acadam hat geschrieben:Wie wär's denn, wenn Du lieber Sponsoren für arme Kinder in Afrika suchen würdest?
Es gibt viel Leiden, viel Not, viel Armut, viel Unrecht, viele Probleme und viele Missstände bei uns vor der Tür und auf der Welt, wogegen es sich lohnt, sich zu engagieren. Keiner soll sich dabei berechtigt fühlen, das Engagement von Anderen Menschen für eine Sache, die sie für erstrebenswert und sinnvoll finden, zu schmähen, zu verachten und niederzumachen, nur weil es so viel zu tun gibt… und dabei natürlich selbst nichts tun, außer zu kritisieren. Die Kritik von einem gesellschaftlichen Engagement ist lediglich ein Freibrief, den man sich selbst erteilt, um selbst gar nichts zu unternehmen. Jedes Engagement für eine Verbesserung des Lebens von Menschen und Tieren, und es sei nur ein Ideal, ist etwas Wert, bringt vielleicht eine kleine Verbesserung, eine kleine Linderung, eine kleine Nachahmung. Jedes Leiden, das gelindert wird, jedes Unrecht, das wieder gut gemacht wird, ist ein fantastischer Erfolg. Das würdest Du wissen und empfinden, wenn Du Dich selbst gesellschaftlich engagieren würdest. Kein Mensch kann sich auch selbst zumuten - und man kann auch keinem Mensch zumuten -, gleichzeitig gegen alle Leiden, alle Nöte, alle Probleme, alle Unrechte und allen Missständen der Welt sich zu engagieren. Man muß schon die Grenze seiner individuellen Möglichkeiten und seiner Kraft erkennen. Was ich in meinem individuellen Umfeld, da wo ich lebe, mit meinen individuellen Möglichkeiten, mit meiner Machtlosigkeit und auch mit meinen Unzulänglichkeiten tun kann, das versuche ich zu tun. Und ich engagiere mich seit 4-5 Jahren für die moralische Verantwortung in der Wissenschaft und gegen Tierversuche. Das ist meine Wahl bzw. das hat sich irgendwie so ergeben. Und das ist ganz hart. Ich würde auch nicht auf die Idee kommen Dein gesellschaftliches Engagement zu schmähen und zu kritisieren, wenn Du Dich selbst für eine Sache oder für ein Ideal gesellschaftlich engagierst.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez