Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Trigemina » Mo 9. Mär 2009, 02:16

Wir haben hier die klassisch mechanische Rotation gestreift, ausgehend von den Relativgeschwindigkeiten zweier radial unterschiedlich entfernter Punkte auf einem Rotationskörper im kräftefreien Inertialsystem, und es war nicht Gegenstand der Diskussion, diese aus relativistischer Sicht zu behandeln.

Ich hoffe es ist klar geworden dass Rotationen sowohl klassisch als auch relativistisch aus dem kräftefreien, an der Rotation nicht teilnehmenden Inertialsystem beschrieben und aus diesem in die Bezugssysteme (jawohl: plural) des Rotationskörpers transformiert werden, in denen radial abhängige Trägheitskräfte (auch irreführend Scheinkräfte genannt) auftreten.

Es ist falsch, zumindest eine grobe Vereinfachung, beispielsweise eine rotierende Scheibe als ein einziges Bezugssystem aufzufassen. Tut man dies dennoch und identifiziert darin die Relativgeschwindigkeit aller Punkte zueinander mit Null (die Abstände ändern sich ja nicht -> Rapidität = 0), hat man ein Problem beim Übergang von einem Punkt zu einem anderen (dieses Problem ergäbe sich bei einer Translationsbewegung nicht), da zwischen zwei radialen Abständen unterschiedliche Kräfte wirken und über die Corioliskraft als Resultierende dieses Übergangs ausgeglichen werden. Beim frei rotierenden Kreisel treten zusätzliche Präzessionskräfte auf, wenn die Gravitation die Achse zu kippen versucht und das dadurch entstehende Drehmoment, das senkrecht zum Drehimpuls steht, diesem seitlich auszuweichen versucht und seine Richtung ändert.

Das Visualisieren von Drehbewegungen lässt die dabei auftretenden Kräfte ausser Betracht und führt zu falschen Schlussfolgerungen, die vermutlich auch noch die nächsten Tage die Gemüter erregen werden.

Ich für meinen Teil klinke mich aus dieser Diskussion aus! 8-)

Gruss
Trigemina
 
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Ernst » Mo 9. Mär 2009, 08:14

Lieber Ljudmil,

Und, darüber wollte ich nichts sagen, aber nachdem Du so hartnäckig es wiederholst: Die Rotation produziert KEINE Corioliskräfte. Corioliskraft ist eine SCHEINkraft = keine reale Kraft = die gibt es nicht. Die reale Kraft ist die Rotationskraft (Zentripetalkraft) F = mw²r.

Mir ist nun klar, daß Deine Vorstellung aus unzureichender Kenntnis der Technischen Mechanik resultiert. Die Corioliskraft ist genauso eine Trägheitskraft, wie die Zentrifugalkraft oder jene, welche beim Abbremsen bei Translation auftritt. Sie alle wirken ganz real.
Und die Corioliskraft ist der unmittelbare Beweis dafür, daß im Bezugssystem Erde zwischen Berlin und Rom eine Relativgeschwindigkeit besteht. Setze Dich in einen sehr schnell (viel schneller als der ICE ;) ) fahrenden Zug. Die Coriolis-(Trägheitskraft) macht, daß Du infolge deren Beschleunigung während der gesamten Fahrt gegen die westliche Wagenwand gedrückt wirst. Du wirst von der Umfangsgeschwindigkeit Berlin auf die Umfangsgeschwindigkeit Rom beschleunigt. Also muß doch wohl zwischen beiden Städten eine Relativgeschwindigkeit vorhanden sein?

Ich denke, wir können das nun endlich abschließen.

PS.: Ich sehe gerade, daß Trigemina mir diese Erklärung ähnlich vorweggenommen hat :)

Liebe Grüße
Ernst
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Big Mac » Mo 9. Mär 2009, 08:22

Betrachtet man einen Stab, welcher um ein Ende rotiert, sieht man, dass beide Stabenden unterschiedliche Geschwindigkeiten besitzen. Wenn Beobachter eingeführt werden, die angeblich (nach relativistischer Betrachtungsweise) ganze Physik verändern, kann man alles mögliche Behaupten.

-Ein Beobachter, der in Stabmitte sitzt, sieht keine bewegung.
-Ein Beobachter am Stabende A sieht B herumkreisen.
-Ein Beobachter am Stabende B sieht A herumkreisen.
usw.

Auf diese Weise funktioniert auch die ganze SRT, weil auch dort behauptet wird, dass die physikalischen Vorgänge so ablaufen, wie sie von irgendeinem Beobachter gesehen werden. Deshalb sind die Begriffe wie sog. Ortszeit usw. nur fiktive Größen, welche besonders gut geeignet sind (mit der Magie des "Systemwechsels") wahre Physik zu verdrehen, damit die gesamte Physik des 19-20-ten Jahrhundert einem einzigen Mann zugeschrieben werden kann.
So z.B. zeigt bertram weiter oben wie es AE gelungen ist das Heaviside Ellipsoid "vorzurechnen".

Gruß
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 9. Mär 2009, 08:42

Hallo Trigemina,

Trigemina hat geschrieben:Ich für meinen Teil klinke mich aus dieser Diskussion aus! 8-)


Könntest Du bevor Du Dich aus der Diskussion ausklinkst noch auf meine Frage über die Realität und die Kausalität der Längenkontraktion bzw. der „Verformung der Raumzeit“ in der SRT eingehen?

viewtopic.php?f=6&t=32&start=570#p2336


Die Frage scheint leider untergegangen zu sein, was sehr schade ist, weil sie ausgerechnet das Thema dieses langen Threads ist... :cry:

Und das wäre sehr schade, dass Du aus der Diskussion aussteigst ohne darauf eingegangen zu sein. Leider ist Dr. Markus Pössel in unserer langen Korrespondenz letztes Jahr auf diese wichtige Frage auch nicht eingegangen. Immerhin hast Du die Aussage von Dr. Pössel persönlich bestätigt, die Längenkontraktion sei nicht materiell, und immerhin hattest Du mir damals persönlich im Forum „Auf zur Wahrheit“ die Orte und die Zeitpunkte der Ereignisse in meinem Strandgedankenexperiment unter Berücksichtigung der Längenkontraktion relativistisch berechnet. Du bist also schon lange vertraut mit dieser Thematik und kannst am besten meine Frage beantworten. Das wäre sehr nett, danke im voraus. :)

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Big Mac » Mo 9. Mär 2009, 08:45

Sebastian Hauk hat geschrieben:die Gravitation ist aber schon eine entscheidende Größe bei der RT. Und wenn nun ein Äther auftaucht, der dazu in der Lage ist, dann ist der Higgsäther im Grunde der gesuchte Äther.

Gravitation und Elektromagnetismus sind zwei verschiedene Sachen.
Lichtäther hat mit Gravitation und somit mit Higgsäther sehr wenig zu tun.
So gesehen müssen also zwei Äther existieren, wenn das Higgs-Feld als Äther bezeichnet werden darf.

Gruß
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Ernst » Mo 9. Mär 2009, 10:14

Trigemina hat geschrieben:Ich für meinen Teil klinke mich aus dieser Diskussion aus!

Ich für meinen Teil ebenfalls :cry:

Physikalisch und Mechanisch gibt es da ja keine weiteren Fragen. Und Ljudmil wird auch lernen, daß die Corioliskraft ein Schlüssel zum Verständnis ist.

Was mich aber interessiert:
Woher stammt nur seine verworrene Ansicht? :
Corioliskraft ist eine SCHEINkraft = keine reale Kraft = die gibt es nicht. Die reale Kraft ist die Rotationskraft (Zentripetalkraft) F = mw²r.

Wer hat nur für Trägheitskraft diesen unseligen unzutreffenden Begriff Scheinkraft eingeführt?

Er verleitet Nichtinsider offenbar dazu, erstens zwischen Trägheitskraft und Scheinkraft zu Unterscheiden und zweitens, zu meinen, eine davon sei eine reale und eine andere davon eine nicht reale Kraft. Und die nicht reale könnte man bei der Wahl eines rotierenden Bezuhssystem vergessen?

Zu meiner Ausbildungszeit in der Technischen Mechanik wurde der Begriff niemals verwendet.
Immer nur TrägheitsKraft. Von Anfang bis Ende. :roll:

Wer also hat den Begriff SCHEINKRAFT eingeführt?

Gruß
Ernst
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Re: Statt Danke zu sagen ...

Beitragvon scharo » Mo 9. Mär 2009, 11:39

Hallo Novis,

habe mir schon gedacht, dass Du meine Antwort anders auffassen könntest.

„dann werde eben glücklich mit deiner Scharophysik.“

Ich habe nur einige Vorstellungen klarzustellen versucht und eigentlich Deine bisherige Meinung darüber bestätigt. Dann müsste Deine Sichtweise auch Scharophysik sein.

Gruß
Ljudmil
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Re: RT ist komplett falsch

Beitragvon scharo » Mo 9. Mär 2009, 11:41

Hallo Hannes,

danke, aber:
„Und wenn man deine Argumente liest, kann man sich in die Denkweise der
Menschen des auslaufenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts hineindenken.
So war der Zeitgeist, dem Einstein seinen Namen gegeben hat.“

Die Denkweise der damaligen Wissenschaftler ist Geschichte. Wie ich denke – weißt Du schon wo zu lesen ist. Alle damals hatten bestimmte Vorstellungen, die aber eine physikalische Grundlage hatten. Einstein hat aber eine „Theorie“ geschaffen, die mit Physik nichts mehr zu tun hat.

Die RT braucht keine „Weiterentwicklung“ noch Korrektur, sie ist komplett falsch.

„Die ART hat mit der SRT nicht das Geringste zu tun !
Die ART ist eine Theorie der Gravitation, die SRT der Elektromagnetik.“

Nein, das stimmt nicht. Die ART ist auf der Grundlage der SRT aufgebaut, ist eine Erweiterung der SRT. Die s.g. Gravitationstheorie ist nur ein Anhängsel der ART, aber nicht die ART. Und eine Gravitationstheorie ist sie auch nicht, da die wichtigsten Probleme der Gravitation außen vor gelassen wurden. Sie ist nur eine mathematische Behandlung der Gravitation bei Zugrundelegung der RT-Annahmen.

Gruß
Ljudmil
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Re: Bezugssystemproblem

Beitragvon scharo » Mo 9. Mär 2009, 11:44

Lieber Ernst,

„Aber wohl kein Technischer Mechaniker. Sonst würdest Du die Kinematik nicht in den Rang einer eigenständigen Wissenschaft erheben. ... usw.“

Ich habe Dich gebeten, unbegründete Unterstellungen zu unterlassen – Du machst aber munter weiter. Und wenn ich hier Dich nicht zu zart anfasse, nimm es mir nicht übel, Du zwingst mich dazu. :x
Was Du da schreibst ist reinste Polemik, Beleidigungen und drückt nur Deine Argumentslosigkeit aus.
Extra habe ich Dir mit Fettschrift geschrieben, dass das hier behandelte Thema AUSSCHLIEßLICH KINEMATISCHE FRAGEN betrifft. Da Du das offensichtlich nicht erkennen willst oder kannst, vermischst Du Kinematik mit ungefragter Dynamik, um nur irgendwie recht zu behalten und andere als Deppen darzustellen – das ist nicht fair.

„Das soll ein Witz sein, oder?“

Nein! Möglich, dass ich mich nicht so ausgedrückt habe, dass jeder es versteht – habe mir aber Mühe gegeben. Soll ich jetzt solche Banalitäten auch mit Vektorzeichnungen erläutern – die stehen nämlich in jedem Physikbuch, man muss nur endlich das Bezugssystem erkennen können. Es sind wohl nicht nur die Relativisten, die mit Bezugssystemen und Relativbewegung nicht viel anfangen können. :lol:

Und, dass Du dich wirklich nicht so gut mit Mechanik und Physik auskennst, demonstrierst Du mit Deiner Behauptung über die Corioliskraft. Nimm bitte ein Physikbuch, ließ, denke und frage Dich, warum es wohl SCHEIN-Kraft heißt! Und wenn Du so weit bist zu wissen, dass eine Corioliskraft nicht existiert, wäre angebracht Dich bei mir zu entschuldigen.
Trägheitskraft – aha, da fängt es zu dämmern, bist schon auf dem richtigen Weg, aber noch zu weit entfernt.

Was ist jetzt nun, hast Du heute durchs Fenster geschaut, ob das Haus Deines Nachbars sich versetzt hat? Es hat sich nicht entfernt, oder näher gerückt? Ja, dann hast Du Pech mit Deinen Behauptungen. :P

Liebe Grüße
Ljudmil
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Re: Konstanz der LG

Beitragvon scharo » Mo 9. Mär 2009, 12:55

Hallo Frau Lopez,

„Das Wort „Beobachter“ steht zwar nicht explizit in dieser Formulierung (nur der Begriff „emittierender Körper“, sprich die Quelle), aber dadurch, dass zwangsläufig nur ein Beobachter eine Geschwindigkeit aus einer Lichtquelle überhaupt messen kann (wer sonst?), besagt diese Formulierung, dass ein Beobachter immer die gleiche Geschwindigkeit V misst, egal ob er relativ zur Quelle ruht oder ob er sich relativ zur Quelle bewegt.“

Das, was in seiner Aussage steckt, ist Ätherkonstellation – nur in einem Äther ist die wirkliche LG = c (relativ z. Äther) unabhängig von der Bewegung der Quelle. Über eine Konstanz der LG relativ zu den „bewegten“ im „ruhenden Raume“ (sprich Äther) hat er nicht geschrieben. Wäre die LG auch z. bewegten wirklich konstant und gleich c, dann würden deren Uhren synchron mit denjenigen im „ruhenden Raume“ bleiben und es gebe keine ZD. Seine „bewegten im ruhenden Raume Beobachter“ messen eine c – und wie, das habe ich schon beschrieben.
„Relativ zur Quelle“ sagt nichts aus, entscheidend ist das Bezugssystem (Beobachter-IS), in dem die Bewegung der Quelle (Punktereignis) schon irrelevant ist.

Gruß
Ljudmil
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