, das Trägheitsgesetz anzuwenden, weil er ja weiß, dass er rotiert. Wenn man in einem rotierenden System die Zentrifugalkraft spürt, wendet man doch das Trägheitsprinzip an, um dieses Phänomen zu erklären. D.h. man argumentiert mit Newton, obwohl man sich im rotierenden System befindet. Natürlich transformiert man damit ins Inertialsystem, wo nicht die Fliehkraft, sondern die Trägheit existiert - aber damit wird dennoch klar, dass Newtons 1. Gesetz sich im rotierenden System auswirkt, also in transformierter Form gültig ist. D.h. doch dass Newtons Gesetze entsprechend transformiert in jedem Bezugssystem Gültigkeit erlangen. Oder nicht?
Wenn der Schatten einer über die rotierende Platte bewegten Fliege eine Spirale einbrennt, gibt es es für den Beobachter im BS Platte doch kein Problem. Dass die Fliege geradlinig über die rotierende Platte fliegt und nicht spiralförmig, wie es die gebrannte Spur nahelegen könnte, kann er doch exakt feststellen. Und wie macht er das? Mit Newtons Gesetzen.
Im übrigen gibt es da einen gewissen Freiraum, denn auf der Oberfläche des Rotationskörpers Erde arbeitet man doch auch unbefangen mit Newtonschen Gesetzen, obwohl sie ja genau genommen gar nicht gültig sein könnten...

Grüße
Harald Maurer
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Re: Newton

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Fr 11. Nov 2011, 11:18

Chief hat geschrieben:Das muss erst einmal bewiesen werden. Solange ein Beweis fehlt betrachte ich meine Annahmen als richtig. Und es wird auch extrem schwierig sein das Gegenteil zu beweisen weil wie gesagt der Impulserhaltungssatz noch nie verletzt wurde (auch im Falle von em-Strahlung - Beispiel Compton-Effekt).

deine Annahmen sind schon widerlegt:

  1. Sie verletzen die Energieerhaltung.
  2. Sie können nicht erklären, warum der Erdäther zwar die Bewegung der Erde im absoluten Äther mitmacht aber die Erddrehung nicht.

Sind das überhaupt deine Annahmen? Oder hast du das wieder irgendwo geklaut?
Zuletzt geändert von fb557ec2107eb1d6 am Fr 11. Nov 2011, 12:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » Fr 11. Nov 2011, 12:33

Highway hat geschrieben:Wenn sich der Schatten der Fliege auf der Platte einbrennt, dann fliegt die Fliege nicht kräftefrei. Das willst du doch wohl nicht ernsthaft bezweifeln?

Entweder geht Dir jedes physikalischer Verständnis ab, was ich nicht recht glaube, oder Du willst mich veräppeln.
In beiden Fällen reagiere nicht auf solchen Blödsinn.

Gruß
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » Fr 11. Nov 2011, 12:55

Harald Maurer hat geschrieben: Wenn der Schatten einer über die rotierende Platte bewegten Fliege eine Spirale einbrennt, gibt es es für den Beobachter im BS Platte doch kein Problem. Dass die Fliege geradlinig über die rotierende Platte fliegt und nicht spiralförmig, wie es die gebrannte Spur nahelegen könnte, kann er doch exakt feststellen. Und wie macht er das? Mit Newtons Gesetzen.

Die Fliege fliegt aber tatsächlich im Bezugssystem Platte auf einer Spirale. Und wenn Du sagst, sie fliegt geradlinig gilt das eben nicht für das Bezugssystem Platte, sondern für das Bezugssystem IS des Gehäuses.

Wenn man in einem rotierenden System die Zentrifugalkraft spürt, wendet man doch das Trägheitsprinzip an, um dieses Phänomen zu erklären. D.h. man argumentiert mit Newton, obwohl man sich im rotierenden System befindet. Natürlich transformiert man damit ins Inertialsystem,...

Das ist ja alles richtig. Du weichst aber den Begriff Bezugssystem auf. Die Gesetze im rotierenden Bezugssystem sind jene Gesetze, die direkt dort wirken. Also zum Beispiel krummlinige Bewegung kräftefreier Massen, gleichbedeutend mit Beschleunigung kräftefreier Massen. Das widerspricht eindeutig Newton. Weshalb man konstatiert, daß in rotierenden Bezugssytemen diese Gesetze nicht gelten. Selbstverständlich kann man mit der bekannten Winkelgeschwindigkeit in ein Bezugssytem vom Typ IS transformieren. Und da gelten ja dann a priori die Newtonschen Gesetze. Daher gelten im Bezugssystem IS für rotierende Objekte selbstverständlich die Newtonschen Gesetze.

Gruß
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Re: Newton

Beitragvon Ernst » Fr 11. Nov 2011, 12:59

Chief hat geschrieben: Solange ein Beweis fehlt betrachte ich meine Annahmen als richtig.

Da kannst du gleich das blaue vom Himmel annehmen. Zu den bekannten Beobachtungen der Aberration kollidiert dein Mitführäther. Da helfen keine Impulse, wie ich es bereits erklärte.

Gruß
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » Fr 11. Nov 2011, 13:21

Chief hat geschrieben: Die Keplerschen Gesetze ergeben sich direkt aus der Newtonschen Theorie.

Ja und?
Aber Du bist nach wie vor der Meinung, die Sonne umrundet die Erde täglich mit atemberaubender Geschwindigkeit?

Gruß
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » Fr 11. Nov 2011, 13:56

Chief hat geschrieben:(1) BS rotiert tatsächlich - Masse tatsächlich unbewegt
Die Masse bewegt sich SCHEINBAR auf einer Kreisbahn - es existiert keine Newtonsche Kraft

Das ist ein genereller Irrtum. Im rotierenden Bezugssystem bewegt sich die Masse real, tatsächlich auf einer Kreisbahn, ohne eine anliegende eingeprägte Kraft. Siehe Plattenspirale. Wenn Du sagst, das wäre scheinbar, dann assoziierst Du, daß die "richtige,reale" Wahrnehmung nur im IS erfolgen kann. Das ist aber nicht so. In jedem Bezugssystem ist die Wahrnehmung gleichermaßen real. Nur entspricht sie ausschließlich in IS den Newtonschen Gesetzen. In allen anderen nicht. Da gelten auch Gesetze, aber andere, nicht Newtons.

Hieraus wird klar, dass die Physik durch Transformation von Koordinaten NICHT verändert werden kann.

Wer sagt denn auch sowas. Alle Bezugssysteme sind gleichberechtigt in der physikalischen Beschreibung. Man kann auch beliebig zwischen den Bezugssystemen transformieren. Aber nur in IS kann man mit den Newtonschen Gesetzen rechnen. In anderen Bezugssystemen erhält man die Realität durch Anwendung anderer Gesetze. Man kann dazu die Newtonschen Gesetze "transformieren". Nur sind es dann nicht mehr die Newtonschen Gesetze.

Es bleibt bei der allgemeinen Aussage:
IS sind Bezugssysteme, in welchen die Newtonschen Gesetze gelten.
Bezugssysteme, in welchen die Newtonschen Gesetze gelten, sind IS.


Das ist breiter elementarer physikalischer Konsens in der physikalischen Lehre. Die Verinnerlichung eines "Bezugssytems" mag manchem schwerfallen. Ich hab´s auf unterschiedliche Weise versucht, Klarheit zu schaffen. Wer noch immer zweifelt, der möge sich ein didaktisch geeignetes Lehrbuch besorgen. Die obigen Aussagen nachzuvollziehen, ist keine große Hürde.
Ich jedenfalls kann nichts weiter beitragen.

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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » Fr 11. Nov 2011, 14:16

Chief hat geschrieben: Aber ich weiß dass die Newtonschen Gesetze dagegen sprechen und dass das nur eine Täuschung ist.

Die Bewegung ist keine Täuschung. Sie ist real. du kannst sie ja filmen.
Wenn Du weißt, daß die Newtonschen Gesetze dagegen sprechen; dann widerspricht der Bewegungs-Ablauf im rotierenden Bezugssystem doch den Newtonschen Gesetzen. Insofern, daß nach den Newtonschen Gesetzen die Bewegungen nicht mit den anliegenden Kräften harmonieren, weil ansonsten alles aus der Bahn fliegen müßte.
Also transformierst Du mit Deinem Wissen über die Erdrotation (Generationen früher wußten das nicht und glaubten Ptolemeus) in ein IS, wo Du dann Deine "wahre, täuschungsfreie" Wahrnehmung erhältst. Das mag heute unbewußt selbstverständlich sein. Generationen früher empfanden die Beobachtung im Erdsystem aber als wahr. Sie kannten eben nicht die Newtonschen Gesetze, mit denen eine vollständige Besc hreibung (Bewegung plus Kraft) im IS möglich ist.

Gruß
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Ernst » Fr 11. Nov 2011, 14:23

Chief hat geschrieben: Für ihn hängt die Masse eines Objekts vom Bezugssystem ab.

Richtig, damit hat er Newton außer Kraft gesetzt.
Es handelt sich dabei aber nicht um eine empirisch begründete Physik. Sondern um ein mathematisches Konstrukt, um vermeintliche Widersprüche mathematisch so zurecht zu biegen, daß dann alles zusammen paßt. Meines Erachtens ein ganz inakzeptabler Weg. Der mathematische Ansatz des zweiten Postulats ist empirisch durch nichts gerechtfertigt. Es widerspricht eklatant der Newtonschen Physik, welche sich allgemein bewährt hat. So bleibt der Kritik nur, auf Basis Newtons eine Alternative zu schaffen, sei es mit einem Äthermodell, einem Emittermodell oder anderes.

Gruß
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Re: Zwillingsparadoxon: Unterschrift-Aktion aus den USA

Beitragvon Harald Maurer » Fr 11. Nov 2011, 15:35

Ernst hat geschrieben:Die Fliege fliegt aber tatsächlich im Bezugssystem Platte auf einer Spirale.

Ja, ebenso tatsächlich wie die Sonne um die Erde kreist! Kann man auch filmen. Nur: das ist Kinematik ohne Frage nach den Ursachen der Bewegung. Wer mit Newton argumentiert, befindet sich aber in der Dynamik. Und da sieht's eben anders aus. ;)

Grüße
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