Kurt´s Paper analysiert

Sonstige Ansätze und Vorschläge

Re: Kurt´s Paper analysiert

Beitragvon McMurdo » Sa 5. Nov 2022, 08:24

Kurt hat geschrieben:Das BS ist festgelegt, die Festlegung hat sich an den Realumständen orientiert die auf der Erde von Wissenschatlern festgestellt wurden.

.

Wissenschaftler haben festgestellt , schon seit Jahrhunderten, das es kein ausgezeichnetes Bezugssystem gibt das anderen vorzuziehen wäre.
Sprich: die physikalischen Gesetze die wir kennen haben in jedem Inertialsystem die gleiche Form und daher ist es nicht unterscheidbar, innerhalb einer Kiste zum Beispiel, ob man selbst bewegt ist oder nicht.
Einstein zeigte das dieses Relativitätsprinzip auch für den Elektromagnetismus gilt, nachdem Maxwell erkannte das sich elektromagnetisvhe Wellen immer mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, sprich: die Lichtgeschwindigkeit ist immer konstant c, in jedem Inertialsystem.

Das heißt konkret in diesem Beispiel: derjenige am Bahnhof misst die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum mit 299792458 m/s und derjenige in der Kiste misst die Vakuumlichtgeschwindigkeit auch mit 299792458 m/s.
Das bedeutet: Lichtgeschwindigkeit kann man nicht addieren bei einer Trasformation von einem Bezugssystem in ein anderes, sie bleibt immer 299792458 m/s.

Und daraus folgt das zwangsläufig das für denjenigen in der Kiste die zu ihm bewegte U2 langsamer geht so wie alle potentiellen Uhren die aus seiner Sicht bewegt sind . Selbiges gilt für den Beobachter am Bahnhof. Aber keiner von beiden kann damit herausfindet ob er selber der bewegte ist oder nicht, solange sie sich gleichförmig, geradlinig zueinander bewegen.

Ein potentieller Beobachter der mit der U2 hin und her fährt auf der Plattform, der kann wissen das er selbst der bewegte ist, wenn er wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrt und die vergangene Zeit mit demjenigen auf der Plattform vergleicht. Denn för den auf der U2 ist weniger Zeit vergangen auf dem Weg hin und zurück.

Klassisches Zwillingsparadoxon eben.
McMurdo
 

Re: Kurt´s Paper analysiert

Beitragvon Kurt » Sa 5. Nov 2022, 15:46

McMurdo hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Das BS ist festgelegt, die Festlegung hat sich an den Realumständen orientiert die auf der Erde von Wissenschatlern festgestellt wurden.

.

Wissenschaftler haben festgestellt , schon seit Jahrhunderten, das es kein ausgezeichnetes Bezugssystem gibt das anderen vorzuziehen wäre.

Und auf dieser Vorstellung, die das es ein solches zu geben hat, ist der ganze Schmarrn dann aufgebaut worden.
Siehe Wikibild zum "Ätherwind", selten so was Lächerliches und Naives als Theoriegrundlage gesehen. Noch erstaunlicher, dass sich diese Vorstellung als Grundlage einer Theorie 100J lang halten hat können und immer noch in den Köpfen rumgeistert.
Deine "Ausführungen" zeigen dies ja in Perfektion (gut aufgenommen und anstandslos akzeptiert von dir).

Kurt

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Re: Kurt´s Paper analysiert

Beitragvon Daniel K. » Sa 5. Nov 2022, 17:23

Kurt hat geschrieben:
Daniel K. hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:
Wozu denn eine solche, die weiß er ja eh wenn er sie erst erfragen/erfassen muss.

Ich hatte Dir auch geschrieben, Du machst eine Transformation der Geschwindigkeit von U2 mit v = 5 m/s aus dem System S in das System S' in dem Du diese Geschwindigkeit auf die Geschwindigkeit des Systems S' gegenüber S mit v = 100 m/s addierst. Ich habe nicht gesagt, Du oder wer auch immer, macht eine Transformation der Geschwindigkeit des Zuges aus S nach S'. Macht auch wenig Sinn, denn der Beobachter am Bahnhof sollte ja wissen, wie schnell der Zug ist, er ist ja in keiner Kiste und kann das direkt messen.

Wozu denn dann eine Transformation wenn eh alles bekannt sein muss? Da kann man sie ja gleich weglassen.

Man transformiert eine Geschwindigkeit, die in einem System bekannt ist, aber wo man die Geschwindigkeit des Objektes im anderen System eben nicht kennt. Du hast das ja gemacht und ich habe Dir dazu dann nur geschrieben, Du hast da eine Transformation gemacht. Du wirst doch wohl noch wissen, warum Du das gemacht hast. Aber lesen wir doch einfach mal nach:
Daniel K. » Fr 4. Nov 2022, 00:58 hat geschrieben:
Kurt » Do 3. Nov 2022, 21:34 hat geschrieben:
Die U2 ist mit 100 m/s des Zuges, zuzüglich der ± 5 m/s der U2 auf der Plattform, unterwegs (ich gehe dabei davon aus, dass auch dir klar ist dass die ± 5 m/s aus Sicht der Plattform herrühren).

Eben, Du machst hier eine Galilei-Transformation, so heißt das, Du nimmst die Geschwindigkeit aus dem System S, in dem Plattform, Zug und Beobachter im Zug ruhen und in dem die Uhr U2 eben mit v = 5 m/s bewegt ist. Diese Geschwindigkeit nimmst Du und addierst sie zu einer anderen Geschwindigkeit, aus einem anderen System. Eben das Bezugssystem, welches Du immer als das festgelegte BS bezeichnest, ich nenne es kurz S'. Und aus diesem System nimmst Du die Geschwindigkeit des Zuges mit v' = 100 m/s und addierst die zu den 5 m/s aus dem anderen System und bekommst so die 100 m/s ± 5 m/s. Und das ist die Geschwindigkeit der Uhr im Ruhesystem S, in dem beide Bahnhöfe, Beobachter auf dem Bahnhof und die Gleise ruhen. Aber das ist das System, dass keine Rolle spielt, denn von dem kann der Beobachter im Zug ja eben nichts wissen.

Kurt, Du hast diese Rechnung gemacht, kannst Dich selber fragen, warum, wenn alles bekannt sein muss. Ich habe Dir nur gesagt, wie diese Rechnung genannt wird. Und es war ja eben so, dass bekannt war, der im Zug beobachtet eine Uhr mit ± 5 m/s oder eben kreisend konstant mit 5 m/s in Bezug zur Plattform. Hattest Du so vorgeben. Und der Zug bewegt sich mit 100 m/s gegenüber dem Bahnhof, oder eben in dem "vorgegebenen" BS, welches ist eben Bezugssystem S' nenne. Da Du diese Rechnung gemacht hast, muss wer über beide Geschwindigkeiten informiert sein, der in der Kiste ist es ja offenkundig nicht, also bleibt ja nur der Beobachter am Bahnhof. Offensichtlich kann der die Geschwindigkeit des Zuges messen, aber nicht die Geschwindigkeit der Uhr in der Kiste. Da er aber die Geschwindigkeit des Zuges (oder des anderen Bezugssystems S) kennt, kann er die Geschwindigkeit der Uhr U2 aus dem System S mit v = 5 m/s in sein System transformieren. Da muss ihn eben wer die 5 m/s genannt haben. Und so kann er dann die 95 m/s bis 105 m/s errechnen.

So weit so gut, und es ist sogar so, dass dieser Beobachter am Bahnhof die Uhr alternieren takten misst, da sich die Geschwindigkeit für diesen ja wirklich ändert, aber das gilt eben nur in S' und den Beobachter dort. Der im Zug erfährt nichts davon und für den bewegt sich die Uhr eben mit einer konstanten Geschwindigkeit, wie Du selber geschrieben hast. Die Geschwindigkeit für die Uhr U2 in S', welche der Beobachter dort errechnet oder misst, ist eben eine von vielen möglichen Geschwindigkeiten und diese hat keinen Einfluss auf den Lauf der Uhr U2 im Zug und gegenüber der Plattform:
Kurt » Di 1. Nov 2022, 21:35 hat geschrieben:
... dass es sehr viele Geschwindigkeitsmöglichkeiten gibt, die irgendwelche Objekte in irgendwelchen Zuständen an irgendwelchen Orten zum Zug haben. Diese vielen Möglichkeiten haben keinerlei Einfluss auf den Gang der U1 oder der U2 auf der Plattform.

So schaut es aus.


Kurt hat geschrieben:
Damit der Beobachter in der Plattform erkennen kann ob er bewegt ist oder nicht, ohne das er gesagt bekommen hat wie schnell er unterwegs ist, ist halt eine andere Transformation notwendig.

Mag sein, aber dann ist es eine, die nicht möglich ist, es gibt keine welche er machen kann. Beide Systeme sind gleichberechtigt.
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Re: Kurt´s Paper analysiert

Beitragvon Daniel K. » Sa 5. Nov 2022, 17:40

Kurt hat geschrieben:
McMurdo hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:
Das BS ist festgelegt, die Festlegung hat sich an den Realumständen orientiert die auf der Erde von Wissenschatlern festgestellt wurden.

Wissenschaftler haben festgestellt , schon seit Jahrhunderten, das es kein ausgezeichnetes Bezugssystem gibt das anderen vorzuziehen wäre.

Und auf dieser Vorstellung, die das es ein solches zu geben hat, ist der ganze Schmarrn dann aufgebaut worden.

Diese Vorstellung ist viel älter als die SRT, weißt Du, hast ja selber das klassische galileische Relativitätsprinzip in dem PDF zitiert. Es gibt sogar drei, nur das erst ist von Galileo:

Relativitätsprinzip, Prinzip von der Gleichwertigkeit von Bezugssystemen bei der Beschreibung physikalischer Gesetzmäßigkeiten. Man unterscheidet das Galileische Relativitätsprinzip, das Spezielle Relativitätsprinzip und das Allgemeine Relativitätsprinzip.

1. Galileisches Relativitätsprinzip: Alle Inertialsysteme sind gleichwertig bezüglich der Formulierung der Newtonschen Mechanik, da die Newtonschen Axiome kein Inertialsystem gegenüber den anderen auszeichnen. Der Übergang von einem Inertialsystem zu einem anderen wird durch eine Galilei-Transformation vollzogen, bezüglich derer die Newtonschen Bewegungsgesetze invariant sind.

2. Spezielles Relativitätsprinzip: Bei Anwendung der Galilei-Transformation gibt es nur ein Inertialsystem, in dem sich das Licht isotrop mit der Vakuumlichtgeschwindigkeit c ausbreitet. Dieses Inertialsystem wäre gegenüber den anderen ausgezeichent. Um der experimentellen Tatsache der Konstanz der Vakuumlichtgeschwindigkeit Rechnung zu tragen, wird der Übergang zwischen Inertialsystemen durch Lorentz-Transformationen vermittelt. Die notwendige Umformulierung der physikalischen Gesetze führt auf die lorentz-invarianten Bewegungsgleichungen der Speziellen Relativitätstheorie.

3. Allgemeines Relativitätsprinzip: Prinzip der allgemeinen Kovarianz, Allgemeine Relativitätstheorie.

https://www.spektrum.de/lexikon/physik/ ... nzip/12326


Kurt hat geschrieben:
Siehe Wikibild zum "Ätherwind", selten so was Lächerliches und Naives als Theoriegrundlage gesehen. Noch erstaunlicher, dass sich diese Vorstellung als Grundlage einer Theorie 100 Jahre lang halten hat können und immer noch in den Köpfen rumgeistert. Deine "Ausführungen" zeigen dies ja in Perfektion (gut aufgenommen und anstandslos akzeptiert von dir).

Nein Kurt, wie gesagt, dass erst ist viele 100 Jahre alt, dann kam das Zweite und dann das Dritte. Super was? Ich schrieb schon, das mit der Lichtgeschwindigkeit war knifflig und erst ein Problem. Denn wäre die Lichtgeschwindigkeit nicht in allen Inertialsystemen immer konstant c, dann würde es ein ausgezeichnetes System geben, dann müsste man nur Licht messen und könnte dann schauen, wie schnell ist es, wie schnell ist man selber. Es gäbe dann eben diesen "Äther" ein Medium in dem sich Licht mit c bewegt und wenn man sich gegenüber dem Äther bewegt, dann wäre die Geschwindigkeit die man misst eben größer oder kleiner c. Und dann könnte man daraus eben die eigene Geschwindigkeit gegenüber dem Medium, dem Äther errechnen.

Damals hätte also das Galileisches Relativitätsprinzip fallen können, doch dann wurde festgestellt, Licht bewegt sich immer mit c, egal für wen und in welchem Inertialsystem. Heißt, Du kannst einen Lichtstrahl auch mit fast c nach fliegen, der entfernt sich weiter mit c von Dir. So war das eben. Das Relativitätsprinzip hat immer gehalten, viele 100 Jahre, sogar dann als das Dritte kam.

Sei sicher, Du wirst das nicht aushebeln können und Du willst ja sogar alle drei zerbröseln, Du willst ja das erste direkt vernichten, und das Lustige ist, die Zeitdilatation, welche Du dafür nutzen willst, gibt es nur, weil das zweite Relativitätsprinzip richtig ist, eben weil die Lichtgeschwindigkeit konstant ist, gehen die Uhren langsamer (einfach formuliert). Heißt, ist das Relativitätsprinzip falsch, würde es keine Zeitdilatation geben, und Du könntest damit dann nicht zeigen, dass es falsch ist. Im Grunde zeigst Du, es ist richtig, denn Du erkennst es ja an, nur erkennst Du nicht, dass Du es anerkennst. Denn in dem Du die Zeitdilatation anerkennst, erkennst Du eben auch die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit in jedem Inertialsystem an, und damit das zweite spezielle Relativitätsprinzip.

Ist eben so Kurt, auch wenn es Dir nicht schmeckt.
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Re: Kurt´s Paper analysiert

Beitragvon Kurt » Sa 5. Nov 2022, 18:08

Daniel K. hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Damit der Beobachter in der Plattform erkennen kann ob er bewegt ist oder nicht, ohne das er gesagt bekommen hat wie schnell er unterwegs ist, ist halt eine andere Transformation notwendig.

Mag sein, aber dann ist es eine, die nicht möglich ist, es gibt keine welche er machen kann. Beide Systeme sind gleichberechtigt.


Wenn es aber doch eine geben sollte, was dann?

Kurt

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Re: Kurt´s Paper analysiert

Beitragvon Daniel K. » Sa 5. Nov 2022, 18:37

Kurt hat geschrieben:
Daniel K. hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:
Damit der Beobachter in der Plattform erkennen kann ob er bewegt ist oder nicht, ohne das er gesagt bekommen hat wie schnell er unterwegs ist, ist halt eine andere Transformation notwendig.

Mag sein, aber dann ist es eine, die nicht möglich ist, es gibt keine welche er machen kann. Beide Systeme sind gleichberechtigt.

Wenn es aber doch eine geben sollte, was dann?

Man soll ja nie, nie sagen, und 100 prozentige Sicherheit gibt es nicht, aber genauso könnte man fragen, könnte es nicht sein, dass es eine Möglichkeit gibt, bei der man feststellt, die Erde ist doch eine Scheibe und man hat sich all die Jahre geirrt? Der Mond ist aus Käse und die Sonne kreist um die Erde. Tja, man könnte da lustige Szenarien schrauben, wir könnten in einer Simulation leben und nur in dieser ist es so, in der dann echten Welt, gibt es kein gültiges Relativitätsprinzip.

Aber es ist eben wie es ist, und ich hatte Dir ja erklärt, wie das mit dem Relativitätsprinzip nun ist, welche Rolle Du da mit der Zeitdilatation hast, was Du Dir da überlegt hast, und warum es schon grundsätzlich scheitern musst. Eben weil Du die Bestätigung des zweiten Relativitätsprinzips, dem speziellen, was zur Zeitdilatation erst führt, welche Du ja anerkennst und eben genau auch brauchst, für die Widerlegung eben dieses Prinzips verwendest.

Die Kausalkette ist eben so, es muss das spezielle Relativitätsprinzip geben und dann auch das galileische Relativitätsprinzip, damit es die Zeitdilatation gibt, welche Du ja anerkennst und eben brauchst. Hättest Du mit Deiner "Methode" Recht, gäbe es keine Zeitdilatation und Deine Methode würde schon an dem Punkt scheitern, dass Du diese ja brauchst.

Ja ist sicherlich ätzend für Dich, aber nicht jeder ist genial und kann Wissenschaftsgeschichte schreiben. Du magst vermutlich andere Fähigkeiten haben, immerhin kannst Du ja gute Geschichten erzählen, ... ;)
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Re: Kurt´s Paper analysiert

Beitragvon Kurt » Sa 5. Nov 2022, 18:55

Daniel K. hat geschrieben:
Daniel K. hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Damit der Beobachter in der Plattform erkennen kann ob er bewegt ist oder nicht, ohne das er gesagt bekommen hat wie schnell er unterwegs ist, ist halt eine andere Transformation notwendig.


Mag sein, aber dann ist es eine, die nicht möglich ist, es gibt keine welche er machen kann. Beide Systeme sind gleichberechtigt.

Wenn es aber doch eine geben sollte, was dann?

Daniel K. hat geschrieben:Man soll ja nie, nie sagen, und 100 prozentige Sicherheit gibt es nicht,


Du gibst also zu (bist dir also nicht sicher), dass es doch eine geben könnte die, bei geschlossener Kabine, aussagt ob der Zug bewegt ist und auch wie schnell er bewegt ist.
Heisst: S kann dem S' sagen dass er bewegt ist und wie schnell er bewegt ist. Bewegt gegen das festgelegte BS, und damit auch gegen des S'.

Kurt

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Re: Kurt´s Paper analysiert

Beitragvon Daniel K. » Sa 5. Nov 2022, 19:25

Kurt hat geschrieben:
Daniel K. hat geschrieben:
Man soll ja nie, nie sagen, und 100 prozentige Sicherheit gibt es nicht,

Du gibst also zu (bist dir also nicht sicher), dass es doch eine geben könnte die, bei geschlossener Kabine, aussagt ob der Zug bewegt ist und auch wie schnell er bewegt ist.

Das ist mehr eine philosophische Frage Kurt, wessen man sich wirklich zu 100 Prozent sicher sein kann. Schau mal hier:

1. Skeptizismus

Was kann ich wissen? Laut dem Skeptizismus kann ich gar nichts wissen. Der Cartesianische Skeptizismus behauptet, dass mich ein Dämon sowohl gegenüber meinen a priori Überzeugungen als auch gegenüber meinen a posteriori Überzeugungen täuschen könnte. Aufgrund solcher skeptischer Alternativen A könnte ich nicht wissen, dass "2+2 = 4" ist oder dass ich kein Gehirn im Tank bin.

2. Überzeugung und Rechtfertigung

Stimmt das? Das hängt ganz davon ab, was die Rechtfertigung einer Überzeugung leisten können muss. Der Kontextualismus besagt, dass der Wahrheitswert einiger Überzeugungen kontextabhängig ist. Meine nicht-unmittelbar gerechtfertigte Überzeugung p: "vor mir steht ein Laptop" ist nach alltäglichen Standards durch meine visuellen Eindrücke gerechtfertigt. D.h. im Alltagskontext K weiß ich, dass p. Nach Gewissheits-Standards weiß ich jedoch nicht, dass p, weil ich im Kontext der skeptischen Alternativen K* auch ein Gehirn im Tank sein könnte. Ob ich wissen kann, dass p, hängt also vom Äußerungskontext bzw. vom epistemischen Rechtfertigungsstandard ab.

Überdies zeigt uns der erkenntnistheoretische Fundamentalismus, dass der Wahrheitsgehalt einiger anderer Überzeugungen nicht kontextabhängig ist. Diese sogenannten "Basisüberzeugungen" q sind unmittelbar gerechtfertigt und somit immer wahr. Zu diesen Basisüberzeugungen gehören z.B. evidente Überzeugungen wie "ich existiere" oder unkorrigierbare Überzeugungen wie "vor mir sehe ich einen Laptop". Entgegen der skeptischen Lehre kann ich also wissen, dass meine Basisüberzeugungen q wahr sind.

Der Kohärentismus bestreitet diese Schlussfolgerung des erkenntnistheoretischen Fundamentalismus. Wodurch ist denn meine Basisüberzeugung q: "vor mir sehe ich einen Laptop" gerechtfertigt? Die plausibelste Antwort lautet: durch die entsprechende introspektive Sinneserfahrung S. Dann aber verstricken wir uns laut Laurence BonJour in ein Dilemma: Entweder S hat selbst Überzeugungscharakter oder S hat ihn nicht, in beiden Fällen ist q keine Basisüberzeugung. Laut der Kohärenztheorie ist eine Überzeugung vielmehr dann gerechtfertigt, wenn sie Element eines maximal kohärenten Systems von Überzeugungen ist. D.h. nach der Kohärenztheorie kann ich auch wissen, dass p, weil p Teil meines komplexen Systems von Überzeugungen ist, dass ich eine reale Außenwelt erlebe.

3. Wissen und Wahrheit

Aber was ist "Wissen" überhaupt? Laut der auf Platon zurückgehenden Standardanalyse ist Wissen gerechtfertigte, wahre Überzeugung. Ich weiß also, dass p, genau dann wenn:

(W1) p wahr ist.
(W2) ich überzeugt bin, dass p.
(W3) ich gerechtfertigt bin, überzeugt zu sein, dass p.

Dagegen die Gettier-Fälle: Wenn ich durch Gerüchte gerechtfertigt bin, anzunehmen, dass ich morgen befördert werde, wenn ich morgen rote Socken tragen werde, und wenn morgen (entgegen der Gerüchte) meine Kollegin befördert wird, die ebenfalls rote Socken trägt. Dann waren die Bedingungen (W1) bis (W3) für meine Überzeugung p2: "Morgen wird jemand mit roten Socken befördert werden" erfüllt. Da ich aber trotzdem nicht wusste, dass p2, kann die Standardanalyse des Wissens nicht hinreichend sein. Das liegt wahrscheinlich daran, dass meine Rechtfertigung für p2 nichts mit p2 zu tun hatte. Wir wissen also nicht, was Wissen ist.

Und was ist "Wahrheit"? Wahrheit ist immer auf Rechtfertigung bezogen, wer p rechtfertigt, der führt gute Gründe dafür an, dass p wahr ist. Die Proposition p* ist dabei der Wahrheitswertträger einer Überzeugung p, also ihr semantischer, der "wahr" oder "falsch" sein kann. Nach der ältesten und auf Aristoteles zurückgehenden Wahrheitstheorie ist eine Proposition genau dann wahr, wenn sie mit einer Tatsache in der Welt übereinstimmt, andernfalls ist sie falsch. Der semantische Inhalt der Überzeugung p ist also wahr, wenn p* mit der Wirklichkeit übereinstimmt, d.h. wenn tatsächlich ein Laptop vor mir steht. Diese sehr intuitive Korrespondenztheorie der Wahrheit bringt aber auch einige Probleme mit sich: So erklärt sie Wahrheit beispielsweise ohne Rückgriff auf epistemisches Vokabular wie ‚glauben’, ‚überprüfen können’ oder ‚vernünftigerweise annehmen’. Aber Wahrheit sollte doch etwas mit dem zu tun haben, was wir vernünftigerweise glauben sollten.

https://www.philoclopedia.de/was-kann-ich-wissen/

https://dajolens.de/blog/was-kann-ich-wissen%3F
https://de.wikipedia.org/wiki/Skeptizismus

Ich beziehe mich darauf, auf die Frage, was man denn wirklich ganz sicher wissen kann, und da geht es eben in die Philosophie und wir verlassen die Physik. Aber die Philosophie ist meiner Meinung nach elementarer, die Wissenschaft baut darauf auf. Und so ist es auch in der Wissenschaft, keiner gibt da an, es ist 100 prozentig sicher, das Higgs-Boson existiert, es ist somit zweifelsfrei bewiesen. Eben deswegen wird ja in der Physik und der Wissenschaft von einer gewissen Sicherheit gesprochen, mit der man angibt, wie sicher eine Aussage belegt ist, oder man sich dieser eben sein sein, man spricht von Sigma, ab 5 Sigma ist die Wahrscheinlichkeit so hoch, dass man sagt, ja ist so, passt. Es gibt Dinge die man mit einer Sicherheit von über 7 Sigma als gegeben sieht.


Kurt hat geschrieben:
Heißt: S kann dem S' sagen dass er bewegt ist und wie schnell er bewegt ist. Bewegt gegen das festgelegte BS, und damit auch gegen des S'.

Die SRT wird ja wie die RT allgemein wie alle Theorien immer wieder überprüft und es wird versucht diese zu falsifizieren. Das wird auch in Zukunft so sein, aber alle Experimente haben eben die Aussagen der RT bestätigt. Klar kann man es eben nicht zu 100 Prozent ausschließen und davon abgesehen passen RT und QT nicht zusammen, habe ich schon ein paar mal hier geschrieben, die RT ist eine Feldtheorie und die QT eine Teilchentheorie, in ihrem Bereich sind diese beiden Theorien unglaublich genau und mit extremer Sicherheit bestätigt. Aber bei bestimmten Situationen geht es eben nicht, Schwarze Löcher sind hier ein Beispiel, da braucht man beide Theorien und die RT kommt da an ihre Grenze, es tauchen Unendlichkeiten auf, Werte und Größen die unendlich werden, ein Zeichen, dass da was nicht passt.

Recht sicher wird es also eine Theorie geben, die tiefer geht, fundamentaler ist, die alle vier Grundkräfte beschreibt, die die Gravitation mit der Quantentheorie zusammenbringt. Die Stringtheorie ist so ein Versuch, hier mal ein Link dazu:

https://www.spektrum.de/news/quantengra ... it/2007706
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Re: Kurt´s Paper analysiert

Beitragvon Daniel K. » Sa 5. Nov 2022, 19:29

Kurt hat geschrieben:
Heißt: S kann dem S' sagen dass er bewegt ist und wie schnell er bewegt ist. Bewegt gegen das festgelegte BS, und damit auch gegen des S'.

Dazu müsste das "festgesetzte BS" wirklich ein ausgezeichnetes System sein, das ist mal mehr als unwahrscheinlich, dass das für den Bahnhof gilt. Es gab mal die Überlegung, ob ein System in dem die Hintergrundstrahlung von allein Seiten dieselbe Frequenz hat, nicht so eine System sein könnte, aber auch da ist es nicht so.

Du kannst eine Rakete oder Deine Kiste nun so im Raum ausrichten und beschleunigen, dass die dann mal die Hintergrundstrahlung von allen Richtungen gleich misst. Gute Sache. Aber dennoch ist diese System in der Kiste nicht ausgezeichnet, denn in der Kiste, ohne Fenster gibt es einfach kein Experiment, mit dem man das feststellen könnte. Und in einer anderen zu dieser bewegten Kiste gibt es auch keines, mit der man nun unterscheiden könnte, in welcher der beiden Kisten man ist.

Wie dem auch sei, Dein Idee mit den Uhren klappt auf keinen Fall.
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Re: Kurt´s Paper analysiert

Beitragvon Kurt » Sa 5. Nov 2022, 19:39

Daniel K. hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:
Daniel K. hat geschrieben:
Man soll ja nie, nie sagen, und 100 prozentige Sicherheit gibt es nicht,

Du gibst also zu (bist dir also nicht sicher), dass es doch eine geben könnte die, bei geschlossener Kabine, aussagt ob der Zug bewegt ist und auch wie schnell er bewegt ist.

Das ist mehr eine philosophische Frage Kurt, wessen man sich wirklich zu 100 Prozent sicher sein kann. Schau mal hier:


Typisch Manuel, typisch Fähnchenschwinger.
Du bist also nicht in der Lage selber zu sagen ob es eine entsprechende Transformation geben kann oder nicht.
Heisst wohl: Ich habe mich mit jemanden unterhalten der nur das wiedergeben kann was andere ihm eingesagt haben und was in schlauen Büchern steht, irgendwo rauskopieren muss, selber nicht erkennen kann was Sache ist.
Kannst du mir einen Grund sagen warum ich mich da überhaupt mit dir auseinandersetzen soll?
Es kommt ja sowieso keine klare Aussage von dir ob der S dem S' richtige/klare/eindeutige/zutreffende Aussagen mitteilen kann.

Kurt

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