Ernst hat geschrieben:Ich versuchs nochmal mit einem Vergleich. In einem Stadionrunde auf 400m starten auf einer Startziellinie nebeneinander zwei Mannschaften. Eine in rotem und eine im blauen Dress. Jede Mannschaft schickt alle 50s einen Läufer mit gleicher Startnummer los. Die Roten laufen die Runde auf einer hürdenfreien Strecke in 50s, die blauen sind deutlich langsamer auf einer hürdenbewehrten parallelen Strecke mit 100s. Erstmal ist klar, daß gleichzeitig gestartete Läufer am Ziel nicht gleichzeitig eintreffen können. Wie laufen sie nun ein. Nach 50s Rot_1, nach 100s Rot_2/Blau1, nach 150s Rot_3/Blau2, nach 200s Rot_4/Blau3, nach 250s Rot5/Blau4 etc. Das ist eine Phsenversatz am Ziel von konstant einem Läufer.
Irgendwann werden die Hürden auf der blauen Bahn eine nach der anderen allmählich weggeräumt. Die blauen werden schneller und der Versatz an Ziel wird kleiner. Bis nach Abbau aller Hürden am Ziel Rot und Blau nun mit gleicher Starnummer einlaufen.
Irgendwann danach werden allmählich die Hürden auf der roten Bahn aufgebaut. Allmählich treffen die Roten mit gleicher startnummer am Ziel später als die gleichnumerieretn blauen ein. Bis dann nach Aufbau aller Hürden einlaufen 12000s Rot559/Blau600, 12050s Rot600/Blau601 etc. Wieder Phasenversatz ein Läufer, allerdings nun umgekehrt.
Haben nun die Läufer keine Nummern, so ist die Phasenschiebung dennoch feststellbar. Nämlich durch die allmählich Verschiebung der einlaufenden Läufer gegeneinander während des Ab- und Aufbaus der Hürden.
Dein Vergleich hat mit der tatsächlichen Situation im MMI nichts zu tun. Man muss diesen Vergleich anders gestalten. Man verleihe den Läufern die Fähigkeit, zu gleichen Zeiten die Farbe von blau nach rot zu wechseln. Wir haben ja keine unterschiedlichen Wellenzüge am Start, sondern gleichartige, die innerhalb der Periodendauer ihren Zustand wechseln. Dem muss natürlich im Vergleich mit den Läufern entsprochen werden. Sie wechseln also alle innerhalb 2 Sekunden die Farbe von blau kontinuierlich nach rot und wieder zurück. Rot entspricht einem Maximum ihrer "Periode" und weiß einem Minimum. Dazwischen gibt es Nuancen zwischen blau und rot, auch alle im gleichen Zeitlauf wechselnd.
Jede Mannschaft (A und B) schickt alle 50s einen Läufer los - und beim Start beginnt jeder mit derselben Farbe. Ebenso wie die Wellenzüge im MMI sind sie nicht nummeriert. Die der A-Mannschaft laufen die Runde auf einer hürdenfreien Strecke in 50s, die der B-Mannschaft sind deutlich langsamer auf einer hürdenbewehrten parallelen Strecke mit 100s. Erstmal ist klar, daß gleichzeitig gestartete Läufer am Ziel nicht gleichzeitig eintreffen können. Wie laufen sie nun ein. Nach 50s A, nach 100s A und B, nach 150s A und B, nach 200s A und B, nach 250s A und B etc. Wenn sie so nacheinander einlaufen, und der Phasenversatz soll an ihrer gerade auftretenden Farbe festgestellt werden, klappt das natürlich nicht, denn sie haben alle beim Ziel dieselbe Farbe! Weil sie diese ja unabhängig von ihrer Geschwindigkeit immer gleichzeitig gewechselt haben!
Nun wird beim nächsten Lauf eine der Hürden von einer Bahn auf die andere gestellt. Auch hier muss der Situation im MMI entsprochen werden! Denn der Geschwindigkeitswechsel von einem Arm zum anderen verläuft während der Drehung ja kontinuierlich und nicht plötzlich. Auf Strecke A steht nun eine Hürde, und auf B eine weniger. Die Folge ist, dass die A-Läufer etwas langsamer werden, dafür werden die B-Läufer um denselben Betrag schneller. Das Resultat wird gleich sein wie zuvor. Es werden gleichzeitig immer je ein Läufer von A und B ankommen und selbstverständlich haben sie in diesem Moment beide dieselbe Farbe.
So geht das weiter: Nach jedem Lauf wird eine Hürde von B nach A gestellt, und immer werden die Geschwindigkeiten gleichermaßen mit jeder zusätzlichen Hürde langsamer und mit jeder fehlenden schneller. Am Ziel wird sich ganz dasselbe abspielen. Gleichzeitig einlaufende Läufer von A und B werden dieselbe Farbe haben.
Irgendwann werden auf beiden Bahnen gleich viel Hürden stehen und nun sind die Läufer gleich schnell. Klar, dass sie beim Zieleinlauf dieselbe Farbe haben.
Nun wird weiterhin eine Hürde nach der anderen bei jedem Lauf von B nach A gestellt. Nun werden die A-Läufer noch langsamer und die B-Läufer im gleichen Ausmaß schneller. Was wird am Ziel sein? Zwei Läufer werden daherkommen mit derselben Farbe. Und mit jedem Hürdenwechsel passen sich die Geschwindigkeiten aneinander an und jedesmal werden beim Ziel zwei Läufer eintrudeln mit derselben Farbe!
Das geht so weiter, bis alle Hürden auf der A-Bahn stehen und nun die A-Läufer die langsamen sind und die B-Läufer die schnellen. Das hat nichts daran geändert, dass stets zwei Läufer mit derselben Farbe ins Ziel kamen. Und letztlich werden auch zum Schluss zwei Läufer ins Ziel (B und A) kommen und tatsächlich hat ein Phasenwechsel von einem Läufer zum anderen stattgefunden, er konnte aber nie festgestellt werden, weil alle Läufer beim Ziel eine übereinstimmende Farbe hatten!
So, lieber Ernst, muss der Vergleich aussehen, damit er der Situation im MMI entspricht. Die Wellenzüge haben keine Nummer, sondern nur einen wechselnden Zustand, den sie - so wie die Läufer die Farbe - innerhalb einer Periodendauer wechseln. So wie die Läufer auch im zeitlich übereinstimmenden Takt. So, wie der Farbwechsel bei den Läufern und sogar der Läuferwechsel nicht feststellbar war, weil sie am Ziel stets alle gleichfarbig ankommen, kommen die Wellenzüge gleichphasig an, und der Phasenwechsel ist am Ziel nicht feststellbar!
Wennn schon ein Vergleich, dann bitte ein richtiger!
Grüße
Harald Maurer