Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Hannes » Fr 1. Apr 2011, 10:38

Hallo Kurt !
Ja Hannes,

und noch eins ist notwendig.
Man muss von der Wellenvorstellung loskommen.
Denn diese gibts einfach nicht.
Was nützt die schönste Wellendarstellung bei MM wenns diese nicht gibt.
Man siehts es ja u.A. ja bei Harald was da rauskommt.
Vielleicht legt er dar wie sich die dort laufenden "Wellen" überlagern, wie das vor sich geht.

Es ist einer der extremsten/fatalsten Fehlgriffe in die Vorstellungskiste die dazu geführt hat dass Licht als Transversalwelle angesehen wird.
Ein fataler Irrtum.

Du hast recht :
Oft führt nur gerade eine falsche Vorstellung zu den unmöglichsten Fehlern.
Und wer das nicht nachvollziehen kann oder von der Existenz solcher Vorstellungshilfen überzeugt ist der soll mir bitte die Wellenamplitude im SS- oder Effektivwerten sagen.
Und zwar von einer Funkwelle vertikaler Polarisation.

Eine Longitudinalwelle bringt man viel schwerer in die Vorstellung hinein.
Aber du brauchst nur Chiefs letzte Grafik betrachten, die diese Vorstellung treffend beschreibt.

Mit Gruß Hannes
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Ernst » Fr 1. Apr 2011, 16:26

Nachstehend die Erklärung für Michelsons Aussage, daß die Strahlen nicht exakt am gleichen Punkt zusammentreffen:

Bild
Bild
Bild
Winkel am Spiegel.png
Winkel am Spiegel.png (2.15 KiB) 3567-mal betrachtet


In unseren Betrachtungen für den vertikalen Strahl verwenden wir als Laufwinkel gegenüber der Senkrechten den Winkel Θ = arcsin (v/c). Und für kleine v/c ist dann
Θ = v/c

Michelson zeigt, daß das nicht exakt ist und der Winkel vielmehr der oben angegebenen Formel entspricht, für den Spiegelwinkel α=45° folglich
Θ_ist = v/c + 0,5*v²/c²

Die Differenz beträgt dann
dΘ = Θ_ist - Θ = 0,5* v²/c²

Der Versatzfehler der Auftreffpunkte beträgt dann für eine Armlänge L=1m und v/c=0,0001
ds = 2L* dΘ = 1m (v²/c²) = 0,00000001 m = 10 nm

Gegenüber einer Wellenlänge von ca. 500nm und einem erwarteten Ergebnis von einer Wellenlängen-Interferenz ist das um Größenordnungen kleiner. Es wird zurecht von Michelson vernachlässigt.

Ernst
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Hannes » So 3. Apr 2011, 16:51

Hallo Chief !
das wissen die Relativisten sehr genau. Deswegen versuchen sie komplette Wissenschaft der SRT unterzuordnen damit "der Heilige" keinen Kratzer abkriegt.

Wie das genau geht zeigt uns Joachim Schulz im folgenden Beispiel:

Die begrenzte Wirkgeschwindigkeit des Elektromagnetismus hat doch mit Relativität nichts zu tun.Das ist doch ein alter Hut !
Joachim sucht sich nur Zuckerl heraus und behauptet, dadurch sei die SRT bestätigt.
Er soll lieber erklären, wie die Invarianz zustandekommt.

Mit Gruß
Hannes
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Harald Maurer » So 3. Apr 2011, 23:14

Ernst hat geschrieben:In unseren Betrachtungen für den vertikalen Strahl verwenden wir als Laufwinkel gegenüber der Senkrechten den Winkel Θ = arcsin (v/c). Und für kleine v/c ist dann
Θ = v/c

Michelson zeigt, daß das nicht exakt ist und der Winkel vielmehr der oben angegebenen Formel entspricht, für den Spiegelwinkel α=45° folglich
Θ_ist = v/c + 0,5*v²/c²

Die Differenz beträgt dann
dΘ = Θ_ist - Θ = 0,5* v²/c²

Der Versatzfehler der Auftreffpunkte beträgt dann für eine Armlänge L=1m und v/c=0,0001
ds = 2L* dΘ = 1m (v²/c²) = 0,00000001 m = 10 nm

Gegenüber einer Wellenlänge von ca. 500nm und einem erwarteten Ergebnis von einer Wellenlängen-Interferenz ist das um Größenordnungen kleiner. Es wird zurecht von Michelson vernachlässigt.


Bild
Bild
Mit diesem Bild und der Gleichung hat Michelson sich nicht auf die ungleichen Auftreffpunkte am Umlenker bezogen, sondern er erklärt damit, dass ein bewegter Spiegel nach einer anderen Richtung reflektiert als ein ruhender. Das hat nebenbei etwas mit dem Winkel zu tun, welcher vom senkrechten Lichtstrahl vorzugeben wäre, um den bewegten Spiegel zu treffen (wg. Aberration), und darüber hinaus schlägt Michelson eine Versuchsvariante vor, welche diese veränderte Reflexion mehrerer bewegter Spiegel ausnützt... Diese Überlegungen Michelsons im Zusatz seines Papers sind alle irrelevant, da bekanntlich keine Aberration auftritt.

Mit meiner Erklärung der Kompensation des Zeitversatzes hat das überhaupt nichts zu tun! Die Verdrehung der Wellenfronten zueinander (arcsin (v/c)) sind nicht der Grund für die Kompensation der Zeitdifferenz, sondern lediglich die Ursache dafür, dass die Interferenz nicht über die gesamte Strahlbreite konstruktiv auftritt. Ist ja alles hier http://www.mahag.com/srt/michel.php und hier http://www.mahag.com/srt/michel2.php ausführlich beschrieben.

Wer es immer noch nicht nachvollziehen kann, kann sich hier noch ausführlicher informieren: Kompensation der Laufzeitdifferenz in einem Michelson-Interferometer: http://www.mahag.com/srt/michel3.php

Grüße
Harald Maurer

Hinweis: Michelsons Arbeiten gibt es nun auch in Deutsch: http://www.archive.org/details/Michelson-Morley-Experiment
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Ernst » Mo 4. Apr 2011, 11:33

Harald Maurer hat geschrieben:Mit diesem Bild und der Gleichung hat Michelson sich nicht auf die ungleichen Auftreffpunkte am Umlenker bezogen, sondern er erklärt damit, dass ein bewegter Spiegel nach einer anderen Richtung reflektiert als ein ruhender.

Das hat schon mit der Situation des senkrechten Strahls am Umlenker zu tun, der ja um 90° reflektiert wird. Michelson beschreibt hier den Grund für seine Aussage, daß die Strahlen am Ziel nicht exakt an einem Punkt zusammentreffen und daß dieser Effekt von vernachlässigbarer Größenordnung ist. Ich hatte das ja gerade zur Bestätigung nachgerechnet.

Die Verdrehung der Wellenfronten zueinander (arcsin (v/c)) sind nicht der Grund für die Kompensation der Zeitdifferenz, sondern lediglich die Ursache dafür, dass die Interferenz nicht über die gesamte Strahlbreite konstruktiv auftritt. Ist ja alles hier http://www.mahag.com/srt/michel.php und hier http://www.mahag.com/srt/michel2.php ausführlich beschrieben

Das hatte ich ja alles bereits kommentiert und berechnet, daß alle diese Effekte von vernachlässigbarer Größenordnung sind. Deine Aussagen enthalten dagegen keinerlei Rechnungen zu den Effekten und enthalten überwiegend lediglich Gedanken, Vorstellungen, qualitative Bilder und Animationen. Solange das nicht mit Rechnungen hinterlegt ist, sind das alles keine quantitativ nachprüfbaren Aussagen und keine Widerlegung meiner Rechnungen zur Beschreibung der Vernachlässigbarkeit der Effekte. Und solange gilt eben, daß MM den Äther widerlegt. ;)

PS.: Deine Kritik der modernen MM-Experimente ist ebenfalls nicht haltbar aus den hier bereits genannten Gründen. Du negierst beharrlich den Regelkreis, der dort so eingerichtet ist, daß die Laserfrequenz auf die maximale Amplitude im Resonator nachgesteuert wird.
Deine Aussagen bezüglich der Interferenz ignorieren ebenfalls die hier erläuterte Tatsache, daß Deine Überlegung zum Ortsversatz nicht richtig sind.

Ich gewinne stetig zunehmend den Eindruck, daß Du da Überlegungen gegen jede Kritik aufrecht erhalten möchtest. :(

Gruß
Ernst
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Harald Maurer » Mo 4. Apr 2011, 14:44

Ernst hat geschrieben:Ich gewinne stetig zunehmend den Eindruck, daß Du da Überlegungen gegen jede Kritik aufrecht erhalten möchtest.


Dein Eindruck täuscht Dich nicht. Die bloße Existenz von Kritik bedeutet nicht automatisch, dass diese auch begründet ist. Ich gehe davon aus, dass sich jeder selbst seinen Reim auf meine Ausführungen machen kann. Wer die letzte Beschreibung auf http://www.mahag.com/srt/michel3.php nicht versteht, könnte auch den Fehler bei sich selbst suchen und nicht in der Beschreibung.

Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass Du meinst, Thesen erweisen sich schon damit als falsch, weil sie von Dir kritisiert werden. So ist das aber nicht - auch wenn Du im Stil eines Relativisten nach Rechnung rufst und übersiehst, dass mehr Rechnung als hier ohnehin http://www.mahag.com/srt/michel3.php vorgerechnet wird, gar nicht nowendig ist, um das Zeitkompensationsschema zu begreifen.
Es ist eine ganz einfache Sache - aber so manches mit Relativitätstheorie strapazierte Gehirn ist eben nicht mehr in der Lage, einfache Vorgänge nachzuvollziehen. Ich hab's schon ein paar Mal einigen Schülern erklärt, die gar nichts mit Physik am Hut hatten - aber die haben sofort verstanden, um was es geht. Die beiden Teilstrahlen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten von ihren rechtwinkelig angeordneten Laufstrecken zurückkommen und sich auf einem bewegten Umlenker zu diesen unterschiedlichen Zeiten auf unterschiedlichen Rampunkten begegnen, können niemals eine gemeinsame Lauflinie zum Detektor finden. Es ist unmöglich. Und das ist auch schon der ganze Zauber. Wie das quantitativ ausssieht, habe ich an einem Beispiel (MMI mit enormen Armlängen, um einigermaße große Werte zu erhalten) vorgerechnet. Und es zeigt sich, dass de facto letztlich zwei Strahlen zum Detektor laufen, die zueinander keinen Zeitversatz haben.

Ich schrieb da beispielsweise:
"Denken wir uns ein großes Interferometer mit Armlängen von 150000 km. Bei einer Bewegung des Apparats mit v=30 km/s durch den Äther und einer Photonengeschwindigkeit von c=300000 km/s konstant zum Äther beträgt die Laufzeit des grünen Photons bis zum Umlenker 2L/sqrt(c²-v²), das sind 1,0000000050000000375000003125 Sekunden. Die Laufzeit des roten Photons beträgt L/(c-v) + L/(c+v); das sind 1,000000010000000100000001 Sekunden. Das grüne Photon ist daher etwas früher am Umlenker als das rote, und die Zeitdifferenz beträgt 0,0000000050000000625000006875 Sekunden. Das rote Photon ist also in dem Augenblick, an welchem das grüne Photon den Umlenker durchdringt, noch 0,001500150018751875206270625 km vom Umlenker entfernt. Während es von dieser Strecke noch 0,00150000001875000020625 km mit c=300000 km/s durchmisst, nähert sich ihm der Umlenker mit v=30 km/s und legt dabei eine Strecke von 0,000000150000001875000020625 km zurück, bis Umlenker und Photon zusammentreffen und das Photon nach unten zum Detektor reflektiert wird. Zwischen der Lauflinie des grünen Photons und jener des roten Photons liegt demnach eine Distanz von 0,150000001875000020625 mm. Die Annahme, beide Photonen würden inline zum Detektor laufen, ist also falsch (diese unzutreffende Situation zeigt in der Abbildung oben der linke, vergrößerte Ausschnitt, welcher den Umlenker zeigt, mit der Reflexion am selben Raumpunkt). Sondern die beiden Teilstrahlen laufen zueinander versetzt zum Detektor (wie es der rechte Ausschnitt zeigt!).
Das rote Photon kommt damit auf die Lauflinie von anderen Photonen zu liegen, die etwas später abgesendet wurden als der Teilstrahl des roten Photons. Nämlich um jene Zeit später, in welcher der Strahlteiler diese 0,150000001875000020625 mm zurückgelegt hat. Das sind 0,0000000050000000625000006875 Sekunden. Das ist genau die Zeitdifferenz, die man zwischen den beiden Teilstrahlen erwarten würde! Damit ist dieser Zeitversatz nun aufgehoben. Auf dieselbe Weise wurde auch der Zeitversatz, der von Michelson (falsch!) in seinem Experiment berechnet wurde, voll kompensiert!"

Was ist das, eine Berechnung oder ein Kochrezept?
Statt zu zeigen, was an dieser Rechnung falsch wäre (was Du nicht kannst, denn sie ist nicht falsch!), tust Du so, als gäbe es gar keine quantitative Berechnung. In meinem Beispiel-MMI laufen die Strahlen vom Umlenker weg im Abstand von 0,15... mm zueinander zum Detektor. Und genau in diesem Abstand liegt der Strahl, welcher den erwarteten Zeitversatz nicht hat. Vergegenwärtige Dir die geometrische Situation und rechne mal nach...

Grüße
Harald Maurer
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Mo 4. Apr 2011, 15:36

Harald Maurer hat geschrieben:Denken wir uns ein großes Interferometer mit Armlängen von 150000 km. Bei einer Bewegung des Apparats mit v=30 km/s durch den Äther und einer Photonengeschwindigkeit von c=300000 km/s konstant zum Äther beträgt die Laufzeit des grünen Photons bis zum Umlenker 2L/sqrt(c²-v²), das sind 1,0000000050000000375000003125 Sekunden. Die Laufzeit des roten Photons beträgt L/(c-v) + L/(c+v); das sind 1,000000010000000100000001 Sekunden. Das grüne Photon ist daher etwas früher am Umlenker als das rote, und die Zeitdifferenz beträgt 0,0000000050000000625000006875 Sekunden. Das rote Photon ist also in dem Augenblick, an welchem das grüne Photon den Umlenker durchdringt, noch 0,001500150018751875206270625 km vom Umlenker entfernt. Während es von dieser Strecke noch 0,00150000001875000020625 km mit c=300000 km/s durchmisst, nähert sich ihm der Umlenker mit v=30 km/s und legt dabei eine Strecke von 0,000000150000001875000020625 km zurück, bis Umlenker und Photon zusammentreffen und das Photon nach unten zum Detektor reflektiert wird. Zwischen der Lauflinie des grünen Photons und jener des roten Photons liegt demnach eine Distanz von 0,150000001875000020625 mm. Die Annahme, beide Photonen würden inline zum Detektor laufen, ist also falsch (diese unzutreffende Situation zeigt in der Abbildung oben der linke, vergrößerte Ausschnitt, welcher den Umlenker zeigt, mit der Reflexion am selben Raumpunkt). Sondern die beiden Teilstrahlen laufen zueinander versetzt zum Detektor (wie es der rechte Ausschnitt zeigt!).
Das rote Photon kommt damit auf die Lauflinie von anderen Photonen zu liegen, die etwas später abgesendet wurden als der Teilstrahl des roten Photons. Nämlich um jene Zeit später, in welcher der Strahlteiler diese 0,150000001875000020625 mm zurückgelegt hat. Das sind 0,0000000050000000625000006875 Sekunden. Das ist genau die Zeitdifferenz, die man zwischen den beiden Teilstrahlen erwarten würde! Damit ist dieser Zeitversatz nun aufgehoben. Auf dieselbe Weise wurde auch der Zeitversatz, der von Michelson (falsch!) in seinem Experiment berechnet wurde, voll kompensiert!


Das sind aber Lichtwellen und nicht einzelne Photonen, d.h., wenn ein Nulldurchgang etwas verspätet zu einem zeitgleich abgesendeten Nulldurch des anderen Arms ist, dann gehen ihm ja schon genügend Perioden voraus um interferieren zu können.

Und die Ausrichtung der Lichtstrahlen mittels Spiegel und Strahlenteiler erfolgt genau so, dass sich die Lichtstrahlen am Detektor exakt überlagern. Die Experimentatoren bauen schließlich ihre Messanlage nicht ruhend im Äther und transferieren sie dann für die Messung auf die im Äther bewegte Erde. Sondern sie bauen sie im Labor auf der im Äther bewegten Erde und justieren sie auch dort.

Zu deinem Argument mit den schrägen Wellenfronten, die, wenn sie mit den geraden Wellenfronten interferieren, ein "unscharfes" Bild er geben sollen:

Wenn es schräge Wellenfronten überhaupt gibt (das alleine wäre ja schon ein Beweis für den Äther), dann sind die Wellenfronten für parallele Lichtstrahlen immer gleich schräg. Es würden demnach nie schräge Wellenfronten mit geraden Wellenfronten interferieren. In dem Moment, in dem ein Lichtstrahl umgelenkt wird, erhält er die für seine Richtung charakteristische Neigung der Wellenfront (wenn es diese Neigung überhaupt gibt). Die Neigung hängt nämlich ausschließlich von Richtung u. Geschwindigkeit des Lichtstrahls in Bezug auf Richtung Geschwindigkeit der Bewegung im Äther ab.
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Kurt » Mo 4. Apr 2011, 16:50

Harald Maurer hat geschrieben:Das rote Photon kommt damit auf die Lauflinie von anderen Photonen zu liegen, die etwas später abgesendet wurden als der Teilstrahl des roten Photons. Nämlich um jene Zeit später, in welcher der Strahlteiler diese 0,150000001875000020625 mm zurückgelegt hat. Das sind 0,0000000050000000625000006875 Sekunden. Das ist genau die Zeitdifferenz, die man zwischen den beiden Teilstrahlen erwarten würde! Damit ist dieser Zeitversatz nun aufgehoben. Auf dieselbe Weise wurde auch der Zeitversatz, der von Michelson (falsch!) in seinem Experiment berechnet wurde, voll kompensiert!"


Hallo Harald, du argumentierst mit Umständen die nicht sind.
Es treffen keine -anderen- Photonen aufeinander, sondern andere Phasenlagen von Schwingungszuständen.

Stell das MMI in eine bestimmte Richtung, stell die Laufzeiten so ein dass es keinen Unterschied gibt.
Nun hast du ein bestimmtes Muster am Schirm.
Dieses Muster kommt daher weil über mehrere "Wellenzüge", also Schwingungszustände der Phasenzustand ermittelt und dargestellt wird.
Dazu werden extra die "Strahlen" aufgeweitet damit auch was sichtbar ist.
Es wird also künstlich eine Verbreiterung des Lichtsignals gemacht.
Das könnte genauso gut auch vor dem Strahlteiler im Rückweg der beiden Lichtsignale geschehen, es wär egal.
Denn das Muster wäre halt ein bisser anders, mehr nicht.

Wenn sich nun aufgrund von Laufzeitunterschieden der beiden Lichtsignale die Phasenlage zueinander ändert dann ist das am wanderndem Muster erkennbar.
Wenn du meinst dass sich da was kompensiertst dann fahre in die entgegengesetzte Richtung, denn dann hast du ein entgegengesetzt kompensierte Kompensation, also doppelte Phasenänderung.

Es ist doch vollkommen egal in welchem Verhältnis sich die roten und grünen Punkte überlagern, sie bilden je nach Phasenlage am jeweilgem Anzeigebereich ein entsprechendes Helligkeitssignal.
Wenn sich die Phasenlage ändert dann ergibt sich dieser Zustand an einer anderen Stelle.

Es hebt sich kein Zeitversatz bei Kügelchen auf weil es keine Kügelchen gibt die damit in Bezug zu bringen wären.

Es ist auch egal ob die "Lichtwege" parr. laufen oder nicht.
Denn was zählt ist der Phasenzustand an der Überlagerungsfläche.
Dieser wird nicht für einen einigen Punkt(e) oder "Strahl" dargestellt, sondern für Schwingungszüge.
Dabei sind jeweils mehrere davon an der Fläche sichtbar/beteiligt.

Und wenn sich da was ändert dann ist das in jedem Fall zu sehen.
Wenn sich alle Geschwindigkeiten auskompensieren sollten dann würde sich aufgrund der anderen -Strahlwinkel- zueinander die Gesamtbreite, also der Linienabstand untereinander, verändern.


Gruss Kurt
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Ernst » Mo 4. Apr 2011, 17:34

Harald Maurer hat geschrieben: "Denken wir uns ein großes Interferometer mit Armlängen von 150000 km. Bei einer Bewegung des Apparats mit v=30 km/s durch den Äther und einer Photonengeschwindigkeit von c=300000 km/s konstant zum Äther beträgt die Laufzeit des grünen Photons bis zum Umlenker 2L/sqrt(c²-v²), das sind 1,0000000050000000375000003125 Sekunden. Die Laufzeit des roten Photons beträgt L/(c-v) + L/(c+v); das sind 1,000000010000000100000001 Sekunden. Das grüne Photon ist daher etwas früher am Umlenker als das rote, und die Zeitdifferenz beträgt 0,0000000050000000625000006875 Sekunden. Das rote Photon ist also in dem Augenblick, an welchem das grüne Photon den Umlenker durchdringt, noch 0,001500150018751875206270625 km vom Umlenker entfernt. Während es von dieser Strecke noch 0,00150000001875000020625 km mit c=300000 km/s durchmisst, nähert sich ihm der Umlenker mit v=30 km/s und legt dabei eine Strecke von 0,000000150000001875000020625 km zurück, bis Umlenker und Photon zusammentreffen und das Photon nach unten zum Detektor reflektiert wird. Zwischen der Lauflinie des grünen Photons und jener des roten Photons liegt demnach eine Distanz von 0,150000001875000020625 mm. Die Annahme, beide Photonen würden inline zum Detektor laufen, ist also falsch (diese unzutreffende Situation zeigt in der Abbildung oben der linke, vergrößerte Ausschnitt, welcher den Umlenker zeigt, mit der Reflexion am selben Raumpunkt). Sondern die beiden Teilstrahlen laufen zueinander versetzt zum Detektor (wie es der rechte Ausschnitt zeigt!).
Das rote Photon kommt damit auf die Lauflinie von anderen Photonen zu liegen, die etwas später abgesendet wurden als der Teilstrahl des roten Photons. Nämlich um jene Zeit später, in welcher der Strahlteiler diese 0,150000001875000020625 mm zurückgelegt hat. Das sind 0,0000000050000000625000006875 Sekunden. Das ist genau die Zeitdifferenz, die man zwischen den beiden Teilstrahlen erwarten würde! Damit ist dieser Zeitversatz nun aufgehoben. Auf dieselbe Weise wurde auch der Zeitversatz, der von Michelson (falsch!) in seinem Experiment berechnet wurde, voll kompensiert!"

Was ist das, eine Berechnung oder ein Kochrezept?

Das ist eine Rechnung, welche die Sache nicht trifft. Sie ist daher nicht richtig. Ich hatte das ja schon bereits angemerkt:

Ernst hat geschrieben:Es geht doch nicht um Photonenpunkte, sondern um Wellen. Da sind stetig laufende Wellen, welche natürlich irgendwann an einem geometrischen Ort zusammentreffen. Ich verstehe nicht, wieso Du einerseits der Betrachtung der Wellenanzahlen und Phasenbeziehungen nun zustimmst und andererseits darauf bestehst, daß da gleichzeitig emittierte Punkte aufeinandertreffen sollen. Wenn sie das täten, dann gäbe es gar keinen Äthereffekt. Gerade die Tatsache, daß da Wellenpositionen zusammentreffen, welche nicht gleichzeitig emittiert sind und damit einen Zeitversatz aufzeigen, ist doch die Basis des MM-Experimentes.

Aber solche Argumente prallen bei Dir einfach ab. Auf das Verständnis von Schülern würde ich mich dabei nicht verlassen. ;)

Harald Maurer hat geschrieben:Das rote Photon kommt damit auf die Lauflinie von anderen Photonen zu liegen, die etwas später abgesendet wurden als der Teilstrahl des roten Photons. Nämlich um jene Zeit später, in welcher der Strahlteiler diese 0,150000001875000020625 mm zurückgelegt hat. Das sind 0,0000000050000000625000006875 Sekunden. Das ist genau die Zeitdifferenz, die man zwischen den beiden Teilstrahlen erwarten würde!

So ist es! Natürlich interferieren da Wellenabschnitte, welche nicht gleichzeitig abgesendet wurden. Das ist ja gerade die Essenz des MM Experimentes.

Gruß
Ernst
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Re: Michelson-Morley-E. widerlegt den Äther nicht!

Beitragvon Harald Maurer » Mo 4. Apr 2011, 22:40

Ernst hat geschrieben:Aber solche Argumente prallen bei Dir einfach ab.

Ja, das tun sie. Weil sie völlig daneben liegen. Es versteht sich von selbst, dass die Punkte ("Photonen") herausgegriffene Amplituden von Wellenzügen symbolisieren, die zueinander verschoben sein können oder auch nicht. Man erwartet aufgrund unterschiedlicher Laufzeiten eine Verschiebung dieser Punkte zueinander. Um das interferometrisch feststellen zu können, müssen die maßgeblichen Wellenzüge inline zum Detektor, bzw. zur Aufweitungsoptik kommen. Und das kann eben nicht der Fall sein. Weil sie nicht inline laufen, sondern zwischen ihnen eine Distanz liegt, die aus den unterschiedlichen Auftreffpunkten am bewegten Umlenker entsteht.
Ernst hat geschrieben:Natürlich interferieren da Wellenabschnitte, welche nicht gleichzeitig abgesendet wurden. Das ist ja gerade die Essenz des MM Experimentes.

Wenn die Wellenabschnitte nicht gleichzeitig vom Umlenker abgesendet werden und dieser bewegt sich währenddessen, so liegen die Wellenabschnitte eben nicht inline, sondern haben einen Abstand zueinander! Dass man glaubt, diese Wellenabschnitte interferometrisch vergleichen zu können, mag ja die Essenz des MM-Experimentes sein - aber es kann nicht funktionieren. Es kommen nur Wellenabschnitte zur Interferenz, die tatsächlich inline zu liegen kommen, und da ist eben einer davon ein später vom Strahlteiler abgesandter Wellenabschnitt, weil nur dieser auf die gleiche Raumlinie wie der andere zu liegen kommen kann. Dieser Wellenzug weist aber nicht den erwarteten Zeitversatz auf. Die Bewegung des Umlenkers während der ungleichzeitigen Ankunft der Wellenzüge an ihm kompensiert daher den Zeitversatz und es wird keine Phasenverschiebung festzustellen sein.
Um eine Phasenverschiebung zwischen den beiden Teilstrahlen zu messen, müssen genau diese beiden Teilstrahlen interferieren. Das können sie nicht, weil sie gerade wegen des Zeitversatzes am bewegten Umlenker an unterschiedlichen Raumpunkten ankommen und deshalb nicht auf der gleichen Raumlinie zum Detektor laufen können. Das sich ergebende Interferenzmuster zeigt deshalb nicht das Ergebnis der zueinander gehörenden Teilstrahlen, sondern die Interferenz eines Teilstrahls mit einem später abgeschickten Teilstrahl. Man kann diesen Fehler nicht durch entsprechende Verdrehung des Umlenkers korrigieren, weil dieser gleichzeitig als Strahlteiler fungiert und seine Verdrehung die Richtung der von ihm reflektierten Wellenzüge verändert. Damit werden die Lichtstrecken insgesamt im MMI so verändert, dass das MMI überhaupt nicht funktioniert.
Ich werde aber hier nicht mehr weiter debattieren. Für mich ist die Sache klar. Und ebenso klar ist es, dass Du mir niemals beistimmen wirst.

Grüße
Harald Maurer
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