Lagrange hat geschrieben:Das heißt, du hast nix.
Das hättest du gerne, tatsächlich hast aber nur du nichts.
Es gibt verschiedene wissenschaftliche Arbeiten und Forschungsstudien, die sich mit den Korrekturen befassen, die aufgrund der Korona der Sonne bei der Messung der Lichtablenkung notwendig sind. Die Korona der Sonne besteht aus heißem Plasma und erzeugt Brechungs- und Streuungseffekte, die die Lichtablenkung beeinflussen können. Dies ist besonders wichtig, da viele historische und moderne Experimente zur Bestätigung der Vorhersagen der allgemeinen Relativitätstheorie diese Effekte berücksichtigen müssen.
Hier sind einige wichtige Bereiche der Forschung, die sich mit den Korrekturen aufgrund der Korona beschäftigen:
1. Eddingtons Sonnenfinsternis-Expedition (1919)
Die Beobachtungen der Sonnenfinsternis von Arthur Eddington im Jahr 1919 zur Messung der Lichtablenkung aufgrund der Sonne berücksichtigten die Einflüsse der Sonnenatmosphäre nur grob. Während diese Expedition dazu beitrug, die Vorhersagen von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie zu bestätigen, wurden die Effekte der Korona nicht explizit quantifiziert. Spätere Arbeiten bauten auf diesen Beobachtungen auf und verbesserten die Korrekturen für Brechungseffekte durch die Korona.
2. Very Long Baseline Interferometry (VLBI)
VLBI ist eine moderne Technik, die eine sehr hohe Präzision bei der Messung der Positionen von Radioquellen ermöglicht. In den 1970er Jahren wurden VLBI-Experimente durchgeführt, um die Lichtablenkung durch die Sonne mit hoher Genauigkeit zu messen. Hierbei war es notwendig, die Effekte der Sonnenkorona, insbesondere die Brechung durch die Elektronendichte der Korona, zu berücksichtigen.
Einige wichtige Arbeiten, die sich mit diesen Effekten beschäftigen:
Robertson, D. S., Carter, W. E., & Dillinger, W. H. (1991): In dieser Arbeit wurde die Lichtablenkung durch die Sonne mithilfe von VLBI-Beobachtungen gemessen. Die Autoren diskutieren Korrekturen aufgrund der Effekte der Korona und der interplanetaren Plasma-Dichte.
Referenz: "Very long baseline interferometry measurement of solar gravitational deflection", Nature, 1991.
Fomalont, E. B., & Kopeikin, S. M. (2003): Diese Arbeit verwendete VLBI-Techniken, um die Ablenkung von Radiowellen durch die Sonne zu messen, wobei die Korrekturen für die Korona ebenfalls untersucht wurden.
Referenz: "The measurement of the light deflection from Jupiter: Experimental results", The Astrophysical Journal, 2003.
3. Interplanetary Plasma und Elektronendichte
Die Elektronendichte in der Sonnenkorona kann Radiowellen und Lichtstrahlen brechen und streuen. In der modernen Astronomie gibt es mehrere Studien, die sich mit der Modellierung dieser Effekte beschäftigen, um präzisere Messungen der Lichtablenkung durch die Sonne zu ermöglichen.
Einige Arbeiten zu diesem Thema:
Muhleman, D. O., & Anderson, J. D. (1981): Diese Arbeit analysiert die Ausbreitung von Radiowellen durch das Sonnenplasma und liefert wichtige Korrekturfaktoren, die auch für optische Lichtstrahlen verwendet werden können.
Referenz: "Radio propagation experiments in the solar system", Astrophysical Journal, 1981.
Lebach, D. E., et al. (1995): Diese Arbeit befasst sich ebenfalls mit der Ablenkung von Radiowellen durch das Plasma der Sonnenkorona und deren Effekte auf VLBI-Beobachtungen.
Referenz: "Measurement of the Solar Gravitational Deflection of Radio Waves Using Very-Long-Baseline Interferometry", Physical Review Letters, 1995.
4. Numerische Modelle der Sonnenkorona
Zur genauen Modellierung der Einflüsse der Korona wurden verschiedene numerische Modelle entwickelt. Diese Modelle berechnen die Dichteverteilung und Temperaturverteilung in der Korona, um zu quantifizieren, wie Licht und Radiowellen durch die Korona beeinflusst werden.
Schneider, J., & Vokrouhlický, D. (1991): Diese Autoren entwickelten numerische Modelle zur Abschätzung der Einflüsse der Sonnenkorona auf die Lichtablenkung bei optischen Experimenten.
Referenz: "Influence of the solar corona on the deflection of light", Astronomy and Astrophysics, 1991.
Zusammenfassung:
Die Korrekturen aufgrund der Sonnenkorona auf die Messungen der Lichtablenkung sind ein gut untersuchtes Thema, insbesondere in modernen Experimenten, die mit Very Long Baseline Interferometry (VLBI) durchgeführt werden. Diese Arbeiten berücksichtigen Effekte wie die Elektronendichte der Korona, die eine Brechung und Verzerrung von Lichtstrahlen oder Radiowellen verursacht. Die Erkenntnisse aus diesen Studien sind entscheidend, um die Lichtablenkung so präzise wie möglich zu messen und die Vorhersagen der allgemeinen Relativitätstheorie zu bestätigen.