Hallo Highway,
„Du bist unpräzise. Was soll das sein bewegt? Kirche und Kirchturmspitze sind mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs. Auch wenn du es nicht glaubst.“
Steht ganz klar geschrieben, was zu was bewegt sein soll, nämlich zueinander.
Ich habe nichts zu glauben – das weiß ich, darüber wird nicht gesprochen. Schon wieder schreibst Du „Geschwindigkeiten“ ohne sie zu präzisieren – relativ zu was?
„Insofern kann ich mich noch durchaus deiner Auffassung anschliessen, das es nur in einem dritten Bezugsystem sichtbar wird.“
Na endlich Vorschritt!

Das und nichts anderes wollte ich Dir klar machen. Und heißt nicht „sichtbar“ sondern relativ zu diesem System.
„Ja weil du die Konsequenzen vielleicht schon am Horizont heraufziehen siehst und wahrscheinlich schon jetzt weist, dass deine Vorstellung in Verbindung mit Masse und Energie Schwierigkeiten aufwerfen wird“
Wer will jetzt philosophieren? Wo zum Teufel steht in der SRT bei ZD und LK etwas über Masse und Energie? ZD und LK sind einzig und allein aus kinematischen Betrachtungen gezogen, und genauer, aus Messungen mit Lichtsignalen unter der Voraussetzung der Invarianz der LG.
„Ich messe den Bezugsystemen nur nicht soviel Bedeutung zu um mich diesen derart sklavisch zu unterwerfen wie du es offenbar zu tun scheinst. Bezugssyteme sind nichts anderes als der Meßraum in dem gemessen wird.“
Ja, wenn Du die Bezugsysteme nicht so ernst nimmst, was willst Du dann messen? In Bezug zu was? In der SRT ist alles, absolut alles nur von Bezugsystemen abhängig.
Ich verstehe nicht, wenn einige Kritiker und Relativisten die Grundsätze der SRT missdeuten. In dem Moment, wenn ihr das erfundene, sich nicht mitdrehende BS als Grundlage nimmt, und die Bewegungen den strittigen Punkten beobachtet und auch noch dazu eine ZD zwischen den Punkten glaubt, habt ihr schon ein bevorzugtes BS eingeführt – so was nennt man Äther. Und wie mir bekannt ist, gerade die SRT verneint einen Äther.
„Im übrigen gibt auch keine zwingende Vorschrift das man von einem Bezugsystem nicht über ein ebenso willkürlich gewähltes drittes Bezugssystem, beispielsweise dargestellt auf einem Blatt Papier, ein zweites betrachten darf. Steht nirgendwo!!!“
Doch, es ist zwingend, das ist die Bedeutung der BS, sonst kommt nicht mal ein Schuh daraus. Viele selbstverständlichen Sachen stehen nirgendwo.
„Im Gegenteil, man kann es, nach der Transformation, dann entfallen lassen und ist da wo man hin will“
Nicht im Gegenteil, sondern nur durch Transformation wird ein zweites BS eliminiert, sodass die zu untersuchenden Bewegungen von Punkten in diesem zweiten BS in vorliegendes einziges BS transformiert werden.
Sind mehrere BS unbewegt zueinander, dann bilden sie ein einziges BS in dem aber mehrere KS angegeben sein können. Sind aber BS zueinander bewegt, dann kannst Du ein einziges als BS nehmen, in dem in dt das zweite schon bewegt ist – dieses zweites, oder egal auch wie viel, kannst Du auch als bewegte KS bilden. Betrachtet man dann irgendeinen bewegten Punkt, dann hat der Punkt mehrere Geschw. Vektoren – jeder für jedes KS.
Vektor – sein Ursprung (Ort) ist beim Punkt, seine Richtung und Wert bestimmt das BS, KS.
In unserem Beispiel – Beobachter auf Erdoberfläche und GeoSat. Im unbewegten - d.h. sich nicht mitdrehendes, erfundenes im Raum „stehendes“ BS (Äther) - haben die Beobachter und GeoSat die entsprechenden tangentialen zur Bahn Vektoren. Und diese Vektoren haben einen Sinn nur auf ihrem Platz, man kann sie nicht so ohne weiteres verschieben.
Jetzt in BS des Beobachters – Beobachter hat kein Vektor, da er unbewegt in seinem BS ist, GeoSat hat genauso kein Vektor, da er auch relativ zum BS des Beobachters keine Bewegung aufweist.
Das Argument von Ernst hat eher Sinn – die Lichtstrahlen werden etwas krumm aussehen (Coriolis), was aber nur eine philosophische Bedeutung haben kann – Lichtstrahlen kann man nicht so einfach „sehen“ und messen. Dagegen spricht aber das Argument, dass bei der hohen LG die Erdoberfläche in Delta t durchaus und in guter Annäherung als inertial betrachtet werden kann – alltägliche Erfahrung.
„Will man das auswerten, gelingt das nur über Transformation in die nichtrotierende Welt. Da kann man einfachkeitshalber gleich in diesem nichtrotierenden System bleiben. Und da sind die Geschwindigkeiten auf verschiedenen Radien unterschiedlich.“
Und dann bist Du in einen Äther gelandet, lieber Ernst, bist weg von der SRT. Dann vergleichst Du die zwei Uhren gegen eine dritte, die in diesem Äther ruht, die aber nicht existiert. Dann postulierst Du LG = c relativ zu diesem Äther.
@ Frau Lopez
„Ein Freund von Albert Einstein, Paul Ehrenfest, hat versucht die Postulate der SRT auf Rotationen anzuwenden und es hat ihn in die Verzweifelung gebracht.“
Bereits 1907 hat Einstein die SRT mit Beschleunigungen, Gravitation und Rotation erweitert. Und das war gerade der streitige Punkt hier. Er betrachtete ein kreisender Punkt als bewegt relativ zum Zentrum, daher Ehrenfest-Paradoxon – daher kommt auch der Schluss, Beschleunigung ist nichts andere als relative Bewegung, daher auch ZD im Beschleunigungsfeld, daher Gravitation ist gleich Beschleunigung, daher ZD in unterschiedlichen G-Potentialen, daher ist SRT die Grundlage der ART.
Viele Grüße
Ljudmil