Ernst hat geschrieben:"Longitudinal", in Strömungsrichtung, ist die Wellenlänge der rücklaufenden Welle kleiner als die hinlaufende. Wenn sie zurückkommt, läuft sie mit dieser kürzeren Wellenlänge mit einer bestimmten Phase am Teiler ein. Bei der "transversalen" Reflexion bleibt die (gegenüber ruhenden Äther verkürzte) Wellenlänge gleich. Sie erreicht den Teiler mit dieser Wellenlänge (welche anders ist als die der longitudinalen) mit einer anderen bestimmten Phasenlage.
Am Teiler werden die beiden Wellen in eine gemeinsame Richtug gelenkt. Sie laufen nun in der Strrömung identisch und haben daher nun eine gleiche Wellenlänge. Da die beiden Wellen aber mit unterschiedlicher Phase am Teiler einliefen, besitzen sie nun nach der Umlenkung eine Phasendifferenz. Die sagt nichts aus. Aber der Phasenwechsel bei der Drehung enthält die Information ; aber das hatten wir ja schon mehrmals.
Es ist aber aus diesem Grunde auch müßig, über die Phasenlage der einlaufenden Wellen zu sinnieren. Der Versuchsalgorithmus beinhaltet die Verschiebung der Phasen bei Drehung der Versuchsanordnung. Das ist der Schlüssel zum Verständnis des MM.
Das ist falsch.
Die Strahlen kommen an jedem Reflexionspunkt phasengleich zusammen!

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In meiner Skizze bewegt sich das MMI von links nach rechts durch den Äther. Verfolg doch bitte mal die einzelnen Reflexionspunkte.
zu 1) der Abb.: bei der Aufspaltung sind die Phasen übereinstimmend.
zu 2) hier kommen beide Strahlen mit derselben Phasenlage zurück! Weil der senkrechte Strahl am oberen Spiegel lediglich mit Phasensprung reflektiert wird, und seine verkürzte Wellenlänge sich genau mit der langsameren Geschwindigkeit ausgeglichen hat. Der waagrechte Strahl erfährt am seinem Spiegel ebenfalls nur einen Phasensprung. Der waagrechte Strahl kommt mit gedehnter Wellenlänge, aber auch schneller daher! Mit dem beweglichen Spiegel wird zu Versuchsbeginn die Phasengleichheit sicher gestellt! Michelson stellt ja ein Interferenzmuster ein!
Wird das MMI gedreht, ändert sich nichts.
Der vormals waagrechte Strahl von der Lampe geht nun senkrecht nach unten und ist jetzt langsamer und die Wellenlängen sind dementsprechend verkürzt!
Deshalb schon mal dieselbe Phasenlage am Strahlteiler wie vorhin (2)! Der vormals vertikale Strahl wird nun waagrecht zum Spiegel geschickt, dort mit Phasensprung reflektiert und kommt nun mit der gedehnten Wellenlänge zum Strahlteiler zurück. Der vormals waagrechte Strahl geht durch den Strahlteiler weiter senkrecht nach unten - mit verkürzter Wellenlänge und verlangsamter Geschwindigkeit! - wird dort mit Phasensprung reflektiert und kehrt ebenfalls - verkürzt und verlangsamt - zum Strahlteiler zurück, er trifft den anderen Strahl genauso mit Phasengleichheit wie vorhin.
Die Phasenlagen verändern sich nicht, weil einmal ein Strahl schneller mit gedehnter Wellenlänge und der andere Strahl langsamer mit kürzerer Wellenlänge ist. Bei der Drehung wird der eine Strahl schneller und dehnt die Wellenlänge, der andere langsamer und verkürzt die Wellenlänge!
Und jetzt das Wesentliche! Beide Strahlen verschieben sich sehr wohl bei der Drehung zueinander. Und das machen sie, ohne ihre Phasenlagen zu verändern, weil jede Periode sowohl im Strahl mit verkürzter Wellenlänge und langsamerer Geschwindigkeit gleich lang dauert als auch im Strahl mit gedehnter Wellenlänge und schnellerer Geschwindigkeit! Wenn sie sich kreuzen, passen sie immer genau zusammen! Während der Drehung verändert sich diese Beziehung völlig proportional!
Siehe die beiden Pfeile unter dem MMI. Sie sollen die Wellenlängen symbolisieren. Von oben kommt die kürzere Wellenlänge mit langsamerer Geschwindigkeit. Von rechts die gedehnte mit schnellerer Geschwindigkeit. Wenn die Wellenzüge bei der Begegnung z.B. gerade ein Amplitudenmaximum haben, treffen sie an den Enden wieder mit derselben Phasenlage zusammen, weil sich die Wellenlängen und Geschwindigkeiten völlig proportional zueinander verhalten.
Habe ich in meinem vorigen Beitrag ja vorgerechnet (mit den angenommenen Werten c=300000 km/s, v=30 km/s, f=100000 Hz, lambda=3 km). Das Ende des oberen Pfeils kommt nach 0,00001 Sekunden zum Begegnungspunkt, das Ende des waagrechten Pfeils in derselben Zeit! Die beiden Strahlen kreuzen sich immer mit derselben Phasenlage. Die Strahlen verschieben sich bei der Drehung daher ohne ihre Phasenlagen zu verändern. Die Kompensation aus den sich veränderten Geschwindigkeiten und den sich proportional veränderten Wellenlängen bewirkt das! Aus dem gleichen Grund bleibt die Frequenz unverändert!
Ich vermute mal, dass Highway der Einzige ist, der diesen Kompensationsmechanismus im MMI nachvollziehen kann. Mal sehen, was er dazu meint.
Es ist völlig klar: das MMI widerlegt den absoluten Äther nicht!
Grüße
Harald Maurer