Ernst hat geschrieben:Jocelyne Lopez hat geschrieben: Ein gleichwertiges und symmetrisches Wechsel des Bezugssystems Blau oder Schwarz funktioniert nur so lange keine reale, physikalische Wechselwirkung zwischen den Objekten stattfindet: Ein Wechsel des Bezugssystems kann auch nicht die Richtung des Impuls ändern, wie es notwendig wäre, um die Situation ganz symmetrisch zu gestalten.
Du hast es leider doch noch nicht verstanden.
Könnte es andersrum sein, dass Dir der Unterschied zwischen Kinematik und Dynamik doch nicht so klar ist?
Auch ist mir aufgefallen, dass viele qualifizierte Teilnehmer mit dem Unterschied Kinematik/Dynamik auch nichts anfangen können.
Doch doch, ich hatte bestimmt schon mit 6 das Relativitätsprinzip Galileis (also Einsteins) schon lange verstanden, so einfach ist es, allerdings ohne zu wissen, wer es als erste in der Wissenschaft formuliert hatte: Man kann sich zum Beispiel schon mit 6 ganz gut vorstellen, dass das Eichhörnchen ruht, und das die Erde unter seinen Füßen läuft (das erkennt man in den Comicfilmen sogar ziemlich gut). Wenn Du also den Eindruck gehabt hast, ich hätte das Relativitätsprinzip nicht verstanden, dann hast Du mich eben die ganzen Jahren missverstanden. Ich habe lediglich bei Gelegenheit gesagt, dass ich das Relativitätsprinzip langweilig finde bzw. kaum relevant für die Wirklichkeit im Vergleich zu den dynamischen Vorgängen, was auch zweifelslos stimmt. Bei dem ganzen Streit um die SRT handelt es sich zum Beispiel um Dynamik (Äther oder nicht Äther), und nicht um Kinematik.
Und nein, ich finde nicht dass z.B. Galeczki, Marquardt, G.O. Mueller oder Harald einem Trugschluss unterliegen, wenn sie aussagen, dass wir in einer dynamischen Welt leben und dass wir die Wirklichkeit nicht erforschen können, wenn wir uns nur auf das kinematische Relativitätsprinzip von Galilei beschränken, das ein sehr vereinfachtes Bild der Welt wiedergibt. Einstein hat sich das eben sehr einfach mit seiner SRT gemacht, indem er nur eine kinematische Betrachtung der Bewegungen zwischen Objekten zugrunde gelegt hat, im Grunde genommen hat er dabei nichts Anderes und nicht mehr gesagt, als Galilei ein paar Jahrhundert früher gesagt hat. Na, wirklich ein toller Durchbruch bei der modernen Physik und eine Revolution des Denkens der Menschen vor dem zarten Alter von 6 Jahren.
Vor allem finde ich erstaunlich, dass Du als Ingenieur hier anscheinend Schwierigkeiten hast in Deinen Argumentationen den Anschluß an die Wirklichkeit zu finden, die Grenzen der Kinematik bei der Erforschung der physikalischen Phänomene zu erkennen und Dich nicht von wirklichkeitsfremden kinematischen Gedankenexperimenten lösen kannst, wie z.B. meiner Meinung nach bei Deiner Replik an Harald ersichtlich ist: „
Das ist ein Trugschluß. Laß einen Beobachter entlang Deiner Massen erst sehr schnell (schneller als deine Massenbewegung) erst von links nach rechts und anschließend von rechts nach links vorbeifliegen. In den beiden Etappen sieht er die Bewegungen der Massen in entgegengesetzte Richtung und folglich auch die Impulse der Massen mit umgekehrten Vorzeichen.“ Ob ein Beobachter entlang der Masse sich schnell oder weniger schnell bewegt und dies oder jenes beobachtet ändert nicht an der Tatsache, dass ein Objekt aufgrund einer bestimmten,
einmaligen Krafteinwirkung seine Position im Raum in eine bestimmte Richtung zu einem bestimmten Zeitpunkt unwiderruflich geändert hat, was dabei ein "
sehr schnell" bewegter Beobachter in zwei Etappen sehe oder nicht sehe ist irrelevant, es können gleichzeitig keine zwei Realitäten existieren, wir sind nicht bei der SRT.
Ich zitiere hier Helmut Hille:
Das Realprinzip als Erkenntnisstrategie Zitat Helmut Hille:
Ohne das Verständnis der Wechselwirkung, als dem Ursprung der Kräfte, gibt es keinen Zugang zur Wirklichkeit, also zu dem, was wirkt. Sie ist das Herzstück der physikalischen Wissenschaft, als Teil der Kunde vom Seienden, das wir uns daher um keinen Preis entreißen lassen sollten. Wohin der Verlust an Wirklichkeitsverständnis führt, zeigt die verbreitete Akzeptanz der hier untersuchten relativistischen Behauptung, von der Bewegungsabhängigkeit der Masse, die eine positivistische Pseudoerklärung ist, weil Einstein glaubte, ohne den angeblich "metaphysischen" Begriff der Kraft auskommen zu müssen. Um wirklich positivistisch zu sein, hätte er jedoch auf jede materielle "Erklärung" von Phänomenen verzichten müssen. Nur so hätte er Fehler vermeiden können. Doch es gibt nichts, was schon für sich selber eine "Kraft" ist, sondern mit dem Begriff der "Kraft" beschreiben wir - in Analogie zur Muskelkraft - lediglich das Einwirken von Körpern aufeinander in einer uns verständlichen Weise.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez