Invarianz der LG

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Invarianz der LG

Beitragvon Hannes » Mo 31. Mai 2010, 20:22

Hallo Frau Jocelyne !

    Dabei haben Sie hier in diesem Forum öfter betont, Hannes, dass man sehr wohl die LG als Maßstab für Distanzen in der Astronomie brauchbar benutzen könnte, wenn man nur bereit wäre, das Dogma der absoluten Invarianz aufzugeben und die gemessenen Distanzen durch Erfahrungswerte zu korrigieren. Die Selbstsicherheit und Selbstdarstellung der Astronomen würden ein bisschen darunter leiden, aber es würde sehr viel an wissenschaftliche Wahrheit gewonnen.

Deine Ausführungen sind aus meiner Sicht richtig.
Die Astronomen wissen, dass der umliegende Weltraum als ruhend zu betrachten
ist und die Weiterleitungsgeschwindigkeit c hat.Mehr brauchen sie nicht.
Sie nutzen die LG deshalb auch als Maßstab, obwohl ihnen bewusst ist,
dass in Ausnahmefällen dies nicht immer ganz zutrifft.
Auch die Richtung des ankommenden Lichtes kann verändert sein.
Interessant ist diese Feststellung bei den sogenannten Gravitationslinsen,
wo man ein und dieselbe Galaxie (erkennbar an ihrem Spektrogramm)
mehrere mal sehen kann und das ausgesandte Licht (erkennbar an Lichtschwankungen)
zeitlich versetzt (sogar um Monate) verspätet einlangt.

Zeitdilatation und Lorentzkontraktion interessiert die Astronomen überhaupt nicht.

Die Radialgeschwindigkeiten (das Wackeln) der Sterne mit Exoplaneten messen sie mit dem Spektrometer.

Beste Grüße
Hannes
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Re: Invarianz der LG

Beitragvon Gluon » Mo 31. Mai 2010, 21:12

Hallo Ernst,

Ernst hat geschrieben:
Hannes hat geschrieben: Heute mißt man das Echo eines Radarstrahles vom Mars oder vom Mond.

Umgekehrt: mittels Radar mißt man unter Voraussetzung einer bekannten LG den Abstand zum Mars/Mond.


Ganz so einfach ist es nicht. Man hat ja noch die Newtonsche Mechanik, aus denen man die Bahnen der Planeten berechnen kann. Würde man bei der Abstandsmessung eine falsche Lichtgeschwindigkeit zugrund legen, so würde man Planetenbahnen messen, die mit der Newtonschen Mechanik nicht übereinstimmen. Wie können also aus den Radarmessungen durchaus feststellen, dass Lichtgeschwindigkeit und Newtonsche Gesetze im Rahmen der Messgenauigkeit zueinander konsistent sind. Das ist es, was ich an euren Modellen vermisse. Ihr versucht einzelne Messungen mit euren Lieblingsthesen in Einklang zu bringen. Bei Hannes ist das die klassische Äthertheorie und bei dir die Emissionstheorie. Und das gelingt ja auch stellenweise ganz gut. Aber eine gute Theorie muss zu allen Messungen konsistent sein, nicht nur zu Einzelmessungen. Deshalb versuche ich Hannes nahezulegen, sich doch auch einmal mit Messungen und Theorien der letzten 90 Jahre vertraut zu machen und nicht auf einem Wissensstand von 1920 zu verharren. Dass damals vieles noch im dunkeln lag, bezweifelt ja niemand. Auch heute stellen sich im Gesamtbild der Physik noch viele offene Fragen, aber eben andere als 1920.

Gruß,
Joachim (aka Gluon)
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Re: Invarianz der LG

Beitragvon Hannes » Mo 31. Mai 2010, 21:31

Hallo Joachim !

    Bei Hannes ist das die klassische Äthertheorie

Ich verstehe meine Ansicht durchaus nicht als klassische Aethertheorie, bei der ein
"alles durchdringender Aether" angenommen wurde.
Wenn du den vorangegangenen Meinungsaustausch zwischen Ernst und mir verfolgt hast,in dem Ernst mich auf einen Fehler aufmerksam gemacht hat,stellt sich
das Bild anders dar.
Ich versuche nur, die invariante Messung der LG zu erklären und nicht als Mystik
hinzunehmen.Ich bin der Meinung, dass Rückbrechung für die scheinbare Invarianz verantwortlich ist.
Eine Klärung der Mystik der Invarianz könnte der SRT nicht schaden.
Sie hat deswegen noch andere gute Aussagen, die genügen.
Ich fordere die Kollegen Relativisten schon oft genug auf, die SRT
auf neuesten Stand zu bringen. Zeitdilatation und LK sind Unsinn.
Hannes
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Re: Invarianz der LG

Beitragvon Gluon » Mo 31. Mai 2010, 22:14

Hi Hannes,

Hannes hat geschrieben:Ich verstehe meine Ansicht durchaus nicht als klassische Aethertheorie, bei der ein
"alles durchdringender Aether" angenommen wurde.


Es ist aber eine klassische Äthertheorie. Nur eben nicht der alles durchdringende Äther, sondern der mitgeführte Äther.

Hannes hat geschrieben:Ich versuche nur, die invariante Messung der LG zu erklären und nicht als Mystik
hinzunehmen.Ich bin der Meinung, dass Rückbrechung für die scheinbare Invarianz verantwortlich ist.


Und ich versuche dich auf die Schwächen deines Modells aufmerksam zu machen.

Hannes hat geschrieben:Zeitdilatation und LK sind Unsinn.

:D Ja, so kann man auch Argumentieren. Anstatt einmal für andere Ansichten offen zu sein, wirfst du mir erst Autoritätengläubigkeit vor und, weil ich mich davon nicht einschüchtern ließ, ist es jetzt einfach nur noch alles Unsinn, was ich schreibe.

Du schriebst:
Du wirst sicher wissen, dass meine Gegnerschaft zur SRT nicht ideologischer Natur ist.


Nein, das weiß ich nicht. Es deutet alles darauf hin, dass du gar kein Interesse an einen echten Austausch hast. Wenn du die Argumente der Physiker aber gar nicht kennen möchtest, was bleibt dann anderes als Motivation über als eine Ideologie?

Gruß,
Gluon
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Re: Invarianz der LG

Beitragvon Gluon » Mo 31. Mai 2010, 22:45

Hallo nochmal,

Hannes hat geschrieben:Zeitdilatation und LK sind Unsinn.


Damit das jetzt nicht so aussieht, als wolle ich mich eingeschnappt zurückziehen, sage ich hierzu noch ein paar Worte:

Die spezielle Relativitätstheorie basiert bekanntlich auf dem speziellen Relativitätsprinzip, nach dem die physikalischen Spielregeln nicht von der Geschwindigkeit des Gesamtsystems abhängen. Die Geschwindigkeit eines Objektes ist die von ihm zurückgelegte Strecke geteilt durch die vergangene Zeit. Nun sind sowohl Stecke als auch Zeit keine vom Himmel gefallenen Erleuchtungen, sondern (zumindest in der Physik) Messgrößen. Solchen Messgrößen a priori absoluten Charakter zusprechen zu wollen, halte ich für dogmatisch. Wenn du Gründe hast, warum Längen und Zeiten nicht vom Messverfahren abhängen können, sondern absoluten Charakter haben, wäre es doch angebracht, diese Gründe deinem Gesprächspartner mitzuteilen. Nur so kann ich nachvollziehen, wo du mit der Physik Probleme hast.

Wobei ich nach wie vor den Versacht habe, dass du die Physik von 1920, nicht die von 2010 kritisierst.

Gruß,
Gluon
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Re: Invarianz der LG

Beitragvon Hannes » Di 1. Jun 2010, 11:02

Hallo Joachim !

    Nun sind sowohl Stecke als auch Zeit keine vom Himmel gefallenen Erleuchtungen, sondern (zumindest in der Physik) Messgrößen. Solchen Messgrößen a priori absoluten Charakter zusprechen zu wollen, halte ich für dogmatisch. Wenn du Gründe hast, warum Längen und Zeiten nicht vom Messverfahren abhängen können, sondern absoluten Charakter haben, wäre es doch angebracht, diese Gründe deinem Gesprächspartner mitzuteilen. Nur so kann ich nachvollziehen, wo du mit der Physik Probleme hast.

Du erkennst ganz genau, wo die Ansätze der Kritik sind:
Strecke und Zeit sind durch Konventionen vereinbarte Meßgrößen.
Wenn du etwas vergleichen willst, muß die vereinbarte Meßgröße
unantastbar sein, sonst kannst du keine Messung vornehmen.

Besonders in der Physik müssen sehr viele Messungen vorgeneommen werden.
Wenn dabei die Maße beliebig sind,ist jede Messung unnötig.
Ein Meßverfahren, das die Maße nicht respektiert ist einfach falsch
oder wenn du willst, kriminell.
Genau aus diesem Grund halte ich ZD und LK für Unsinn und unzulässig.

Mit Gruß Hannes
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Re: Invarianz der LG

Beitragvon Ernst » Di 1. Jun 2010, 11:39

Hallo Joachim,
Gluon hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:
Hannes hat geschrieben:
Heute mißt man das Echo eines Radarstrahles vom Mars oder vom Mond.
Umgekehrt: mittels Radar mißt man unter Voraussetzung einer bekannten LG den Abstand zum Mars/Mond.

Ganz so einfach ist es nicht. Man hat ja noch die Newtonsche Mechanik, aus denen man die Bahnen der Planeten berechnen kann. Würde man bei der Abstandsmessung eine falsche Lichtgeschwindigkeit zugrund legen, so würde man Planetenbahnen messen, die mit der Newtonschen Mechanik nicht übereinstimmen. Wie können also aus den Radarmessungen durchaus feststellen, dass Lichtgeschwindigkeit und Newtonsche Gesetze im Rahmen der Messgenauigkeit zueinander konsistent sind. Das ist es, was ich an euren Modellen vermisse. Ihr versucht einzelne Messungen mit euren Lieblingsthesen in Einklang zu bringen.

Ich sehe da keine Verbindung mit irgendeinem Modell. Und einen Disput darüber, ob man die LG mittels Radarechos von Raumkörpern messen kann, halte ich für substanzlos. Fakt ist, daß die LG mit anderen ausgeklügelten Methoden sehr viel genauer gemessen werden kann, als die Korrelation der LG mit den garavitativ berechneten Raumkörperbewegungen hergibt. Deshalb werden genaueste Bewegungen kleinerer Monde, von Partikeln im Saturnring oder auch von Kometen mittels Radar ermittelt, wobei natürlich eine LG vorausgesetzt wird. Rückwärts, wenn man eine Position sicher berechnen kann, kann man selbstverständlich die LG am Radarecho testen. Was bringt das aber? Aber wie gesagt, eine Auseinandersetzung dazu lohnt m.Es. nicht. Es mündet letztlich in der Frage, ob das Huhn oder das Ei zuerst da war. ;)

Gruß
Ernst
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Re: Invarianz der LG

Beitragvon Hannes » Di 1. Jun 2010, 12:25

Hallo Ernst !
Du hast völlig recht, wenn du sagst, im Labor lasse sich die LG viel
genauer messen.
Wenn aber die Frage auftaucht, ob die Laborwerte auch im Weltraum gelten,
muss ich sie auch dort überprüfen.

Nit Gruß Hannes
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Re: Invarianz der LG

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 1. Jun 2010, 12:52

Gluon hat geschrieben:
Die spezielle Relativitätstheorie basiert bekanntlich auf dem speziellen Relativitätsprinzip, nach dem die physikalischen Spielregeln nicht von der Geschwindigkeit des Gesamtsystems abhängen. Die Geschwindigkeit eines Objektes ist die von ihm zurückgelegte Strecke geteilt durch die vergangene Zeit. Nun sind sowohl Stecke als auch Zeit keine vom Himmel gefallenen Erleuchtungen, sondern (zumindest in der Physik) Messgrößen. Solchen Messgrößen a priori absoluten Charakter zusprechen zu wollen, halte ich für dogmatisch. Wenn du Gründe hast, warum Längen und Zeiten nicht vom Messverfahren abhängen können, sondern absoluten Charakter haben, wäre es doch angebracht, diese Gründe deinem Gesprächspartner mitzuteilen. Nur so kann ich nachvollziehen, wo du mit der Physik Probleme hast.


:shock: :shock: :shock:

Ich fasse es nicht...
Das Festsetzen von Maßeinheiten per Konvention sei "dogmatisch"...
Ich fasse es nicht...

Und um diesen haarsträubenden Unsinn zu verkünden hat sich unser Dr. Joachim Schulz ins MAHAG-Forum wieder eingeschleicht. Na denn, hat sich doch gelohnt... :P

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Re: Invarianz der LG

Beitragvon Hannes » Di 1. Jun 2010, 13:37

Hallo Joachim !

    Wenn du Gründe hast, warum Längen und Zeiten nicht vom Messverfahren abhängen können, sondern absoluten Charakter haben, wäre es doch angebracht, diese Gründe deinem Gesprächspartner mitzuteilen. Nur so kann ich nachvollziehen, wo du mit der Physik Probleme hast.

Sagst du das deinen dir anvertrauten Studenten auch ?^
Da glaubst du, ich hätte Probleme mit der Physik ?
Oder wer hat diese Probleme wohl ?

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