@hmpf:
Gehen wir das doch mal der Reihe nach sachlich durch.
hmpf hat geschrieben:Die Erde ist, wenn man von Strahlung absieht, ein thermisch wunderbar abgeschlossenes System.
Frage: Vermutlich meinst du die Erde mitsamt Atmosphäre, also alles was Masse hat, stimmt das?
Wenn ja: Das nennt man in der Physik ein geschlossenes System, "wenn man von Strahlung absieht".
Im Unterschied zum
abgeschossenen System ist ein Energieaustausch mit dem Umgebung möglich, z.B. durch Strahlung aus dem All und zurück ins All.
hmp hat geschrieben:Sie kann nur über Strahlung Wärme empfangen und muss stets exakt dieselbe Menge Wärme pro Zeiteinheit wieder abstrahlen, die sie von der Sonne empfangen hat … und noch ein wenig mehr, weil im Erdkern ja noch Spaltprozesse [...]
Erst mal vorweg: Wärme ist Energie, nach der modernen Formulierung vom 2. HS der Thermodynamik. Das ist indiskutabel. Auch wenn du den Begriff oft umgangssprachlich im Sinn von Temperatur verwendest: Wärme ist
nicht Temperatur. Physikalisch ist es Energie und nichts anderes.
Tatsache ist: Die Erde (mit Atmosphäre) als geschlossenes System kann Energie mit der Umgebung (Weltall) austauschen und muss
nicht zwingend exakt die gleiche Menge an Energie pro Zeiteinheit ins All abstrahlen wie sie aus dem All empfängt.
Das ist nur im sog. Strahlungsgleichgewicht der Fall, das die Natur zwar anstrebt, aber es ist nicht zwingend jederzeit gegeben.
Tatsache ist: Es kann durchaus mehr Energie pro Zeiteinheit eingestrahlt werden als abgestrahlt. Dann steigt die sog. Innere Energie der Erde (mit Atmosphäre). Seit einiger Zeit geschieht das auch, u.a. nachweisbar durch eine steigende Durchschnittstemperatur, abschmelzende Gletscher usw., genannt Klimawandel.
Klar soweit? Irgendwelche Fragen?