Ich hoffe es ist klar geworden dass Rotationen sowohl klassisch als auch relativistisch aus dem kräftefreien, an der Rotation nicht teilnehmenden Inertialsystem beschrieben und aus diesem in die Bezugssysteme (jawohl: plural) des Rotationskörpers transformiert werden, in denen radial abhängige Trägheitskräfte (auch irreführend Scheinkräfte genannt) auftreten.
Es ist falsch, zumindest eine grobe Vereinfachung, beispielsweise eine rotierende Scheibe als ein einziges Bezugssystem aufzufassen. Tut man dies dennoch und identifiziert darin die Relativgeschwindigkeit aller Punkte zueinander mit Null (die Abstände ändern sich ja nicht -> Rapidität = 0), hat man ein Problem beim Übergang von einem Punkt zu einem anderen (dieses Problem ergäbe sich bei einer Translationsbewegung nicht), da zwischen zwei radialen Abständen unterschiedliche Kräfte wirken und über die Corioliskraft als Resultierende dieses Übergangs ausgeglichen werden. Beim frei rotierenden Kreisel treten zusätzliche Präzessionskräfte auf, wenn die Gravitation die Achse zu kippen versucht und das dadurch entstehende Drehmoment, das senkrecht zum Drehimpuls steht, diesem seitlich auszuweichen versucht und seine Richtung ändert.
Das Visualisieren von Drehbewegungen lässt die dabei auftretenden Kräfte ausser Betracht und führt zu falschen Schlussfolgerungen, die vermutlich auch noch die nächsten Tage die Gemüter erregen werden.
Ich für meinen Teil klinke mich aus dieser Diskussion aus!
Gruss
