Veritatibus hat geschrieben:Eben, um dieses Prinzip, dieses Postulat, genau das was Sie ja auch so vehement fordern:
Highway hat geschrieben:
Seit wann kann eine Koordinatentransformation physikalische Gesetzmäßigkeiten verändern? Physikalische Wirkprinzipien sollen sich durch Koordinatentransformation ändern? Niemals!
müsste man für die Gleichungen von Maxwell opfern, denn nur wenn man es opfert würde passen die Gleichungen. Ansonsten würde eine Koordinatentransformation, ein Wechsel von einem BS in ein anderes eine andere physikalische Beschreibung ein und desselben Ereignisses erfordern. Das war das Problem der Physik vor 100 Jahren. Genau das!
Die Maxwell-Gleichungen wurden für den Absolutäther erstellt. Dass sie ihre Form verändern, wenn man sie nach Galilei transformiert und das die Elektrodynamik experimentell nicht bestätigt, liegt am Doppler-Effekt, welcher bei einer im Äther bewegten Lichtquelle relativ zum Äther auftritt. Dieser Doppler-Effekt tritt übrigens auch in der SRT auf, denn die Ausbreitung der Sphären einer bewegten Lichtquelle erfolgt auch in der SRT so:

Wie man unschwer erkennen kann, sind die Geschwindigkeiten der Wellenfronten
in Bezug zur Lichtquelle in und gegen die Bewegungsrichtung unterschiedlich. Dem wird der Maxwell-Formalismus aber nicht gerecht. Man müsste also diesen Doppler-Effekt in die Maxwell-Gleichungen einbeziehen - dazu müsste man aber die Relativbewegung der Lichtquelle zum Äther jeweils quantitativ kennen. Das ist aber durch die Kompensation dieses Effektes bei Sender und Empfänger nicht möglich, weil sich durch diese Kompensation eine im Äther bewegte Messanordnung von einer im Äther ruhenden Messanordnung nicht unterscheidet und kein Einfluss des Äthers auf Periodendauer und Frequenz erfolgt. Die Änderung der Periode und Frequenz am Sender hebt sich am Empfänger exakt wieder auf. Das führt dazu, dass von vornherein die Maxwell-Gleichungen in ihrer unveränderten Form in jedem Bezugssystem bewegungsunabhängig funktionieren -
ohne dass man dazu das Postulat braucht. Denn die Elektrodynamik verhält sich wegen dieses Doppler-Kompensationseffektes in bewegten oder "ruhenden" Bezugssystemen völlig identisch, und die Maxwell-Gleichungen sind daher nicht a priori "relativistisch", sondern eigentlich nur unvollständig - obwohl das gar keine Rolle spielt.
Übersieht man diese Doppler-Kompensation, kommt es zu Problemen mit diesen Gleichungen, weil sie nach Galilei transformiert unterschiedliche Lichtgeschwindigkeiten ergeben und sich dies in der Elektrodynamik experimentell eben nicht nachweisen lässt. Die Wurzel der Lorentztransformation steckt demnach eigentlich in diesem Doppler-Effekt, der verhindert, dass sich die Elektrodynamik nach der veränderten Form der galileitransformierten Maxwell-Gleichungen richtet, wie sie sich für einen bewegten Beobachter ergeben müssten. Man erwartet daher, die Maxwell-Gleichungen müssten nach Transformation unverändert bleiben, und das schafft eben nur die Lorentztransformation. Der Grund dafür liegt aber nicht am Postulat und nicht an gedehnten Zeiten und verkürzten Räumen, sondern schlicht und einfach am Doppler-Effekt, der sich durch Bewegung im Äther abspielt.
Wie sehr sich die Physik durch den falsch verstandenen Formalismus der Maxwell-Gleichungen auf den Irrweg begeben hat, erkennt man an den vielen Ätherdrift-Versuchen, die aufgrund dieser Doppler-Kompensation misslingen müssen, wie z.B. beim Versuch von Champeney:

Champeney erwartete, dass Laufzeitunterschiede der Signale des Senders von S nach A, die bei der Bewegung der Anordnung gegen den Äther auftreten sollten, zu Frequenzänderungen bei A führen würden und in D registrierbar wären. Bei Rotation der Anlage müßten sich die Laufzeiten der Signale, d. h. ihr zeitlicher Signalabstand, ändern, und die in A durch D beobachtbaren Frequenzänderungen müssten der Laufzeit proportional sein.
Auch hier schlägt die Kompensation der Doppler-Effekte zu. Die Änderung des zeitlichen Signalabstands wird beim Empfang an A wieder aufgehoben und es gibt in keinem Fall und in keiner Lage eine Änderung der Frequenz! Das Ergebnis wäre auch nicht mit der Annahme einer Längenkontraktion erklärbar. Deshalb gilt dieses Versuchsergebnis heute neben dem Michelson-Morley-Versuch als Bestätigung der Einstein'schen Hypothese von der ,,Konstanz der Vakuumlichtgeschwindigkeit". Aber ganz zu Unrecht!
Gibt es nun einen Lichtäther im Sinne von Lorentz oder Maxwell im "Vakuum" des Weltraums? Sicherlich nicht. Es gibt eine einfachere Lösung des Rätsels. Der Raum des Weltalls könnte schlicht und einfach von einem elektromagnetischen Feld erfüllt sein. Elektromagnetische Wellen, aber auch die Materie selbst (!), sind dann Schwingungen dieses Feldes bzw. Schwingungen oder Vibrationen in diesem Feld. Einstein hat selbst eine Spur zu einer derartigen Lösung gelegt, indem er 1920 sagte:
Da nach unseren heutigen Auffassungen auch die Elementarteilchen der Materie ihrem Wesen nach nichts anderes sind als Verdichtungen des elektromagnetischen Feldes, so kennt unser heutiges Weltbild zwei begrifflich vollkommen voneinander getrennte, wenn auch kausal aneinander gebundene Realitäten nämlich Gravitationsäther und elektromagnetisches Feld oder - wie man sie auch nennen könnte - Raum und Materie.Ist das universelle elektromagnetische Feld der Informationsträger für Materie und "Licht", in welchem sich sowohl die Energie als auch alle "Teilchen" induktiv bewegen, d.h. sich in der Abfolge von elektrischen und magnetischen Feldern manifestieren und sich durch diese Abfolge von Ort zu Ort übertragen, dann steht dem universellen em-Feld der Bewegungsbegriff nicht zu, da es selbst der Träger der Bewegung ist und daher keine Bewegung
gegen dieses Feld erfolgt. Materie und Energie des Universums könnten daher gänzlich aus energetischen Informationen bestehen, die im em-Feld dem Lichte gleich nur weiter gereicht werden. Genau dies hat Einstein versucht, in einer Allgemeinen Feldtheorie zu beschreiben. Das hat er nicht geschafft, aber die moderne Quantenphysik ist nicht mehr sehr weit davon entfernt!
Dieser elektromagnetische Äther entspräche dann der Forderung Einsteins in seiner Rede 1920:
"Nach der allgemeinen Relativitätstheorie ist der Raum mit physikalischen Qualitäten ausgestattet; es existiert also in diesem Sinne ein Äther. Gemäß der allgemeinen Relativitätstheorie ist ein Raum ohne Äther undenkbar; denn in einem solchen gäbe es nicht nur keine Lichtfortpflanzung, sondern auch keine Existenzmöglichkeit von Maßstäben und Uhren, also auch keine räumlich-zeitlichen Entfernungen im Sinne der Physik. Dieser Äther darf aber nicht mit der für ponderable Medien charakteristischen Eigenschaft ausgestattet gedacht werden, aus durch die Zeit verfolgbaren Teilen zu bestehen; der Bewegungsbegriff darf auf ihn nicht angewendet werden."Grüße
Harald Maurer