Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Harald Maurer » Mi 19. Mai 2010, 17:12

Sebastian Hauk hat geschrieben:ich habe hier schon so viele Zeichnungen gesehen. Könnte ich diese eine auch mal sehen?

Schade, die habe ich bei Christie's versteigern lassen und einen guten Preis erzielt, weil jeder glaubte, sie sei von Picasso! :D

Grüße
Harald Maurer
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Ernst » Mi 19. Mai 2010, 17:25

Trigemina hat geschrieben:Bei Annahme des Existenz des Äthers findet bei der Bewegung der Lichtquelle (Stern oder Planet) relativ zum Äther keine Aberration statt, sondern nur eine Verschiebung innerhalb desjenigen Zeitintervalles, in welchem das Licht zum Beobachter (Erde) gelangt.
Diese Verschiebung, Winkel zwischen der wahren Richtung nach der Lichtquelle und der scheinbaren Richtung (z.B. Planetenaberration) ist im Falle der gleichmäßigen geradlinigen Bewegung im Betrage gleich der Aberration des Lichts.

Das ist korrekt. Geometrisch gesehen handelt es sich um einen identischen Vorgang. Der Effekt ist gleich, nach Betrag und Richtung. Der Verfasser ersetzt wegen der unterschiedlichen Erklärung des Effektes die Bezeichnung Aberration durch Verschiebung.
Das ist nicht mit dem von den Astronomen als Verschiebung bezeichneten Effekt zu verwechseln. Der hat mit Aberation und Kuritzkis "Verschiebung" überhaupt nichts zu tun. Die astronomische Verschiebung ist ein Parallaxeneffekt, der durch eine infolge der Bewegung auftretende veränderte Perspektive auf hintereinanderliegende Sterne entsteht. Es ist ein Parallaxeneffekt.
http://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/physik/36:
Die (jährliche) Aberration wurde 1728 von J. Bradley bei der Messung von trigonometrischen Parallaxen entdeckt. Dies sind winzige jährliche Verschiebungen der Sternörter naheliegender Sterne gegenüber den weiter entfernten Hintergrundsternen, die durch die Verschiebung der Position des Beobachters infolge der jährlichen Bewegung der Erde verursacht werden, aber von der Aberration unabhängig sind.


@Harald
Je nach Theorie existiert der eine oder andere Effekt. Du kannst für eine Theorie nicht beide reklamieren.
Der Effekt ist nach Betrag und Richtung identisch. Es wäre ja auch skuril, wenn die tasächliche Beobachtung von der theoretischen Überzeugung des Beobachters abhängig wäre. Die Sichtachse ist stets vom Beobachter in Bewegungsrichtung nach vorn geneigt. Alles andere wäre Zauberei.
Zu Deinem Experiment hat das aber alles keinen Bezug. Dort tritt unter jeder theoretischen Annahme keiner dieser Effekte auf. Wegen Abwesenheit von Relativgeschwindigkeit.

Gruß
Ernst
Zuletzt geändert von Ernst am Mi 19. Mai 2010, 17:49, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Trigemina » Mi 19. Mai 2010, 17:34

Harald Maurer hat geschrieben:Aberration: Die Sichtachse wird im Winkel Alpha verdreht, so dass der Planet an einem Ort gesehen wird, wo er nicht war!


Das ist die säkulare Aberration und hat mit der Ätheraberration nichts zu tun. Jupiter und Erde sollen ja als zueinander ruhend betrachtet werden, die sich gemeinsam gegen den Äther bewegen.


http://articles.adsabs.harvard.edu//ful ... 5.000.html

Ich fasse Lenards deutschsprachigen Text ganz kurz zusammen:

Der Energieweg eines Photons (Wellennormale) ist nicht identisch mit dem beobachtbaren Lichtweg des einfallenden Photons (Sichtachse). Auf diesen Umstand hat fb557ec2107eb1d6 in einem seiner ersten Posts zu diesem Thema bereits hingewiesen. Die Ansichten von ihm, Ernst und mir unterscheiden sich somit nur in ihren dazu verwendeten Beispielen, Illustrationen und akzentuierten Schwerpunkten.


http://www.etherphysics.net/CKT8.pdf

Sehr aufschlussreich der von Thornhill in Kapitel 2 behandelte Fall zueinander ruhender Quelle und Empfänger, der näherungsweise auch für das Jupiter-Experiment gilt. In seiner Skizze zeigt er eine zur Zeit t=0 vom Ursprung O abgestrahlte Lichtwelle durch den mit u bewegten Äther, die nach der Zeit t1 eine Sphäre mit dem Radius c*t1 um den Punkt A mit u*t1 (=Verschiebung) bildet. P ist ein Punkt dieser Sphäre und die Strecke OP ist der Lichtstrahl von O nach P, also die vom Äther unbeeinflusste Sichtachse. Die Strecke AP ist die vom Ätherwind um den Aberrationswinkel verdrehte Wellennormale. Punkt B und seine Verbindungslinien können ignoriert werden, da sie nur für Relativbewegungen zwischen Sender und Empfänger relevant sind.

Wie gesagt wäre es äusserst merkwürdig, wenn der von der Seite kommende Ätherwind zwischen Jupiter und Erde keine physikalische Wirkung ausübte und somit keine Verdrehung zwischen Sichtachse und Wellennormale verursachte. Auf den Messkanal bezogen dürfte es gemäss dieser Logik zu keiner von der Relativbewegung gegen den Äther verursachten Drift mit Rücken- und Gegenwind, also zu propagierten richtungsabhängigen Laufzeitunterschieden kommen.

Das ist ja gerade die Crux dieses Experimentum crucis, wonach sich die Äthereffekte zwischen Jupiter/Erde (im näherungsweise gleichen Bezugssystem) und im Messkanal kompensieren und quantitativ nicht von der SRT und Emissionstheorie zu unterscheiden sind. M&M ist es mit ihrer Drehspiegelmethode auch nicht besser ergangen!

Gruss
Trigemina
 
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Sebastian Hauk » Mi 19. Mai 2010, 17:58

Hallo Harald Maurer,

Schade, die habe ich bei Christie's versteigern lassen und einen guten Preis erzielt, weil jeder glaubte, sie sei von Picasso! :D


Mist. Und gerade die hätte mir jetzt weitergeholfen.

Gruß

Sebastian
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Sebastian Hauk » Mi 19. Mai 2010, 18:01

Hallo Trigemina,

Ich fasse Lenards deutschsprachigen Text ganz kurz zusammen:


Lenard ging von einem mitgeführten Äther aus. Harald Maurer geht vom Lorentz-Äther aus.

Gruß

Sebastian
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Trigemina » Mi 19. Mai 2010, 18:48

Sebastian Hauk hat geschrieben:Hallo Trigemina,

Ich fasse Lenards deutschsprachigen Text ganz kurz zusammen:


Lenard ging von einem mitgeführten Äther aus. Harald Maurer geht vom Lorentz-Äther aus.

Gruß

Sebastian


Hallo Sebastian

Lenards Ausführungen beruhen auf Fresnels teilweise mitgeführten Äther, der unter der Annahme eines (beinahe) ruhenden Äthers über seinen Mitführungskoeffizienten eine identische Lichtbrechung gemäss der Aberrationsformel nachwies. Das Fizeau-Experiment bestätigte Fresnels Mitführungskoeffizienten und wurde von Michelson und Morley (M&M) in seiner Genauigkeit sogar noch übertroffen.

Es gab damit jedoch ein Problem der Koeffizientenabhängigkeit von der Frequenz, die nicht beobachtet wurde. Der Lorentz-Äther beruht im Wesentlichen auf Fresnels Grundlagen, trennt jedoch die Materie (insbesondere die Elektronen-/Positronenpaare) vom ruhenden Äther und konnte dieses Problem lösen.

Gruss
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Trigemina » Mi 19. Mai 2010, 20:27

Chief hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:...
Lenards Ausführungen beruhen auf Fresnels teilweise mitgeführten Äther, der unter der Annahme eines (beinahe) ruhenden Äthers über seinen Mitführungskoeffizienten eine identische Lichtbrechung gemäss der Aberrationsformel nachwies. Das Fizeau-Experiment bestätigte Fresnels Mitführungskoeffizienten und wurde von Michelson und Morley (M&M) in seiner Genauigkeit sogar noch übertroffen.
...

Das stimmt überhaupt nicht. MM hat gezeigt, dass das Wasser den Äther gar nicht mitführt.

Gruß


Lorentz konnte Fresnels Mitführungskoeffizienten ebenfalls bestätigen ohne eine Äthermitführung anzunehmen.

Gruss
Trigemina
 
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon Ernst » Do 20. Mai 2010, 08:47

Chief hat geschrieben:
Harald Maurer hat geschrieben:...
Wir haben demnach richtig gehandelt, als wir die Messbasis nach der Sichtachse ausgerichtet haben. Denn im Falle des Äthers gibt sie einen tatsächlichen Lichtweg an und Sichtachse stimmt mit Wellenvektor (Wellennormale) überein: die Wellenfronten stehen dazu senkrecht und die Basis ebenso...

Vermutlich nicht, weil ein mitbewegter Beobachter nur eine, in diesem Fall senkrechte Geschwindigkeitskomponennte sieht.
fb... hat es hier im rechten Teilbild richtig dargestellt.

Das wurde verschiedentlich dargestellt. Sein Bild entspricht meinem Bild und der Analyse von Trigemina.
Danach ist die Sichtachse zur Ausrichtung der Meßbasis auf die Normale der Wellenfront nicht geeignet. Die Katze beißt sich in den Schwanz.
Nochmal die beiden Darstellungen zum Vergleich:

Gruß
Ernst

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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Do 20. Mai 2010, 13:46

Ernst hat geschrieben:Das wurde verschiedentlich dargestellt. Sein Bild entspricht meinem Bild und der Analyse von Trigemina.

Kleine Korrektur: Dein Bild und Trigeminas Analyse entsprechen meinem Bild, denn ich habe mein Bild gepostet, bevor eure Beiträge gepostet wurden ;)
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Re: Rechenfehler v. Albert in ZEbK???

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Do 20. Mai 2010, 13:55

fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Die Radiowellen vom Jupiter sind elektromagnetische Wellen. Sichtbares Licht und damit auch Laserlicht ist eine elektromagnetische Welle. Warum gibt es für die Radiowellen Aberration, für Laserlicht aber nicht?

Harald Maurer hat geschrieben:Die Galilei-Transformation führt in die Irre, wenn man von einem Absolutsystem (kein Inertialsystem!) in ein bewegtes transformiert. Ist ein BS kein Inertialsystem ist auch das andere keines!


Warum ist das Absolutsystem (Äthersystem) kein Inertialsystem?


Hallo Harald,

da würden mich die Begründen schon noch interessieren ...
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