hmpf hat geschrieben:Gott sind Sie schwer von Begriff! Also nochmal für naturwissenschaftliche Analphabeten:
Diese Antwort enthält mehrere fundamentale Missverständnisse der Atmosphärenphysik. Nachfolgend eine systematische Bewertung der vier Punkte aus wissenschaftlicher Sicht.
1. In der Atmosphäre spielt es eine sehr große Rolle, von welcher Seite sie erwärmt wird.
Die Erde wird von unten erwärmt (Sonnenstrahlung wird am Boden absorbiert), der Weltraum ist kalt – von oben kommt kaum Wärme zurück.
Dieser Temperaturunterschied von warm unten / kalt oben erzeugt eine instabile Schichtung → Konvektion tritt auf → Vertikalbewegung der Luft → adiabatische Prozesse.
Wärmeleitung in Luft ist extrem ineffizient – die dafür erforderlichen Zeiträume („nach einigen Jahren“) sind klimatisch irrelevant und physikalisch unrealistisch.
In der realen Atmosphäre dominiert der turbulente Konvektionswärmetransport – nicht die Wärmeleitung.
Wärmeleitung ist in der Atmosphäre vernachlässigbar, nicht kompensierend, und nicht der treibende Faktor.
2. Falsch bzw. irreführend.
Es ist korrekt, dass Luft nicht unendlich aufsteigen kann – wegen Massen- und Impulserhaltung gibt es zirkulierende Bewegungen.
Aber: Auf- und Abwinde verändern den lokalen Energiehaushalt.
Der adiabatische Temperaturgradient (etwa −6,5 K/km) ergibt sich aus dem Gleichgewicht zwischen Konvektion und Stabilität – er ist kein statischer Effekt, sondern Resultat eines dynamischen Gleichgewichts.
Die Aussage verkennt, dass gerade durch diese vertikale Bewegung der stabile Temperaturgradient erst entsteht – er ist keineswegs aufgehoben durch Auf- und Abwinde, sondern durch sie bedingt.
3. Falsch.
Die Absorption von Wärmestrahlung durch Treibhausgase ist ein zentraler Bestandteil des atmosphärischen Energiehaushalts.
Es stimmt, dass ein Großteil der langwelligen Strahlung nahe der Oberfläche absorbiert wird – aber:
Die Atmosphäre strahlt selbst wieder nach oben und unten (Gegenstrahlung).
Diese Prozesse erzeugen vertikale Temperaturprofile, insbesondere weil der Energieverlust nach oben (ins All) mit der Höhe zunimmt.
Der Temperaturgradient wird also nicht direkt durch die Absorption an einem Punkt erzeugt, sondern durch das Zusammenspiel von Strahlungstransfer, Konvektion und adiabatischem Aufstieg.
Deine Argumentation zeigt ein Missverständnis des Strahlungskonvektionsgleichgewichts. Der Hinweis auf „siehe 1“ ist problematisch, da Punkt 1 selbst schon falsch war.
4. Falsch.
Der einzige (!) physikalisch korrekte Grund für den Temperaturgradienten ist:
Aufsteigende Luft dehnt sich aus und kühlt sich adiabatisch ab, weil der Luftdruck mit der Höhe sinkt.
Strahlung alleine erklärt nicht die Temperaturabnahme mit der Höhe – im Gegenteil: ohne Konvektion und adiabatische Prozesse würde eine Atmosphäre, die von unten beheizt wird, thermisch instabil werden.
Genau deshalb brauchen Klimamodelle eine Kombination aus Strahlung und Konvektion – diese Prozesse greifen ineinander.
Deine Aussage ist physikalisch nicht haltbar. Wer behauptet, es gebe nur einen Grund, hat das dynamische Zusammenspiel der Energieflüsse in der Atmosphäre nicht verstanden.