Ernst hat geschrieben:Jocelyne Lopez hat geschrieben:Kinematisch sind die beiden Massen gemäß Relativitätsprinzip gleichberechtigt (Relativgeschwindigkeit, Gesamtstrecke, Gesamtdauer) und perfekt symmetrisch, genauso wie sie parallel dazu dynamisch nicht gleichberechtigt und nicht symmetrisch sind (Energie, Impulsrichtung): Nur die rote motorisierte Masse bringt das komplette Impuls und seine Richtung bei dieser Relativbewegung, die blaue unberührte und festgeschraubte Masse ist an Energieverbrauch und entsprechende Richtungsänderungen überhaupt nicht beteiligt und weiß nichts davon.
Du strickst weiter an einer selbst zusammengepuzzelten Physik. Du legst die Bausteine aber nicht richtig zusammen.
Könnte es sein, dass Du es bist, der die Bausteine nicht richtig zusammen legt?
Aber das Thema hatten wir schon...
Ernst hat geschrieben:
Wie ist das denn nun mit wenigstens einem einzigen Autor, welcher in der klassischen Physik das Relativitätsprinzip für dynamische Vorgänge in den IS außer Kraft setzt? Da das Prinzip dann sinnlos wird, wirst Du niemanden finden, wäre meine Prognose.
Das Thema hatte wir schon: Keiner will das Relativitätsprinzip aushebeln, Ernst, darfst Du gerne das hüten und unter Deinem Kopfkissen beim Schlafen legen, damit es keiner klaut.
Das Relativitätsprinzip gilt jedoch nur für die kinematische Parameter einer Bewegung (Relativgeschwindigkeit, Gesamtstrecke, Gesamtdauer), jedoch nicht, wenn man die Kräfte als Ursachen oder als Auswirkungen einer Relativbewegung untersucht.
Dass eine Menge Autoren erkannt haben, dass die kinematische Betrachtung von Bewegungen sich mit der dynamischen Betrachtung nicht deckt ist zum Beispiel durch das (nicht mehr ganz aktuelle) berühmte Beispiel der beiden kopernikanischen und ptolemäischen Modelle des Kosmos belegt. Man hätte nämlich nicht beweisen können, dass die Sonne sich nicht um die Erde dreht, sondern umgekehrt, wenn man nur die kinematische Betrachtung angewandt und sich darauf verlassen hätte: Man würde heute noch daran zweifeln, welches Objekt sich um welches dreht. Es gibt aber kaum Autoren, die heutzutage daran zweifeln, dass die Erde sich um die Sonne dreht, und nicht umgekehrt. Zweifelst Du etwa daran? Na. Dabei wurde nur durch den Nachweis von dynamischen Asymmetrien der Nachweis der Gültigkeit des kopernikanischen Modells gebracht. Eine Menge von Autoren erkennen also die dynamischen Asymmetrien beim Vorhandensein von kinematischen Symmetrien einer Bewegung. Nur Ernst nicht, gut, das kopernikanische Weltbild wird es verkraften.
Siehe z.B. G.O. Mueller: viewtopic.php?f=6&t=330&p=19937&hilit=koperni%2A#p19937
Zitat G.O. Mueller:
Ein Beispiel von rein kinematischer Betrachtung ist die irrige Behauptung der relativen Gleichwertigkeit von Kopernikanischem Modell und Ptolemäischem Modell des Kosmos: in der Realität treten Kräfte auf, die den entscheidenden Unterschied liefern, nur aus der Dynamik zu erklären sind und die relative Gleichwertigkeit widerlegen. Davon unabhängig kann diese angebliche Gleichwertigkeit übrigens allein schon durch die Analyse der behaupteten relativen Drehung des Fixsternhimmels widerlegt werden: alle Fixsterne müßten sich zufällig alle nicht um den Erdmittelpunkt, sondern um die in beide Richtungen unbegrenzt verlängerte Erdachse (!) drehen, die nur eine gedachte Linie darstellt und keine physikalische Realität: warum sollten sich alle Fixsterne um eine aus der geozentrischen Perspektive gedachte Linie drehen?
Diese angebliche relative Drehung des Fixsternhimmels müßte außerdem auch für jeden anderen Himmelskörper mit Eigendrehung gelten (z. B. alle Planeten unseres Sonnensystems); es müßte sich der Fixsternhimmel also gleichzeitig um zahllose Achsen von zahllosen anderen Himmelskörpern drehen (und obendrein für jeden mit einer anderen Winkelgeschwindigkeit!), andererseits müßte er gegenüber bestimmten, nicht selbst sich drehenden Himmelskörpern relativ stillstehen! Dieser Fall ist wegen seiner besonderen Abstrusität und gleichzeitig in Relativistenkreisen hochgelobten Genialität besonders lehrreich für die Beurteilung der Relativistik insgesamt.
Reicht Dir die Anzahl der Autoren und Menschen, die an das kopernikanische Weltbild glauben, um zu erkennen, dass es bei der dynamischen Betrachtung von Bewegungen zum Bruch der Symmetrien kommt, die bei der kinematischen Betrachtungen herrscht?
Mir reicht es auf jeden Fall: Ich glaube schon, dass die Erde sich um die Sonne dreht, und nicht umgekehrt.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez
