Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Myonen dort, IS hier

Beitragvon Gerhard Kemme » Fr 20. Feb 2009, 23:17

contravariant hat geschrieben:Die Messgenauigkeit von Atomuhren (auf die spielen sie doch an?) ist auch ein Dutzend Größenordnungen besser als bei Stoppuhren. Und die, mit diesen Uhren gemessen, Effekte sind auch viele Größenordnungen kleiner als die Messgenauigkeit der Stoppuhren. Das Ergebnis mit der Stoppuhrmessung ist also schlicht nicht signifikant. Es ist nicht falsch, aber auf Basis ihrer Messgenauigkeit lässt sich schlicht keine Aussage treffen.


Dann pack' eine Atomuhr in eine plombierte Kiste und fliege mit ihr sonstwo herum, während eine andere Uhr stationär verbleibt. Wetten, dass die Uhren beiden Uhren abweichende Zeitangaben hätten. Jetzt käme das Argument, dass dies halt an der Zeitdilatation läge. Allerdings würdest du ein gleiches Resultat bekommen, wenn du eine Pendeluhr per Flugzeug bewegst, d.h. vergleiche eine mit Höhenunterschieden bewegte Pendeluhr mit der stationären und du bekommst Zeitdifferenzen.

Wenn man beispielsweise eine plombierte Atomuhr in einer Kiste auf eine Bergspitze befördern würde, während eine Vergleichsuhr am Boden so schnell bewegt wird, wie die Uhr auf der Bergspitze schneller ist, so wäre ich mir auch sehr sicher, dass beide Uhren Abweichungen aufgrund des Unterschiedes der Schwerkraft zeigen würden, d.h. es wäre nachweisbar, dass die Zeitdifferenzen zur Vergleichsuhr nicht in der SRT begründet wären, sondern in der Gravitationsempfindlichkeit - nur Uhren müssen stabil gegenüber den Einflüssen der Umgebung sein - dies zeigt der Umgang mit handelsüblichen Uhren.

Fazit: Gravitationsempfindliche Uhren zeigen Zeitabweichungen, wenn sie geflogen sind und handelsübliche Uhren zeigen keine Zeitabweichungen.
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Trigemina » Fr 20. Feb 2009, 23:24

Tja, ich weiss ja auch nicht wie lange eine der beiden Stoppuhren in der Waschmaschine geschleudert worden ist. Ich gehe mal von einer Rotationsbeschleunigung von 981m/s^2 aus (10fache Beschleunigung an der Erdoberfläche). Das könnte in etwa hinkommen.

Damit sich auf den (hoffentlich genauen) Stoppuhren überhaupt ein messbarer Effekt einstellt, müsste eine davon ohne Unterbruch ein Jahr lang geschleudert werden um eine Zeitdifferenz von 22 Hundertstelsekunden gegenüber der vor sich hinräkelnden anderen Stoppuhr aufzuweisen.

Bei Deinen Modellen dürften es sich um Quarzuhren handeln, die kaum die Stabilität über diese lange Zeitspanne beibehalten können. 1 Sekunde Ungenauigkeit pro Monat wäre phänomenal. Ergo sind diese Stoppuhren für dieses Experiment ungeeignet. Ausserdem ist die Zuverlässigkeit von Hand ausgelöster Zeitmessungen mehr als nur fraglich.

Gruss
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Re: Myonen dort, IS hier

Beitragvon contravariant » Fr 20. Feb 2009, 23:33

Gerhard Kemme hat geschrieben:Dann pack' eine Atomuhr in eine plombierte Kiste und fliege mit ihr sonstwo herum, während eine andere Uhr stationär verbleibt. Wetten, dass die Uhren beiden Uhren abweichende Zeitangaben hätten. Jetzt käme das Argument, dass dies halt an der Zeitdilatation läge. Allerdings würdest du ein gleiches Resultat bekommen, wenn du eine Pendeluhr per Flugzeug bewegst, d.h. vergleiche eine mit Höhenunterschieden bewegte Pendeluhr mit der stationären und du bekommst Zeitdifferenzen.

Nicht nötig, das haben andere Leute bereits gemacht.

Gerhard Kemme hat geschrieben:Fazit: Gravitationsempfindliche Uhren zeigen Zeitabweichungen, wenn sie geflogen sind und handelsübliche Uhren zeigen keine Zeitabweichungen.

Die "Gravitationsempfindlichkeit" von Atomuhren ist allerdings immer noch viel kleiner als die Messungenauigkeit von Stoppuhren. Das heißt, falls die Stoppuhr die gleiche "Gravitationsempfindlichkeit" hätte, würde man es nicht bemerken!

Ich habe da übrigens ein weiteres Experiment für sie:
Legen sie die beiden Stoppuhren hin und lassen sie ein Jahr lang laufen und vergleichen sie dann die beiden Zeiten. Sie stellen dann fest, dass die Stoppuhren stark Liegeempfindlich sind.
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Gerhard Kemme » Fr 20. Feb 2009, 23:36

Trigemina hat geschrieben:Tja, ich weiss ja auch nicht wie lange eine der beiden Stoppuhren in der Waschmaschine geschleudert worden ist. Ich gehe mal von einer Rotationsbeschleunigung von 981m/s^2 aus (10fache Beschleunigung an der Erdoberfläche). Das könnte in etwa hinkommen.

Damit sich auf den (hoffentlich genauen) Stoppuhren überhaupt ein messbarer Effekt einstellt, müsste eine davon ohne Unterbruch ein Jahr lang geschleudert werden um eine Zeitdifferenz von 22 Hundertstelsekunden gegenüber der vor sich hinräkelnden anderen Stoppuhr aufzuweisen.

Bei Deinen Modellen dürften es sich um Quarzuhren handeln, die kaum die Stabilität über diese lange Zeitspanne beibehalten können. 1 Sekunde Ungenauigkeit pro Monat wäre phänomenal. Ergo sind diese Stoppuhren für dieses Experiment ungeeignet. Ausserdem ist die Zuverlässigkeit von Hand ausgelöster Zeitmessungen mehr als nur fraglich.


Es gibt keine Behauptung meinerseits, dass ich die Berechnungen zur Zeitdilatation mit den Stoppuhren nachweisen oder falsifizieren wollte, d.h. es geht nicht um vorgegebene Genauigkeit, sondern um Stabilität Belastungen durch Umwelteinflüsse. Und hier wird eine Gütenorm von den handelsüblichen Uhren vorgegeben, d.h. sie bleiben bei Störeinflüssen stabil. Während die Atomuhren bezüglich Störeinflüsse das Verhalten von Pendeluhren zeigen. Mit sehr empfindlichen Messgeräten kann man alles zeigen, da zeigt das Oszilloskop die Schwingfrequenz, obwohl der Kommilitone den Schwingquarz geraubt hat - ist dann NDR 2.

mfg
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Gerhard Kemme » Fr 20. Feb 2009, 23:40

Kondensat74 hat geschrieben:ich lese hier nirgendwo argumente.....nur ihre persönliche meinung.....das myon ist besser verstanden als sie glauben. guter tipp: nicht von sich selbst auf andere schliessen :lol:


Da gibt es die richtigen Myonen-Kenner :lol: :lol: :lol:

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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Gerhard Kemme » Sa 21. Feb 2009, 10:07

Kondensat74 hat geschrieben:haben sie sich die von mir verlinkten paper schon angeschaut?!


Da muss ich irgendetwas übersehen haben - evtl. Links nocheinmal eingeben oder Datum des Beitrages mit den Links.

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Re: Myonen dort, IS hier

Beitragvon scharo » Sa 21. Feb 2009, 11:26

Hallo Kondensat,

„da selbst das VLTI "nur" eine auflösung im interferrometerbetrieb von 0,002" aufweist“

Nicht doch Messung mit Interferometer! In einem guten Teleskop müsste ein Sternbild in der Nähe vom Mondrand sich leicht verwischen und leicht länglich gedehnt in Richtung Mondzentrum erscheinen.

„nur die ART passt zu den beobachtungen sehr genau! oder willst du mir "klassisch" auch das hier erklären?“

Wo siehst Du ein Problem, das alles auch klassisch zu erklären? Habe doch schon geschrieben – Ablenkung in der Korona, und über der Korona sind noch Tausende km Gase (ich weiß nicht ob diese Gase auch zu der Korona gezählt werden), die genau wie die Erdatmosphäre Lichtstrahlen oder Radiowellen ablenken können. Cassini ist noch leichter zu erklären – s. Erde – Iono- und Troposphäre und entsprechend Radiointerferometrie.

An die Relativisten, die von der SRT nicht die Bohne verstanden haben:
Wie können Myonen real laut ZD länger leben, wenn die ZD in der SRT nur ein Scheineffekt ist???
Selbst Einstein hat eine reale ZD später negiert. Er hat bereits 1907 (vielleicht auch früher) kapiert, dass er 1905 mit seiner real dilatierten Uhr nur Blödsinn produziert hatte.
Wie können Myonen real laut LK länger leben, wenn die LK nur ein Scheineffekt ist???
Kein echter Relativist, inkl. Einstein, hat jemals etwas über reale LK geschrieben – nur und ausschließlich Lorentz glaubte an reale LK. Eine reale LK existiert nur in den Köpfen von selbsternannten und halbwissenden Relativisten, die dadurch nur beweisen, dass sie nichts von der SRT verstanden haben. :lol:
Ist es möglich, dass LK nicht real, aber ZD real wäre? Ja – nur in den Köpfen v. den o.g. „Relativisten“. Sonst nach der SRT ist das unmöglich, da beide Effekte nur zusammen auftreten – entweder beide real oder beide scheinbar.

Nicht, dass Ihr mich falsch versteht – ich halte sonst die o.g. „Relativisten“ schon für kluge, intelligente und gebildete Menschen, nur wenn es sich aber um die RT handelt, kriegen Sie m.E. einen Kurzschluss im Kopf und schaffen nicht mal mit zwei einfachen IS umzugehen, von Logik oder physikalischem Verständnis nicht die Spur. Ist das Krankheit oder doch nur blinder Dogmatismus? :cry:

Fragend :?:
Ljudmil
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Trigemina » Sa 21. Feb 2009, 12:24

Hallo Bruno

Für hinreichend schwache Gravitationsquellen kann die Näherung Δφ=4GM/(r_min * c²) in der Winkeleinheit Bogenmass verwendet werden. Über Pi [rad] = 180° [Winkelgrade] kann ins Winkelgrad-System umgerechnet und über 1° = 3600s die Bogensekunden berechnet werden.

Für sehr starke Gravitationsfelder ergeben sich Abweichungen, die damit nicht mehr erklärt/berechnet werden können. Die Schwarzschild-Metrik eines kugelsymmetrischen Gravitationsfeldes mit dem metrischen Tensor

g_ik = ( 1-2a/r , 0 , 0 , 0
      0 , -1/(1-2a/r) , 0 , 0
      0 , 0 , -r² , 0
      0 , 0 , 0 , -r²*sin²Θ )

und dem Koordinatenvektor x_u=(ct,r,Θ,Φ)

mit a=G*M/c², wobei der Schwarzschildradius r_s=2a ist und die dazugehörende Metrik das Linienelement

ds² = (1-2a/r)*c²*dt² - dr²/(1-2a/r) - r²*(dΘ²+sin²( Θ*dΦ²))

beschreibt.

Damit lassen sich Uhren im Gravitationspotential Φ berechnen, die für einen weit entfernten Beobachter langsamer gehen, wenn sie sich dem Gravitationszentrum nähern. Den Phasenwinkel Θ kann man mit Null gleichgesetzten (auf der gleichen Null-Linie).

Gruss
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Re: Myonen dort, IS hier

Beitragvon Sebastian Hauk » Sa 21. Feb 2009, 15:37

Hallo Trigemina,

Deine Intuition hat Dich nicht im Stich gelassen. Das Verhältnis der Lichtablenkung ist weitaus extremer als dasjenige der gravitativen Zeitdilatation an den Oberflächen beteiligter Himmelskörperr:

Lichtablenkung am Sonnenrand: 1.7505 Bogensekunden
Lichtablenkung am Mondrand : 0.00001295 Bogensekunden

Also 1 : 135'169


um dieses zu überprüfen müsste dann noch die Lichtablenkung am Neutronenstern PSR1913+16 ausgerechnet werden. Ein Vergleich der Lichtablenkung durch die Gravitation mit der Zeitdilatation wäre schon recht interessant. Und da rächt es sich wieder, dass ich laut AC-Forum nur ein erbärmlicher Steuerfachangestellter bin.

Gruß

Sebastian
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Re: Myonen dort, IS hier

Beitragvon Sebastian Hauk » Sa 21. Feb 2009, 16:51

Hallo pauli,

das ist kein Selbsmitleid. Das war doch ironisch gemeint. Die Äußerung fand direkt so von einem ACler außerhalb des Forums statt. Innerhalb des Forums nur indirekt. Wo jetzt genau die direkte Äußerung stattgefunden hat, weiß ich nicht mehr.

Innerhalb des Forums z.B. hier:

Sebastian Hauk hat Folgendes geschrieben:
... Steuerberater ...

- warum werfen junge Menschen ihr Leben einfach so weg?


http://www.relativ-kritisch.de/forum/vi ... c&start=45

Außerdem hat das auch noch nie Jemanden gerührt und wird auch nie Jemanden rühren. Damit jetzt alles klar? :?:
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