Harald Maurer hat geschrieben:Aberration: Die Sichtachse wird im Winkel Alpha verdreht, so dass der Planet an einem Ort gesehen wird, wo er nicht war!
Das ist die säkulare Aberration und hat mit der Ätheraberration nichts zu tun. Jupiter und Erde sollen ja als zueinander ruhend betrachtet werden, die sich gemeinsam gegen den Äther bewegen.
http://articles.adsabs.harvard.edu//ful ... 5.000.htmlIch fasse Lenards deutschsprachigen Text ganz kurz zusammen:
Der Energieweg eines Photons (Wellennormale) ist nicht identisch mit dem beobachtbaren Lichtweg des einfallenden Photons (Sichtachse). Auf diesen Umstand hat fb557ec2107eb1d6 in einem seiner ersten Posts zu diesem Thema bereits hingewiesen. Die Ansichten von ihm, Ernst und mir unterscheiden sich somit nur in ihren dazu verwendeten Beispielen, Illustrationen und akzentuierten Schwerpunkten.
http://www.etherphysics.net/CKT8.pdfSehr aufschlussreich der von Thornhill in Kapitel 2 behandelte Fall zueinander ruhender Quelle und Empfänger, der näherungsweise auch für das Jupiter-Experiment gilt. In seiner Skizze zeigt er eine zur Zeit t=0 vom Ursprung O abgestrahlte Lichtwelle durch den mit u bewegten Äther, die nach der Zeit t1 eine Sphäre mit dem Radius c*t1 um den Punkt A mit u*t1 (=Verschiebung) bildet. P ist ein Punkt dieser Sphäre und die Strecke OP ist der Lichtstrahl von O nach P, also die vom Äther unbeeinflusste Sichtachse. Die Strecke AP ist die vom Ätherwind um den Aberrationswinkel verdrehte Wellennormale. Punkt B und seine Verbindungslinien können ignoriert werden, da sie nur für Relativbewegungen zwischen Sender und Empfänger relevant sind.
Wie gesagt wäre es äusserst merkwürdig, wenn der von der Seite kommende Ätherwind zwischen Jupiter und Erde keine physikalische Wirkung ausübte und somit keine Verdrehung zwischen Sichtachse und Wellennormale verursachte. Auf den Messkanal bezogen dürfte es gemäss dieser Logik zu keiner von der Relativbewegung gegen den Äther verursachten Drift mit Rücken- und Gegenwind, also zu propagierten richtungsabhängigen Laufzeitunterschieden kommen.
Das ist ja gerade die Crux dieses Experimentum crucis, wonach sich die Äthereffekte zwischen Jupiter/Erde (im näherungsweise gleichen Bezugssystem) und im Messkanal kompensieren und quantitativ nicht von der SRT und Emissionstheorie zu unterscheiden sind. M&M ist es mit ihrer Drehspiegelmethode auch nicht besser ergangen!
Gruss