Ernst hat geschrieben:Im rotierenden Bezugssystem selbst findet aber keine Rotation statt. Man kann nur konstatieren, daß das System in einem IS rotiert.
Ist es nicht so, dass Rotationen absolut sind? Und man in einem rotierenden System befindlich jederzeit feststellen kann, dass es rotiert, nämlich an den Kräften, die auftreten? Diese Kräfte treten doch gerade den Newtonschen Gesetzen folgend auf (z.B. die Fliehkraft als Folge des 1. Axioms). Es ist schon klar, dass die Existenz der Fliehkraft vom Bezugssystem abhängt und das Trägheitsprinzip nicht im rotierenden System, sondern im Inertialsystem wirkt, in welchem die Rotation stattfindet. Es ist sicher richtig, dass Newtons Axiome a priori in Inertialsystemen gelten, das hindert den rotierenden Beobachter aber nicht daran, das Trägheitsgesetz anzuwenden, weil er ja weiß, dass er rotiert. Wenn man in einem rotierenden System die Zentrifugalkraft spürt, wendet man doch das Trägheitsprinzip an, um dieses Phänomen zu erklären. D.h. man argumentiert mit Newton, obwohl man sich im rotierenden System befindet. Natürlich transformiert man damit ins Inertialsystem, wo nicht die Fliehkraft, sondern die Trägheit existiert - aber damit wird dennoch klar, dass Newtons 1. Gesetz sich im rotierenden System auswirkt, also in transformierter Form gültig ist. D.h. doch dass Newtons Gesetze entsprechend transformiert in jedem Bezugssystem Gültigkeit erlangen. Oder nicht?
Wenn der Schatten einer über die rotierende Platte bewegten Fliege eine Spirale einbrennt, gibt es es für den Beobachter im BS Platte doch kein Problem. Dass die Fliege geradlinig über die rotierende Platte fliegt und nicht spiralförmig, wie es die gebrannte Spur nahelegen könnte, kann er doch exakt feststellen. Und wie macht er das? Mit Newtons Gesetzen.
Im übrigen gibt es da einen gewissen Freiraum, denn auf der Oberfläche des Rotationskörpers Erde arbeitet man doch auch unbefangen mit Newtonschen Gesetzen, obwohl sie ja genau genommen gar nicht gültig sein könnten...
Grüße
Harald Maurer
